Erster Blatt.
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General-Anzeiger
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Die ptafeefoaÄB* PetttMl« »der d«« Reu* W Pf»
Wtoüovldn»^ USD Beleg ee Buchdrucker« Hi oerei», M Baiieibautel tu Hana».
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
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Nl. 109 Fernsprechanschlith Nr. 605*
II Ae leMeNnmer msâ! Min l>.Mnh«ltNttM 14 Seiten.
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Amtliches.
Handelsregister.
1. Offene Handelsgesellschaft in Firma:
„H. Zwernemann"
mit dem Sitze in Hanau.
Der Goldwarenfabrikant Heinrich Zwernemann senior ist ausgeschieden. Der Fabrikant Hans Zwerne- * '»ann in Hanau ist in die Gesellschaft als persönlich haften« der Gesellschafter eingetreten.
Die dem Kaufmann Iakob Breidert in Hanau er* ! teilte Prokura bleibt bestehen.
2. Offene Handelsgesellschaft in Firma:
„Ochs & Bonn."
v Der Kaufmann Georg Ochs in Hanau ist auS der Gesellschaft ausgeschieden. Der Kaufmann Karl Koch in Hanau in die Gesellschaft als persönlich haftender Gesell- schafter eingetreten.
Das Handelsgeschäft wird unter der bisherigen Firma von Karl Koch und dem bisherigen Gesellschafter Otto Bonn mit dem Sitze in Hanau als offene Handelsgesellschaft seit dem 16. April 1910 weiter betrieben.
3. Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Firma: „W. C. Heraeus, Gesellschaft mit beschränkter Haftung" in Hanau.
Die Bekanntmachung vom 11. Oktober 1909 und 26. Januar 1910 werden, wie folgt, ergänzt!
Die Geiellschaftsverträge vom 18. September, 7. und 8. Oktober 1909 und 17. Januar 1910 sind durch Beschluß vom 28. April 1910 dahin erläutert, berichtigt und ergänzt worden, daß als Gegenstand des Unternehmens bezeichnet ist: Der Betrieb einer Platinschmtlze und chemischen Fabrik. Die Fabrikation von Quarzglas, elektrischen und sonstigen Apparaten, sowie anderer Gegenstände.
Der Betrieb von Handelsgeschäften feder Art.
Der Fortbetrieb und die Fortführung des zu Hanau b unter der Firma: „W. «. Heraeus" in Hanau bestehenden, den Herren Dr. Wilhelm HeraeuS und Heinrich Heraeus in Hanau gehörigen, von ihnen in offener Handelsgesellschaft betriebenen Fabrikation«- und Handelsgeschäftes mit Ausnahme der den genannten Herren Heraeus gehörigen „Heraeusschen Einhorn- Apotheke" in Hanau. Die Gesellschaft ist befugt, gleichartige oder ähnliche Unternehmungen zu betreiben auch sich an solchen zu beteiligen.
' *' ' .................
Kachschiilsklige» mit Ntiigefliiltiiilg der Kgl. Zeichen- afâbemte zu Ham.
DereitS gestern berichteten wir kurz über den Vortrag deS Direktor« unserer Zeichenakademie, Prof. Leven, über obiges Thema. Die Ausführungen deS Redners erschienen von solcher Bedeutung, daß wir heute in einer ausführlichen Besprechung darauf zurückkommen. Diesen lag, da der Vor- trag frei gehalten wurde, kein Manuskript zu Grunde, sodaß hier nur der ungefähre Gedankengang wiedergegeben werden kann.
Nach einigen Dankesworten für daS so zahlreiche Erscheinen beginnt der Redner mit einer Begründung der Einladung. Schon bei den Verhandlungen über die Uebernahme der Leitung der Anstalt mit dem Handelsministerium, habe der Minister ihn wissen lassen, daß er mit außerordentlichem Interesse die Entwicklung der Hanauer Industrie und der eng mit ihr verbundenen Kgl. Zeichenakademie verfolge. Er habe sogar einen baldig-n Besuch Hanaus in Aussicht gestellt, sei aber leider durch seinen Amtswechsel i davon abgebracht worden. Einem gesteigerten Interesse sei l Redner alsdann besonders bei den beidenDezernentenfür dieKgl. Preuß. Fachschulen, Geheimrat Dönhoff und Geheimrat Muthesius, begegnet. Auf ihren Rat habe er sich l langsam auf möglichst breiter Grundlage mit den besonderen Hanauer Verhältnissen vertraut gemacht. Das Ergebnis i dieses Einlebens in diese sei bereits nach einem halben Jahre die sichere Erkenntnis gewesen, daß keine andere Stadt wie Hanau ein gleich gutes Schülermaterial aufzuweisen habe. Vom Vater vererbten sich seit langem Lust und Befähigung für den edlen Beruf der Ede!metallkunst. Wie in Japan sei durch die stetige Entwicklung dieser Vererbung ein außergewöhnlich begabtes Geschlecht für dieses feinste aller Hand- werke erwachsen, dessen Leistungen aus bieiem Grunde allen anderen den Vorrang in handwerklicher Vollendung streitig
Donnerstag den 12. Mai
Die Gesellschafter, Fabrikanten Heinrich HeraeuS und Dr. Wilhelm Heraeus, beide in Hanau, bringen in die Gesellschaft ein ihren Anteil an dem bisher von ihnen betriebenen Geschäft der offenen Handelsgesellschaft in Firma: „W. C. Heraeus" in Hanau. Zu diesem Geschäft gehört nicht die den beiden Herren vr. WilhelmHeraeus und HeinrichHeraeus gehörige Heraeussche Einhorn-Apotheke in Hanau. Diese Apotheke ist seither von dem unter der Firma W. C. HeraeuS betriebenen Geschäfte vollständig getrennt betrieben worden; weder Aktiva noch Passiva der Apotheke sind in den Bilanzen der Firma und insbesondere in der Bilanz per 31. Dezember 1908 enthalten.
Eintrag deS Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1. und 2. vom 3. Mai 1910 und zu 3. vom 4. Mai 1910. 11205
Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 neue blauleinene Hose.
Verloren: 2 Krankenkaffenbücher (das eine für Karl Weider da« andere für Gretel Schmidt).
Zugelaufen: 1 weißer Spitz.
Hanau den 12. Mai 1910.
PolitiTcbe RundTcbaa.
Das Reichskolantalamt nnd der südwestafrikanische Landesrat. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Nach einer überseeischen Korrespondenz hat der Landesrat in in Windhuk mit einer Resolution geschloffen, worin er erklärte, außerstande zu sein, der Politik de« ReickS- kolonialamt« mit Zuversicht zu folgen, weil Staatssekretär Dernburg eS abgelehnt habe, bezüglich deS Vertrages mit der Kolonialgesellschaft den Landesrat anzuhören. Hierzu führt die „Norddeutsche Allgem. Ztg." auS: „Die Begutachtung von Verträgen der Zentralverwaltung gehört nicht zu den Funktionen des LandeSrats. Die Notwendigkeit der unter dem Namen „Sperre" bekannten Maßnahme ist sowohl im Schutzgebiet als auch in der Heimat allseitig anerkannt. Der jetzt bestehende Streit gipfelt in der Frage, ob jene Sperre zu Gunsten der deutschen Kolonialgesellichaft hätte ausgesprochen werden dürfen, oder ob die Möglichkeit bestand, sie für den Fiskus des südivestafrikanischen Schutzgebietes vorzunehmen. Diese Frage ist eine reine Rechtsfrage. Sie kann weder auS opportunistischen, lokalpolitischen noch auS fiskalischen Gesichtspunkten entschieden werden. Da die Entscheidung von Rechtsfragen nirgends zur Kompetenz von Körperschaften der Selbstverwaltung gehört, gehört sie auch nicht vor das Forum deS Landesrates. Derartige Fragen sind im Streitfälle vor die Gerichte zu bringen. Die KolonialverwaUung bat ein Gutachten des Reichsjustizamts machen könnten. Auf die delondereFörderung dieser handfertigen Tüchtigkeit habe er deshalb sein besondere« Augenmerk gerichtet und nach dem Verlauf eines Jahre« auch den Lehrplan in dem Sinne geändert, daß die Ausbildung der Schüler in einem systematisch aufgebauten Entwicklungsgänge sich vollzöge. Unerläßlich habe es ihm geschienen, den Schüler vor dem Eintritt in die Fachklaffen noch durch eine Vor- und eine Mittelklasse gehen zu lassen. In diesen sollten die allgemeinen Fähigkeiten im Zeichnen und in einem Unterricht in der Entwicklung der Stilformen ausgebildet werden, bevor dann der reifere Schüler in die Sonderausbildung seines Fachs einträte. Ueber der ganzen Entwicklung schwebe da« Jdeal einer Fachschulausbildung, die die handwerkliche Tüchtigkeit zur Vollendung führe. AuS dieser Vollendung würde die Kunst dann von selbst geboren werden. Daß dieser bereits angestrebte Weg zum richtigen Ziele führe, habe der Erfolg auf der Düsseldorfer Fachschulaus- st e l l u n g bewiesen. Auf ihr hätten 16 preußische Kunst- gewerbeschulen ausgestellt. Leider hätte das allgemeine Ergebnis zu der Erkenntnis aller Fachleute geführt, daß die Mehrzahl dieser Anstalten von einem falschen Prinzipe geleitet sei. Anstatt handwerklich vollendete Arbeiter mit einer durch diese Erziehung bedingten Kunst heranzubilden, suchten diese Kunstakademien im Kleinen tu sein, deren Schüler aber zum größten Teil über einen künstlerischen Dilettantismus nicht hinauskämen und so mit einer falschen Anschauung ihres Könnens und einer mangelhaften Vorbildung in die Praxis hinausgingen. Nur die drei Schulen von Höhr, Solingen und Hanau hätten in ihren Leistungen ein Prinzip verrate««, dessen Gesundheit von allen Fachleuten und besonders von den Behörde«« rückhaltlos anerkannt worden wäre. Denn die ansgestellten Gegenstände hätten gezeigt, daß die Schüler nicht nur theoretisch ihr Handwerk beherrschten, sondern auch mit der rein handgeinäßen Herstellung vertraut seien. Es seien Arbeiten gewesen, die dem besonderen Charakter der aeoaravbischen Lage der Schule
Fernsprechanschlntz Nr. 605» 1910
eingeholt, welches dahin ging, daß nach Lage der zur Prüfung stehenden Rechtverhältnisse zugunsten deS FiskuS des südwestafrikanischen Schutzgebiete- eine Sperre nicht zulässig wäre. Diese Sachlage nötigte die Kolonialverwaltung, den Weg des Vertrages zu beschreiten. Es erhebt sich schließlich bi< Frage, ob dem Schutzgebiete durch die Resolution des Lande«» rat« gedient ist. Eine solche Resolution gehört zweifellos nicht zu seiner Kompetenz; auch läßt sie die unentbehrlich« Objektivität vermissen. Der Landesrat ist ein beratende« Organ der Verwaltung. Setzt er sich durch eine solche Resolution in offenen Gegensatz zur Verwaltung, so wird er schwerlich verlangen können, daß die Verwaltung ihm mit Vertrauen entgegenkommt."
Der Berufsgenoisenschaftstag nahm am Mittwoch einstimmig eine Resolution an, in welcher entschieden der Aufnahme irgendwelcher die Beziehungen der Aerzte zur Unfallversicherung regelnder Bestimmungen in der Reich-ver- stcherungSordnung widersprochen und betont wird, daß di« vom Aerztetaq vorgeschlagene Fassung deS § 577 der Reichs- verstcherung-ordnung zu unhaltbaren, daS Heilverfahren schwersten« gefährdenden, im Interesse der Versicherten zv beklagenden Zuständen führen würde.
Die Wahlen in Spanien. Nach den letzten Statistiken sind oewählt: 225 Liberale, 98 Konservative, 48 Republikaner, 8 Karlisten, 8 Katalanisten, 2 Unabhängige 2 Jntegristen und 2 Sozialisten. Da« definitive Resultat dürfte nicht vor heute bekannt werden. Im Campo bt Euella kam e« zu einer Schlägerei, wobei eS einen Toten und 13 Verletzte gab. In Caroline gab eS einen Toten und in Adiz (Provinz Navarra) 11 Verwundete. Die Frauen haben im allgemeinen auf die Wahlen einen großen Einstuß ansgeübt. In zahlreichen Gruppen zogen sie durch die Straßen und schleppten die Wähler zu ben Wahllokalen.
Unruhen. Nach Meldungen aus Peking sind in 8)uenschau ilnruhen au-gebrochen. DaS Gebäude derChina- Jnlandmission wurde zerstört. Einzelheiten fehlen, da die Telegraphendrâhtr zerschnitten sind. — Hierzu bemerkt bai Reutersche Bureau, daß die China-Jnlandmisfion aus Schanghai ein Telegramm erhalten hat, daß sich der Ausbruch bei Unruhen bestätigt. Die Misstonsstation Duenschau steht unter Leitung der württembergischen Liebenzeller Mission und wird von Herrn und Frau Heinrich Witt, Frau Witte, Fräulein Trojahn und Fräulein Leppin verwaltet.
Roosevelt als Gast deS Kaiser-.
Döberitz, 11. Mai. Anläßlich der Anwesenheit Roosevelt- wurde heute vormittag eine große Truppenübung ab» gehalten. Die Anmärsche der Parteien, denen beiden Truppen aller drei Waffengattungen zugeteilt waren, begannen schon um 8 Uhr. Das Gefecht wurde mit einem langen Artillerie- kampf eröffnet, worauf sich die Infanterie und die Kaoalleru S-- .'■ ■„____ . . ___LLL_____ 'ij _-W—-——-————————»
und der an sie gebundenen Sonderindustrie weitgehend Rechnung getragen hätte««: Höhr der heimischen Keramik, Solingen seiner Stahlindustrie, Hanau seiner Edelmetallindustrie Dieser Erfolg habe die Leitung der Zeichenakademie dari» bestärkt, auf dem eingeschlagenen Wege weiterzugehen, immer mehr diese zu einer reinen Fachschule auszubilden Diese Fachschule wolle in engster Fühlung mit dem heimatlichen Gewerbe sieben und möglichst für alle Schüler ein« gewisse Lehrzeit obligatorisch machen. Dadurch hoffe sie, ein« kräftige Stütze der heimischen Kunst zu werden, eine Lehrmeisterin, die ihre Schüler in ihrem Formengefühl veredel« und ihnen eine gesunde, für da- spätere Leben und seine Kämpfe bewährte Ausbildung gewähre. Eine solche Erziehung sei jedoch schlechterdings unmöglich, wenn nicht in der Anstalt alle Errungenschaften de- Gewerbe- vereinigt seien. Si« müsse in jeder Hinsicht, zumal in ihrer technischen Aus. rüstung, eine Musteranstalt sein, ja vielmehr eine Muster f a b r i k. Gewiß sei eS etwas sehr Edles und Gesunde-, um die reine Handarbeit, zumal in dem künstlerisch hoch- stehenden Goldschmiedegewerbe. Lange Zeit, ja noch heute, sei diese der größte Stolz und Ruhm Hanaus. Aber dieser Idealismus beginne schädlich zu werden, wenn man sich dauernd gegen die technischen Erbeichterungm der Maschin« und besonders gegen die Forderungen de- Großhandels verschlösse. Es sei kein gute-Zeichen für die heimische Leistungsfähigkeit, wenn ein Großbetrieb für D/a Millionen War« aus der Fremde bezöge. Besonders die Silberschmiedekunst habe durch die technische Vervollkommnung zurzeit im Guß, im Drücken und Stanzen so mannigfaltige Hilfskräfte be- kommen, daß es unmöglich sei, mit diesen mit der reinen Handarbeit in Wettbewerb bleiben zu wollen. Die maschinell« Allsbildung sei einfach nicht mehr zu umgehen, womit keineswegs der Untergang der rein handwerklichen Kunst Hand in Hand ginge. In allen Zeiten werde der kultivierte Geschmack diese über die reine Maschinenform stellen. Für diese unabwendbare Entwicklung der technischen DurchdrinLuuL all«