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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Beroehwtfl. Redakteur: 9. Schrecker n H««»
^ernfprechanschlutz Nr. 605.
Dltiistlig den 24. Mai
Jernsprechanschlittz Nr. 605
1910
■SS
Amtliches.
Candkreis Rana«.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeften wird die Hana«-F«l-aerfiraße von Station 12,0 bis 15,1 d' i. vom Abgang des Kandweqcs nach dem Staats- badnhof Langenselbold bis zur Kreisarenze Gel,»bansen für die Zeit vom 26. Mai biS einschl. 3. Juni d. J. für Kraii fahr^euge jeglicher Art, sowie für Fuhrwerk von mehr als 20 Ztr. Ladegewicht polizeilich gesperrt.
Hanau den 23. Mai 1910.
Der Königliche Landrat.
f 3147 F rh r. Laur.
In das Genossenscbafisregister ist bei der Genossenschaft Tnrn - Tpir- «nd Leihkasse, e. G. m. u. H. in Fechenheim eingetragen worden: Wilhelm Kühn und Theodor Alix sind ans dem Vorstand ausgetreten und Wilhelm Gerk und Konrad Dehe in Fechenheim an deren Stelle gewählt worden.
Bergen b. Hanau am 19. Mai 1910.
Königliches Amtsgericht. 12103
Verdingung.
Die Abbruchs-, Erd-, Maurer-, Asphalt-, Steinmetz- und Schmiedearbeiten (Los I), die Zimmerarbeiten (Los 11), die Dachdeckerarbeiten (Los III), die Klempnerarbeiten (Los IV), die Schrcinerarbeiten (Los V), die Glaserarbeiten (Los VI),
die Anstreicherarbeiten (Los VII)
zum Um- und Erweiterungsbau des Schulhauses mit Abort» gebäude in Hochstadl sollen in öffentlicher Verdingung ge» trennt vergeben werden.
Verdingnngsnnterlaaen können, so lange der Vorrat reicht, gegen Erstattung des Selbstkostenpreises von 2 Mk. für Los I, 1 Mk. für Los II, V und VII, 0,75 Mk. für Los III, IV und VI vom Unterzeichneten bezogen werden.
Die Eröffnung der Angebote findet in dem auf Montag den 6. Jimi, vormittags 9 Uhr für Los I, II, ni und IV, vormitiags 10 Uhr für Los V, VI und VlI, im Dienstzimmer des Unterzeichneten, im Kreishaus hier- i'elbst, festgesetzten Termin statt.
Zuschlagsfrist 4 Wochen. Hanau den 22. Mai 1910.
Stübing,
Kreisbaumeister. 11953
KUiiiidrne nnb verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 neuer Damen-Halbichuh mit Lackspitze Nr. 36, 1 hellgrauer Damengürtel mit Silberschnalle.
AiiHklmg fit Sport mit Spiel in Frankfurt a. M.
In der Arena der Sportausstellung zahlte gestern nachmittag eine Associatlons-Stadtmannschaft von Frankfurt einer entsprechenden Vertretung von Düsseldorf die Niederlage vom vergangenen Jahre heim. Der Sieg der Frankfurter war, wie sein vorjähriges Gegenteil, zahlenmäßig nur knapp: 2:0, dem Eindruck nach aber glatt und entschieden. Obschon das Ausgebot der Rheinstadt recht tiichtig spielte und namentlich in der wechseloollen zweiten Hälfte mehrfach eine schöne Energie an den Tag legte, beherrschten im ganzen doch die Einheimischen, bei denen die Stürmer ein sehr gewandtes und selbstloses Spiel durchhielten und die Verteidiger eine nchere Deckung boten, als die Ueberlegenen das Feld. Ein in der 15. Minute erfolgender Durchbruch von Frankfurt brachte mit einem glücklichen Schuß von Gelbhardt-Fuß- vallsportverein das erste und bis zur Halbzeit einzige Goal.
der Pause gab eS dank dem frischeren Zug von der -Suffe!oorfer Seite eine SRcil e spannender Augenblicke. Die Formverbesserung der Gäste reichte aber nicht aus, um das Geschick zu wenden, Frankfurt bekam jedesmal durch die Routine seiner Leute wieder den Angriff und in der 23. JWinute sandte der Mittelstürmer Kuch Britannia ein. An dem so erzielten Stand von 2 :0 für Frankfurt änderte der weitere Verlauf des Kampfes nichts mehr. Zwar richteten die Frankfurter zwischen der 30. und 40. Minute noch zahlreiche Schüsse gegen das feindliche Tor, aber diese gingen sämtlich fehl, genau wie diejenigen, zu denen sich den Düssel- dor-ern Gelegenheit bot. Im übrigen verlief das ganze Wettspiel, das wohl mehr Zuschauer hätte interessieren wnnen als anwesend waren, unter der Leitung von Langer- Karlsruhe in wohltuender Sachlichkeit.
Heute, Dienstag Abend, beginnen auf der Freilichtbühne oie turnerischen Vorführungen des Frankfurter Tumver- erns mit Uebungen am Reck. Keulenschwingen und Boramiden-
Verloren: 1 silberner Anhänger mit Emaillekleeblättchen (auf der Rückseite Oktober 1905 eingraviert), 1 Portemonnaie mit 13 Mk., 1 silberner Armreif, 1 braunes Portemonnaietäschchen mit 6 Mk. und einigen Pfennigen, 1 goldenes Halskeltchen mit Anhänger (Herzl.
Abhanden gekommen: 1 Mülleimer (gez. P. H. l3d).
Entlaufen: 1 hirschbrauner Dachshund auf dem Halsband der Name Rude eingraviert.
Hanau den 24. Mai 1910.
Politische Rundschau.
Der deutsche Kaiser hat gestern nachmittag ^23 Uhr von London die Rückreise nach Deutschland angetreten. In der Umgebung des Bahnhofs hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. Kurz vor 3^2 Uhr erschien der Kaiser und die Königliche Familie im Warteraum, wo der Kaiser sich einige Zeit mit dem Lordmayor unterhielt. Dann begab er sich in Begleitung des Königs, des Herzogs von Con- naught, der Prinzen Christian von Schleswig-Holstein und Arthur von Connaught, des Herzogs von Cornwall und des Prinzen Albert auf den Bahnsteig. Dort nahm er von den Anwesenden herzlich Abschied. Er küßte den König auf beide Wangen und schüttelte ihm herzlich die Hand. Dann bestieg er in Begleitung des Lord Roberts und des deutschen Botschafters Grafen Wolff-Metternich den Zug. — Das Reutersche Bureau hat auf eine an den Kaiser gerichtete Bitte, dem englischen Volk ein Abschiedswort zu sagen, folgende Antwort erhalten: „Sie sind ermächtig«, milzuteilen, daß S. K. Majestät die aufrichtige Sympathie, die ihm von der Stadt London und dem Publikum im allgemeinen in seiner liefen Trauer bezeugt worden ist, herzlich zu würdigen ; weiß."
Di» nächsten Reichstagswahlen finden im Jann ar 1912 statt. In der Bundesralsverordnuug über die am 1. Dezember 1910 stattfiudende allgemeine Volkszählung wird eine schleunige Fertigstellung der Zählungs- ergebnisse empfohlen, damit dasselbe bei den für Januar 1912 bevorstehenden Wahlen zum Reichstag Verwendung finden könne.
Die Wahlrechtsvorlage und die natkonalliberale Partei der Provinz Hannover. Der Provinzial- vorstand der nationalliberalen Partei der Provinz Hannover, der am Sonntag in Hannover zu einer Sitzung zusammen- getreten war, nahm folgende Resolution an: „Der Provinzialvorstand der nationalliberalen Partei in Hannover erkürt sich einstimmig mit aller Entschiedenheit gegen die Herren- Haus-Beschlüsse in der Wahlrechtsvorlage. Er hält an der Forderung der direkten und geheimen Wahl fest und spricht | zugleich die Hoffnung aus, daß es gelingt, in dieser wichtigen j Frage eine geschlossene Haltung der Landtagsfraktion zu $ erzielen."
stellen. Turnerinnen der Bornheimer Turngemeinde werden an diesem Abend Stabübungen vorführen. Mittwoch nachmittag 6 Uhr beginnt der Fußballkampf Marine-Sportklub- Wilhelmshaven gegen die Fußballmannschaft des hiesigen Infanterieregiments, am Freitag nimmt das Fechtturnier seinen Anfang. — Auf den S ch i e ß st ä n d e n erschossen sich Becher am Sonntag: W. Meyer und L. Peipers, Münzen: A. Riehl, Dr. ßampé, Th. Lippert und G. Hox, am Montag: Dr. Ritzert einen Becher auf der Hasenscheibe. — Das erste Kinderfest ist auf Mittwoch den 1. Juni nachmittags angesetzt. Das Programm, bei bem Kinder von 6 bis 14 Jahren mitwirken können, verzeichnet Spiele aller Art, deren Arrangement Oberlehrer Dr. Löwenstein übernommen hat. — Donnerstag den 26. Mai ist der Eintrittspreis während des ganzen TageS auf 50 Psg. ermäßigt.
Das internationale Fechtturnier, das vom 27. Mai bis zum 2. Juni stattfindet, verspricht die bedeutendste fechterische Veranstaltung zu werden, die jemals in Deutschland in Szene gegangen ist. Noch nie zuvor sind auf einem deutschen Fechtturnier das Inland und das Ausland so stark vertreten gewesen wie diesmal in Frankfurt. Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Oesterreich, Ungarn und Frankreich haben ihre besten Klingen gemeldet, und es stehen hervorragende Kämpfe in Aussicht. Das ziffernmäßige Meldungsresultat läßt schon einen Schluß auf die Darbietungen des Turniers zu. So meldeten für das Florettfechten der Junioren 22, für das Säbelfechten der Junioren 18 Fechter; die Seniorenkonkurrenzen ergaben: Florett 50, Säbel 52, Duelldegen 38, Schwerer Degen 15 Meldungen; ganz hervorragend ist die Beteiligung im Fechten der Meister, wo auf Florett 59, auf Säbel 55 der besten Fechtmeister Europas in die Schranken treten werden. Achtzehn Mannschaften werden in den beiden Mannschaftsfechten auf der Pianäie erscheinen, und zwar 9 deutsche, 2 belgische, 2 böhmische, 2 italienische und 3 ungarische. Hierbei sind allerdings einige Mannschaften doppelt gerechnet, da sie sowohl das Mannschaslssechten für Säbel als auch für Duell,
Reichsverband deutscher Aerzte und Reichs» Verficherungsordnung. Die in Berlin versammelten Sei tretet des Reichsverbands deutscher Aerzte stellen sich im wesentlichen auf den Slandpuukt des Regierungsentwurfs der Reichsversicherungsordnung, im besondern wird verlangt: erstens, die gesetzliche Festlegung der beiden Arztsysteme; zweitens, die Einrichtung gesonderter Vertragsausschüsse; drittens, die Wahl der Arztverlreler zu diesen Ausschüssen nur durch die einzelnen Aerzte des Bezirks, nicht durch die zuständige Standesvertretung; viertens, Unzulässigkeit des Vorgehens der ärztlichen Ehrengerichte und Aerztekoalitionen gegen die Aerzte, die nach den „Grundsätzen" Verträge schließen; fünftens, die Vermeidung jeden Zwanges zum Wechsel des Arztsystems. Im übrigen weist der Reichsverband die Behauptung zurück, daß 24 000 deutsche Aerzte mit den Beschlüssen des letzten Aerztetages nicht einverstanden seien und begründet das damit, daß die Zahl der dissenlierendee' Kollegen auf 10 000 zu schätzen sei.
Zur Privatbeamtenverficherung hat die Handelskammer zu Düsseldorf neuerdings folgenden Beschluß angenommen : „Gegenüber den in neuester Zeit gemachten Versuchen, die Privatbeamtenversicherung schnell einzuführen, er» klärt die Handelskammer zu Düsseldorf, die sich seinerzeit grundsätzlich für die Privatbeamtenversicherung ausgesprochen hat mit den besonnenen Gehilfenverbänden, daß an die Einführung einer Versicherung erst nach gründlicher Prüfung der vielen noch bestehenden Streitfragen gedacht werden darf. Sie warnt vor einer Überstürzung, um so mehr, als gerade dieser Umstand in Oesterreich zu einer recht anfechtbaren und vor allem von den Gehilfenverbänden angefochtenen Regelung der Versicherung geführt hat. Die Handelskammer fordert die Zuziehung von Geschäftsherren zu den über die Forderunc der Angelegenheit etwa eingeleiteten Verhandlungen."
Ein außergewöhnlich reiches Patengeschenk ist dem kleinen Kreuzer „Köln" von seiner Parenstadt Köln gespendet worden, hat es doch einen Wert von gegen 50 000 Mark. Es besteht aus zwei für die Offiziersmesse bestimmten Besteckkasten mit Silberzeug, 2000 Mark zur Beschaffung einer Mannschaftsbibliothek und 40 000 Mark als Fonds, dessen Zinsen zur Unterstützung hilfsbedürftiger Unteroffiziere und Mannschaften bestimmt sind. „Köln" wurde als Ersatzbau für den kleinen Kreuzer „Schwalbe" 1908 auf der Kieler Germaniawerft auf Stayfi gelegt, verließ ihre Bauhelling am 5. Juni v. I. und > d voraussichtlich im Spätsommer unter die Flagge tretest.
Eine Programmrede des ungarischen Mi- nifterpräfidenten. Der Ministerpräsident Graf Khuen- Hedervary hielt vor der Wählerschaft des vierten Pester Bezirks eine Programmrede, in der er ausführte, die günstig, Stimmung, mit der das gegenwärtige Kabinett bei seinem Amtsantritt in weiten Kreisen ausgenommen worden sei, könne als ein Beweis dafür angesehen werden, daß das Land einer Politik der Mäßigung und der friedlichen Entwicklung znneiqt. Die Stellung der österreichisch-ungarischen Monarchie
degen bestreiten. Von den vielen Rainen hervorragender Fechter einige besonders heroorzuheben, ist nicht leicht. Von deutschen Fechtern seien genannt: der Berliner Plaskuda, di» Frankfurter Jock, Schön, die Offenbacher Petri und Erckratl de Bory, die Dresdener Adam und Naumann; sehr start sind Ungarn und Belgien vertreten, ebenfalls Italien, dessen Fechter bei unS aber ziemlich unbekannt sind. Donnerstag den 2. Juni, am letzten Turniertag. finden vormittags die Dlannschastskämpfe auf Degen und Säbel statt, aber.ds 6Uhr große Schlußakadsmie mit Preisoerteilung und Festmahl.
Kunst und Leben.
Irrfahrten von Südsee-Jnsulanern. Schon öfters ist darauf htngewiesen worden, daß die Bewohner von Deutsch-Mikronisien mit ihren verhältnismäßig kleinen Kähnen lange Fahrten unternehmen, die nicht selten bis zu dem asiatischen Festlande führen. Im „Deutschen Kolonialblatt' wird mitgeteilt, wie jüngst wiederum ein Boot von einer Karolinengruppe 97 Tage auf hoher See umhergetrieben worden ist. Die fünf Insassen, die ihr heimatliches Eiland verlassen hatten, weil dort Nahrungsmittelnot herrschte nährten sich von Fischen, die sie nachts finaen, und von Regenwasser. Fällt der Regen aus, so tauchen die Leute im Meere längere Zeit unter; die Haut nimmt dann die nötige Feuchtigkeit auf. Wenn ein Sturm heraufzieht so versenken sie ihr Boot, das aus leichtem Holz hergestellt'wird* unter die Meeresoberfläche und halten sich schwimmend daran fest. Aus weiter Entfernung können sie Fisckzüge und Schildkröten beobachten, die unser Auge nicht wahrnehmen würde Delphine locken sie an, indem sie das Wasser mit den Händen in heftig gurgelnde Bewegnng setzen. Sie find mit dem -Ere W vertraut, daß sie gewöhnlich eine Rückbeförderung in ihre He,mal mittels eines Dampfers ablehnen und lieb« wieder auf ihrem schmalen Boot« den Heimweg suchen.