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General-Anzeiger
Awllichrs Organ für Stil!« an) FanLkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
BetautwetlL Stebafteut; G. e*te<et le $«um
Mr. 80 S#*iifVr<d><n»M)hi6 Nr. <!A5.
Amtliches.
Der Plan über die Auslegung unterirdischer Telegraphen- kabel in Hanau auf dem Kanalplatz, in der Fischer- und Rönirrstraße, auf dem Heumarkt und in der Frank'urter- straße, auf dem Neustädter Marktplatz, in der Nürnberger- praße, in den Neuen Anlagen, sowie in der Leipziger- und Spessartstraße liegt bei dem Postamt in Hanau vom 6. April ab 4 Wochen aus.
Cassel, 3. April 1910
Kaiserliche Ober-Poft-irektlon. 8485
Eandkreis Ranau.
Der Bürgermeister Kaspar Mankel in Wachensuchen ist als besoldeter Bürgermeister für die gesetzliche Amtsdauer von 12 Jahren gewählt und bestätigt worden.
Hanau den 3. April 1910.
Der Königliche Landrat.
A 1478 F r hr. Laur.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Bei der beginnenden Bautätigkeit machen wir darauf aufmerksam, daß nach den Bestimmungen im § 24 des Bau- ÜnfallversicherunqsgksetzkS vom 30. Juni 1900 in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. Juli 19oO Unternehmer von Re^icbauten Arbeits-Nachweisungen bei der unterzeichneten Behörde einzureicken haben.
Al« Unternehmer eines RegiebaueS gilt jeder, welcher nicht ein Baugewerbe im Inlande betreibt, also nicht Mitglied einer Bau-Berufsaenofsenschait ist, ob er die Kenntnisse und Fertigkeilen dazu besitzt oder nicht.
Unternehmer, welche der oben erwähnten gesetzlichen Verpflichtung nicht rechtzeitig Nachkommen, können in eine Ord- vungsstrafe bis zu 100 Mk. genommen werden.
Wegen der Form der einzureichenden Nachiveisungen verweilen wir auf die Bekanntmachung des ReichsoerstcherungS- amte« vom 12. Dezember 1887 (Amtsblatt von 1888 Z. 5) abged'uckt im „Hanauer Anzeiger" vom 3. Dezember 1888 Nr. 283 u. ff.
Hanau den 1. April 1910.
Der Magistrat.
Hild. 8475
—
Bekanntmachung.
Die Stadt Hanau beabsichtigt, nach dem Vorgänge an« aerer Städte auf ihren zwischen der Hanau—Friedberger Eisenbahn und dem Waldeselsweg sowie an der Kreuzung der Leipzigei stiaße und Geluhâuser Chaussee mit dieser Bahnlinie belegenen Grundstücken sogenannte Schrebergärten an ui legen und tu verpachten. Dieselben sollen einen Flächeninhalt von 130 bis 225 qm erhalten, mit Drabtgitler ein« gesäumt werden, eine verschließbare Türe und 4 bezw. 2 in breite Zugangswege erhalten. Wasser ist einVm noch an tu» legenden Brunnen zu entnehmen. Die Wegeanlage in den Gâr'en selbst bleibt dem Pächter überlassen. Auf Wunsch werden in jedem Garten zwei Obstbäume durch die Stadt gepflanzt. Hütten, Lauben und sonstige bauliche Anlagen sind so anzulegen, daß her benachbarte Garten durch sie nicht beeinträchtigt wird. Der Pacht weiden die allgemeinen städtischen Pachtbedingiingen zugrunde gelegt. Der Pachtzins nmd voraussichtlich 8 Pfennig für das Quadratmeter nicht übersteigen.
Um einen Neberblick über das vorhandene Bedürfnis zu gewinnen, werden die Interessenten ersucht, Angebote und Wünsche auf Zimmer 13 des Neustädter Rathauses alsbald anjumrlden.
Hanau den 2. April 1910.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 8473
Verdingung.
Die zum Neubau der Badeanstalt am Steinheimertor erforderlichen Tüncher-, Anstreicher» und Ofaser- rrb eiten sollen unter Zugrundelegung der „Allgemeinen Bestimmungen für Vergebung städtischer Arbeiten und Lieferungen" öffentlich wie folgt vergeben werden.
Los I Tüncher- und Anstreicherarbeiten zuiammen,
Los II Glaserarbeiten.
Bedingungen und Angebotsunterlagen sind vom Stadt- muamt, Zimmer Nr. 18, während der Sprechstunden vormittags 10—121!» Ubr. soweit der Vorrat reicht, gegen Ent-
Toilimstlig den 7. April
.................. I ■UMHII...... I... I I ■IIIMgt richtung von 1 Mk. für LoS I, 0,50 Mk. für Los II zu beziehen.
Verschlossene und mit entsprechender Ausichr'ft versehene Angebote sind bis Freitag den 15. d. Mts, vormittags 11 Uhr, bei der vorbezeichneten Dienststelle einzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Angebote stattfindet.
Zu'chlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 5. April 1910.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 8373
Bekanntmachung.
Auf Beschluß der städtischen Körperschaften werden für das Steuerjahr 1909 an Gemeindeabgaben nacherhoben werden:
3°/« Memelnde-Ilmlnqe,
6°/e Grund- und Gebändestener, entsprechend 3,7°/o der auf den Steuerzetteln verzeichneten Grundsteuer,
6®/» Gewerbesteuer, entsprechend 4”/• der auf den Steuerzetteln verzeichneten Gewerbesteuer.
Die nacbznzahlenden Steuerbeträge werden in den nächsten Tagen durch Boten in den Wohnungen der Steuerpflichtigen abgeholt werden.
Hanau den 30. März 1910.
Der Magistrat.
Bode. 8035
Am Freitag den 8. April 1910, abends 8 Uhr, findet im großen Saale der ^Centra! balle"
ein popniär-wiftenfKästlicher Vortrag des Herrn Ingenieurs Bruns auS Hannover über die zeitgemäße Küche unter besonderer Berück-
stchtignng des Kochens mit Gas
sowie die Verwendung von Gas zu Leucht- und Heizzwecken bei freiem Eintritt statt.
Die während des Vortrages angefertigten Koch- und Backproben werden an die Anwesenden kostenlos verabreicht.
Zu recht zahlreichem Besuche laden wir hiermit er- gebenst ein.
Die Direktion
der stâdt. GaS-, Wasser- und Elektrizitätswerke.
v. Gäßler. 7867
Verdingung.
Die Schreiner- Glaser» und Weißbinderarbeiten zum Neubau der Schule mit Abortgebäude für die Gemeinde Neuwiedermuß sollen in öffentlicher Verdingung getrennt vergeben werden.
Verdingungsunterlagen können, so lange der Vorrat reicht, gegen Erstattung des Selbstkostenpreises von
Los I Schreinerarbtilen 1,— Mk.
Los II Glaserarbeiten 0,75 Mk.
Los III Weißbinderarbeiten 1,— Mk. vom Unterzeichneten bezogen werden.
Die Eröffnung der Angebote findet in dem auf Samstag den 16. d. Mts., vormittags 10 Nhr, im Dienstzimmer des Unterzeichneten, im Krelshaus hierscibst, festgesetzten Termin statt.
Zuschlagsfrist 3 Wochen.
Hanau den 5. April 1910.
Stübing, Kreisbaumeister. 8493
«HSssras’-. - - r-ra——■■■■■Illi — -— . ■■■■«■■»■I-.—^ n ■■; ;_ . —.
Politische Rundschau.
Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise nebst den Damen und Herren deS Gefolge- trafen, wie der „Rheingauer Anzeiger" meldet, in Automobilen kurz nach vier Ubr in Nüdesheim ein und setzten ohne Aufenthalt die Fahrt zum Niederwalddenkmal fort. Nach eingehender Befichli^U"g des Denkmal» wurde um 5 Ubr die Weiterfahrt nach Wiesbaden • «»getreten. Dort tra en dieselben kurz nach 5l/i Uhr ein und fuhren zum königlichen Schlöffe, woselbst der Tee eingenommen wurde. Abend» gegen 8 Uhr kehrte der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise von ihrer Automobilfahrt nach Homburg v. b. H. zurück.
Das Prinzenpaar Eitel Friedrich von Preußen ist in I a f f a eingetroffen und nach einer Aus'ahrt nach der schwäbischen Kolonie Sarona nach Jerusalem gereift.
Das „Militärwochenblatt" meldet: Kehrer, General der Artillerie, wurde zur Disposition gestellt. Sieger, Oberst und Abteilunasches im Kriegsministerlum. würd- mit
Fernsprechanschluß Nr. 605. 1910
der Wahrnehmung der Geschälte al» Präsident der Artillerie- Prüfungskommission beauftragt. Klihn, General der Artillerie und Inspekteur der ersten Fußartilletie-Inspektion, wurde zur Disposition gestellt. Lanter, Generalleutnant und Inspekteur der zweiten Fußartillerie-Jnspekiion, wurde in gleicher Eigenschaft zur ersten Fußartillerie-Inspektion oer» setzt. Keitembeil, Generalleutnant und Kommandeur der Feldartillerie-Schießschule, wurde zur Disposition gestellt, Buecking, Generalleutnant und Jnlpekteur der Artilleriedepot- Inspektion, tum Feldzeugmeister ernannt, Eck, Generalmajor, zum Inspekteur der Artilleriedepot»Inspektion ernannt v. Schickfuß, Generalleutnant und Kommandeur der 29. Division, wurde zur Disposition gestellt, v. Deimling, Generalleutnant und Kommandeur der 58. Inlanteriebrigade, wurde zum Kommandeur der 29. Division ernannt.
Die Verfassung für Elfaß-Lotßringen. In der gestrigen Sitzung deS Landreausschusses für Elsaß-Lothringen wurde beim Beginn der dritten Lesung des Etat» noch einmal eine Generaldebatte über die Derfaffung-fraqe in Allknüpfung an die Erk ârung de» Reichskanzlers im Reichstage eröffnet, die die ganze Sitzung in An pruch nahm. Der Liberale Georg Wolf begrüßte ès, daß die Sache jetzt vorwärts ginge, verlangte aber von der Regierung, daß sie dafür Sorge trüge, daß die drei Mindestforderungen des Landes erfüllt würden: Gleichstellung deS Landes mit den übrigen Bundesstaaten, Ausschließung de» Bundesrats und de» Reichstags und Verleihung des allgemeinen WahlrechetS zum LandeS- auSichuß. Der Demokrat Blumenthal wiederholte seine Forderung nach einer republikanischen Verfassung, wenn an der Spitze etwas geändert werde. Mit dieser Forderung deckten sich im wesentlichen die übrigen Zentrumsredner. Der Abg. Preiß (Ztr.), der neulich erst einen Zusammenstoß mit dem Staatssekretär Zorn v. Bulach hatte, richtete wieder einige Unfreundlichkeiten an dessen Adresse. Man sollte sich von dieser Regierung nichts erhoffen, denn Zorn v. Bulach habe, was noch kein Alldeurscher im Landesausschuß gewagt hätte, erklärt, das Deutsche Reich sei Elsaß-Lothringen überhaupt nicht schuldig, eine Verfassung zu geben. Der Staatssekretär Zorn v. Bulach erklärte: Nach den heftigen Debatten im LandeSausschuß sei er noch an demselben Tage zu dem Statthalter gegangen und habe gesagt, in der Verfassungsangelegenheit müsse etwas geschehen, damit im Lande nicht der Eindruck erweckt werde, die Herren, die da» große Wort im Landesausschuffe hätten, hätten auch sonst die Führung. Die Debatte verlor sich dann in Partei- erörterungen. Dabei wurde u. a. auch der Artikel bei Universii ätsprofefsors Martin Spahn im „Tag" angeschnitten.
In diesem Artikel bedauert der Führer der hiesigen Zentrum»- Partei, daß daS elsässische Zentrum eine so wenig konservativmonarchische Staatsauffaffunq habe. Er bedauert ferner, daß auch nicht genügend Preußen in dem elsässischen Staatsdienst seien, nnb daß die Gräfin von Wedel den Welschlingen zu sehr entgegenkam. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Weiter!^ konstatierte, daß Herr Spahn nicht im Auftrage bei elsaß-lothringischen Zentrums gesprochen habe. Er nannte es dann eine große Taktlosigkeit, daß Spabn eine hochgestellte Dame in diese Debatte mit hereinziehe. Auf den Vorwurf, daß er (Wetrerlè) indiskret mit dem Geschenk der Gräfin Reklame getrieben habe, erklärte Dr. Wetterlä, daß dies von anderer Seite geschehen sei. Der Zentrum-abgeordnete Dr. Ricklin erkannte an, daß man unter dem preußischen Staatssekretär v. Koller ruhiger gelebt habe, als unter dem elsässischen Frhrn. Zorn v. Bulach. Dieser antwortete, daß allein unter dem jetzigen Staithalier und ihm die Verfassung»- frage einen Schritt varwärt» machte.
DleVrivatbeamietnverflcherttNff. Wie gemeldet wird, fand im Reichsiagsgebäude in Berlin eine Sitzung der Siebener- lommvfion des Hauptausschuffe» zur Herbeiführung einer staatlichen Pension»- und Hinterbliebenenversicherung für die Privatangkstellten statt. An der Beratung nahmen als Vertreter des ReichsamteS des Innern die Geheimen Ober« regiernngsrâte Koch und Dr. Beckmann teil, die die Erklärung abaaben, daß ein Gesetzentwurf über die Privatbeamtenversicherung gegenwärtig von der Regierung auSge« arbeitet werde. Die Vorarbeiten sollen derart gefördert werden, daß der Gesetzentwurf tunlichst im kommenden Herbst« dem Reichstage vorgelegt werden kann. Der (Siebener* ans^chuß nahm diese Erklärungen mit Genugtuung entgegen und beschloß gleichzeitig, der Einladung zu einer Besprechung Folge zu leisten, die am 9. April im Reichsamte des Innern über die Ausgestaltung der Pensionsversicherung mit Vertretern aller Richtungen stattfinden soll. Die Ausarbeitung des Gesetzentwurfes wird nach den Mitteilungen der Vertreter des Reichsamtes des Innern auf der Grundlage der zweiten Denkschrift erfolgen.
Die Kaiserin von Rntzland empfing gestern de«
bayerischen Gesandten Baron Gruneliu».