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Erscheint täglich mit Ausnahme der Ssnn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Ml. 116 Terniprechanschlntz Nr. 605.

Samstag den 21. Mai

Ter»sprecha»lchl»tz Nr. 605. 1916

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18 Seiten.

Amtliches.

Candkreis Ranau.

Der Schlachtviehbeschauer Johann Georg Haber­mann X. in Hüttengesäß ist zum Trichinenschauer für die Gemeinde daselbst und zum stellvertretenden Trichinenschauer für die Gemeinde Neuwiedermuß auf Widerruf bestellt worden.

Der Bürgermeister Hofmann in Hüttengesäß hat sein Amt als Trichinenschauer, niedergelegt.

Hanau den 19. Mai 1910.

Der Königliche Landrat.

V 3049 Frhr. Laur.

Ich mache die Schulvorstände auf den als Beilage zu Nr. 19 des Regierungs-Amtsblattes veröffentlichten 93er« leilungsplan der Lehrer-Ruhegehaltskasse für das Etatssahr 1909 aufmerksam und verweise besonders auf die in dem Letzten Absatz der Bekanntmachung enthaltene Bestimmung über das den Beteiligten zustehende Rechtsmittel.

Hanau den 20. Mar 1910.

Der Königliche Landrat.

V2373 Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 14. bis 20. Mai 1910;

3 Fahrburschen, 1 Maurer, 1 Schlosser, 1 Schreiner, 3 Tagelöhner. Hanau den 21. Mai 1910. 11841

Städtische Arbeitsvermittelnngsstelle.

Städtische Sparkasse.

Das Cittlagebttch Nr. 12 312, ausgefertigt für Fräulein Josepha Schirm aus Karlstadt ist angeblich abhanden gekommen. Der etwaige Besitzer dieses Buches wird aufgefordert, seine vermeintlichen Ansprüche auf das Guthaben binnen 3 Monaten beim Sparkassenvorstand geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf der Frist ein neues Einlagebuch ausgefertigt wird.

Hanau den 20. Mai 1910. 11839

Der Borstand der städtischen Sparkasse.

Sie AnWW des MWen KWerbuM in tafMt

Darmstadt marschiert noch immer an der Spitze des deutschen Kunstlebens! Als die Großen der Darmstädter Revolution Christiansen, Behrens, Habich--all­mählich dir Hauptstadt Ernst Ludwigs verließen, verärgert von viel Eifersüchtelei und Kleinstädterei, da raunten die nicht ganz uninteressiertenEingeweihten" in Berlin und München, daß es mit derDarmstädterei" glücklich zu Ende gegangen sei, wie sie's ja vorausgesehen hätten. Und dann starb Olbrich, der letzte der Großen, und ward von ganz Darm­stadt in würdiger Weise zu Grabe getragen. Jetzt glaubten auch die Wohlgesinnten, daß die junge Blüte neudeutscher Residenzkunst sich für immer geschlossen habe. Dem ist nicht so I Freudig darf mans verkünden, daß die Mannen der Großen noch heute auf der Mathildenhöhe wohnen. Ihr Geist hat die Stätte geheiligt und in dem hochgemuten Fürsten fanden sie nicht nur einen begeisterten Mäcen, sondern vielmehr den trefflichsten Verweser ihres Erbes. Mag man noch so verschiedener Meinung über den Wert unserer Kleinstaaterei sein : Darmstadt ist allein durch seinen Fürsten zu der eigenartigen Kunststadt geworden, von der aus die große sieghafte Bewegung des modernen deutschen Kunstgewerbes ausging. Diese Bewegung wird in der späteren Geschichte Darmstadt weit über das Niveau der deutschen Mittelstädte emporheben, denn man wird von der großen Wandlung unserer gesamten künstlerischen Kultur um das Jahr 1900 nicht sprechen können, ohne dieser Stadt und ihres Fürsten sich zu erinnern.

Und noch heute wirkt dieser Mann auf dem großen Felde unserer Kultur, ohne Vorurteil und Machtanspruch, nur das gute fördernd, mag es kommen, woher es wolle. Drum ist auch hier eine Versammlung von deutschen Künstlern zustande gebracht die mau sich in keiner anderen Stadt vor-

Dienstnachlichten aus dem Kreise.

In der Gemarkung Rückingen ist die Schweineseuche erloschen. V 3029

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Emailleschild, 1 Radiermesser mit Etuis (sog. Zeppelin-Messer).

Aufgefangen: 1 Nachen, kurz und breit (an­scheinend Sandnachen).

Verloren: 1 kleine goldene Brosche (Kleeblattform), 1 kleines blaunes Notizbüchelchen, 1 graue Rockfuttertasche mit Portemonnaie mit etwa 1.30 Mk., 1 Brot-Kundenbuch.

Zugelau fen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Ab­zeichen, m. Geschl.

Entlaufen: 1 dunkelgrauer Wolfshund, etwa x/i Jahr alt.

Hanau den 21. Mai 1910.

20. BnsamlW des Seffschee EtidtckgeS.

§§. Fulda, 20. Mai. In der festlich geschmückten Bonifatiussiadt wurde heute durch den stellvertretenden Vor­sitzenden, Oberbürgermeister Dr. Gebeschu « - Hanau, der 20. Stâdtetag für den Regierungsbezirk Cassel und das Fürstentum Waldeck-Pyrmont im roten Stadtsaale mit einer Begrüßungsansprache und einem Kaiserhoch eröffnet. 68 waren rund 100 Delegierte anwesend; von Behörden war Regierungspräsident Graf v. B e r n st o r f f als Vertreter der Königlichen Staatsregierung anwesend. An den am Er­scheinen verhinderten ersten Vorsitzenden, Oberbürgermeister Müller- Cassel und den Kassierer, Stadtrat Boedicker- Cassel, der infolge schwerer Erkrankung am Erscheinen ver­hindert war, wurden Begrüßungsdepeschen abgesandt; der Nassauische Städtetag ließ sich durch Bürgermeister Lübke- Homburg v. d. H. vertreten. Im Namen der Stadt Fulda begrüßte sodann Oberbürgermeister Dr. Antoni die Gäste, seine Freude über den überaus zahlreichen Besuch Ausdruck gebend; Regierungspräsident Graf v. D e r n st o r f f dankte für die Einladung und versicherte dem Hessischen Städtetag von neuem sein Interesse für die Bestrebungen die er verfolge. Bürgermeister Lübke- Homburg v. d. H. überbrachte sodann die Grüße des Nassauischen Städtetages, der die gleichen Ziele wie der Hessische Siädtetaq verfolge; er erinnerte an die ge­meinsame Tagung im vorigen Jahre in Biebrich a. Rh. und wünschte auch den diesmaligen Verhandlungen besten Erfolg. Den Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr und einen Rückblick auf die Entwickelung des Hessischen Städte­tages entwarf sodann Bürgermeister Strauß- Hersfeld. Durch den Austritt der Stadt Rosenthal habe sich die Mit­

strllen könnte. Fast alle bedeutenden Künstler der ver­schiedensten Lager und Anschauungen haben Werke gesandt, sodaß man sich kaum an einem anderen Platze über das augenblickliche Kunstschaffen Deutschlands besser unterrichten kann wie hier. Unter dem Einfluß des durchaus liberalen Fürsten einigten sich die Widerspruchsvollen: ein starkes Ganze entstand. Trotz größter äußerer Disharmonie emp­findet man ein harmonisches Ganze, dessen tiefster Reiz sich allerdings dem scheuen, noch viel weniger aber dem frechen Auge verschließt. Nur langsam kommt man zu der Erkennt­nis der über der Versammlung waltenden Harmonie, einer Grundmelodie, die sich nur in zwei Themen zerlegen läßt: Eine vorwiegend realistische und eine zweite mehr dekorative Richtung gehen neben einander her. Zwischen ihnen aber weben die Fäden hinüber und herüber, sodaß ein einfaches Unterordnen unter diese zwei Hauptgesichtspur kte vergebliche Bemühung wäre. Von einem Programm, woran z. B. die Berliner Sezession krankt, kann hier keinesfalls die Rede sein. Dafür sind dir einzelnen Künstler viel zu verschieden, zu ausgeprägt. Und doch ließe sich eine Devise finden, der diese auseinanderstrebenden Kräfte gehorchen. Sie lautet: Persön­lichkeit, Persönlichkeit im tiefsten Sinn, Persönlichkeits­kultus. Der erste Eindruck der Ausstellung ist deshalb auch grundverschieden von dem, den Galerien alter Kunst als unabweisbare Erinnerung zu hinterlassen pflegen. In diesen verläßt uns fast nie das Gefühl, einheit­lich geschulten, einheitlich fühlenden Künstler­generationen gegenüberzustehen, hinter deren geschlossenem Gesamtwert die einzelnen Künstler zurückstehen wie die Blätter eines Baumes beim Anblick seiner Krone. Keiner drängt sich laut oder gar unbescheiden vor. Von ihren Werken geht der Eindruck einer gewissen Wohlerzogenheit aus, wie sie alten vornehmen Häusern eigen zu sein pflegt. Unsere Zeit hat diesen künstlerischen Zusammenklang, diese Unterordnung unter die ästhetische Kultur fast pietätlos aufgegeben. Unsere Künstler fühlen sich nicht mehr als die Kinder einer Mutter;

gliederzahl des Hessischen Städtetages um 1 vermindert; zur Zeit gehörten dem Stâdtetage 54 hessische und 4 waldeckische Städte an. Der Jahresbericht gedenkt der Tätigkeit de» Geheimen Regierungs- und LandeSrat Dr. Knorz aus Cassel, der nunmehr wegen schwerer Krankheit in den Ruhe­stand treten mußte; in Anerkennung der bleibenden Ver­dienste, die er sich um den Hessischen Städtetag erworben habe, dem er allezeit als rühriger Förderer seiner Be- strebungen und al» geschickter und sachkundiger Mitarbeiter zugetan gewesen sei, habe der Vorstand de» Hessischen Stâdte- tage» beschlossen, Herrn Geheimrat Dr. Knorz zum Ehren- m i t g l i e d d e s G t L d t e t a g r » zu ernennen, um auf diese Weise eine Dankesschuld an ihn abtragen zu können. Die vom Stâdtetag seinerzeit beschlossene Prüfungsordnung für Bureau- und Kassenbeamte ist am 1. Oktober 1909 in Kraft getreten; 17 Städte seien insgesamt dem Prüfung«- verbände beigetreten. Eine gemeinsam« Petition des Nassauischen und Hessischen Städtetage» an den preußi­schen Finanzminister betr. Aufbringung der Mittel für die Gehaltsaufbesserung der Gemrindebeamten und Lehrer sei bisher ohn« Bescheid geblieben, ebenso eine auf Antrag des Bürgermeister- Hotejan - Hofgeismar an den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau gerichtete Eingabe des Vorstande« des Städtetage- betr. die ander- weite zeitgemäße Regelung der Entschädigung für die Mit­versorgung der Standesamtsgeschäfte durch die Gemeinden. Nicht in letzter Linie ist es den gemeinsamen Petitionen der Städtetage und de» Deutschen Städtetage» zu verdanken, daß der Entwurf des Rrichswerlzuwachssteuergesetzes in der dem Reichstage zugegangenen Fassung wenigstens die teil­weise Ueberlassung des Ertrages an Wertzuwachssteuer <ins- gesamt 40 Proz.) an di« Gemeinden und Gemeindeperbände vorsieht. Außerdem soll den Gemeinden das Recht zuge­standen werden, Zuschläge zu der Reichswertzuwachssteuer zu erheben. Den Kassenbericht erstattete ebenfalls Bürger­meister Strauß- Hersfeld. Die Einnahmen betragen 1249.26 Mk., die Ausgaben 1109.6 8 Mk., sodaß ein Ueber- schuß von 139.63 Mk. verbleibt. Die nach den Statuten ausscheidenden Mitglieder des Städtetages, Bürgermeister Strauß, Dr. Antoni und Losch werden durch Zuruf wieder­gewählt. Ueber Einführung besonderer Gewerbesteuern be­richtete Oberbürgermeister Dr. Antoni- Fulda. Er gab Fingerzeige, wie die sogen. Forensalfilialbetrieb« (Nieder­lassungen auswärtiger Firmen in einer Stadt) im Rahmen eines allgemeinen Gemrinde-Gewerbrsteuergesetzes schärfer und gerechter besteuert werden können. Die Schaffung einer Zentral-Auskunftsstelle de« Hessischen Städtetage» zeitigt, eine sehr eingehende und lebhaft« Aussprach« ; schließlich wird der ganze Antrag einer Kommission zur Weiterberatung überwiesen. Ueber das Verhältnis der Ueberlandzentralen zu den Zentralen der mittleren und kleineren Städte verbreitete

ihre Kraft und ihre Anschauung wurzeln in einem anderen Boden. Dieser Boden ist ihre Persönlichkeit, eine Persönlich­keit die ihre extremste Pflege in den vergangenen Zeiten nur bei den bedeutendsten, das Mittelmaß weit überragenden künstlerischen Individualitäten wie Lionardo und Michelangelo, Dürer und Rembrandt fand. Diese Beschäftigung mit dem Eigensten, diese brünstige Hingabe an das eigene Ich bedingt unsere Gegenwartskunst fast allein; ihnen sind alle aka­demischen Regeln, jegliche Tradition in Technik und Form bedingungslos geopfert. Diesen Faktoren verdankt auch die Darmstädter Ausstellung ihr« innere Einheit. Eine hoch­stehende Jury hat die Ausstellung vor allem Schwachen und Halben bewahrt, ohne allerdings nur Vollendetem den Ein­gang zu gewähren. Viel Unausgegorene», viel Ringendes muß man mit hinnehmen, aber selbst bei diesem versöhnt das Gefühl, daß auch hier eine Persönlichkeit nach Ausdruck und Form gesucht hat, sie aber noch nicht fand. Nur dem Dillettantismus blieben die Tore fest verschlossen, nicht bloß dem Dillettantismus der Technik, sondern dem viel schlimmeren des Geistes. Das ist der zweite große Ruhmestitel der Ausstellung. Wieviel Geistlosigkeit muß man sonst auf Aus­stellungen noch mit hinnehmen. In der Entwicklung der Kunst kommt es wahrhaftig nicht auf die Glätte der Technik, die Wohlgefälligkeit des Ausdruck« an. Die Werke dieser Künstler" rollen wie rund geschliffene Kiesel dem Meer« der Vergessenheit zu, aber ewig stehen die schroffen Klippen im Strome der Zeit; denn ihre Schroffheit ist ihre Kraft, ihre Persönlichkeit, die nichts anderes kennt als sich. Wann wird endlich der Tag auch für unser übrige« Deutschland kommen, an dem man auf keiner unserer Kunstausstellungen den Arbeiten der Durchschnitt-maler und -Meister begegnet, die mit geschickter Hand die Goldfunde de« ehrlich Ringend«, in billige Scheidemünze umwechseln, ohne Scham ihre Seele dem Geschmack der Masse opfern und die wahre Kunst am schwersten schädigen I Dann werden diese Ausstellungen nickst nur Kunstmärkte, Stätten flüchtigen Genusse» »dm