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KAtlilhes Organ für Lladt- nn) Landkreis Kenan
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nl. 108 ^«rnsprech.Nlchlxb Rr. 605.
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14 Seiten.
Amtliches.
Der Gewerbeinspektor Dr, Bender-Westend hat ans dem Gesetze, betreffend Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben, vom 30. März 1903 (R.-G.-Bl. S. 118) die wichtigsten Bestimmungen zusammengefaßt und sind diese in Kartenform bei Karl Heymanns Formularmagazin, Berlin W. 8, Mauer- straße 43/44, erschienen. Die Preise betragen für 25 Stück 75 Pfg., für 100 2 Mark, für 500 8.50 Mark, für 1000 15 Mark.
Die Karten eignen sich zur Verteilung an die Arbeitgeber, die Eltern, sowie Schulen und dienen zur Erleichterung bei der Durchführung des KinderschutzgesetzeS. (A II 3105.)
Cassel am 29. April 1910.
Der Regierungspräsident.
V 2919 I. V.: v. Rieß.
Stadt- und Landkreis Ran au.
Des Königs Majestät haben durch Allerhöchsten Erlaß vom 19. April d. Js. dem Vorstande des Verbandes deutscher Beamtenvereine zu Berlin die Erlaubnis zu erteilen geruht, im Jahre 1910 eine Geldlotterie mit einem Spiel- kapital von 100 000 Mk. zur Schaffung einer Heimstätte für notleidende Hinterbliebene von Reichs-, Staats- und Kommunalbeamten sowie sonstiger mildtätiger Einrichtungen zu veranstalten und die Lose in allen Beamtenkreisen zu verteilen.
Die Ziehung der Lotterie soll mit Genehmigung der Herren Minister des Innern und der Finanzen am 2. November d. Js. staufinden. (A II Nr. 3941.)
Cassel den 3 Mai 1910.
Der Negierungs-Präsident.
J. V.: v. Rieß.
Die Ortspolizeibehörden und Gendarmerie des Kreises ersuche ich, betritt Sorge zu tragen, daß dem Vertrieb der Lose in Beamtenkreisen keine Hindernisse bereitet werden.
Hanan den 10. Mai 1910.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor. V 2875 Frhr. Laur.
Candkreis Ranau.
Her für Langenselbold auf den 18. und 20.
Mai d. Js anberanmte Impftermin wird weaen
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Sui BcrblMkß der Kmßfreiiiidt in de» Linder» am Win jn Mainz.
Wohl selten wird Mainz soviel Künstler und Kunstfreunde in seinen Mauern gesehen haben, wie in den letzten Tagen, da der Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein dorthin seine fast 3000Mitglieder zu frohem und schönem Zusammensein berufen hatte. Der hohe Protektor des Verbandes, der um die moderne Kunst so hochverdiente hessische Fürst Ernst Ludwig, war selbst mit seiner Gemahlin herbeigeeilt, um durch seine Anwesenheit dem Feste eine höhere Weihe zu geben. Zu allgemeinstem Bedauern rief allerdings die jähe Kunde von dem Tod« des Königs Eduard die Herrschaften allzufrüh aus der Mitte der Festgemeinde. Dennoch vermochte dieser Zwischenfall nur wenig die freudige Grundstimmung zu stören. Man hatte gar zu viel bedeutende und liebenswürdige Menschen um sich, um sich nicht bald zu trösten. Unter den Fröhlichsten und sogar unter den Jüngsten fand das Auge immer wieder unseren vielgeliebten Altmeister, Professor Wilhelm Steinhausen aus Frankfurt, dessen tiefgekühlte religiös« Werke neben seinen schönen Landschaften und Porträts schon so manchen zu einer neuen frommen Lebensauffassung bekehrten. Neben ihm begegnete man einer ganzen Reihe bedeutender Männer und Frauen, die im Geistesleben Deutschlands eine führende Nolle spielen. Ihre Zahl war fast zu groß, um eine persönliche Nennung zu ermöglichen. Nur eine« Mannes sei noch gedacht, der sich um das Zustandekommen des Feste« da« Haupiverdienst erwarb, Wilhelm Schäfers aus Vallendar bei Coblenz. Groß ist ja bereits die Gemeinde derer, die in ihm den vorzüglichen Dichter und Schriftsteller verehren. Seine Prosa ist von einer Schönheit und Gediegenheit in Form un> Ausdruck, daß man ihn ohne Schmeichelei mit unseren klassischen Meistern der Wortkunst auf eine Stufe stellen darf. Bei den Vorder «itunaen des Festes setzte er als Obersekretär des
Mittwoch den 11. Mai
den daselbst ansftetretenen Diphtherie-Erkran- kungen bis ans weiteres aufgehoben.
Hanau den 7. Mai 1910.
Der Königliche Landrat.
A 2363. Frhr. L au r.
Stadtkreis Ran au. Bekanntmachung
Am Freitag den 13. d. Mts., vormittags von 9 Uhr ab, findet im unteren Saale des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt.
Hanau den 11. Mai 1910.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Hild. ________ 11149
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 neuer, gold- und silberdurchwirkter Damengürtel mit gelber Schnalle (an der Fasanerie), 1 hellgrauer Damen-Gummigürtel mit geteilter Schnalle, 1 Schlüsselring mit 3 kleinen Schlüsseln und 1 Schlinke.
Zugelaufen: 1 hellgrauer Spitz m. Geschl., 1 brauner Dachs mit gestutzten Ohren und Schwanz.
Entlaufen: 1 braune Dachshündin, 1 junger schwarzer Spitz w. Geschl., 1 weißer Spitz m. Geschl.
Hanau den 11. Mai 1910.
Politische Rundschau.
Hansabund und Reichstagswahlen. Gegenüber einer Meldung, daß der Direktor des Hansabundes angesichts des Wahlergebnisses in Oletzko-Lyck erklärt habe, der Hansabund werde seine bisherige Politik ändern, stellt die Direktion des Hansabundes fest, daß Herr Knobloch von einer Aenderung der Politik des Hansabundes in keiner Weise gesprochen hat. Er hat vielmehr lediglich mitgeteilt, daß es infolge unausgesetzter Bemühungen gelungen sei, eine große Reihe von Reichstagskandidaten der verschiedensten politischen Richtungen aus den Kreisen von Gewerbe, Handel und Industrie zu gewinnen, die der Hansabund den politischen Parteien benennen werde. Auf diesem Wege werde es, wie der Ausfall der Wahl in Oletzko-Lyck-Johannisburg beweise, gelingen, die Kandidaten des Bundes der Landwirte auch aus den scheinbar sichersten Wahlkreisen zu beseitigen. In der Tat ist es die wesentlichste, auch bereits in den Richtlinien vorgezeichnete Aufgabe deS Hansabundes, dafür zu sorgen, daß den bünd- lerischen Kandidaten seitens der politischen Parteien überall solche Kandidaten entgegengestellt werden, welche, wie auch immer ihre politische Parteistellung sein möge, daS Wirt- schastsvrogramm des Hansabundes, also eine gerechte, alle Vereines seine ganze Kraft ein. Daß es in jeder Hinsicht sich weit über dem Durchschnitt sonstiger Verbandsfeste er. ob, ist sein Verdienst, wofür ihm der Dank der gesamten deutschen Kunstwelt gebührt.
Als stimmungsvolle Eröffnung leitete daS - Fest eine Schumannfeier ein, dessen Geburtstag in diesem Jahre zum 100. Male wiederkehrt. In dem heiteren Saale der Mainzer „Liedertafel" versammelte sich eine höchst gediegene Zuhörerschaft, um Schumanns Melodrama „Das Paradies und die Peri" zu lauschen. Von einheitlicher Festes-Stimmung war die Gemeinde getragen, die sich nicht allein in dem einheitlichen äußeren Bilde glänzender Gewänder und orden- geschmückter Fracks widerspiegelte. Dieser Stimmung verdankte die Aufführung wohl zu nicht geringem Teile den starken Beifall, der sich nach jedem Teile steigerte. Trotz großer Anstrengung von allen Seiten konnte die Gesamtleistung nicht ganz das sichtlich erstrebte Ziel einer restlosen Wiedergabe des schönen Werkes erreichen. Immerhin waren die Leistungen im einzelnen, besonders die des Chors und des Orchesters unter der temperamentvollen Leitung deS Mainzer Dirigenten Otto Naumann, von nicht alltäglichem Geiste getragen. Weniger konnten die Solisten, zumal der recht matte Sopran der Frau S t r o n k- Kappel gefallen, deren Stimme dem innigen Schmelz der Perirolle nur teilweise gerecht wurde. Bedeutendes leisteten dagegen der Bassist Slephany- Darmstadt und die Altistin Aschaffenburg-Frankfurt. Besonders jener wußte mit seiner umfassenden Stimmgewalt, in der ein dämonisch düsteres Timbre schwingt, seiner Rolle seltene Schönheiten abzugewinnen. Die Chöre boten besonders in den lyrischen Partien Bedeutendes, die so leicht zum Sen- timentalwerden weniger sicher empfindende Dilettanten verführen. Jedenfalls war eins gelungen: Schumanns herrlicher Musik wieder recht viele Jünger zuzuführen. Und das will auch etwas bedeuten in einer Zeii, die von dem aroßen Rattenfänger Richard Strauß sich zu einer Schumann
Fernsprechanschlntz Nr. 605* 1910
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ErwerbSstände einschließlich der Landwirtschaft gleichermaß«r berücksichtigende Wirtschaftspolitik mit aller Energie vertreten werden.
Der ReichStag wird bis zum 8. November vertagt.
Der Streit im Baugewerbe. Man schreib aus Berlin: Der bayerische Ministerpräsident als Minister für Handel und Gewerbe wird auf Antrag des Vorsitzenden bei Münchener Einigungsamtes, Gewerbedirektors Dr. Brenner das Reichsamt des Innern zur Anregung neuer Verhandlungen zwischen den Zentralorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Baugewerbe anrufen. Dr. Brenner hat in einem Bericht an das Ministerium den Zeitpunkt als unbedingt gegeben bezeichnet und erklärt, es besteht die begründete Hoffnung, daß beide Parteien nunmehr bereit seien, nicht nur zu verhandeln, sondern auch den Kampf unter beiderseits annehmbaren Bedingungen beizulegen. In München ist übrigens die Aussperrung noch wesentlich dadurch verschärft worden, daß auch Nichtorganisierte Baumeister noch etwa 2000 Arbeiter unter dem Drucke des Arbeitgeberverbandes ausgesperrt haben.
Kaiser Franz Joseph in Ungarn nnv Ott Herzegowina. In Budapest werden für den mehrwöchigen Aufenthalt des Kaisers große Vorbereitungen getroffen. Auch der Minister des Aeußeren, Graf v. Aehren- thal, wird längere Z-it in Budapest verbringen. Don Budapest auS wird der Kaiser sich nach Bosnien und der Herzegowina begeben, um der dortigen Bevölkerung zum erstenmal Gelegenheit zu geben, ihrem Herrscher im eigenen Land« huldigen zu können. Es ist ein dreitägiger Aufenthalt in Serajewo, sowie ein kurzer Aufenthalt in Mostan in Aussicht genommen.
Abschluß Des Konchoabkommens. Die Unterhandlungen zwischen England, Deutschland und Belgien bezüglich der Kongogrenze sind beendet. Zur Feier des Abkommens hatte der deutsche Legationsrat in Brüssel, Barov von Schwarzenfelds, ein großes Diner zu Ehren der deutschen und belgischen Delegierten veranstaltet, an dem auch der belgische Kolonialminister teilnahm.
Die Ergebnisse der spanischen Wahlen sind zwar noch unvollständig, indessen nimmt die Regierung folgenden Ausfall an: 230 Liberale, 104 Konservative, 45 Republikaner, 1 Sozialisten, während der Rest sich aus Katholiken, Karlisten, Regionalisten und Jntegristen verteilt. Die ministerielle Majorität soll die vereinigten Oppositionsparteien um etwa 60 Stimmen übertreffen.
Ein Amerikaner in Tripolis überfallen. Der Sohn deS amerikanischen Generals Johnson ist in Tripolis, während er Malstudien machte, von einem Trupp Eingeborener und Polizisten überfallen und in brutaler Weise mißhandelt worden. Auf Reklamation des amerikanischen viel seltener dargebrachten Beifallsfreudigkeit hinreißen läßt. Unser Ohr muß sich fast schon zu unserem Schumann mit seiner melodiösen Harmonik zurücktasten; so sehr halten ei WagnerS Motivmusik und Strauß' nervös bestrickende ton« gemälde im Bann.
Nach dem Konzert hielt noch ein anregender Begrüßungsabend in der Mainzer Festhalle den größten Teil der Fest- teilnehmer längere Stunden zusammen. Am nächsten Morgen wartete ihrer eine besondere Überraschung : Die 6 r - Öffnung der Kunstausstellung bei Verein«, veranstaltet in dem neu hergerichteten Flügel deS prächtigen Rena'ssanceschloffes der Mainzer Kurfürsten.
Man war recht gespannt, ging vielleicht überkritisch hin, denn die Ankündigungen der Ausstellung waren nicht gerade ermutigend. Das Plakat mit feiner Botticelli schlecht nachempfundenen, überdürren Göttin war ohne Zweifel ein Fehlgriff, ganz abgesehen von der kindlichen Schrift, deren Güte für jedes gute Plakat Hauptbedingung ist. Außerdem lag die Befürchtung nahe, daß sich in dieser Ausstellung vieles vereinigt haben würde, was rein historischem oder lokalem Werte seine Einordnung verdankte, zumal man hörte, daß die Einteilung nicht nach Mal.ergruppen, sondern nach geographischen Gesichtspunkten vorgenommen sei. Alle diese Bedenken wurden jedoch auf das Glänzendste widerlegt. Ein« Ausstellung von gediegener Form und selten bedeutendem Inhalt durfte man durchwandern. Allerdings kamen alle die, die noch in ihr einen besseren illustrierten Führer durch daS romantische Rheinland mit seinen malerischen Städtchen und Ruinen suchten, recht schlecht auf ihre Kosten. Fast nicht« von Ruinen- und Epheupoesie, nichts .von schönen Ritterfräuleins und edlen Knappen! Von solcher Schönheit, bie ja den Rhein neben seinen Gastwirten in den letzten Jahr- zehnten fast bei allen feiner Empfindenden in Mißkredit gebracht hat, wußte diese Auswahl von Gemälden wenig zu sagen — ein anderes, ungleich herrlicheres Schönheit«, evangelium verkündete sie: Die Schönheit unsere« RhewÄl