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Politischer Wochenbericht.

^^rch das Osterfest ist, wie immer so auch in diesem Jahre, eine Ruhepause in dem innerpolitischen, insbesondere parlamentarischen Leben geschaffen worden. Solche Ruhe- Paulen aber eignen sich vorzüglich zur Selbstbesinnung und geistigen Einkebr, und gerade gegenwärtig tut bie§ dringender not als je. Unser öffentliches Leben krankt unter der Herr- schaft der Phrase und g'eichmacherischer Tendenzen, unter Parteiegoismus und Massenumschmeickelung. Nicht sachliche Rücksichten und Forderungen des Gemeinwohls sind der Haupisache nach de bestimmenden Motive unb aus'cklag- gebeitben Faktoren für das politische Handeln, sondern pariei- poliiiichr Erwägungen und parieidoktriuâre Schlagwörter. Geht die Entwicklung in dieser Richtung weiter, so treiben wir unhaltbaren Anständen entgegen. Um das einzuleheit, vazu bedarf es keines Philosophenmantels, wie man ihn törichterweise denen andichtet, die wie unser Reichs­kanzler die Zeichen der Zeit zu deuten wissen, sondern allein gesunden, nüchternen, praktischen Denkens. Wir schen von Herzen, daß die Stille des Ostesfesies an ihrem Teile zum Au'dâmmern dieser Einsicht beigetragen haben möchte, ohne uns freilich in dieser Hinsicht weitreichenden Hoffnungen hinzugeben.

Ein besonders krasses Beispiel von dein verheerenden Einflüsse der demokratischen Phrase hat der sogenannte pKult urtag" geliefert, der während der Osterzeit in Berlin abgehalteu worden ist. Er bot ein wahrhaft er­schreckendes Bild geistiger Oede und Unfruchtbarkeit dar. Das innerste Leitmotiv, das als einendes Band die Teil­nehmer desKulturtag-8" zusammenhielt und sich wie ein roter Faden durch alle ihre Beratungen zog, war der Haß gegen das lebendige positive Christentum. Wie anders hat da doch derjenige Mann, dessen Persönlichkeit man wohl als die bisher bestgelungene Verkörperung edelsten menschlichen Kulturstrebens bezeichnen darf, näm­lich Goethe, geurteilt, als er schrieb:Mag die geistige Kultur nur immer förtschreiten, mag der menschliche Geist sich erweitern, wie er will, über den Glanz und die Hoheit des Christentums, wie es in den Evangelien leuchtet und schimmert, werden sie nicht hinauskommen." Nicht für die Macher und Teilnehmer desKuttuttagès", deren Hirn unter dem demokratisch-revolutionären Phrasennebel schon viel zu oetbiödei ist, als daß es der Wahrheit noch irgend­wie zugänglich wäre, wohl aber für die große Menge derer, die noch von Zweifeln hin- und hergeworsen werden und den Sirenen klängen der mobernen Kultnrapostei erst nur von ferne lau'chrn, dürfte es v ellkichi heUsam sei«, jenen Goetheschen Ausspruch wieder einmal in Erinnerulig zu bringen.

Mit aufrichtiger Befriedigung vermag unser Rei chs- k a n z t e r auf den Verlauf seines römischen A uten t- Halts zurückblicken. Vor allem hat er während dieses Aufenthaltes Eindrücke empfangen, die von neuem bestätigen, daß der D r e i b u n d g e d a n k e in Italien ebenso tiefe und feste Wurzeln geschlagen hat wie in Deutschland und in Oesterreich- Ungarn. Die Begegnung in Rom bot nahir- gemäß willkommenen Anlaß, in den dort gepflogenen poli­tischen Unterhaltungen, die im Vordergründe der europäischen Politik stehenden Fragen zu berühren. Die Unterredungen zeigten wiederum die volle Uebereinstimmung der .Kabinette von Rom und Berlin mit der Wiener Regierung. Das gilt besonders hinsichtlich der BaUanangelègenheuen. Die Dtetbundmächie begleiten die veriassnugsmäßige Entwicklung der Türkei sowie das Gedeihen bet Balkaustaaten mit ihren Sympathien und Nute, stützen die einmütigen Bestrebungen aller Mächte gut Aufrechterhaltung deS Friedens. Es entsprach dem Herkommen ebenso wie den persönlichen Empfindungen Herrn von Bethmann Hollwegs, daß er bei seiner Anwrseuheit in Rom auch dem Oberhaupte der katholischen Kirche seinen Bestich abstatteie. Wie sich aus dem Söffen der Dinge von selbst ergibt, bih

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flache Höhlung in den Sand ober erzeugen eine flache Nitlide f im Boden, indem sie sich mit der wechselnden Wiudiichtung ° drehen so Ungefähr machen es die Möven und Sturm- schwalben, deren Brutorte auf sandigen Landzungen und ein­samen Inseln liegen. Auch die Lummen verzichten auf den Bau eines Nestes, wie von der Helgoländer Lummenwaud her bekannt ist. Etwas mehr Fleiß verwenden die Vögel auf ihre Wohnung, die auf offenen Wiesen, in Brüchen oder im Kornfeld ihren Wohnsitz wählen. Ter Kiebitz hat solch ein Nest. Es besteht in der Regel aus einer seichten Ver- tiefung, die mitunter mit Grashalmen oder dünnen Wurzeln ausgekreidet ist. Das Nest der Lerche ist schon als eigent­liches Bauwerk anzulprechen, denn die Lerche scharrt selbst eine Vertiefung in den Boden und kleidet sie mit allerlei Halmen aus. Das Nest ist zwar ziemlich liederlich angelegt, doch nicht leicht zu entdecken, weil das Baumaterial stets so gewählt wird, daß es der Umgebung ähnelt. Nicht viel üppiger ist das Nest der Wachtel gebaut, das jedoch regel­mäßig in einem angebauten Felde zu suchen ist. Wirklich gebaute Nester finden sich unter den Vögeln der Heimat, die auf dem flachen Boden brüten, kaum. Verläßt man aber die Scholle und sucht in den niederen Büschen und im Unterholz, so entdeckt man bald Nester aller Art, von den Anfängen der Architektur der Vögel bis zum kunstvollsten Gebäude. Jeder Knick, fast jeder Waldrand enthält Vogel­nester. Immer liegen sie so, daß die ersten Strahlen der Morgensonne sie treffen, also auf der Nordostseite. Ganz dicht übet dem Erdboden findet man die Nester der Nachli- gall und des Sprossers, die beide feinen Anspruch auf all^u» große Kunstfertigkeit erheben können. Zuweilen liegen sie unmittelbar dem Boden auf, mdnrbmal ist ein Winkel zwischen den Schößlingen eines gefällten Baumes als Bam gründ gemäht Dürres Laub, besonders Eichenlaub, bildet den Hauptbestandreil der Unterlage, selten werden Reiser und Stroh zu den Wandungen gewählt, in der Regel bilden sie trockene Holm? und Stengel, Schilf- und Nohrl^ätter; die innerste Schicht wird aus noch feineren Stoffen zu­sammengesetzt ; zarte Wurzeln, Pserdehaare und PflauzeunwUe dienen als Tapezieruvg.

Zum selben Typus der Nester geboren die Wobnungen

beten bei dem Empfang» des Reichskanzlers durch den Bapff sowie in feinen Unterredungen mit den leitenden Persönlichkeiten der Kurie hie Verhältnisse der katholischen Kirche in Deutschland den Mittelpunkt des Gesprächs. Zu Abmachungen irgendwelcher Art lag indessen, wie dieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" ausdrücklich bemerkt, kein An­laß vor. Die deutsche Publizistik erfüllt eine angenehme Pflicht, wenn sie Der Dankbarkeit für die unserm Kanzler so herzlich erwiesene italienische Gastfreuud'chaft wie für die ihm im Vatikan bereitete Aufnahme Am druck gibt.

Aus Abessinien ist die Trauerkunde von dem end­lichen Ableben des. schon lange Zeit schwer kranken Kaisers Menelik ein getroffn. Gleichzeitig wird be­richtet, daß die Kaisern Tai in abg-setzt und Meneliks Enkel I^assu angemem als Nachfoloer anerkannt woiben fei. Mit Menelik ist eine historisch auserordemlick bedeutsame Persön­lichkeit dahingeschieden. Er hat sein Reich der modernen ßuliurueivegung anaeschlossen und es allezeit als Lebensauf­gabe betrachtet, sein Volk zur Arbeit zu erziehen. Wie sich die mnerpoliti'che Lage Abessiniens nach dem Tode Meneliks ge­stalten wild, darüber Mutmaßunaen anzustellen, ist zurzeit wenig angebracht. Aus wirtschasts- und handelspolitischen Gründen aber hat Deiltsbland jedenfalls alle Ursache, die Weiterentwicklung der abeisinischen Verhältnisse sorgfältig im Auge zu behalten. Das in starker kultureller Aufivârts- bewegung befindliche oftafrifanifdie Alpenland bietet sedemalls europäischem Geiverbeflnße einen lohnenden Zukunüsmarkt dar. Es muß daher darauf geachtet werden, daß das Prinzip der offenen Tür auch für die Be­ziehungen zu Abessinien dauernde Gelumg gewinnt.

In der Universität Kairo hat der nordamenkanische Ex- präsident Roosevelt einen Vortrag gehalten, in dem er die nationalistische Beweaung her Ae ypler scharf verur­teilte, und dadurch in weiten Kreisen der ägyptischen Be­völkerung starken Unwillen hervorgerufen. In England tobt der Kampf um das Oberhaus weiter, während in Rußland durch einen Erlaß des Zaren die kümmerlichen Reste der Autonomie F i n l a u d s noch eine weitere Ein­schränkung erfahren haben. Frankreich endlich hat einen häßlichen Konflikt zwischen dem obersten Generalissimiis feiner Armee und feinem Kriegsmin sier erlebt, der wieder einmal auf hie Zustände unseres westlichen Nawdarstaues ein grelles Sieht fallen läßt. Der aus der Drey'us-Affäre her besonnte General Piquart, ein durchaus uuvckähigter, aber wegen seiner radikalen Gesinnung bei ben geoeinvärtigen Machthabern der Republik wohl akkreditierter Mann, soll nach dem Wun'che des Kriegsministers eins der wichtigen östlichen Almeekontmandos empfangen, während der Geueralirsi- mus diesem Ansinnen nach Kräften Widerstand leistet. Man ersieht auch hieraus wieder, wie wen g ein von partei­politischen Grundsätzen geleitetes parlamentarischen Stegime den. wahren Interessen der Wehrhaftigkeit und Kriègslüchiig- seit eines Landes zu dienen vermag.

Politische RundTcbau.

In der neuer» NeichsverftKerrrnstsordurrntt ist bekanntlich dem Wunsche, durch Einführung neuer Lohullnssen höhere Jnvalihturettten versichern zu können, fiattgegeben worden. Zum Ersätze dafür aber bietet die freiwillige Zu- satzvèrsicherung allen verstcherungspflichäqeu unb Versicherungs' berechtigten Personen die Möglichkeit, duech EiuklrbeN einer beliebigen Anzahl von Zusatzmarken zu beliebigen Zeiten eine Zusatzrente zur Invalidenrente in beliebiger Höhe zu versichern. Nun ist es aber Amaabe des Gesetzes, biete Versicherung so eiuzurichten, daß die Versicherungsträger nicht infolge Zu'affuug von Personen, bereu Ge'undheit bereits geschwächt ist und die dem Eintritt Ler Invalidität nahe- stehen, einer finanziellen Gefährdung ausge'etzl werden und daß ferner die Verwaltung einfach gestaltet wird. Der finanziellen Gefährdung will der Entwurf dadurch begegnen, daß die Höbe her Reme, die für eine befummle Zusatzmarke von Raben, Kiähen, Raubvögeln unb Störchen; nur sind sie viel größer, auf anderer Unterlage aufgebaut und enthalten keine gaizz weiche Auskleidung. Diese Horst? sind in der Regel auf hohen Bönnien oder auf Felsen, beim Storche auch auf Türmen und Dächern angelegt. ^Raubvögel verwenden sogar häufig verlassene Krähennester al§ Unterlage. Ein solches Nest ist ziemlich roh aus Knüppeln oder Zweigen, je nach der Größe seiner Bewohner, zusammengesetzt. Zuweilen erreicht es ganz erstaunliche Abmessungen. Die Adler verwenden sehr hastige Knüppel als Unterlage, die pe selbst zuweilen von Bäumen abbrechen. Girtannèe untersuchte einmal in Giaubünden einen Adlerhorst, der aus einem ungeheuren Haufen dünner Fohren- und Lärchenreiser bestand und eine Höhe von einem Meter, eine Breite von zwei unb eine Länge von drei Metern hatte. Das Nest lag übrigens an einer recht gut geschützten Stelle, wo ein Block aus dem Felsen herausgebrochen war, sodaß eine Nische entstanden war, deren Hinterer Teil als Kluderstube diente. Die Nester der Krähen sind hiervon dem Wesen nach nicht verschieden, nur natürlich viel kleiner unb fast immer in hohen Baum­kronen angelegt. Zuweilen erwäb'en sich große Krähen­scharen einen Waid als ständiaes Revier und legen Kolonien an. Torr sitzen dann dichte Klumpen von Krähennestern in den Baumkronen, oft ein volles Dutzend auf einem einzigen Baum. Das Storchennest gehört auch diesem Typus an, je­doch nur, wenn es, wie regelmäßig das des schwarzen Wald­storches und selten das des schwarz-weiß-roten Haiisstoiches, in einer Bâumkione augeleat ist. Der Storch hat 'ich bei uns zu Laude so an bas Zusammenleben mit dein Menschen gewöhnt, daß er es meistens Uötz'eht, auf dessen Wohnung zu nisten, zunral da ihm recht häufig in Gestalt eines a'reu Waaenrades über einer anderen guten Unterlage eine Ein­ladung zum Nestbau hinaelegt mild. Dgumenstarke Reiser und Stabe, Aeste, Dörnen, Erdklumpen und Ra enstücke bilden nach Brehm die Unterlage, feineres Neista, RoIUhalme unb Sctnlfbättcr eine zweite Schicht, biirre Grasbüschelchen, Mist, Strohftoppeln, Lumpen Papierstücke. Federn die eigent­liche Nestmulde. Jedes Jahr wird das Nest nuSgcbcffert und dabei erhöht, sodaß es immer schwerer wird unb dis Unterlage es kaum noch tragen kaun.

gewährt wird, von der Zahl her Iabre abhängig gemacht

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wirb, die beim Eintritt des Versicherungsialls seit Bei- ^i bringung der Zusatzmarke verflossen ist. Man betrachtet m

hiernach jede Zusatzmarke als einmalige Einzahlung zum Er- * werb einer Invalidenrente, die sich als Viessaches der Zahl H der beim Eintritt der Invalidität seit Entrichtung der Zu- j ( satzmarke verflossenen Jahre und eines bestimmten Renten- ' satzkß ergibt. Wenn z. B. für die einmalige Eiuwhlnng von ' 10 Mk. ein Rentensatz von 20 Pfg. gewährt werben kann, n so würde sich die Iabresrente berechnen, wenn beim Eintritt r der Invalidität seit Entrichtung der 10 Mk. verflossen sind

1 Jahr auf 20 P'g., 2 Jahre auf 40, 3 Jahre auf 60, 4 Jahre 80 $fg 5 Jahre auf 1 Mk , 10 Jahre auf 2 Mk., 20 Jahre auf 4 Mk., 80 Jahre auf 6 Mk., 40 Mk. auf 8 Mk. usw. Bei bieier R uienb Messung bringen weniger

gesunde Personen um deswillen keine finanzielle Gefahr für den V rsicherungsträger, weil ihr Anspruch auf Ziisayrente beim Elutnlt der Invalidität in den ersten Jahren nach Ent­

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richtung der Zu'atzmarkeu sehr gering ist und die Ein­zahlung den Kapitalwert der Reutenzahlung erheblich über­steigt. Die Durchführung der Versickerung ist einfach. Die i1 Zusatzmarken im Werte von je 1 Mk. sollen ebenso wie die übrigen Beitragsmarken in die Quittungskarte eingeflebt und entwertet werben. Beim Ummuich der Quittnngslarten werden sie an der Umtausckstelle mit aufgerechnet und der Zahl nach angegeben. Der Anspruch auf Zusatzreute soll in i derselben Weise wie der auf Zuvalidenrente geltend gemach! werden.

Seit Inkrafttreten des Gesekes über die staatliche Prüfung von Krankerrpslegepersonen n haben 394 Schlsiermnen die genannte Prüfung in den Seminaren des Ev. Diakonievereins in Berlin-Zehlendorf i- bestanden und das staatliche Diplom erhalten. Die stetig zunehmeudt Anzahl der Aspirantinnen zeigt, wie die Wett*1 Schätzung, deren sich der Verein in den gebildeten Frauen» " kreileu unseres deutschen VâterlanLes ei freut, von Jahr zu Jahr wächst. Unb das mit Recht. Hat doch der Verein es verstanden, durch die Einrichtung eines ^Freiwilligen» jahres für Frauen" in der Krankenpflege und in der sozialen - Arbeit ohne KaulionssteUung und ohne Veipflichlung für die Zukunft- einem allgemeinen Bedürfnis unserer gebilbehti Frauenwelt gerecht zu werden. Wenn auch die Zahl der beruflich und dauernd tätigen Vereinsmitglieder ständig wächst, so spricht das da'Ür, daß es dem Verein geg ückt ist, Schwierigfeiten, wie sie z. B. in der Organik

sation sogen, städtischer Schivesiernschakien gerade jetzt wiedek zu Tage getreten sind unb die ÖeffenUicheit beschäftigt haben, zu überwiuden. Unb das nicht zum Wenigsten durch ben Umstand, daß seinen Mitgliedern alle möglichen Arbeits­gebiete der Wohlfabrlspflege (Krankenpflege, Äuvlandspflege, Fürsorge, Waisenpflkg?, Mâdckenheimarbeit, Säuglingspflege, Magdalcneimrbeit uno.) eröffnet worden fino, savaß sie nicht nuaußgrsetzt im Krankenhaus tätig sein müssen, sondern nach Wunsch ober Bedürfnis den Ort und die Arbeck wechseln können.

Das neue haudelspolttische Abkommen zwischen den Vereiuigien Slaarett von Amerika Und Canada, das vorgestern in Washington und Ottawa amtlich publiziert ist# stipuliert zunächst ben Grundsatz, daß die Bereinigten Staaten dem Dominion auf Canada die Mim'malsâtze des neuen Zolltarifs auf der vorhandenen Grundlage gewähren unter Verzicht auf Auwenduug der Höchsttanfe dieses Zoll» gèsetzts. Dagegen gewährt Canada den, Vereiulgten Staaten unter denselben BedlNgui'gen, die eS anderen Staaten gegen» über eingeoangeit ist, ermäßigte Zollsätze auf etwa ein Dutzend Warensorten amerikanischer Herkunft, darunter kalifornische Weine, Seiden-Manufakturwarkn und einige subtropische Fruchiarten. Ferner macht Canada gewisse Zu­geständnisse hinsichtlich der Holzausfuhr für die Zwecke der amerikanischen Papierindustrie. Beiden Staaten vek» pflichten sich zu gegenseitiger Anerkennung und Zulassung auf allen Kanälen und Wasserstraßen, die der Oberhoheu

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Etwa auf gleicher Stufe der Vollendling stehen die Nester vieler Wassernögel, die im Schilf nisten. Als Beispiel sei das des Holibensteiß'ußes Heransgegriffen, der in Deutsch­land zu den selteneren Vögeln gehört. Sein Nest, ein schwimmender Bau, wird Weit vom Ufer entfernt, stets aber in bet Nähe von Schilf, Rohr oder Binsen, angelegt und dann an einigen Halmen befestigt. Das ganze gleicht einem aufgeworfenen, zufällig vom Winde zusammengewehten Klumpen faulender Wasserpflanzen so vollkommen, daß bet Unkundige es sicher nicht für ein Vogelnest hält. Die Dlulde ist ganz glatt tmb Macht den Eindruck, als seien bfé Schilfhalme nur durch das Gewicht des Vogels triebet- gedrückt.

Hoch oben im Schilf, am Rande der Gewässer, hängt zwischen den Halmen ein Nest, das gegen die bisher be» trachteten recht zierlich nuSficht unb auch viel kunstvoller ge­baut ist, das des Drosselrohrsängers, das als Typus bet im Schilf und zwischen hohen Halmen niftenftn Vögeln bienen soll. Es hängt, nach der Wasserseite zu, und zwar ganz dicht am Rande des Schilfs, zwischen drei, vier ober mehr Halmen in einer Höhe, wo es vom Wasser nicht erreicht werden kann. Es ist bedeutend höher als breit, sehr dick­wandig unb in der Mitte breiter als an her oberen Oeff« mmg, also oben einwärts gebogen. Die Wandungen be­stehen aus dürren Grasblättern unb Halmen, die nach innen zu immer feinet werden. Zur eigentlichen Aussiitternng werben die verschiedensten Stoffe bemißt, Blätter allert Art- Bastüiden, Samenwolle, ja sogar Nnnnengespinst».

Dieses Nest mit dem oben einaewölbtcN Rand bildet den Ueßergaug zu den überwölbten Resten I Ein solches baut zum Beispiel das Tüttelchen, das nahe dem Boden, zuweilen auch in Erdlöchern oder hohlen Baumstiimpsen nistet. Dürre Bauinbläiter, Mootz, trockene Stengel und ähnliche Stoff» bilden die Außenwand, zarte Wurzeln, HälMcheN, Haare, Federn unb Wolle die Auskleidung. Juunek aber sorgt bä3 RöUelchkN daliir, daß es ein Dach über dem Kopf hat. Der gemeine Spatz, bcffeu Wöhmma mit Recht als liederlich be­zeichnet wird, baut sich ein Nest gleicher Art, das fast regest mäßig über sacht ist. Meissens, besonders in der Stadt nistet er an Häusern, in Mauertvcbern, in Dachrinnen, ja sogar m