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17. Ma»

Kunst eine weite Stätte lebensvoller Seron tnrna. Dpiel vnd Sport, eine'Hekmat fänden. ^n dieser schönen F?4halle mit ihrem weiten sie umgebenden Gelände halten wir die Grund­lage und den Boden, wo unsere Bestrebungen zu reifen ver­mochten. Unb die lockende Zauberkraft Frankfurts wirkte auch diesmal Wunder des Erfolgs. Sie werden bald mit eigenen Singen sehen, was die zielbewußten, sportfreundlichen Bürger Frankfurts geleistet haben. Sie werden die Errungen­schaften der Industrie auf diesem Sondergebieta bestaunen müssen. Sie werden sich freuen an den Einrichtungen, die durch Spiel und Sport körperstählend und gemüterfrischend wirken sollen. Sie werden in unsererArena" eine Wieder- <3 geburt hellenischen Geistes ahnen, und mit Befriedigung werden Sie Kunst und Wissenschaft, soweit sie das Gebiet unseres Ausstellungszweckes berühren, in vielen Verzweigungen und Schaustellungen hier vertreten finden. Wenn wir unS so mit bescheidenem Stolze unseres Werkes freuen, müssen wir aufrichtigen Herzens tiefen Dank allen denen zollen,, die den s Erfolg mitgeschaffen haben, deren Gunst, deren unschätzbare Arbeit, deren materielle Unterstützung den Sieg unserer Be- ; strebungen verbürgten. Nur mit vereinten Kräften ließ sich dieses Werk schaffen, und alle, die dabei geholfen haben, werden ihre Befriedigung, ihre Genugtuung und den besten b Ausdruck unseres Dankes und unserer Anerkennung in dem Erfolge erblicken, der als ein leuchtender Sieg der Arbeit, des Gemeinsinns und der Vaterlandsliebe, als die Frucht der idealsten Bestrebungen zur Pflege von Spiel und Sport, zur Hebung nationaler Kraft und internationaler Freundschaft hetrachtet werden muß und gefeiert werden kann.

Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis l

Möge, nachdem die Arbeit geleistet ist, der Segen, der von oben kommt, nicht fehlen! Wir haben das Unserige getan, mögen ein gnädiger Wettergott und ein gütiges Geschick daS Ihrige tun. Lassen Sie uns dem Landmanne gleichen, der im Schweiße seines Angesichts und in treuer Pflichterfüllung seine Saat dem Schoße der Erde anvertraut hat und hofft, daß sie keimen und Früchte zeitigen möge zu seinem Segen und zum Segen für die Welt. DaS walte Gott! Wenn in Rom zu Zeiten des glorreichen Imperator AugustuS bie kriegs- und sturmbewährten Helden zu Kampf und Waffen­spiel die Arena betraten, wo ihnen Lorbeer oder Untergang, Sieg oder Tod winkte, da stürzten sie sich so erzählt der Geschichtsschreiber in den lauernden oder wogenden Kampf mit dem einigenden, belebenden und begeisternden Ruf:Es lebe der Kaiser!" So wollen auch wir, bevor wir den ersten Schritt in die Arena setzen, in der auch wir Lorbeer und Sieg erringen wollen, als Symbol unserer Bestrebungen, als Zeichen unserer Treue, die übers Grab hinausreicht, als erste Handlung in unserer Ausstellung den auch uns alle einigenden, belebenden und begeisternden Ruf erschallen lassen: Seine Majestät, unser allergnädigster Kaiser und Herr, hurra!"

Nach dieser Ansprache, die begeistert ausgenommen wurde, brachte Bürgermeister Geheimrat Grimm ein Hoch auf den Protektor der Ausstellung mit folgenden Worten aus:Der Kronprinz hat die Gnade gehabt, das Protektorat dieser Internationalen Ausstellung für Sport und Spiel zu über­nehmen. Ich bitte Sie, unserem innigsten Gefühl des ^Dankes, unserem Gefühl treuer Verehrung Ausdruck zu neben. in dem zweiten Rufe: Der Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen, Kronprinz Wilhelm, er lebe hoch!" Dann erklärte Regierungspräsident Dr. v. M e i st e r, Wiesbaden, im Auftrage des Kronprinzen die Ausstellung für eröffnet, worauf ein Rundgang durch dieselbe erfolgte.

Im Anschluß daran fand im Weinrestaurant der Aus­stellung eine Frühstückstafel statt, an der gleichfalls die Ehren­gäste und die Vertreter der Behörden teilnahmen. Hier be- grüßle Herr v. G r u n e I i u s für das Ehrenpräsidium die Gäste unb dankte den Behörden, sämtlichen Ausschüssen, den Garantiezeichnern, den Stiftern der Preise und besonders dem ersten Vorsitzenden General v. Bissing, für ihre Mitarbeit und Unterstützung. Er schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf unsere Vaterstadt Frankfurt.

Bürgermeister Grimm dankte im Namen der Ausschüsse für die liebenswürdigen Worte. Er erinnerte daran, daß es zwei Jahre her sei, seitdem die Festhalle am Hohen- zollernplatz ihr stolzes Haupt erhebt. Die fünfte große Ver­anstaltung ist es, die heute eröffnet worden ist und so wie die Stadt Frankfurt mit Stolz auf die vier vergangenen Veranstaltungen zurückblicken könne, so möge auch dieIsa" von reichem Erfolg gekrönt sein.

Zum Schluß sprach Generalkonsul Richard im Namen der Gäste der Ausstellung die besten Wünsche aus.

Frankfurt a. M., 15. Mai. Der heutige erste Pfingst­feiertag bildete für die Ausstellung eine gute Eröffnung. Zwar ging gegen mittag über unsere Stadt ein sehr schweres Gewitter mit strömendem Regen nieder. Aber die alsbald wieder durchbrechende Pfingstsonne trocknete bald daS gut vom Staub gereinigte Ausstellungsgelände und das herrlichste warme Frühlingswetter lockte tausende zum Besuch der Aus­stellung. Das Hauptinteresse galt natürlich der Arena, in welcher heute nachmittag die großen dreitägigen Radrennen ihren Slnfang nahmen. Sämtliche Plätze der Arena waren aus verkauft. Die Rennen nahmen einen glänzenden Ver­lauf. Nachstehend die Resultate:

Eröffnungsprämienfahren. 5000Mtr. I.Schür- mann-Münster i. W., 6:20'/. Sek., 2. Schwab-Berlin, 3. Viereck-Berlin. Drei Rundprämien erhielt Lorenz-Berlin: fünf Rundprämien Niederau-Aachen.

Eröffnungsfahren für Amateure. Neumer- Dresden, 1 Min. 32'/» Sek.; zweiter Möser-Speyer, dritter Martens-Aachen; vierter Merzog-Leipzig.

Zweisitzer-Hauptfach ren. Erster Schwab-Berlin und Schürmann-Münster i. W., Zweiter Münzner-Berlin und Natzmer-Berlin, dritter Christiansen-Kopenhagen und Utten- thal-Kopenhagen.

Großer Taunus-Preis. Dauer - Rennen mit Motorführung über 50 Km. 3 Preise Mk. 800, 600, 400. Erster Przyrembel-Berlin 37 Min. 54'/» Sek., zweiter Schulze- Zehlendorf, dritter Frank Galvin-Newyork, vierter Francois Huybrechts-Antwerpen in der 75. Runde wegen Motordefektes ^ißegeben, nachdem er Przyrembel drei Mal, Schulze und Galvin sechsmal überrundet waren.

Auch bi, AuSÜellunü in der Halle erfreute sich eines leb-

haften JrttensffsL. Auf S-â ^stplatze entwickelte sich Namertt- lich nach Schluß ÄM Radrennen LV zuM späten Abend ein lebhaftes Treiben.

Frimkfltrt a. M., 15. Mai. Vor kurzer Zeit er­hielten hier reiche Frauen Briefe, in denen ihnen Ermordung angedroht wurde, falls sie nicht eine bestimmte Summe Gel­des postlagernd Hoyerswerda schicken würden. Aehnliche Briefe wurden an Frauen in anderen Stadien gerichtet. Der Briefschreiber ist nun in Hoyerswerda verhaftet worden, als er sich auf der Post zur Abholung der Gelder einstellte. Es scheint, daß der jugendliche Erpresser, ein 18 Jahre alter Hafenmachergehilfe, nicht ganj normal ist. Er verlangte in den Briefen jedesmal die Kleinigkeit von 2 Millionen Mark und gab bei seiner Vernehmung an, daß er mit dem Geld eine Fabrik zum Bau von Maschinen, die er selbst erfunden habe, gründen wollte.

Wiesbaden, 13. Mai. Die heutige Stadtverordneten- sitzung stand ganz unter dem Zeichen des Konfliktes, der zwischen dem Oberbürgermeister und der Bürgerschaft bezw. zahlreichen Stadtverordneten zufolge der Magistratserklärung in der letzten Sitzung ausgebrochen ist. Bekanntlich hat die Auslassung.des Oberbürgermeisters viel böses Blut verur­sacht. Die Vorstände von sechzehn Vereinen sind zusammen­getreten, um Einspruch zu erheben gegen die Bevormundung der Bürger durch den Magistrat, die sie in der Erklärung deS Oberbürgermeisters gefunden haben. Heute nahm Ober­bürgermeister Dr. von Jbell zu Eingang der Versammlung das Wort, um in einem Kommentar seine damaligen Aus­führungen abschwächend zu erläutern und sich vor allen Dingen gegen die Auffassung zu wenden, als habe er der Bürgerschaft die Beschäftigung mit kummunalen Angelegen­heiten verwehren wollen. Namens zahlreicher Stadtverord­neter und eines Teiles jener Vereine, die die vielbesprochene Versammlung einberufen hatten, gab Stadtverordneter Kalk­brenner eine Erklärung ab, welche die Ausführungen des Oberbürgermeisters energisch zurückweist und in der bedauert wird, daß der Magistrat auf Grund einseitiger und parteiisch gefärbter Informationen durch Kundgebungen das Interesse an den wichtigen Aufgaben der Kommune herabmindere. Darauf sprach noch einmal Oberbürgermeister Jbell, der fich gegen den letztgenannten Vorwurf verwahrte, worauf in die Beratung der Tagesordnung eingetreten wurde.

Bischofsheim bei Mainz, 13. Mai. Im Gustavs- burger Kupferwerk wurde der 30jährige Fabrikarbeiter Ha­mann von einem aus dem Walzwerk kommenden glühenden Draht erfaßt und 30 Meter mit fortgeriffen. Dabei zog er sich schwere Brandwunden zu und verletzte sich am rechte» Bein derart, daß der Fuß amputiert werden mußte.

Bobenhansen, 14. Mai. Hier starb der in weitesten Kreisen bekannte frühere Gemeinderechner Weitzel. Man schätzt sein hinterlassenes Vermögen auf etwa 160 000 Mark. Ein Testament fand sich nicht vor. Nur der Kriegerverein ging nicht leer aus. Weitzel hatte zu Lebzeiten verfügt, daß an seinem Beerdigungstage der genannte Verein auf Kosten von W.'s Hinterlassenschaft einenLeichenschmaus" haben sollte. Diesem Wunsche wurde in vollem Maße nachgekommen.

-i*. Marburg, 16. Mai. Im Vordergrund der Be­trachtungen steht jetzt hier wieder das seit Jahren bestehende Projekt, an Stelle der Pferdebahn eine elektrische Straßen­bahn, die Nord und Süd der Stadt mit einander ver­binden soll, treten zu lassen. Die Kommission, welche die Vorarbeiten führt, hat eine Berech­nung aufgestellt, nach welcher die durch eine Anleihe aufzu- bringenben Kosten der Anlage rund 300 000 Mk. betragen. Es wird mit einer Einnahme von 59 400 Mk. und einer Ausgabe von 55 230 Mk. gerechnet. In aller Kürze soll eine Vorlage den städtischen Körperschaften zugehen.

Nordhausen (Prov. Sachsen), 14. Mai. In der Nachbarstadt Ilfeld ist eine Typhusepidemie ausgebrochen. Amtlich wird bekannt gegeben, daß bis jetzt 36 Erkrankungen und 1 Todesfall zur Anzeige gekommen sind. Die An­steckung wird auf einen am Typhus erfragten Schweizer zurückgeführt, der die Krankheit auf die Milch über­tragen hat.

C . Offenbach, 17. Mai. Eine konfessionelle Streitfrage wird in der nächsten Stadtverordnetensitzung zur Verhand­lung kommen. Der evangelische Kirchenvorstand des Stadt­teils Bürgels hat an die Bürgermeisterei eine Eingabe gerichtet, worin er verlangt, daß entsprechend einem früheren Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, der Charfreitag auch für Bürgel als gesetzlicher Feiertag gelten solle. Der Beschluß wurde vom Kreisamte dem Ministerium zur Annahme emp­fohlen, von diesem aber abgelehnt. Da nun vom Ministerium angeführt wurde, daß auch dann der Fronleichnamstag als gesetzlicher Feiertag für ganz Offenbach zu gelten habe, hat der ev. Kirchenvorstand in der Eingabe im Hinblick auf den Sinn und Zweck dieses katholischen Feiertags gegen diese Ansicht protestiert. An den beiden Pfingstfeiertagcn wur­den auf der Lokalbahn 2500 und auf der Trambahn 25 324 Fahrkarten verkauft.

Deutsche Lehrerversammlung.

Stratzburg i. Els., 15. Mai. Der Deutsche Lehrer­verein veranstaltete seine dreijährige Versammlung zürn ersten Male in den Reichsländern. Straßburg hat sich dazu festlich geschmückt. Die Tageszeitungen widmeten schon seit Tagen den Gästen lange Artikel und die Elsaß-lothringische Lehrerschaft hat sich bemüht ihren Gästen aus Altdeutschland das Fest würdig zu gestalten und vorzubereiten. Feste An­meldungen sind etwa 3700 eingelaufen, doch darf man nach den Erfahrungen der letzten Jahre auf immerhin noch 1000 Nachzügler rechnen.

Strotzburg i. Els., 15. Mai. Heute vormittag 11 Uhr wurde die mit der Deutschen Lehrerversammlung verbundene Schulausstsllung in Gegenwart des ersten Ehrenvorsitzenden Bürgermeister Dr. Schwanker, des Rektors der Universität Dr. Thiele, Geh. Rat Renaud, Vertreter der Schulaufsichts- behörde und des Stadtrates usw. durch eine kurze Ansprache des Vorsitzenden des Ausstellungsausschusses Jeanperrin er­öffnet. In der Ansprache wies der Redner auf die Ein­teilung der Ausstellung hin. Für die erste Abteilung Grundstock empfehlenswerter Lehrmittel ist bie Idee von

dem Beirat für Ausstellungen bei Lehreroersmm I urigen a«> gegartgerr uftb dies als ein Erfolg jahrelanger Arbeit gelten. Die 2. Abteilung gibt uns eine Geschichte des Elsaß-Lsth- ringrschen Schulwesens seit etwa der Mitte des vorigen Jahr­hunderts an der Hand eines überaus reichen Materials Diese Abteilung soll den Grundstock für eine ständige Schul­ausstellung bilden, die dem Landesschulmuseum angegliedert werden soll. Die 3. Abteilung ist eine zahnhygienische Aus­stellung und fußt auf der Straßburger Schulzahnklinik, der ersten in Deutschland eröffneten Schulzahnklinik, dem Muster aller seither begründeten derartigen Schulanstalten. Neben Instrumenten und technischen Verbesserungen der zahnärzt­lichen Behandlung weist die Abteilung ein reiches statistisches Material auf, über die bisherigen Erfolge des Straßburger Instituts in der Einzelarbeit wie in der für die Idee daß nämlich bie Errichtung städtischer Schulzahnkliniken eine volkshygienische Forderung unserer Zeit und zugleich ein wesentliches Hilfsmittel zur Verhütung und Bekämpfung der Infektionskrankheiten und besonders der Tuberkulose sei. Diese Leitsätze die zum ersten Male von Profeffor Dr. Jessen, dem Leiter der Klinik und Gründer der Straßburger Anstalt, auf dem ersten Internationalen Schulhygienischen Kongreß 1904 in Würzburg aufgestellt wurden, führten zur Gründung der Internationalen Kommission für Mundhygiene, deren Protektor König Gustav V. von Schweden ist, und die, wie seinerzeit berichtet, zu Ostern von der Föderation Inter- nationale Dentaire in Paris, als erweitere Hygienisch« Mission übernommen wurde.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Sanan, 17. Mai.

* Pfingsten. Vorübergerauscht sind die Pfingstfeiertage unb mit ihnen die festreiche Zeit deS Kirchenjahres. Am Samstag abend verkündete feierliches Geläute von den Türmen unserer Stadt den Anbruch dieses herrlichen Festes deS Früh­lings mit seiner eigenen und allen Menschen verständlichen Sprache der Natur. Fast schien es, daß die auf trockenes und heiteres Wetter lautenden Prognosen der Wetterwarte wieder zuWasser" werden sollten, denn trüb« und un­freundlich brach der erste Feiertag an. Als gegen Mittag gar ein heftiges Gewitter mit starkem Regen einsetzt«, begann man sich bereits mit der Tatsache abzufinden, einen großen Teil der Feiertage statt in der im jungen Maiengrün prangenden Natur, daheim verleben zu müsM und manch wehmütiger Blick blieb an den bereitliegenden hellen Fest­kleidern hasten. Doch nachdem sich das Unwetter ausgetobt, strahlte bie Sonne ununterbrochen heiter vom Himmel-zelt und die vom Regen erfrischt« Natur lockte zu Ausflügen auf den staubfreien Wegen in die maischöne Umgebung. UeberaU konnte man denn auch frohe Menschen nach Erledigung der kirchlichen Pflichten im Freien schauen, besonders nach den prächtigen Anlagen unseres herrlich gelegenen Wilhelmsbad pilgerten Hunderte von Ausflügler», um sich hier unter schattenspendenden Bäumen bei ben Weisen der konzertieren­den Ulanenkapelle zu vergnügen. Aber auch die Waldlokale des Forst- unb Neuwirtshauses unb die gern aufgesuchten Dörfer und Aussichtspunkte unserer näheren Umgebung wurden stark frequentiert. Da es abends noch angenehm warm war, herrschte auch in den Restaurationsgärten der Stadt reges Leben. Heute früh setzte dann das werktätige Leben da wieder ein, wo es am Samstag stehen geblieben war.

* Beisetzung. Heute früh 10 Uhr fand in Hof Trages, Kreis Gelnhausen, die Beisetzung des am 10. Mai in Münster i. W. verstorbenen Dr. jur. Leo v. T a v i g n y , Königl. Preuß.- (geheimer Regierungsrat und o. ö. Professor ber Rechte und Mitglied des HerrnhauseS, in bet dortigen Fa­miliengruft statt. Der Kaiser sandte an den Bruder des Verstorbenen, den Landrat v. Savigny in Büren, folgendes Beileidstelegramm:Ihre Meldung von dem Hinscheiden Ihres vortrefflichen Bruders hat mich mit herzlicher Teilnahme erfüllt und spreche ich Ihnen und der Witwe des Verewigten mein wärmstes Beileid aus. Der hervorragenden Verdienste des ausgezeichneten Rechtslehrers und Forschers, besonders auch um die rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät der Uni­versität Münster werde ich stets dankbar gedenken. Wil­helm R.

* Die Anmeldung der Konfirmanden wird von den drei Geistlichen der Johanneskirche am Donnerstag und Freitag den 19. und 20. Mai, vormittags von 101 Uhr unb nachmittags von 36 Uhr, entgegengenommen.

* Genehmigt. Der Herr Oberpräsident ber Provinz Hessen-Nassau hat genehmigt, daß der Festausschuß der für den 21. August b. I. geplanten Erinnerungßfrier der Teil­nehmer an dem Feldzuge 1870/71 innerhalb des Regierungs­bezirks Cassel eine einmalige Sammlung freiwilliger Beiträge bei denjenigen Teilnehmern des Feldzuges 1870/71 veran­staltet, welche ihre Beteiligung an der Erinnerungsfeier zu­sagen. Die vom Festausschuß beauftragten Sammler müssen eine polizeiliche Legitimation bei sich führen.

* Penfionät-Versammlung. Die am 12. d. Mts. stattgefundene, von den Mitgliedern sehr schwach besuchte Pensionärversammlung hatte einleitend Vereinsangelegenheiten zu erledigen. Mit Recht wurde der in letzter Zeit schwache Besuch der Vereinigung bemängelt, mit der Begründung, daß es nicht deutschen Männern entspricht, mutlos eine auf der Basis eines berechtigten Wunsches stehende Arbeit, ohne deren sofortige Lösung, einzustellen, selbst im hohen Alter nicht. Bedauerlich sei es schon, daß sich diesem berechtigte» Existenzkampf der weitaus größte Teil der Pensionäre fern­halte, wo doch jeder Einzelne, wenn er noch dazu vermögens­los ist, von Herzen einer Aufbesserung entgegensieht. Unsere berechtigten Wünsche sind bekannt und anerkannt. Auch bie König!. Staatsrcgieruug verhält sich nicht ablehnend; hat doch selbst der Herr Finanzminister, einen gangbaren Weg findend, unserer Sache wohlwollend« Prüfung zugesagt. Ist eS doch nicht selten,. daß durch die neue Gehalts- bezw. Pensionärordnung für Alt- unb Neupensionäre im gleichen Range einen Unterschied von 1000 Mk. unb darüber sich ergibt. Es ist ja bedauerlich, und wurde einer Zurücksetzung