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au» dem in voller Fahrt befindlichen Zuae geftiirit. Die Notbremse wurde sofort qe^oaen und der Zug zum Stehen gebracht. Der Unfall ist noch, den Umständen entsprechend, gut abgetönten, da der Junge, welcher jedenfalls ungewollt die ^üre öffnete und infolgedessen herausstürzte, nur einige minder erhebliche Verletzungen am Kopfe davontrug. Er wurde nach Hanau in das Landkranfendans gebracht.
* Tarifbewegnng ver Diamantarbeiter in Hanau. Ja einer außerordentlichen Generalversammlung, die gut besucht war, nahmen die Diamantarbeiter gestern nachmittag im GewerkschastshauS Stellung zu dem Vertragsentwurf, welcher mit der Unternehmervereiniaung. der 35 Diamant schleisereien angesch!offen sind, abgeschlossen werden soll. Bezirksleiter Ehrlcr-Frankstirt erläuterte die einzelnen Paragraphen, die nach eingehender Diskussion Zustimmung in der Versammlung fanden. Lediglich § 3 wurde fallen gelassen, meff die Unternehmer sich nicht auf die Garantie eines Mindeststundenlohnes festlegen wollten. Um nun dieses einen strittigen Punktes wegen nicht den ganzen Tarif scheitern zu taffen, wurde darauf verzichtet. Der Vertrag läuft biS zum 1. Juli 1913, wird er nicht 6 Wochen vor Ablauf gekündigt, gilt er auf ein Jahr weiter. Die Diamantschleifer erhalten die gewünschte Arbeitszeitverkürzung, bis zum 31. Dezember 3911 gilt die Mündige und vom 1. Januar 1912 die 8stündige Arbeitszeit. Zurzeit wurden noch 10 Stunden pro Tag gearbeitet. Schutzbestimmungen regeln bei schlechter Konjunktur Arbeitszeitverkürzungen. Der PreiSdrückerei ist durch Annahme eines MindestpreiSverzeichnisseS gesteuert. Die Lehrlingsfrage wirb durch beide Kontrahenten in Zukunft geregelt. Ein Schiedsgericht entscheidet über vorkommende Streitfragen. Die Versammlung beauftragte schließlich. nach Annahme deS gesamten Tarifvertragsentwurfes, die Kom- misston. nun endgültig mit der Unternehmervereinigung abzuschließen.
• Kutzballresultate von gestern. Hanau: Fußball- verein Karlsruhe—Viktoria-Hanan 4 : 1 (1:1): München: Bayern-München—F.-D -G. 96 Mannheim 3:0; Basel : Länderwettkampf Deutschland—Schweiz3 :2; Berlin: Städtewettkampf Berlin—Wien 2:1; Paris Belgien—Frankreich 4:0; Freiburg: Fußballklub Freiburg—Städtemannschaft Basel 2:0.
Vereins- n. VerinüqnniSnaferchten
fit M»«t«q ¥♦ n 4. 8 »$iL
Kirchen chor her glehauneskirche: Abeuvs 8 Uhr: Probe im UebungSfälcheu der Kirck«.
Turn- u. FeâlNnb: 6—7V»; Tratten«, 8*ft—10: Iriqmbabtetlun«.
Turnverein JteMfhbt: Abends 9 — 10 Uhr: Turnen der Damenableiluag. 8i>ana. Meiner- und Iünnliaqsvernn : *efen<< (Sv. Vereinshaus.) Brieftauben-tklub: Versammlung in der Brauerei Ortchler.
Oeieüschsft »Heilerer 8unb': Verein-abend im „Mr. Autfirfleae.
Verein „Hefsifâer Bund*: Versammlung im „Hessijcheu H»i".
Freiwillige Feuerwehr, 4. K»mv„ izniammenkuast im ^Gchühenhof". b Kemp. gusamwentuntl bei Ulsamer.
Brandwache n. Renimq-korv- : Ausamwentunst L d. „Brauerei Kaiser". Verein der Vrietmarkeniammler: Husammenkuntl im „jRe'laurant Mobr"' Familien-Marken-goniumnerem .CHniqfrit" : Abend- 8—10 Uhr: Mm ken- auslaae und Annahme neuer Mit«! »der (De ein-hau- .Oencorb'«*). Fimmerstuben - Klub „zum Kars« Friedrich": Abends von 9—11 Uhr: Echiesien.
Dramatischer Verein „Shiller": Abends von */’9 —10 Uhr: Leseprobe im Verein-lokal „Stadt Bremen".
»Bereinigung ehem. Beamtenschüler zu (Heyer, Be, rk Hanau": Abends 9 Uhr: Bereinsaben', im Restaurant Krieg, 8'ndeldamm 14.
Freiwillige ©onirätifelennt vom Roten Kreuz: Abends 9 Uhr in der Brauerei Kaiirr.
Ra^'^hrer-Kiua „Aoler"-Kesseliiadt: Bereinsabend im „Hov^engirtt«".
Derem »Anner »ns": guiammenkunst au den vier Jabre«leiten'.
Erste Hanauer Karnevalqelellschaft: Verein-abend im „Deutschen Haus".
Gesellschaft „Lustige Brüoer": Klubabend bei Heinrich Bowmtel.
Verfteisttrnnas- re. Kalender
für Dienstag den 6 April.
AaSmittaa« 2 Uhr sollen im Auktion-lotale Hahnenstraß« Str. 8, «ine große Partie Mobiliar» und andere Gegenstände durch den beeid larater und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer melstbietenL gegen Barzahlung versteigert werde«.
Ocsfciitliklicr Wetterdienst.
Beobachtungen des Pbnstkalischen Vereins, Frankfurt a. M. Wolkig, keine erheblichen Niederschläge, Temperatur wenig verändert.
Zur (SrHMitttfl eines AnsNchtstnemes auf dem Hühnerderg bet Wachenbuche«
gingen ein:
AuS dem Turm, Turnhalle Keffelstadt 1.05 Mk.
AuS der Sammelbüchse im Gasthaus „Zum Schwan" . 4.22 w
Von drei Hühnerbergfreunden, wovon zwei nur dann gerne geben, wen« sie besonders angehalten werden . —.18 „
Voriger Betrag . . . lsW.98 „
Zusammen bis jetzt 1096.43 Mk.
Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redakion des „Hanauer Anzeigers."
Eus Flab und fern.
W. WranfsuDt a. M., 8. April. Das Automobil deS Fabrikanten Otto Raich» stieß heute mittag in der Kalbäckergaffe mit einer HerrschastSchaise so heftig zusammen, daß Rasche herausgeschleudert wurde und besinnungslos liegen blieb. Er trug neben schweren inneren Verletzungen eine Gehirnerschütterung davon, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
W. Homburg v. d. H., 3. April. Der Kaiser, die Kaiserin, die Prinzessin Viktoria Luise und das Gefolge »ah- men heute vormittag an dem Gottesdienste in der Erlöser- kirche teil. — Der Kaiser hat an den Sohn des verstorbenen Pastors v. Bodelsckwing ein Beileidstelegramm in sehr warmen Worten gerichtet und hat mit seiner Vertretung bei der Beisetzung den Oberpräsidenten Staatsministrr Freiherrn von der Necke beauftragt.
W. Homburg v. d. H., 3. April. Der Hof begab sich heute nachmittag in Auiomobilen nach Köppern und von da zu Fuß durch den Taunus nach Webrheim: er kehrte von
Monta«
hier in Automobilen nach Homburg zurück. Das Wetter ist mârnur and sehr schön. Ihre Majestäten wurden allenthalben von den zahlreichen Ausflüglern freudig begrüßt.
M. Dff-nbâlh, 4. April. Ein R e v o l v e r- A t t e il- tat, das allerdings einen unblutigen Ausgang hatte, verüble in der vergangenen Nackt gegen 11 Uhr der 24jâhrige Valentin Breidert, der Sohn eines in der Goeihestraße 56 wohnenden pensioniert''» Zugführers. Der ungeratene Sohn hatte seinem Vater 100 Mk. gestohlen, weshalb er mit leinen Eltern in heftigen Streit geiiei. Als diese nun und fein Binder heute nackt nach Hause wollen, lauerte B. in der Nähe bet elterlichen Wohnung die'en au» und aab auf seinen Pater, seine Mut er und seinen Bruder 3 Revolver- schüsse ab, die aber glücklicherweise fehl gingen. Der Revolverheld flüchtete darauf und stickte verriebene Wirtschaften auf, in denen er wacker zechte. Alsdann begab er sich nach der elterlichen Wohnung. Da ihm aber der Einlaß verweigert wurde, zertrümmerte er die Vortür und steckte vor dieser einen fairen Zeitungen in Brand, die alsbald hell aufloderten, sodaß die Türe ytm Teil verkohlte. B. wurde noch in derselben Nackt verhaftet. — Die Untersuchungen im Falle Nipper, der sich bekanntlich an den ihm anvertrauten Jnvalidenversickerungsgeldern h-esiger Fabrikanten vergriffen hatte und baun Selbstmord durch Erschießen beging, haben ergeben, daß die Umerscklaaungen weit mehr betragen, als man anfänglich anzunehmen glauben mußte. Der Feh betrag beläuft sich auf Mk. 9800. Der Vater Ripper, der die ansänglick unterschlagen geglaubte Summe von Mk. 6000 decken wollte, hat nunmehr erklärt, daß er für die Unterschlagungen seines SohneS nickt aufkomme.
FC. Wiesbaden, 3. April. Die 30. ordentliche Generalversammlung der konservativen Vereinigung fand gestern unter dem Vorsitz deS Oberstleutnants a. D. Wiiffelmi-Wiesbaden in der „Wartburg" statt. Unter den Teilnehmern befanden sich Regierungspräsident von Meister, Polizeipräsident von Schenck, der freikoniervative Abgeordnete von Dirksen mehrere christlich-soziale Arbeiter usw. Der Vorsitzende erstattete zunächst den Jahresbericht. Er führte aus: Die Vereinigung steht noch im Zeichen der Bismarckieier und der heutige Tag empfängt eine besondere Weihe dadurch, daß dec Kaiser in der Provinz weilt. Dec Redner betonte, daß die rechts- stehen Parteien einig sein und Zusammenhalten müßten gegen den Ansturm der Sozialdemokratie. Die Vereinigung bestehe gerade 30 Jahre. Sie sei somit in? Mannesalter getreten und müsse jetzt ihre eigenen Wege gehen. Hier in Naffan fei es für die Vereinigung Hauptbedingung, den historisch gewordenen altpreußischen Konservat'vismiiS zu pflegen, waS nur möglich fei durch engsten Zusammenschluß mit den altpreußischen Provinzen. Sie muß National- und nicht Parteipolitit treiben, damit aQe konservativen Richtungen in dem vom Freisinn stark bedrohten Passau sich zusammenfinden. Verdienstvoll war eS von der Vereinigung, daß sie darauf hinarbeitete, in Nassau das Zentrum von dem Freisinn loszureißen. Daß die Konservativen jetzt dem Zentrum die alte Machtstellung wieder verschafft hätten, sei unwahr. Der Redner gab zu, daß eine gefährliche Krise in der konservativen Partei bestehe, doch warnte er vor den Be strebungen, in der Jetztzeit eine neue Partei zu gründen. Landrat von Heimburg, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, gab sodann einen Rückblick über die Geschichte der preußischen Wahlrechtsvorlage und bemerkte, daß kein Grund für die Regierung vorgelegen, eine neue Vorlage einzubringen, doch das Königswort mußte eingelößt werden. Vor allem muß an der indirekten Wahl, als demVollrverk gegen die (Einführung des ReichStagswahlrecktS festgehalten werte r. Die anderen Bundesstaaten mögen ruhig die indirekte Wahl einführen, die Hauptsache bleibe, daß der größte Bundesstaat, Preußen, sie abweist. Dafür muß gesorgt werden, daß bei der jetzigen Vorlage so wenig wie möglich Herairskomme. Die Hariptrorderung sei z. Zt. Freikonservâtioe und Nationalliberale auf die konservative Seite zrt ziehen. In der Debatte machte der Abgeordnete v. Dirksen (freikonseroaliv) folgende bemerkenswerte Ausführungen: Ein nationales Unglück ist eS, wenn die indirekte Wahl ausgegeben mürbe. (Lebhastes Bravo.) Die Wahlrechtsvorlage ist der übelste Nachlaß DülowS. Am 12. April d. I. wird die dritte Lesung vorgenommen, die ander zweiten Abstimmung nichts ändert, sodaß die Vorlage ans Herrenhaus gelangt. Hier ist die Einnahme sicher. Die Entscheidung liegt bei der Krone. Bei dem Kaiser ist, wie ich bestimmt erfahren habe, der lebhafte Wunsch vorhanden, daß die mittleren Parteien ihre Zustimmung zu dem Gesetz geben. Wenn das Gesetz nur von den Konservativen und Zentrum angenommen wird, dann sind die Rolle und Lage der Konservativen nicht gebessert, daS Zentrum dagegen hat eine große Stärkung erfahren, eine Stärkung, die es anstrebt. Diesen Hunger nach Macht beweist der dlriikel Erzbergers im „Tag" „Erhebliche Majorität". Die Freikonservativen sind zu Konzessionen bereit, wenn Aenderungen eintreten, die verhindern, daß die westlichen Industriegebiete dem Zentrum und der Sozialdemokratie ausgeliefert werden. Letzterer ist nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen, b?nn sie bient als Sturmbock gegen das Zentrum. Der rechtsstehende Teil der Nationalliberalcn kann höchstens zur Mitarbeit bei der Wahlreform gewonnen roerben. Unser Wunsch ist, daß auch der Mittelstand in Stadt und Land und die Handweiksmeister aus der dritten in die zweite Wählerklasse transferieren. Der Redner schloß: „Das alte Wadirecht war besser, als die jetzige Reform". — Darauf sprach Oberst a. D. Sieg und meinte, die Vorlage sei noch zu demokratisch und wünscht mit Hilfe der Freikonservativen und Nationallib'ralen die Schaffung des neuen Wahlgesetzes. — Hierauf beschloß man, am 1. Mai d. J. einen Hessen-Nassauischen konservativen Parteitag hier ab- zuhalten. Die Landtagsabgeordneten v. Pappenheim und Strasser werden über die politische Lage sprechen und Landwirt Hatztnann-dliedermeißen (Bund der Landwirte) über Finanzrefarm und Landwirtschaft, Pfarrer Werner-Frankfurt a.M. über Christlich-deutschen Konservativismus. Zum Schluffe bedauerte der Vorsitzende die Machinationen gegen den seitherigen konservativen Vorsitzenden der Handwerkskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden, Schneider-Wiesbaden, die diesen von seiner Stellung entfernt hätten.
Frankfurter Theater.
Dpekttstaits. Montag. 4. April, halb 8 Uhr: »Ein Walrertcaum". Äuß. Ab. Erm. Vr. — Dienstag, 5.
4k tt>fft
April, 7 Uhr: „Der fliegende Holländer". Jm Abonn. ' Gr. Vr. — Mittwoch, 6. April. 7 Uhr: Zum Besten deS Orchester-VenfionßfondS: „Tannhäuser". Auß. Ab. Gr. Pr. — Donnerstag. 7. April, 7 Uhr: „Amelia ' oder der Maskenball". Im Abonn. — Freitag. 8. April, halb 8 Uhr: „Die neschiedene Frau" Auß. Ab. j — Samstag, 9. April, 7 Uhr: „Lobetanz". Im Ab. ä Sonntaa, 10. April, halb 4 Uhr: „Die Fledermaus". ‘ Auß. Abonn. Erm. Pr. 7 Uhr: „Jzeyl". Im Abonn. r. Gr. Preise. — Montag. 11. April, halb 8 Uhr: „Der s Waffenschmied". Auß. Abonn. Erm. Pr. — Dienstag,
12. April, 7 Uhr: „Cavalleria nifticana*, „Der Bajazzo". Im Ab. — M ttwoch. 13 April, halb 8 Uhr: i „Die aeschiedene Frau". Auß. Abonn.
Die schön«
Schauspielhaus. Montag, 4. April, 7 Uhr:
Miriam". „Der schlechte Ruf".
Der Arzt seiner
Ehre". Im Ab. — Dienstag. 5. April, 7 Uhr: Erste- Gastspiel von Jvsef Kainz: „Faust". I.Teil. Mephisto: Herr Josef Kainz, ^u^. Abonn. Gr. Pr. — Mittwoch, 6. April, 7 Uhr: Gastspiel von Josef Kainz. „Tor- qnato-Taffo". Auß. Ab. Gr. Pr. — Donnerstag, 7. April, 7 Uhr: Gastspiel von Jolef Kain«. „Hamlet". Auß. Abonn. Gr. Preise. — Freitag, 8. Avril. 7 Uhr: Gastspiel von Josef Kainz. „Tantris brr Narr". Auß. Bb. Gc. Pc. — SamStag. 9. April, 7 Uhr: Letzte» Gastspiel von Jos»'Kainz. „Die Räuber". Franz Bloor Herr Josef Kainz. Auß. Abonn. Gr. Pr. — Sonntag, 10. April, halb 4 Uhr: „Im weißen Nößl". Auß. Ab. Erm. Pr. 7 Uhr: „Bei unS drüben". Im Abonn. — Montag, 11. April, 7. Uhr : „Ein Winlermärchen". Jm Ab. — Dienstag, 12. April, 7 Uhr: „Niniche". * Im Ab. — Mittwoch, 13. April, 7 Uhr: „Die schöne Mirjam". Zum ersten Male. „Heiße Liebe", Drama in 1 Akt von Sophie Socmmering. „Der schlecht« Ruf". Im Abonn. — Donnerstag, 14. April, halb 8 Uhr: „Wenn der junge Wein blüht". Auß. Abonn. s Erm. Pr. — Freitag. 15. April, 7 Uhr: „Götz von Berlinchingen". Auß. Abonn. Erm. Pr.
Brtctlallcii.
Einjährig. Wenden Sie sich an die Goetheschul« iu Offenbach oder an Ebert'» höhere Lehranstalt in Frankfurt am Main.
Drahtnachrichten
Monrmelon le Grand, 3. April. Der englische Av atiker, Kapitän Gibb», machte heute mittag einen Flug, bei dem er eine Höbe von 1520 Meiern erreichte.
Konstantinopel, 3. April. Der Sultan verlieh dem König ven Sei bien beu Hancdan - Orden, der König von Serbien dem Sultan und dem Thronfolger den Stern zum Karageorg-Orden in Brillanten.
Schtvhz, 3. April. Das große Kollegiumsgebäude deS Stiftes Mariahilf wurde H ute abend durch Feuer zerstört. Die Bibliothek und wertvolle wiffellschasltiche Sammlungen sind vernichtet.
DaVoS, 3. April. Auf einer Skitour im Fluela-Tale wurden fünf Skisahrer von einer Lamme überraicht. Bier konnten sich retten, während der Fünfte, Wilhelm Roßberg aus Deutschland, als Leiche hervorge^ogen wurde.
Ä'aüonttnfall.
Satznitz, 3. April. Heute mittag l1/* Uhr ist bet Ballon „Pommern", der heute früh in Stettin ausgestiegen mar, gegenüber dem Herrenbad in die Ostsee gefallen. In der Gondel befanden sich vier P rsonen, darunter der Rcich»- tagsabgeordnete Delbrück-Stettin. Bisher wurden zivei gt* rettet, einer brach den Fuß, der andere erhielt eine schwer» Kopfwunve und ist besinnungslos. Die fehlenden Zwei werden noch gesucht.
Stettin, 3. April. Ueber den Ausstieg de» verunglückten Ballons „Pommern" meldet die „Ostsee-Zeitung"; Der Ballon stieg heute vormittag IO1/» Uhr bei der Zabels- dorfer Gasanstalt bei sehr starkem Winde auf und verfing sich dabei in Telegraphendräbten, die zerrissen; sodann würd» der Ballon gegen ein Fabrikgebäude getrieben und durchschlug zweimal das auf dem Dache befindliche Gestänge. Die Kühlvorrichtung und der obere Teil des Schornsteins wurden glatt durchschnitten. Der Ballon hob sich dann und verschwand mit großer Geschmmsigkeit. Deutlich konnte maü erkennen, daß die Gondel schwer beschädigt sein mußte; sie hing links schief herunter. Das nach Tausenden zählende Publikum brach in Schreckensrufe aus und eilte wie das Militär, das bei dem Aufstieg behilflich war, zur UntaUftelle, da man annahm, daß jemand aus der Gondel gefallen sei. DiL Teil« nehmer der Fahrt bürsten aller Wahrscheinlichkeit nach bei dem Anprall erheblich verletzt worden sein. — Aus Safins wird der „Ostiee-Zeilurrg" ferner aemeldet, daß der Ballon sich in einer Höhe von etwa 500 Meter über dem Walde bei Waldhalle befand, als er plötzlich abgetrieben wurde und nut großer Schnelligkeit sank. Von dem Bantbeomien Semmel« hack, dem verletzten Teilnehmer an der Ballonfahrt, wird dem Blatte telephonijch mugeteilt, daß Reichstagsabgeordner Del« brück und Stadtbaurat Benduhn ertrunken sein dürften. Der Ballon treibe führerlos im Wasser. Er, Semmelhack, habe durch eigene Kraft sich retten tonnen.
Stettin, 3. April. Die beiden aufgefunbenen Insassen des in die Ostsee gefallenen Ballons „Pommern", sind, wie die „Stettiner Neuesten Nachrichten" meiden, der Kaufmann Hein und der Bankbeamte Semmelhack. Ersterer ist tot, letzterer hat, wie bereits gemeldet, ein Bein gebrochen. Die beiden anderen noch Vermißtrn sind der Reichstags- abgeordnete Delbrück und Stadtbaurat Benduhn. Das Unglück ereignete sich 1000 Mcter vom Lande.
Swinemünve, 3. April. Um 8 Uhr 50 Min. abends wurde die Leiche deS Reichstagsabgeordneten Dr. Delbrück geborgen.
Sastnitz 3. April. Der bei der Ballonfahrt verletzte Bankbeamte Semmelhack gibt über den Aufstieg deS Ballons und den Verlauf her Fahrt folgende Darstellung: Der Zusammenstoß des Ballons mit dem SEabrUgebäube war um