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Gefmidcnc und vrrlomie MtnniffâM rc.

Gefunden: 1 graue Mahne, 1 Schraubenzieher mit Holzgriff.

Verloren: 1 Zwanzig Markstück, 1 braunledernes Portemonnaie mit etwas über 4,50 Mk., 1 Portemonnaie mit Inhalt vom GewerkschaftShauie bis zum Sandeldamm.

Zugelaufen: 1 .tfnegSbnnb.

Augeflogen: 1 blaue Taube.

Hanau den 4. Avril 1910.

Politische Rundschau.

Reichskanzler v. Bethmann Hollweg hatte vor­gestern in Florenz die angekündigie Zusammenkunft mit dem neuen italienischen Minister des Aeußern und tritt nunmehr die Heimreise an.

Graf v. Hochberg zu der Brlefnffâre. Einen bemerkenswerten Briet des früheren Intendanten des König- Uchen Hoftheater in Berlin, Grafen v. Hochberg, veröffent­lichen in ihrer Sonntag-FrübauSgabe dieDresdener N. Nachr.". Er erklärt in dem Briefe u. a., daß sein Sohn nie in seinem Leben eine Gesinnung gehegt babe, die etwas wie einepraktische Verwertung" her Kronprinzenbriefe überhaupt zuließe. Es ist undenkbar, daß er fähig wäre, etwas derart Unwürdiges ju* tun, um Vorteile von einem Barnes zu erringen. In den Zeitungsnotizen, die meinen Sohn einer ehrlosen Handlung bezichtigen, werde auch ich als ein Hauer und unbarmherziger Vater hingestellt, der seinen Sohn wegen seiner in Amerika mit einer Büro er­lichen geschlossenen Ehe hätte hungern lassen. Demgegenüber sei festgkstellt, daß er selbst es war, der aus Trotz über meine Weigerung, meine Zustimmung zu der Heirat zu geben, mein Geld anfangs zurückwies. Jetzt erhält er seit langem seine bestimmten Zulagen.

Hansabund und Privatbeamte. Der Ausschuß des Hansa-Bundes für die Versicherung der Privatangestellten hat folgende Entschließung angenommen:Der Ausschuß des HansabundeS für die Versicherung der Privatangestellten steht grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß noch in der gegenwärtigen Reichëlagsperiode ein Gesetzentwurf, betreffend die Versicherung der Privaiangestelllen, dem Reichstage vor- zelegt werden und zur Durchberatung gelangen solle. Es ^scheint mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Angelegenheit und auf die volle Zustimmung der wesentlich in Frage kommenden gewerblichen Kreise ein weiteres Hinousschieben tiefer Vorlage unangängig, um so mehr, als auch die ein- ilüiige prinzipielle Stellungnahme der Parteien wiederholt »usgejprochen worden ist. Die im Hankabund vereinigten Lrwerbskreiie behalten sich im übrigen vor, zu der zu er» vartenden Vorlage im einzelnen Stellung zu nehmen." Wie sem Hansabund bekannt geworden ist, wird ein Gesetzentwurf, betreffend die Privatangestelllenversicherung, noch vor Ende tiefes Jahres zu erwarten sein. Der Entwurf baut sich auf Nrundlage der zweiten Denkschrift des Reichsamts des Innern auf.

Beschwerden der-Wesiafrikaner. Eine Petition der Südwrstafrtkaner zur Diamantenfrage ist in Berlin ein» getroffen und dürfte nach ihrer Drucklegung alsbald dem Reichstag zugestellt werden. Tie Bittschrift, die in sehr um» sann reichem Tert und elf Anlagen alle Seiten der Diamanten- Politik behandelt, ist, wie die Deutsche Tageszeitung mitteilt, von dem Bürgermeister tmb dem stellvertretenden Bürger­meister von Lüderitzvucht und Mitgliedern des Bezirksrates inttrzeichuet. In Lüderitzbucht ist eine Minenkammer ge- zründet worden. Es traten sofort sechs Diamantengesell- Tasten und drei Schürfer mit einer nachgewiesencn Gcsamt- Hobuftion von */, Million Karat jährlich bei.

Tie Retcksduma hat den Anträgen auf Schaffung âner russischen Kriegsluftflotte und einer Luftschiffertruppe |Ugeftimm^

Und neue Lebenslust begründet,

Erinnerung so heißt das Wort,

Sie pflanzt den Frohsinn weiter fort.

Wer gestern konnte froh betreten

Den Tummelplatz desFest-Kometen",

Der wird in echter Schwärmerei

Stets schätzen waS Erinnerung sei,

Und wird auch mit 'nem froh' Entzücken vertrauend in die Zukunst blicken,

Indem auf dem Komet fürwahr,

Don Weltzerstörung man nichts sah.

Was am Altar für Milde, man

Mit Liebe dorten ausersann,

DaS sei durch Stimmung angeregt,

Mit folgendem jetzt klar gelegt:

Im Saal erschienen Musik-Horden

Und kündeten mit Krast-Akkorden

Die große Trommel war für'S Ohr,

Dabei der stärkste Hauptfaktor

Daß im TheaterDariètS-,

Natürlich nur gegen Entree,

Man sich Genüssen könnt' ergeben,

Die man müßt' sehn und auch erleben.

Und wahrlich bot dieDirektion-

Gleich zu Beginn so Vieles schon,

Daßausverkauft- schon war dasHaus",

Gh' eine Vorstellung war aus.

Nachdem der Leiter höchst galant

Den Vorhang zog mit eigner Hand

Und damit gleich bekunden wollt',

Wie opferwillig er im Sold.

Trat er hervor mit Chic und Schneid

Und sang von einerNollschuhmaid",

Die er, weil sie abrett und fein.

Oft nannte auch seinNollmöpslein".

Zum Lachen war'S, man konnt' sich rollen,

WaS sollt' der Künstler wohl mehr wollen?

Um Sensation-Lust zu bezwingen,

Erschienen zwei die mußten ringen,

Der eine würd' ersannt behend,

Als frühster Musikdirigent,

Der anbert, daß er kurz zuvor

Monkaa

SPH es wem ^mfamMerrAoH zwischen Opiumpflanzeru und Soldaten in der chineschen Provinz Shansi wurden 60 Pe sonen gelotet und viele verwundet.

Leute des Mullahs von Somrrsi töteten acht­hundert Angehörige der england-freundlichen Stämme und raubten ihr Vieh. Die Stämme fliehen nach der Küste.

I Pastor von Bodrlschwinsth f.

Bielefeld, 2. April. Der Gründer der Anstalt Bethel, I Pastor von Bodcljchwingh, ist heute nachmittag 1 Uhr ge­storben.

Pastor Friedrich von Bodelschivingh ist am I Samstag nachm ttag 1 Uhr in Beihel bst Bi lefelb im 80. Jahre seines Lebens aepovl en. Er entschlief sanft, ohne Todeskampf. Mitte April v. I. hatte er bereits einen Schlaganfall erlitten.

Der Lebensgang des Pastors v. B^delschwingh war bunt- bew'gt. Er war am 6.-z 1831 in Hans Mark bei Tecklenburg in Westfalen geboren als der Sohn des preußischen Staatsmannes Ernst von Bodelschivingh, seine Mutter war t Charlotte von Düst. Der junge Mann wurde zunächst I Bergmann und Landwist; vom Studium der Philosophie und Namrwissenschaft ging es dann zur Landwirtschaft zu­rück, und aus der praktischen Bstäugnng au' die Universitâlen Baiel, Erlangen, Berlin ins Studium der Theologie. Er war Armeiipastor in Paris an der deutschen Gemeinde, Feldgeistlicher im österreichischen unb französischen Kriege, um dann in und um Bielefeld der geniale Organisator zu werden in der Fürsorge für die Ep lepti'chen und für die Wanderarbeiter. Seine besonderen Lieblinge waren die ar» beits- und obdachlosen Männer, denen er in Westfalen die wichtigen Aibeiterlolonien geballt hat. Alle Menschen waren seine Brüder, doch die Vagabunden hatte er in sein Herz geschlossen. Interesse für seine Bestrebungen wußte er überall tu wecken. Man weiß, wie mum er mit Kaiser Friedrich befreunbet war, auch bei unserem Kaiserpaar ging er als Hallsfreund aus und ein. Er verdiente das Vertrauen, das ihm allenthalben unbegrenzt emgegengebracht wurde, im vollen Umfange, wie er jedem Menschen, vesen fein herzliches Zutrauen emgeaentruq. Diese pbilantropifcbe Begabung verband sich bei Bodelschivingh mit einer durchsichtigen Gold­klarheit der Gesinnung und mit einem Optimismus, dem eine Dosis kindlicher Naivität beioemischt war, der jedoch einen hellen Blick für die Wirklichkeiten und Möglichkeiten dieses Lebens sich bewahrte.

Die bedeutendsten Bestandteile seiner Gründung bei Bielefeld sind eine Anstalt für Epileptische (Bethel) mit etwa 2000 Kranken, ein Diakonissenhans (Sareyla» mit etwa 1000 auf viel Albeitsplätze verteilte Schwestern, eine Er- ziehnngsstäue für männliche Krankenpfleger, die Arbeiter- folonie Wilhelmsdorf mit 5 Filialen, ein Arbeiterheim mit über 400 Wohnungen und ein MstsionSleminar. In feiner in den letzten Jahren gegründeten Arbeiterkolonie in Dernau bei Berlin schuf er bveüadie Heimstätten: für arbeitsfähige MännerHoffnungsial"; für die Jugend, die das Fluchen bei ihm verlernen sollte, bestimmte er die zweite Station Lobetal": die dritte Station für alte Leute, die wenig ober nichts leisten können und das Gnadenbrot des Lebens empfangen, taufte erGnadentol". Mn rücksichtsloser Schärfe wandte er sich gegen bieunbarmherzige Barmherrig- feit", wie sie in der durchschnittlichen Wohltätigkeit überall an den Türen geübt wird. Er beklagte sich bitter über die unseligen Pfennige und Groschen, die die Hausbenler von uns empfangen, um sie sofort in Schnaps umzufetzen. Man foü'c, rief Bodelschivingh, weder Geld noch Nahrung und Kleidung an die Bettler austti^n. Bodelschivingh wollte mit feiner Gründung, bie sein Testament geworden ist, der ziel­losen Wohltätigkeit steuern und die immer mehr anschwelleu- den ftäHichen Mäunerosrüe überflüssig midien. Wer sich

Noch sang im Overeltenchor.

Drum bald die Leute klar erkannten, - Daß beide freundschaftlich sich standen, Und daß bie ganze Ringerei

Nur abgemachter Schwindel seiI Denn ohne lange arisznroben, Lag sieghaft stolz der Schwache oben l Der Direktion zum Renommee ErschienGonda" auS dem Schlafcoupâ, Und sang ganz überzeugend frei

Wie sehr sienüchtern Mädel" sei. Dabei hatt' vorher man entdeckt

Wie ihr der Sekt so gut geschmeckt.

Ganz klar war keinesfalls sie mehr, Mehrl i l a schien sie mir auf Eh?.- Ein Impresario aus Bremen

Tat jetzt den Geist in Anspruch nehmen Und durch seinMedilrm" Madeleine Zeigt' er uns wahrlich wunderschön Wie sie im Traum gewandt hinhuscht, Doch einer rief:die ist gepfuscht". Ne Freude um sich d ran zu laben War 'S Erscheinen eines Wundertnabeu Ntit seiner netten Gouvernante, Bei der man aber gleich erkannte. Daß sie begünstigt Durch das Glück, An Jahren stand ihm weit zurück. Doch murren durst' man nicht fürwahr, Weil 's halt ein Wunderknabe war. Nachdem befriedigt hier die Lust Man wieder zumKometen" mußt. Mitner Vollendung wie noch nie Gemalmt' man zur Photographie. Ein Mägdlein, wie sie viel gern hatten, Hielt wohlfeilGehrmann-Cigaretten".

Haben Sie den Holländer gefeh'n. DenFliegenden" ganz wunderschön, So was bei meiner ganzen Ehr' Sehen Sie im Leben nimmermehr. Kommen's rein, kommen's rein, kommend rein", So lud man höflich weiter eint

4 April

r-t-f-JLJ.HL um UIII. lJ^UJU.JJLllW^r^,^.l.*^ .Hi. r-,1 ,

der Arbeit entzieht,' predigte mit erfrischender Deutlichkeit der i alte Herr im Ta'ar, verachtet auf seine Menschenwürde, r Bodel'chlvinghs humanes System ist von großer sozialer Tragweite. Schon vom Stai'dpunkt der allgemeinen Sicher- n heil des Lebens aus sollte man die Staren arbeitsloser, r mittelloser, obdachloser Menschen mit allen Kräften aufzulösen 5 Puten, indem man ihnen Arbeit und Brot vermittelt und bit i Seitefei unterdrückt. In bett unendlich gutmütigen, jugend- d frischen Augen des alten Herrn leuchtete warme n Freude auf, als er von seinen ersten Erfolgen mit der letzten Schöpfung erzählte:Wir fragen niemanden nach feiner Konfession, wir suchen Me Menschen. Der X katholische Piiester unb der jüdische Rabbiner dürfen eben­so bei uns bei ein wie der evangelische Pfarrer, um nach ihren Leuten zu sehen. Auch bei der kurzen t Morgenandacht zwingen wir niemand zuzuhören, aber sie bleiben alle sitzen."

Rastlos und unermüdlich hat der edle Menschenfreund nach allen Seiten hin bem Elend und der Verwahrlosung zu steuern gesucht; kein Weg war »hm zu weit, kein Bitt­gang zu schwierig, feine Reise zu anstrengend, um den Menschen zu Belsen. Er war ein evangelischer Franz von Assisi, ein echter Jünger des NamrenerS, von einer rühren- n den Demut, ein Original durch und durch. Er hat die Gegner entwaffnet, wenn er ohne Arg einem Bebel bie Hand reichte und ihn als seinenlieben Bruder" begrüßte, ober wenn er den schärfsten Gegnern mit köstlicher Unschuld den Arm um die Schulter schlang und sie sreundichafilich untersagte. Mancher kam mit einem Kopf voller Grundsätze undunumstößlicher" Prinzipien in die Verhandlung mit bem alten Bodelschivingh, und er ging von bannen, nachdem er ihm so und fooiele Unterschriften geleistet hatte unb mit leerem Geldbeutel, weil jener ibn vom Kopf bis zum Herzen (ober auch umgekehrt) für sich erobert halte l Der alte Bodelschivingh hat von sich nie ein Wort des Rühmens zu * sagen gewußt. Um so heller strahlt nun, nachdem dies - überwältigend reiche und schöne Leben im hohen Greiien» alter feinen Feierabend gefunden hat, bie Gestalt des großen ? Philantropkn aus seinen vielen Gründungen, ein leuchtendes Denkmal, errichtet von der dankbaren Liebe ungezählter s Tausende an Leib und Seele notleidender Menschen, denen er mit väterlichem Ernst ifnb Urheber Liebe nachging, um zu lindern und zu retten. Die Universität Halle verlieh ihm den Ehrendoktor der Theologie und der Kaiser zeichnete ihn durch den Wilbelmsorden allë. Doch er bedurfte weder seines adligen Namens, noch dieser äußerlichen Ehrenzeichen; er war und blieb der alte Bodelschivingh. So wird er auch im Gedächtnis der Menschen weiterleben.

Hus Hanau Stadt und Cand.

Hanau, 4. April.

* Koutrollversammkung. Dienstag den 5. April, vormittags 9 Uhr, in Fechenheim (aller Schnlhok, Lang­straße) die Ersatz, kservlstkn aller Waffen von Fechenheim; v0'mittags 11 Uhr die Mannschaften der Landwehr 1. Auf­gebots von Fechenheim; nachmittags 2 Uhr die Mannschaften der Res rve von Fechenbeim.

* Tie Lehrlinge der Gold- und Silberindustrie sollen nach dem Beschluß des Finanzausschusses der Stabt» verordnetenversammstmg sobald sie in der gewerblichen Fort­bildungsschule die für den Besuch der Akademie genügende Reise erlangt haben, bereits vom 1. April d. I. ab in der Zeichenakademie ausgenommen werden. Die Mehrkosten an Schulgeld von 30 Mark trägt die Stadtkasse. Der Magistrat hat sich im utitimmenben Sinne geäußert.

* Gesellenprüfung. Diejenigen Schmitdelkhrlinge, die ihre Lehrzeit beendet und beabsichtigen, ihre Ge'ellen» Prüfung zu machen, wollen sich bis zum 15. April b. J. beim Hofschmiedemeister Lotz, Herrnstraße 21 dahier, melden.

Doch was bot sich dem Ange dar

Als man schier in der Budè war? Erzähl'n werd' ich's nur keinen Fall. Gewisse Leut werden halt nicht all! Ein Mägdlein bann mit scharfem Sin« Erschien als Kartenlegerin Und sie nur darnach stets beglückte, Wie man den Geldbeutel ihr spickte, DaS Glück war käuflich gar nicht schnöd'

----So waS gibt's nur auf dem Komet 1

Im Sekt-Zelt traut unb unbelauscht

Würd' manche Zärtlichkeit getauscht

Um ohne lang baB Herz zu quälen

Im Standesamt sich zu vermahlen.

Das Leben vollends zu verstißen

Erhielt man Torte zu genießen.

Ein Fischermädel aus Holland

Dazu den Kognak bot galant.

Alsdann gab's aus Fortuna'S Schoß

Für manchen auch ein GlückeSloS,

Doch viele waren auSgeschieden,

Weil leider nur sie hatten Nieten,

Die aber durften gratis schauen:

Am Glück der Andern sich erbauen.

Zum Schluß braus war schon lang bie Sauft,

Ging's lustig inFidelen Bauer".

Hier tanzte man, wie kaum zu glauben,

Auch jeder trug 'ne Zipielhauben;

Der keine trug der war o je

Im Zwiespalt mit feim Portemonnaie.

Denn schließlich war die Uhr schon vier, «Die Obrigkeit" sagte es mir.---- Der Tummelplatz würd' immer mehr So nach und nach dann menschenleer. Jetzt gab es gar nichts mehr zu schauen Als leiber schwaches TageSgrauen. Das Fest war auS unb als Revanche Rief man im---CafS 'ne Melanche I ^ w Ten Künstlern mög' der klingende Erfolg ergeben Erhofftes Ziel für ehrliches Bestreben lt