ve-»z-vrett:
WaNchShâh 1,80 Mk., m»naUich -0 M.. Mr ** «ibrti-e Äeneoti« mit bem bâre^md« P»staustchl«G.
Vir mqdw Nummer kostet 10 Pf»
fWeSwIbniff «v verleg der Buchdruck«« tot «â. eu Saisachauser m Hanau.
General-Anzeiger
KWtliâres Organ für Stadt- und Fandkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- and Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Ci«riiM|i|M|H
Die föefgespaltet W#eüe *te tot* Am« » A» Im SiâmealeÜ die Zeil« sb Ptz.
S«aM»vra. RMtec: •. Schrecker N Hamm»
Ms. 113 Fernsprechanschlittz Nr. 605»
IMr»»»1""———■ I »■■M—»WRte*T
Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
Zwecks Ausführung von Neudeckungsarbeiten wird die Philippsruher Allee zwischen Kanaltor und Hellerbrücke vom 20. d. Mts. ad auf die Dauer von 8 Tagen für den durchgehenden Fährverkehr gesperrt.
Hanau den 17. Mai 1910.
Königliche Polizei-Direktion.
P 5542 I. A.: Dr. v. Waldo w.
Gefmidenc und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 weißes Armband mit Anhänger in Buchform (auf der Vorderseite die Aufschrift „Ein Walzer- traum*), 1 Portemonnaie mit 2,72 Mk., 1 Kneifer mit schwarzer Einfassung, 1 schwarzer Damenschirm, 1 Dutzend schwarze Knöpfe, 1 Brosche mit Herren-Photographie. 1 Handtäschchen mit Inhalt auf dem Wege von Wilhelmsbad nach Hochstadt. (Abzuholen auf der Bürgermeisterei in Hochstadt).
Verloren: 1 Portemonnaie mit 7 Mk. und 1 Urlaubs- karte für den Kanonier Staufenbiel 5. Batterie Fuß-Art. - Regt. Nr. 3 Mainz, 1 Arbeitsjacke mit 50 Pfg. und einem Notizbuch.
Abhanden gekommen: 1 Emailleschild (auf beiden Seiten die Bezeichnung Eis).
Hanau den 18. Mai 1910.
Politische Rundschau.
Der Kaiser hat dem Expräsidenten Roosevelt am Abend vor der Abreise durch seinen Generaladjutanten, Generaloberst v. Plessen, als Abschiedsgeschenk ein Exemplar des Prachtwerkes „Der Kaiser und die Kunst", das vor einigen Jahren hergestellt wurde, überreichen lassen. Auf das Titelbild des Buches hat der Kaiser eine eigenhändige Widmung ’ geschrieben. — Der Kaiser ist gestern abend um 7 Uhr nach 6 Vlissingen abgereist.
Der Deutsche Schulderer» in Oesterreich, der erste und älteste deutsche Schutzverein in Oesterreich, der mit seinen 140 000 Mitgliedern, 1800 Ortsgruppen und 1 Million Kronen Jahreseinkommen die größte nationale Vereinigung der Deutschen in Oesterreich darstellt, beging am 18. Mai das Fest seines 30jâhrigen Bestandes in sinniger und erhebender Weise. Gegenwärtig erhält der Deutsche Schul- verein 32 eigene Schulen und mehr als 80 eigene Kindergärten. In rund hundert Gemeinden an der über 8000 Kilometer langen Sprachengrenze ist der Deutsche Schulverein den bedingten Volksgenossen helfend an die Seite getreten. Ueber 14 Millionen hat er zur Förderung seiner Zi«le auS- gegeben. Von 1904 bis 1909 sind seine Einnahmen von rund 435 000 Kronen auf rund 940 000 Kronen gestiegen nicht mitgerechnet die durch Rosegger angeregte 2-Millionen- Spende, die in 11 Monaten voll eingezeichnet war und die heute auf 2 350 000 Kronen angewachsen ist.
Eine Kontrollkommission für die Neichsbe- Aebe. Der Nordd. Allaem. Ztg." zufolge hat der Minister der öffentlichen Arbeiten eine aus höheren Beamten bestehende Kommission eingesetzt, die sich bei neuzeitlich eingerichteten, privatindustriellen Anlagen und bei StaatS- und Reichsbetrieben darüber instruieren soll, inwieweit die dort getroffenen wirtschaftlichen Einrichtungen, insbesondere die Behandlung und Kontrolle der Materialien, das Lohn- und Rechnungswesen, die Wohlfahrtseinrichtung und die Korrespondenzerledigung zur Einführung bei den preußischen Staats- eiienbahnen geeignet seien.
Bebel hat weiter prophezeit, als er dieser Tage m Leipzig weilte, um mit seinen Parteigenossen die Erinnerung an den Tag zu feiern, an dem er vor 50 Jahren als wandernder Handwerksgeselle in Leipzig einmarschierte. Bei dieser Feier hielt er eine Rede, in der folgende Sätze interessant sind: „Mir ist die Entwicklung wohl manches Mal zu langsam gegangen, und ich habe verschiedenfach meinen Gedanken in Form von Prophezeiungen Ausdruck gegeben. In unseren eigenen Reihen hat man darüber gehöhnt und dies als Illusionismus bezeichnet. Ich mag mich um Tage und Jahre geirrt haben, nicht aber um Jahrzehnte; sicher ist, daß der Sieg kommen muß. Im nächsten Jahre haben wir die Reichstagswahlen. Ein großer Kampf steht uns bevor, der nicht leicht sein wird. Um so glänzender aber Sieg. Ebenso sicher ist dann auch, daß ein solcher dazu führen muß, die ganze bürgerliche Gesellschaft zu um io heftigerem Widerstand gegen uns »usammen-
Mittwoch den 18. Mai F-ruspr-chanschlutz Nr. 605. 1910
wie...... ..... ......■—--ww .......- I I I—
zuschmieden. Alle Bemühungen der Gegner werden Deutscher Lehrertag.
vergeblich sein ; eine Gesellschaftsordnung, die alle Bedingungen ihrer Lebensfähigkeit verloren hat, muß untergehen". — Gut gebrüllt, Löwe!"
Das Vordringen der Polen im Kreise Glogau kam auch in der Sitzung der Glogauer Kreissynode zur Sprache. In der Parochie Schlawe sind 54 Besitzungen in polnischen Händen und im ganzen 276 Polen ansässig; in der Parochie Altstrunz sind 22 Besitzungen polnisches Eigentum und 189 Polen wohnen dort. In der Parochie Tschepplau sind 10 polnische Besitzungen vorhanden, und es wohnen * dort schon 85 Polen, während diese Parochie bis vor wenigen Jahren rein deutsch war.
Die französischen Flottenmanöver, die heute beginnen, werden besonders interessant werden, weil bei ihnen zum ersten Male neue taktische und strategische Grundsätze erprobt werden sollen, die eine Kommission unter Vorsitz des Vizeadmirals Germinet ausgearbeitet hat. Zwei Geschwader, jedes aus 6 Schlachtschiffen und 4 Kreuzern bestehend, die verstärkt sind durch die 5 Mittelmeertorpedobootsflotillen und Unterseeboote, beteiligen sich. Die rote Partei hat Korsika zur Operationsbasts, die blaue einzelne Häfen in Frankreich und Algerien. Die Oberleitung der Flottenmanöver liegt in den Händen deS Admirals Caillard.
Journalistenftreik im kroatischen Landtag. In der gestrigen Sitzung des kroatischen Landtages nannte ein Abgeordneter dir Berichterstatter journalistische Schufte, worauf alle Berichterstatter den Landtag verließen und erklärten, sie würden erst dann wieder die Berichterstattung aufnehmen, wenn ihnen ausreichende Genugtuung zu teil geworden ist.
Die Kretasrage stört immer von neuem die Ruhe Europas. Von der türkischen Oberhoheit ist auf der Insel nicht viel mehr als der Name und allenfalls noch die Anhänglichkeit der kleinen mohamedanischen Minderheit ihrer Bewohner vorhanden. Die große Mehrheit der kretischen Nationalversammlung hat kürzlich den Eid auf den Namen des griechischen Königs geleistet. Die griechischen Kreter wollen außerdem zu der Nationalversammlung in Athen zu- gelassen werden, deren Einberufung dem König Georg durch die Militärliga unter dem Einflüsse des Kreters VeneseloS aufgezwungen worden ist. Die Antwort, welche die vier Schutzmächte auf den Protest der Pforte gegen die Vereidigung der Mitglieder der kretischen Nationalversammlung auf den Namen des Königs von Griechenland erteilt haben, konnte in Konstantinopel nicht befriedigen. Denn sie besagten nur, daß jene Vereidigung nicht als eine Veränderung des Status quo betrachtet werde, während sie doch tatsächlich gegen die völkerrechtlich fortbestehende Zugehörigkeit der Insel zum türkischen Reiche gröblich verstieß. Nachträglich haben die Schutzmächte in Konstantinopel mitgeteilt, daß ihre Konsuln in Kanea die Vereidigung für ungültig erklärt hätten und für die Zulassung der mohamedanischen Abgeordneten zur kretischen Kammer einträten. Auf eine Nachgiebigkeit ver gegenwärtigen Machthaber in Konstantinopel im Sinne einer friedlichen Angliederung Kretas an Griechenland kann nicht gerechnet werden. Das jungtürkische Regiment würde sich damit selbst aufgeben und neue innere Wirren wären gewiß die Folge. Die Südalbaner, die seit Jahrhunderten erbitterte Gegner der Griechen sind, haben schon erklärt, daß sie sich dem Aufstand ihrer Stammesbrüder in Nordalbanien anschließen würden, wenn die Pforte vor Griechenland zurückwiche. Die Presse in Konstantinopel verlangt unter schwerem Tadel gegen die Milde der Schutzmächte für Griechenland und die Kreter, daß die Pforte endlich auf eine klare Erledigung der Kretafragt dringe oder diese selbst durch militärisches Einschreiten herbeiführe. Die Aktion der Schutzmächte ist dadurch gehemmt, daß früher den Griechen Hoffnungen auf Einverleibung Kretas gemacht worden sind. Der König von Griechenland selbst hat sich auf Versprechungen berufen, die er von englischer Seite erhalten habe. Diese Versprechungen passen heute nicht mehr zu dem Interesse der englischen Politik, die Freundschaft mit dem jungtürkischen Verfassungsstaat zu pflegen. Anderseits ist eS ganz nützlich für die Erreichung praktischer Vorteile, wenn sich die Pforte in einer für sie so wichtigen Frage, wie es die Kretafrage ist, auf das Wohlwollen Englands angewiesen sieht. Daraus mag es sich auch erklären, daß Frankreich bisher mit seinem Vorschläge, die Unruhstifter auf Kreta durch Wiederbesetzung der Insel zur Ordnung zu bringen, im Rate der Schutzmächte nicht durchgedrungen ist. Hoffentlich wird schließlich das FriedenSbedürfnis aller Großmächte stark genug sein, um zu verhindern, daß sich die Machthaber in Konstantinopel aus Selbsterhaltungstrieb genötigt sehen, mit Waffengewalt gegen Griechenland vor- zugehen.
Straßburg, 17. Mai. Auf der ersten Hauptversammlung des Deutschen Lehrervereins, die heute unter Leitung des ersten Vorsitzenden Röhl-Berlin tagte, wurde folgendes Huldigungstelegramm an den Kaiser abgesandt: „Euerer Kaiserlichen Majestät sendet die zu Straßburg tagende deutsche Lehrerversammlung ehrfurchtsvollen HuldigungSgruß. 4000 an der Versammlung teilnehmende Volksschullehrer, darunter weit über 1000 auS dem Reichslande, die durch ihren kürzlich erfolgten Uebertritt zum Deutschen Lehrerverein bekundet haben, daß sie mit der gesamten Dolksschullehrerschast bei Deutschen Reichen gemeinsam an der Förderung der nationalen Volksschule arbeiten wollen, erneuern vor Euerer Majestät daS Gelöbnis, allezeit fest und treu stehen zu wollen zu Kaiser und Reich." — Gleichzeitig ging ein Danktelegramm an dm Statthalter von Elsaß-Lothringen, Grafen v. Wedel, ab. Die Versammlung wurde begrüßt vom Präsidenten des OberschulrateS, Ministerialrat Dr. Albrecht, im Namen bei kaiserlichen Statthalters und der Landesregierung, ebenso vom Bürgermeister Dr. Schwanker namens der Stadt Straßburg und dem Rektor magnificus der Universität Professor Dr. Thiele. Dann hielt Hauptlehrer Schubert-Augsburg einen durch lebhafte Beifallsrufe oftmals unterbrochenen Dortrag über die Zwecke und Ziele des Lehrervereins, in welchem er u. a. die Unterstellung, als ob der Lehrerverein religionsfeindliche ober revolutionäre Ziele hätte, energisch zurückwieS. Wie der Vorsitzende schon betont habe, verfolge der Lehrer- verein seine Zwecke auf nationaler Grundlage; er frage nicht nach der Konfession ober Partei und sei in dieser Hinficht völlig paritätisch. Er, Redner, bedauere, daß gerade durch den UltramontanismuS und die Orthodoxie die Religiosität heute zu Grabe getragen worden sei.
Heute Nachmittag 4 Uhr fand ein Festmahl im Sängerhaus statt, abends ist im Stadttheater Festvorstellung: ^Gottfried von Straßburg", während an einer anderen Stelle, im Sângerhaus, ein Festkonzert, eine Aufführung der 16stimmigen Messe von A. E. Grell bringen wird.
tteberführung der Leiche König Eduard- nach der Westrninsterhall.
London, 17. Mai. Von 3 bis 4 Uhr nachmittag« herrschte in der Westminsterhall feierliches Schweigen. Der Sarg ruht auf dem Katafalk unter einer reich verbrämten Atlasdecke. An seinen vier Ecken stehen königliche Leibgardisten, die Hellebarde in der Hand. Zu Häuptm der Bahre haben vier Gentlemene at Arms Aufstellung genommen. Zu beiden Seiten des Sarges halten zwei Offiziere der Grenadier-Garde mit gezogenem Säbel die Wache. Zu Füßen steht ein Offizi«r des indischen Ghurka-RegimentS, das des verewigten Königs eingeborenes Leibregiment war. Am Kopfende bei SargeS brennen in vier Kandelabern 16 groß« Kerzen. Nur ein einziger Lorbeerkranz schmückt dm Sarg. Sonst ist von Blumen nur der prächtige Kranz bei deutschen Kaisers zurückgeblieben, der an einem der vielen Denkmäler in der Halle niedergelegt ist. Von 4 Uhr an begann der Vorübergang des Publikums, das in Reihen bis zu je vier und vier zugelassen wird. Gegen 3 Uhr standen wenigstens SO 000 Wartende vor der Halle und noch viel mehr standm bei der Westminster-Abtei, auf der Westminsterbrücke und am Thcmsekai.
London, 17. Mai. Der König richtet» an Earl Marsh ein Schreiben, in welchem er von dem tiefen Eindruck spricht, den die bewunderungswürdige Vorbereitung der Trauerfeierlichkeiten und die erhabene Zeremonie auf ihn gemacht haben. Nichts könne eindrucksvoller fein, als die ruhige Würde des EhrenzolleS, der dem Gedächtnis seiner geliebten Vaters dargebracht werde.
London, 17. Mai. Heute nachmittag legte der deutsche Botschafter in der Westminsterhalle einen Kranz bei Kaisers und der Kaiserin mit deren Jnitialm aus dm Schleifen nieder.
London, 17. Mai. Die Abordnungen bei deutschen Heeres und der Flotte, die zu den Beisetzungsfeierlichkeiten hier eingetroffen sind, wurden von Armee- und Marineoffizieren, die ihnen während ihres Aufenthalte!: zuerteilt sind, am Bahnhöfe empfamgen.
Darmstadt, 17. Mai. Der Großherzog ist heuk abend mit dem Zuge 11 Uhr 31 Min. in Begleitung bei Hofmarschalls nach England abgereift.
Tanger, 17. Mai. Wie aus Fez gemeldet wird, enipfing der Sultan Mulry Hafid den englischen Konsul und sprach ihm sein tiefstes Beileid anläßlich bei Ablebens des Königs aus. Der Sultan bat den Konsul, der königlichen Familie sein Beileid und seine besten Wünsche für eine glücklich« Regierung des Königs Georg zu übermitteln.