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General-Nnzeiger

AM-ts Organ für SUN- un) Landkreis Zanas.

Erscheint täglich Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Veraatroarü. Redakteur: G. G ch r, itt N H««,

Nr. 77 K<rn,pr«chans»ltz Nr. 605. MvNtllg dtN 4. ApNl

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Rmifvtedjnnkbhiß Nr. 605» 1910

Amt«»«?.

Stadt- und Landkreis Ranau.

Nach Mitteilung des Mlitärbauamtes hier soll im Laufe dieser Woche mit dem Abstecken der Achse der hier zur Er­bauung kommenden Milltärbahuen durch besonders be­auftragte Dkrmefsnngsbeamt« begonnen werden.

Indem ich dies zur Kenntnis der Interessenten in hiesiger Stadt bringt, ersuche ich die Ortspolizeibebörden zu Groß- aubeim, Großkrotzenburg, Wolfgang, Bruchköbel und Ober- issigbeim für die wiederholte ortsübliche Bekanntmachung Sorge zu tragen.

Hanau den 4. April 1910.

Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.

V 2068 Frhr. L a ur.

Candkreis Ranau.

In der Gemarkung Windecken ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 2. April 1910.

Der Königliche Landrat.

V 2056 F r hr. Laur.

5ln die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreise».

Die Herren Bürgerme'ster und Gutsvorsteber des Kreffe» ersuch? ich auf Beseitigung ver Raupennester in 'hren Bezirken hinzuwirken.

Es sind nicht allein die Gemeindeobstbaumanlaqen zu säubern, sondern es müssen auch die Besitzer der in Gärten und im Felde stehenden Obstbäume angewiesen werden, die Säuberung der Obstbäume und Hecken von den Staupen» neftern vorzunehmen. Dabei ist den Baumbesitzern bekannt zu geben, daß § 368,2 des Strafgesetzbuches jeden, der daS geborene Rauven unterläßt, mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit entsprechender Hakt bedroht.

Nicht nur die leicht erkennbaren weißen Gespinst« der Nestranpe sind, mit den Spitzen der Aeste, woran sie kleben, zu entfernen, sondern es sind auch, soviel als möglich, die steinharten Ringelraupen-Eier und die Wulste der Schwanen­raupe aufzusuchen. Leyiere finden sich am unteren Teil der Stämme, die Ringe der Ringelraupe aber an jungen Schöffen, wo nur ein geübies Auge sie erkennt.

Etwaige Unterlassungsfälle sind polizeilich zu bestrafen. Zugleich ersuche ich unter Bezugnahme auf meine Be­kanntmachung vom 7. Februar 1908, V 1027 abgedruckt in Nr. 36 des Hanauer Anzeigers" und in Nr. 4 und 5 her Amtlichen Beilage von 1908 die Baumbesitzer durch ortsübliche Bekanntmachung auf die Vertilgung -er Blutlaus wiederholt hinruweisen.

Schließlich mache ich noch auf die Erledigung meiner ^reieblattvprfü'unq vom 22. Januar 1898, V 939, Amt-

Festabend der Hanauer Bühnenmitglieder.

Sie riefen, die Hanauer Bühnenkünstler, und alle kamen, diebaut* gehörten, direkt und indirekt, und deren sind e» nicht wenige, sodaß es am Samstag abend mit Genugtuung erfüllte, auf einen hübsch gefüllten Saal blicken zu können. Es ist ja bekannt, daß in Hanau die große Allgemeinheit immer wohlwollend die Bestrebungen unterfingt, welche darauf abzielen, größere Mittel für Wohlfahrtszwecke zu schaffen. Tritt nun hinzu, daß eine Veranstaliung wie die vorgestrige mit der arbietung auserlesener künstlerischer Genüffe ver­bunden 'st und eine Vereinigung die Einladung ergehen läßt, die durch ihre Stellung, ihre Tätigkeit in besonderem Maße fichder Sympathie weiterer Kreise }U erfreuen hat, so kann und darf der Erfolg nicht ausbleiben.Im Zeichen de« Kometen* stehend, war der Festabend gedacht, so lautete die Ankündigung in den Tagesblâttern, der Titel des mit belustigenden Ein­fällen bedachten Festbuches zeigte die gleiche Devise, ein Blick in den Festsaal ließ dann die unter diesem Zeichen gebotene entzückende Dekoration bewundern, die Künstlerhände ge­schaffen hatten. Hinzu trat dann noch die überaus glänzende I Festversammlung, die große Zahl anmutiger Mädchen- gestalten und schöner Frauen, sodaß dem Auge des Beschauer» gar Viele« und Reizendes geboten werden konnte. Das Programm des Festes fand in der vorgesehenen Weise seine Erledigung. Die unter der Leitung deS Herrn Obermusikmeister» U r b a ck stehende Ulanenkapelle eröffnete 8 den Festabend mit der prächtig gelungenen Darbietung der Tell-Ouvertüre, dann folgten Liedrrvoriräge des Herrn Paul ' Greef, Gei gen so li deS Herrn Konzertmeisters Hans Lange, Liedervorträge deS Herrn Ejnar F o r ch - Hammer, sämtlich vom Opernhause Frankfurt a. M. ' Den 2. Teil deS Programms eröffnete wieder die Ulanen» kapelle mit dem Vortrag derLohengrin-Phantasie". Dann spendete der bekannte Rezitator und Schauspiele» Max

liche Beilage 1908, betreffend Beseitigung absterbender Obst- bäume und Aesie, Beschneiden lebendiger Hecken und Be­kämpfung der Mistel aufmerksam, binnen 14 Tagen ist mir in dieser Angelegenheit Bericht zu erstatten.

Hanau den 1. April 1910.

Der Königliche Landrat.

V 2040 F rh r. Laur.

Am Freitag den 8. April 1910, abends 8 Uhr, findet im großen Saale derCentralballe*

ein populär-wissenschaftlicher Vortrag deS Herrn Ingenieurs BrunS aus Hannover über die zeitgemäße Küche unter besonderer Berück- sschtigung des Kochens mit Gas sowie die Verwendung von Gas zu Leucht» und Heizzwecken bei freiem Eintritt statt.

Die während de« VorkrageS »«gefertigten Koch- und Backproben werden an die Anwesenden kostenlos verabreicht.

Zu recht zahlreichem Besuche laden wir hiermit er­gebens ein.

Die Direktion

der städt. Ga»-, Waffer- und Elektrizitätswerke.

v. Gäßler. 7887

Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.

Auf Beschluß der städtischen Körperschaften werden für das Steuerjahr 1909 an Gemeindeadgaben uacherhoben werden:

»/o Gemeinde-Umlage,

6°/o Grund» und Gebänd essen er, entsprechend 3,7/# der auf den Steuerzetteln verzeichneten Grundsteuer,

6*/» Gewerbesteuer, entsprechend 4/ der auf den Steuerzetteln verzeichneten Gewerbesteuer.

Die nachzuzahlenden Steuerbeirâge werden in den nächsten Tagen durch Boten in den Wohnungen der Steuerpflichtigen abgeholt werden.

Hanau den 30. März 1910.

Der Magistrat.

Bode. 8035

Bekanntmachn»»», die Kttudesteuer-Deranlagung betreffend.

Anläßlich der bevorstehenden Hundesteuer-Veranlagung für das Rechnungsjahr 1910 werden alle Hundebesttzer in Hanau und Hanan-Keffelstadt, deren Hunde noch nicht ver­steuert find, aufgefordert, dieselben zur Meidung von Weite­rungen und Strafen baldigst im Steuerbureau, Markt 14, Zimmer 23, zur Steuer schriftlich oder mündlich anzumelden.

Bayrhammer aus Frankfurt a. M. Stlitncron» und bayerische Dialektdichtnnqen, Herr Opernsänger Friedrich Braun auS Frankfurt a. M. trug vor Karl Löwe« Archibald Douglas* u. a. m., Frau Marta O h l f - V i ck, unsere heimische gelchätzte Konzertsängerin, wartete mit ver­schiedenen Liedervorträgen ans, die Ulanenkapelle bot als Echlußnummer dieTannhäuser-Phantasie*. Daß allen Künstlern, wie auch der Ulanenkapelle reicher Beifall für ihre erstklassigen Darbietungen gespendet wurde, braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden. Unmittelbar nach Schluß dieses Teiles begann die FidelitaS: Die Verkaufs- und Erfrischungszelte wurden geöffnet. Man kam ordentlich in Verlegenheit, wohin man zunächst die Schritte lenken sollte, so viel der Lockungen machten sich geltend. Da waren an den verschiedenen Ständen unsere anmutigen Künstlerinnen tätig, um die Durstenden und Hungernden zu laben, und um sie vergessen zu machen, daß der Mensch am Golde hängt. Wer kann widerstehen, wenn ein paar blaue oder verführerisch dunkle Augen bitten, um des lieben Nächsten willen ein Glas Sekt zu trinken oder einen Likör zu genehmigen? Wo sich so viel Anmut ver­einigt, muß selbst die Eiskruste eine« verhärteten GemütS schmelzen und der Geldbeutel sich willig öffnen. Selbst­verständlich würde es zu weit führen, all die kleinen und größeren Attacken auf den WohliâtigkeitSsinn aufzuführen, doch sei bemerkt, daß der Hübiche in der Festzeitung ent» haltene Festqrnß deS Herrn Burau, lauiend:

Heut' trennt unS keine Rampe, heut sind wir alle eins l Vergessen sei die Bühne, die Bretterwelt des Schein«! Habt' Dank, daß ihr gekommen zu Tanz undrohem Spiel, Seid herzlich uns willkommen im bunten Festaewühl. Hinein in'S tolle Treiben, getanzt, gelacht, geliebt. Zeigt, daß es hier auf Erden noch frohe Menschen gibt! Läßt uns die Stunden nupen, bis früh der Morgen graut, Und unS die helle Sonne in's Auge lustig schaut.

Dann woll'n wir Abschied nehmen vom blitzenden Pokal, Bi« nächstes Jahr auf'S neue uns eint ein Bühnenball. volle Würdigung fand.

Versteuert« und bis 3L Mârz -. IS abst, schaffte Kunde muffen bis einschl. 14. April d I zur Ab­meldung kommen, wenn die Steuer nicht für etwaige Ersatz» Hunde weder entrichtet werden soll.

Abschassnnqen nach dem 1. April und 1 Oktober und Abmeldnnaen nach dem 15. April und 15 Oktober jeden Jahres bedingen die Fortentrichtung der Hundesteuer für das betreffende Halbjahr.

Ueber alle Hunde-An- und Abmeldungen werden Be­scheinigungen erteilt.

Hanau den 23. März 1910.

Der Magistrat.

Bode. 7801

Gcwrrbliche Fortbildungsschule.

Der Unterricht deS neuen Schuljahrs beginnt am Donnerstag den 7 April 1910. Die Neuanmeldungen find in der Zeit vom 31. März bis 6 April Schulgebäude Erbsenaaffe 3/5 zu bewirken.

Verpflichtet zum Schulbesuche find alle im Bezirk bet Stadt Hanau beschäftigten noch nicht 18 Jahre alten gewerb­lichen Arbetter, auch bie nur probeweise angenommenen Lehrlinge.

Die Anmeldungen für den freiwilligen Unterricht sowohl für das Zeichnen der Schulknaben am Mittwoch und SamS- tag nachmittag, als auch für den über die Ziele der Pflicht- FortbildunaS'chule hinausqehendm Tages- und Abend­unterricht haben vor dem Schulbeginn zu erfolgen.

Hanau den 26. März 1910.

Der Direktor der gewerbl. Fortbildungsschule.

_________________ Geißler. ____ 750%

LandmrtsWilher Kreisvereill Hun.

Nächste Versammlung Samstag den 9. d. M., nachmittags 21/* Uhr, im Gasthauszum goldnen Löwen* hier.

Tagesordnung t

1. Geschäftliche Mitteilungen.

8. Berichterstattung der Delegierten über die letzte General» Versammlung des VereinSausschuffeS der Landwirtschafts­kammer.

8. Vortrag deS Herrn KreiStt'erarzt Dr. Wittlinger übet außerordentliche Fleischbeschau.

4. Sonstige».

Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Be» kanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau, den S. April 1910.

Der Vorsitzende.

Frhr. L a u r, Königlicher Landrat.

Es wurde getanzt, gelacht und froh gespielt, ein ungezwungene», frisches, heiteres Leben pulsierte, jedermann fand Gelegenheit, sich köstlich zu amüsieren. Ein Kabaret in den unteren Lokalitäten bot noch besondere Genüffe, die weiter unten in launigen Worten von einem Freunde unsre» Blattes zum Gegenstände einer Schilderung gemacht worden sind. Als dann schließlich der Oberwanger Bierausschankzum fidelen Bauer" die Eröffnung seines Wirtschaftâbetrifbes anzeigte, war der Höhepunkt des festlichen Treiben» erreicht. Daß man recht hübsche Gewinne erzielen, auch bei Photographen sein Geld los werden konnte, sei der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt geblieben. So verrann Stunde auf Stunde. Die Ehrenmitglieder hielten mit den Besuchern erfreulicherweise Stand. Das Abschiednehmen von der gastlichen Stätte fiel gar zu schwer Wir können damit schließen, daß die Veranstalter des schön verlaufenen Festes mit Befriedigung auf ihr Werk zurück­blicken können. Sie haben dem gedachten wohltätigen Zweck gewiß ein erkleckliches Sümmchen zugeführt, dann aber auch den Besuchern Jntereffantes und Schönes in Fülle geboten und das Band zwischen Bühne und Publikum enger geknüpft. Bei den meisten Besuchern war wohl der Sonntag Morgen schon nahe herangerückt, als, um einigeSilberlinge" erleichtert, aber im schönen Bewußtsein, sich für einen guten Zweck amüsiert zu haben, der Heimweg angetreten wurde.

Som Fcslcknd der Potito WneMnHnM

(Lokal-Berband Hanau).

Ein Rückblick in launigen Versen von Ludwig Strauß.

Sind auch verstummt die Kunstgesänge, Verrauschet all' die Walzerklänge, Ermattet all' der Festesglanz, Gelockert froher Zecherkranz, Bleibt uns bewahrt ein hehres Gut, Was lang' noch flackern läßt die Glut, Die stets das Herr der Seelen zündet,