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Eilige in Nr. 78 drs Jnirigrrs.

DlkNStait den 5. April 1910

Hus Hanau Stadt und Tand;

S 'naii, 5 April.

Mreiis Sarrasant komnsil Die berühmte

. Wanderlchau, die sich mit rapider Geschwindigkeit turn ersten C'rcnsmnernebmen Europas tmporgescüwungen hat, wird in der nächsten Zeit in Franffuri a. M. Einzug halten und will mit einem überred)«! Schatze an Überraschungen auf« warten. 16 indische Elefanten und 20 Löwen besitzt Sarra- sani jetzt, batu Seelöwen, Kamele, Dromedare, Zebras, Esel und Gänse, schließlich einen Marstall von 80 der edelsten Rassepferde. In der Reichshauptstadt, wo Sarra- fani trotz der verwöhntesten Ansprüche des Publikums all­abendlich ausverfaufte HSuKr hat, ist die gesamte Presse über die unveraleichliche Menge an wahrhaft zirzensischen Nummern in hellstes Erstaunen geraten. Exotische Völker­schaften, Marokkaner und Japaner vor allem, kämpfen mit Europâ rn aller Nationalitäten um die Palme. Am wunder­barsten aber wirkt neben den Maneaenkünsten der phäno­menale Transportapparat des Unternehmens; die mehr als 60 Wagen werden nicht nur von schweren Pferden, Kamelen und Elekanten gezoaen, auch Straßenlokomotiven von bisher em«qartiaer Konstrukiion beteiligen sich an, her Arbeit. Die Riesenrrlte fasten mehr als 6000 Personen. Alles in allem: tin großes Ereignis steht uns bevor!

Vereins- n. Ber rnüiunis lahriHten

für Dien?taq ben 5. April.

Fortschrittliche Bol^vartei: Abends 8'/» Uhr DiLkasswnt - Abend im Restmr nt Mo^r.

Blau'reuz Verein: A end« 8V* Uhr: Nnbnllee 22.

Ka. Min «er- und ^"'N'lina^verein: Nnterhalmnq st5y. Dereinsbans).

?nrna?sellikbnft: M-n^? nsu 810 Uhr: Turnen brr ^ngendnb -Unna lurngemciude: 4U3 51f»: M idchmn^ieilnnq non 67 Jahren, 50» MS s",: Mrd^enobkeilnni von 10 14 Jahren, 8 »- 71/«: Krauen« aMeifunq B, 7'/«8'/«: FrauenableUung A, 910: Jugerrd- a* teihmo.

Lnrnver-m: ?i--nhtz von 810 Uhr: Turnen der Inqendabteilrnia.

Turnverein ^èssetstad«: Abends 9 -10 Ubr: Tur"kn der Iugendubteiluni. läster Erbieten «Verein: A endtz von 911 Uhr: llebungsstundt im Be>ein°Io'ate (Restauration Surdboi).

^umorist'icher Mukietzerein .>*ermani^": Bon 911 Uhr: Uebungsstunde »Restaurationmm ©mibbof').

Dr>rm.-i'ner. Verein fratinii: Verein? abend imRtriabera*.

«,s. De b. .Bormanns«": Klubabend fmLöwengârichm'.

Jh<6. KalinoEintracht <Berein?l.lum Brauji ibVj: VereinSabend.

SffannperemRtntradit": S'natlnnde.

5 i^e'anqveremMelom"nia*: Singstunde in derKarthaune".

8 Familien - Marken - Konsumvereinbinigleit": Abends von 810 Uhr: Markenansqabe für Kontrahenten sPereiv-hPt- ^,Sv «cordia^.

Verein für HandluNgS»KommrS von 1858; Vereinsabend im Hotel IUlt Post". > *

Hanauer Siadikavellet Abends 8*/« Uhr: Probe im Saale der -Schwe­dischen Krone".

f Gesangverein3umterw: Singstunde in derStadt Bremen*. - Karhol. Kaufmännischer Verein: Abends 9 Uhr: Zusammenkunft im Der- e'vslokal .,ium Vindenhof".

KnntuiifdiiT Klub: Zusammenkunft imBernbardSeck". Slenoar''vhe,i-Verein Ga^elsberaer (?ofal:Oo 'corbia", Eingang Parade« vl'd, 1 Tr. dochi: Abends von 8 -9 Uhr Aniängerkursus, 9 biS 10 Ubr Fon ildunqskurse« für Danen und Her«m.

Stenograyden-Verein Stoi-e-Sbrev: Abends von 89 Uhr: Ueburn?« stunde von 910 Ubr: Austin 'er'urt ns imHotel umt Rieten".

1. Theair 'liiche Verbindung Hanau a. M.: Probe imgolvnen Schwan", - Borstadt 24.

VereinAieunMdiafi": Bereinsabend imNeubau".

Verein her Bauern Veremsabeud im '^astbaus;ur Sonne*. Gewerbe- und Handwer'er-Verein: Verein?» end in derCentralhalle*. 6ezelaeells<bastAlle Neun" rurM Ü"!i'st"-Kesselüadt.

Naturbe ivereinVaunscheidi": Abends 9 Uhr: Versammlung im Ber- 'inslo'alym Löwenaärtchen".

Verein für Gestä e>- und S N'vöielrucht; Moncusversammluug im Äer- eurrlokalejum deutschen Hau«*.

Bersteiflerun»s- re Kalender

kür Mittwoch den 6 April.

Nachwittag« von 2 U^r ab sollen im Anst'aae des Besitzer« im Hinterqebä de Gânneistiahe 75, 9 ngang vom Wallweq, eine Pntie lsiaarren'es l äftsmensilieu und sonst'ae Gegenstände durch den beeid. Taxator und Aullionator Herrn Fr. Kämpfer gegen bare Zahlung verstei­gert werden.

Für ®rrt(hhtnq eines Attsftchistnrmes auf dem Bitchberqe bei Langenselbold

gingen ein

In freundlicher Erinnerung an meinen früheren Aufenthalt im schönen Frei­gericht (Niedermittlau, . ... 0.50 Mk. d -T.Hotel Lindenhos". Hanau . 0.50 Touri ftenthibEdelweiß", Niederroden­bach (3. Nates . 1.60 2 Besucher des TurmeS . . 0 20 4 Heimatfreunde imBernhardSeck" . 1.20 w B .-T. Hotei zur Post . . - 0.50 Voriger Betrag..... 3959.

Zusammen bis setzt 3963.50 Mk. timmt gerne entgegen die Redaktion bi Hanauer Anzeigers".

Zur Errichtnna eines AnsNchtstnrmes ans dem Hühnerberg bei Wachenbuchen gingen ein: Sainmelbüchse Elefanten . . > 4. Mk. Nach amerikanischer Art sechs Aepfel verkauft, Erlös , 4.66 Voriger Betrag . . - 1^6 49 Zusammen bis jetzt 1105.15 Mk.

Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Rsdnkioa desHanauer Anzeigers."

Hus nah und fern.

Gießen, 2. April. Der frühere Polizeis'kretâr Her­mann Bilo hier, jetzt in Ma nz wohnhaft, war von der hiesigen Stadtverwaltung beschuldigt worden, für verschiedene amtliche Handlungen widerrechtlich Gebühren erhoben und diele für sich verwendet zu baden. W"iter war ihm zur Last gelegt worden, ausgeschiedene A'ten des Polizeiamts Gießen verkauft und den Erlös mit anderen Bediensteten des Bureaus geteilt zu haben. Die gegen BUo eingelötete gerichtliche Voruniernichung hat iu dem Ergebnis geführt, datz durch Beschluß der hiesigen Siratkammer vom 26. d. M. das Verfahren eingrftedt wurde. Seine su'-j ktive Schuld, die s. Zt. in der Stadtverordnetenversammlung behauptet worden war, ist som't nicht erwiesen worden; obsestiv lag die Angelegenheit so, daß Bilo durch die Taisache, daß auch anderwärts Beamte äbnl'che Nebeneinnahmen beziehen, sich zu seinem Borgehen berechtigt gehalten halte.

r. Marburg, 2. April. Im Fürstenhaufe fand heute unter dem Vorsitze des Landrals Geb. Reg.-Rats v. Negelein eine KreistagSsitzung statt. Nach Erledigung der Wahlen usw. wurde auch der Kreishanshaltseiat beraten und in Einnahme und Ausgabe mit 348 254 Mk. festgesetzt. An Kreissteuern sind insgesamt 166 500 Mk. auhnbrmgen, d. f.

20 Proz. Kreissteuern und 20 Proz. Bezirksabgabe. Als neue Einnahmequellen gelten die KreiSumsatzsteuer und die Hundesteuer. Der Etat der Marburger Kreisbahn in d^m EbSdorfer Grnnd, der ebenfalls mitberaten wurde, schließt ab mit 77 880 Mk. Einnahmen und 76,850 Mk. Ausgaben, sodaß ein U berschuß von 10 030 Mk. und nach allen Ab­zügen ein solcher von 3699.16 Mk. übrig bleibt, tim die Verzinsung zu decken, hat der Kreis rund 41 305 Mk. zu- zulegen. Bei der Gelegenheit wurde auch darauf hinge- wiesen, daß die Verhandlungen wegen Weite' führung der Bahn bis nach S>ation Mücke an der Oberhessischen Eisen­bahn mit der Darmstâdtischen Regierung einen erfreulichen ivorhang nahmen und wohl auch bald zu einem befriedigen­den Resultate führten.

Cassel, 30. März. Hier tonte heute als 16. 8er« bandsversammlunq der Lehrer und Freunde des Fortbildungs­schulwesens im Regierungsbezirk Gaffel die 14. Abteilung-» Versammlung für das gewerbliche Fortbildung-schulwesen. Nach dem Jahresbericht zählt der Verband zurzeit 134 Mit­glieder, baopn 41 korporative. Der Verband ist Mitglied deS preußischen und des deutschen Vereins für das Fort- bildungsschulwesen geworden. Der Kassenbericht schließt mit einer Einnahme von 633.66 Mark und einer Ausgabe von 505.52 Mark. 81 neue Milglieder sind eingetreten. Hier­nach sprach Fortbildungsschul-Direktor Heckerolh-Caffel über den Zeichenunterricht in den gemischten Klaffen der kleineren gewerblichen Fortbildungsschulen. Der Redner zeichnete die diesbezüglichen außerordentlichen Schwierigkeiten. Nach­stehende Leitsätze nahm die Versammlung einstimmig an: 1. Im Zeichenunterricht in den gemischten Klaffen der ge« werblichen Fortbildungsschulen gilt in ganz besonderem Maße der Satz, daß sich bei Aufstellung des Lehrplanes in bet Beschränkung der Meister zeigt. 2. Der Unterricht sei in beiden Hauvtgruppen, also für freihändige« und kon­struierendes Zeichnen, möglichst Masten- ober Gruppen­unterricht. 3. Im Freihand- und Fachzeichnen für deko­rierende Gewerbe gehe man nur vorsichtig an das Zeichnen nach Nalnrsormtn heran und unterlasse im allgemeinen jegliches Eniwerfen oder Kombinieren. Zeichnungen nach Einzelvorlogen sind in anderem, meistens wohl in größerrin Maßstabe, anzufertigen. 4. Im Fachzeichnen der kon­struierenden Gewerbe halte man sich fast ausschließlich an das Darstellen nach einfachen Modellen, dem ein gründ­liches Heben im Profeklionszeichnen, nach beruflichen Gesichts­punkten betrieben, voranzugehen hat. Dem folgenden Bor- träne des Foribi!dungsschnllvh,ers Rosenkrain-Caffel über Warum m ß die gewerbliche Fortbildungsschule Buchführung treiben und welches System muß sie Hur wählen, um dem praftifchen Bedürfnis des Handwerks in der Geg-nwart ge­recht zu werden?" lagen fo'gende Lei sätze zugrunde: 1. Die Frage, ob der Handw-rker und insbesondere auch der kleine Gewerbetreibende Buchführung treiben muß, ist aus roirt« schaftlichen und sittlichen Gründen unbedingt zu bejahen. Auf gesetzliche und steuerrechtliche Bestimmungen, ja die ganze Struktur unseres Erwerbs- und Wirtschaftslebens begründen die Notwendigkeik der Buchführung. 2. Ihre hohe Be- beutung für den Handwerker macht es notwendig, Einrichtungen zu schaffen, wo er sich die nötigen Ken «misse ane'gnen kann. Da aber Gesellen- und Meisterkruse die Buchführung als Nnterrichtsdisziplin wegen ihrer naturgemäß sehr beschränkten Zeitdaner nicht ausgiebig behandeln können, so muß die Buchführung als Lehrgegensiand in den Lehrvlan jeder Fort­bildungsschule ausgenommen we den. 3. Leider wird in der Gegmivari der Begriff Buchführung nicht immer klar auf­gefaßt. So kommt es, daß man auf verschieden­artige Weise noch zum Ziele zu gelangen sucht. Alle einfachen" Buchführnngsiysteme sind ans p'ychologisch« methodiscken und aus praktischen Gründen aus der Fort­bildungsschule flnszilweisen, da sie nur ein notizenhaftes Festhalten der Geichäflsvorsälle barftedeu, den Hauptzweck: fiare Geschâftsüber sicht und genaue Ermittelung beö Ge« schâftsaewinnes aber nicht ermöglichen. Dazu kommt noch, daß die meistenverbesserten" Systeme nur für ganz be­stimmte Verhältnisse zugeschnitien sind. 4. Den wahren Zweck der Buchfühiung können nur die sogenannten sauf» männlichen also bit amerikanische und dre hoppelte

Buchsührnnaen etreichen. Da aber die doppelte wegen ihrer Schwierigkeit ansscheiden muß, so kommt für die gewerblich« Fortbildungsschule nur die amerikanische in Frage. Ein Antrag: Die Versammlung bittet die Kgl. Regierung, Fort­bildungskurse für Z ichnen und Buchführung ins Leben rufen zu wollen, wurde von der Versammlung angenommen. AlS Ort der nächsten Verbandsversammlung in 1912 mürbe Hersfeld gewählt.

Sport.

Die großen nordischen Winter-Automabil-Renne^ sind nun vom Stapel gegangen, unter Umständen, die dieselben interessanter als je zuvor machen. Der Zweck, den man bei diesem Rennen im Auge hat, ist der, für schwedische Ver- hältniffe geeignete Wagen heranzuzückten. Aus diesem Grunde hat man die Rennen in eine Jahreszeit verlegt, wo die an sich schlechten schwedischen Landwege am allerschlech« testen sind. Da in Schweden neun Monate hindurchWintel ist, galt es, den Monat zu wählen, der sonst den meisten Schnee mitzuiühren pflegt, nämlich den Monat Febmar. In diesem Jahr dagegen herrschte vollständige? FrühlingSwetter. Die Wege waren infolge der ungewöhnlichen Witterung stellenweise vollkommen grundlos, dann wieder mit monate­altem, hart zusammengebacktem Schnee bedeckt, der jedoch nicht hart genug war, um die Wagen zu tragen, sondern mußten sich sozusagen durch den Schnee vorwäNSpressen. 15 Wagen hatten sich angemeldet, darunter ein deutscher Wagen und zwar ein Opel-Wagen auS den bekannten Rüssels­heimer Werken. Dieser einzige deutsche Wagen rettete unsere nationale Ehre, da er als Preisträger funktionierte. Der Opel-Wagen errang den vom Kaiserlichen Automobil« Klub gestifteten Preis, der dem Führer desselben, dem Kapi­tän Vieren, zufiel. Damit hat unsere deutsche Industrie ge­zeigt, Wagen zu bauen, die bei den extremsten Wetterver- häitniffen im Stande sind, vorzügliche Leistungen zu voll­bringen.

Gemeinnütziges.

FrühjahrShygiene. Die Sonne lockt die Menschen aus dumpfigen Stuben, aus engen Mauern ins Freie. DeS Frühlings Herrschaft ist aber noch nicht ganz unbestritten. Gar oft wird es noch recht empfindlich kalt. DieWitterungS- Umschläge sind für Menschen und Pflanzen in gleichem Maße schädlich. Der Mensch ist durch die lange winterliche Stuben­haft weniger widerstandsfähig geworden gegen Unbilden beS Wetters. Die warmen Winterkleider haben feinen, Körper verweichlicht, er ist nicht mehr an den unmittelbaren Verkehr mit der Luft gewöhnt. Darum erfordert die jetzige Zeit be­sondere hygienische Vorsichtsmaßregeln. Man darf sich nicht sofort im ersten Frohgefühl den Wonnen eines sonnigen Frühlingstages ohne weiteres hingeben. Pelze und Woll- fachen dürfen nicht gleich kurzerhand in die Ecke geworfen werden. Allmählich nur darf der Uebergang von der warmen Winterkleidung zur leichten Frühjahrs-, zur luftigen Sommer, kleidung erfolgen. Nach und nach wird sich dann die Haut an die Cust gewöhnen. Abreibungen und Ducken können diesen Abhärtungsprozeß wirksam unterstützen. Der Mensch, der im Winter zur Treibhauspflanze geworden ist, muß erst die belebende Wirkung frischer Luft wieder ordentlich kennen lernen. Der wirkliche Lenz, von dem die Dichter fingen, kommt erst im Mai. Darum dehne man auch den Aufent­halt im Freien jetzt noch nicht allzu lange auS und ver­meide es, auf dem Rasen ober auf Stetnbänken längere Zeit zu sitzen.

Hus alter

L«

elt.

Der HerrRevisor". In der Umgegend von Fürth hat sich der ehemalige Krankenkassenassistent Otto Oehme ans Rieschen bei Dresden drei Wochen lang in ver­schiedenen Orten als Revisor deS protestantischen KirchenratS umhergetrieben und überall in den Kirchenverwaltungen vor- gesprocken, um unter Vorweisung einer gefälschten Legitimation die Bücher und Belege zu prüfen, für die er sich 4.50 Mark Diäten auszahlen ließ. In Cadolzburg hat er sich sogar verlobt, bis ihm schließlick der Boden zu heiß würd« und er sich aus dem Staube machte.

Erschütternve Einzelheiten von dem Rettung-» Ivers bei Mülheim werden dem B. L.-A.* übermittelt: Ein am Rettungswerk bei der Eisenbahnkatastrophe von Mül­heim hervorragend beteiligter Arbeiter erzählte, nichts sei surcktbarer gewesen, als die stundenlangen, vergeblichen An­strengungen, die unglücklichen Soldaten auS den sie ein- zwängenden Trümmern zu befreien und dabei fortgesetzt das Wimmern und Stöhnen der von Dlinute zu Minute auf ©Höfling Hoffenden hören zu müssen, die zum Teil vor den Augen der sich um ihre Beireiuung fruchtlos Mühenden starben, ehe man zu ihnen gelangen konnte. Herzzerreißenden Eindruck machte es and), alS einer der mühselig auS den Trümmern gezogenen Soldaten seinen Rettern zurief:Da habe ich aber Glück gehabt!" dann erst gewahr wurde, daß ihm beide Füße fehlten. Der Aermste starb bald nach- her. Und waS mag jenes Mitglied der SanitätSkolonn« empfunden haben, als es einen Schuh aus dem Chaos zog, und im Momente, da er ihn fortschleudern wollte, einen vom Körper abgetrennten Fuß darin erblickte! Es gehörten eiserne Nerven dazu, bei dieser Katastrophe im Dienste der Nächsten­liebe mitzuwilken. Man kann es wohl verstehen, daß in den die Trümmeniätte passierenden Zügen Frauen beim bloßen Anblick der zwischen einem Gewirr aus Holz und Eisen hängenden menschlichen Leiber in tiefe Ohnmacht fielen. Andererseits wird das trübe Bild freundlich erhellt durch den schönen Zug von Kameradschaftlichkeit, der sich bei den an der Unglücksstelle langsam vorübenahrenden Insassen eines Militä.conuois zeigte, die nur mit Mühe davon zurücka­balten werden konnten, ihre Abteile zu verlassen, um ihren in Not befinblidien Waffenbrüdern beizusteben. 9