Mette 1
«smßkâ«
Dce^ Kammer vertagte sich daraus bis zum: Dienstag, v' - .
England K ^inan^lage im Splegtl der Treffe. Ne Londoner Morgenblätter beschäftigen sich'mit der Finanz- laae Englands. Der „Standard" meint: Der Schluß des Finanzjahres und die Veröffentlichung der Bilanz bestätigen, daß die Finanlsituation deS Landes von Jahr zu Jâ schlechter wird. Dies beweist nicht allein, daß das verflossene Jahr mit einem Defizit von 26 Mill. P'und Sterling ab« schließt, sondern auch der Voranschlag zeige ein trübes Bild über die Zukunft. Die Lage ist wirklich unnahbar geworden, da die Aussichten für die Zukunft sehr schlimme sind. — „Daily Expreß" schreibt: Vor uns liegt die Bilanz des Abgeordnetenhauses. Würde es die Bilanz eiites [großen Finanzinstituts und nicht die eines groben Staates eilt, so wurde man einfad) die Direktoren einer solchen Ge- ellschaft zur Verantwortung ziehen. — „Morningpost" be« Eitert das neue Finanzjahr unter der Aegide des Frei« Handelssystems; eines Systems, welches als kläglich gescheitert betrachtet werden müsse. —- „Daily Cbronicle" sagt, die Konsequenz der Zurückweisung des Budgets durch das Haus der Lords zeige sich in der Unterbilatu von 26 Millionen Pfund. Was das neue Finanzjahr anbetrifft, so fei darüber vorläufig noch nichts zu sagen. Das HauS der Lords wird einfach verantwortlich gemacht werden müssen für die vergrößerte Nationalschuld. — „Daily Graphic" schreibt: Die Tatsache ist so ernst, datz man sagen kann, Rustand habe niemals in Friedenszeiten einen schlichteren Abschluß seiner Finanzsituation gehabt wie jetzt. Das ist daS Ziel von der zwölfmonatigen Negierung des Herrschenden Systems. Dem Oberhaus keine Schuld beizunussen, ist ebenso lächerlich wie unehrlich. — „Daily NewS" endlich meinen, es sei auf alle Fälle ein Luxus, zwei unverantwortliche Kammern zu haben, die einfach das Budget zurück- weisen. Wie aus der Bilanz zu ersehen sei, sei das auch ein sehr kostbarer LuxuS.
Ncgus Menrlik. Die von der „Ngenee Havas" verbreitete Nachricht vom Tode Meneliks ist, wie der „Agenzia Stefan,* aus Addis-Abbeba unter dem gestrigen Datum telegraphiert wird, unbegründet. Der Zustand des Negus ist unverânbert. Das Land ist ruhig. Die Kaiserin Taitu hat sich angeblich bemüht, mit den Anführern von Schoa ein Einvernehmen zu erzielen.
Weitere „Politische Rundschau" im zweiten Blatt.
Hus Ban au Stadt und Eand.
Kanan, 2 April.
* Das Malnhafen-Projelkt. Wie bekannt sein dürfte, ist in der Sitzung der Sladlverorduetenverlammlnng vom 11. Juni v. I. beschlossen worden, den Mainhafen oberhalb der Mainbrücke mit Sicke« heitshnfen zu errichten und hierfür den Betrag von 1 050 000 Mk. ausschließlich GrunderwerbSkosten zur Verfügung zu stellen. Nach dem ausgearbetteten Projekt soll der Hafenmund 300 Mir. oberhalb der Brücke angelegt werden mit Rücksicht banuf, daß die den Hafen, besonders rückwärts, verlassenden Schiffe die Möglichkeit des Drehens b-s zur Brücke haben müssen. Da nun die Gemarknugsgrenze zwischen Hanau und Großauheim ungefähr mit dem Hafenmund zusammeniällt, so liegt her ganze Hafen auf Großauheimer Gemarkung. Im Interesse her Stadt Hanau kann es nun jedoch nicht liegen, daß sie hen Hafen in der Gemarkung Großauheim errichtet und zu- lâßt, daß die Industrie, die sich an dem Haken ansiedelN wird, ihre Steuern nach Großauheim zahlt. Es wird deshalb die Eingemeindung der für den Hafen erforderlichen Flächen von etwa 65 Hektar gefordert, die Kartenblâtier A und B der Gemarkung Großauheim, sowie weiterhin auch noch einiger Flächen, die sich bis zum Sleinheimer- weg der Grotzauheimer Gemarkiing erstrecken. Die Sache liegt also so, daß die Stadt Hanau zunächst mit der Gemeinde Großauheim wegen ihrer Zustimmung zur Singe» tneiudung von Tellen b-r Gemarkung einen Vertrag schließen.
dann aber, bevor .die Eingemeindung erfolgt das .Exvropriationsrecht erhalten mu^, weil sonst die Singe« memdnng an dem Widerspruche einzelner Eigentümer scheitern kann. Schwierigkeiten sind nun mit b-r Gemeinde Großauheim entstanden wegen der Eingemeindung der fraglichen Flächen. Die Gemeinde Großauheim wünscht nämlich den Hafen nicht an der von der Stadt Hanau in Aussicht genommenen Stelle, also auf den mit A und B bezeichneten Planflächen, die unmittelbar an die Gemarkung Hanau an- sloßeu und zu dreiviertel sogar von der Gemarkung Hanau umgeben werden, sondern will vielmehr den Haien ganz in die Nähe des bebauten Ortes Großauheim berangerüch sehen. Hierdurch würden b:e Lagerplätze um etwa 1 s/a Kilometer weiter von Hanau entfernt weiden, was eine erhebliche Verkehrserschwernng zwischen Hanau und dem Hafen bilden würde. Der Herr Oberbüigermcister Dr. Gebeschus nahm deshalb Veranlasfuna, diese Angelegenheit mt Herrn Bürgermeister G r u n aus Großauheim zu besprechen. Herr Bürgermeister Grün erklärte in dieser Besprechung, daß nach seiner Ansicht die ©mgemembung der Kartenblätter A und B, iowie eines Teiles weiterer Flächen in Güte niemals statt« finden werde. Zunächst seien die bethen Kartenblätter A und B das einzige gute Gemüseland in der Gemarkung Großauheim, sodaß, wenn dieses den Auheimer Gemüsebau treibenden Einwohnern genommen würde, die Leute ruiniert seien. Selbst wenn statt 75 Pfa., für welchen Betrag der Quadratmeter bisher von der Stadt angefanft sei, 2 Mk. für den Quadratmeter bezahlt würden, so hätten die Leute non dem Gelde nichts, da sie von den Zinsen nicht leben könnten, ivährend sie durch die Bebauung der Gnind- slücke in der Lage wären, ihren Lebensunterhalt zu fristen. Er hatte es daher für angebracht, daß der fräsen statt auf den Kanenblältern A und B, auf den .RarienbläUmi C und E angelegt würde. Da hier die Gemeinde Großauheim viel Gelände besitze, könne sie dasselbe billig an die Stabt abgeben, hierdurch würde die Dewirtschaitung der Gemüseländereien auf den Karienblâttern A und B einstweilen erhallen bleiben und das Aufsangen deS kleinen Bauernstandes nicht mit einem Male, sondern nach und nach, je nachdem sich Iudnstrieen im Hafengebiet ansiedeln würden, vor sich gehen. Daß sich durch diese von ihm vor« gffchlageue Lage die Entfernung Hanaus vom Hafen noch bedeltteud vergrößere, sehe er ein, ebenso, daß der Stadt Hanau in irgend einer Weise von Großauheim als Gegenleistung für die zu bringeuden Opfer entgegengekommen werden müsse. Herr Grün wandte des weiteren ein, daß, wenn die Kartenblätter A und B hochivassersrei aufgefünt ober eingedâmmt würden, die Kartenblâtier C, E und H umso stärker vom Hochivasser überflutet werden würden. Dem Einwand des Herrn Oberbürgermeisters, daß ja daS der Gemeinde Großauheim verbleibende Gelände von der Eisellbahn Auheim- Babenhausen ab eingedeicht werden könne, hielt er entgegen, daß dadurch das ganze Wasser von der preußischen Seite bcS MaineS ab und auf die heisische Seite hiirübergedräugt würde, wogegen wohl vom Hessi'chen Staate Eiirspruch et» hoben werden bqrfte. Diesem Einwurf hielt Herr Oberbürgermeister entgegen, daß auch, wenn der Hafen parallel z»im Maine vom Mainku'e nach der Auheim-Babenhäuser Brücke zu gelegt würde, das Hafengebiet hocuwafferfrei gelegt werden müsse, sei es durch Auffüllung des Geländes, sei es durch Eu'deichung desselben. Hierdrirch würde bann ebenfalls daS Hochwasser auf die hessische Seite getrieben werden. Zwecks ^Beseitigung dieses Uebelstandes hält es Herr Grün für angebracht, auf den Kopf des Hafens zu gerichtet einen Kanal in den Hafen zu legen, der mit einem Ueberfallwehr und mit einer Schleuse zu versehen ist. Die Schleuse könne zur Spülung des Hafenbeckens Verwendung sinden, während das lleberfallivehr bei Hochivasser in Tätigkeit treten könne, sodaß ein Teil des Hochwassers durch den Ha^en abgeführt werden würde, wodurch das Mainknie weniger gefahrbringend sowohl für die preußische wie für die befische Seite des Mamufers sein würde. Attch gegen bieten Vorschlag wurden seitens des Herrn Oberbürgermeisters Bedenken geltend aemaebt, so die Gefährdung der im Hafen liegenden
Schiffe .und die Versandung des Hafens, Jedew falls .-müssen die yorgebrachten Einwände sorgiölüc. geprüft werden, ba . ja beim Scheitern einer aüti £ lickten Einigung das Zwangsverfahren durchgeführt werden i muß, dieies jedoch nur eingeleitet werden soll, wenn < eine andere Lösung der Hafensrage ausgeschlossen erscheint. Herr Oberbürgermeister Dr. GebeschnS besprach dann am 25. Oktober v. Js. gelegentlich seiner Anwesenheit in Berlin das Mainhaienprojekt mit den zuständigen Dezernenten im Ministerium. Zunächst setzte er sich mit dem Geheimen Oberregierungsrat v. F a l k e n h a y n ins Benehmen wegen der Eppropriation und wegen der Eingemeindung. Bezüglich der Singemeinbung sagte ihm derselbe, daß diese Ange- . legenheit, da nur ein Teil der Gemarkung Großauheims einaemeindet wecden solle, lediglich Sache des Bezirksausschusses sei. Wie groß dieser Teil sei, müsse dahingestellt bleiben, jedenfalls dürfe er nicht so um- t fangreich sein, daß das Interesse der Gemeiitde Großauheim, durch den Hafen eigenes Jndustriegelände i ausgeschlossen zu sehen, wegfalle. Waâ die Ver- leibung der Expropriatiousbefugnis an die Stabt anlange, so würde in dieser Beziehung den Wünschen der Stabt so weit entgegengefommen werden,
wie dies überhaupt möglich sei. Auch die Herren Ministerialdirektor Peters unb Gcheimer Oberbaurat Röder im Ministerium für öffentliche Arbeiten waren mit der Projektierung deS Hafens oberhalb der Brücke einverstanden unb sagten der Stabt für die Ausführung dieses Projektes die Unterstützung des Ministetiums. soweit irgend möglich, zu. Beide Herien waren der Meinung, daß der ganze in Frage kommende Komplex, alio die Karteltblätter A unb B der Gematkung Großauheim und die ganz« franauer Gemarkung zwischen bm Bahndämmen, her Au- i Heimer Gemarkting und dem Main, alâ Jndustriegelättde zu - betrachten sei, dessen Expropriation zu ermöglichen sei."'. Die Herren erklärten sich weiter bereit, wie der Stabs Frankfurt gelegentlich der Anleaung des Frankfurter Ost- bafens auch unserer Stadt in gleich weitgehender Weise das Espropriationsrecht zu verschaffen. Sobann wurde die von ' Herrn Bürgermeister Grün gewünschte Nâherlegung des 3 Hafens nach Großauheim zu besprochen. Zunächst erklärten 1 die Negirru"gsverlreter,daß sie diese Lage für ungünstiger hielten, t wie die von der Stabt vorgesehene, und sie keinen Vorteil itgend einer Art aus dem Grün'schen Projekt ersehen konnten. Di« Befürchtung des Herrn Grün, daß im Falle der Eindeichuttg des der Gemeinde Großauheim verbleibenden Geländes das Hochwasser des Maines auf die linke Seite des Stromes gedrängt würde und dieses den Eiit'pruch der hessischen @e» meinben und des hessischen Staates hervorrufen dürfte, teilten zwar die Herren, derartige Einwendungen sollen aber durch Verhandlungen mit dem hessischen Staate beseitigt | werden. Das Hochivasser durch den Hafen zn füh en, er- - klärte Herr Geheimer Oberbaurat Röder für ein Unbing. Seitens der Regierung würde eine der- artige Maßnahme nie geduldet werben, da, abgesehen von der Veisandring des Sicherheitshasens, die in dem Hasen liegenden Schiffe durch das eingeleilete Hochwaffet äußerst gesährdkt werden würden. Endlich wurde seitens de« Regierungsvertreter hersorgehoben, daß wegen b-r Befürchtung des Herrn Grün, wenn der Hafen auf den Flächen A it. B angeleigt würde, die jetzt noch vorhandenen Bauern in Großauheim mangels Ersaygeländes als Gemäsebaliern sich nicht mehr entehren könnten, ein so gesuudrs Projekt wü die Ha Anfrage nicht gefährdet werden dürfe. — Die von bet Gemeinde Großauheim erhobenen Ein- w ä n d e machten erneut kommissarische Verhandlungen wegen des Hafenbaues erforderlich, i Zu diesem Zwecke waren am unaangenen Mittwoch hier | auwef nb Herr Regierungspräsident Graf v. B e r n st o r s s ' aus Cassel, die freiren Geh. Oberregierungsrat Dr. Drews aus bem Ministerium des Innern, Geh. Negierungsrat Dr. Kirchstein aus dem Ministerium her öffentlichen Arbeiten, Reg.- und Geh. Brurat Dittrich aus Cassel, Geh. Baurat Siebert aus Wiesbaden, Baurat Hahn aus Arant«
Stadttücaler in Hanau.
= Hanau, 2. April.
„N o r a"
Schauspiel in 3 Aufzügen von Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange.
Der nordische Dichter Ibsen, dem wir das Schauspiel „Nora", das am gestrigen Abeiid über unsere Bühne ging, verdanken, gehört mit zu den feinsinnigsten Dichtern, die die dramatische Literatur aufzuweisen hat. Die „Nora", die eine Rette seelischer Konflikte zu durchleben hat, in musie gültiger Weise im Sinne des Autors wiederzugeben, gehört zu bett schwierigsten Aufgaben der Darstellungskunst. Die geeignete Person hierfür zu finden, hat die hiesige überhaupt als rührig St bezeichnende Theaterleitung ihre Bestreben darein gesetzt, nb fürwahr! sie hatte einen glücklichen Griff getan in der Wahl der Königl. preuß. Hottchausvielerin Fr. Eliriede Bayrhammer vom Hoftheater in Cassel. Eine Leistung erster Qualität bot Fr. Bayrhammer. Ihr Spiel war geradezu bestrickend .zu heißen. Dieser stete Wechsel der feinsten Gefühlsausdrücke verblüffte außergewöhnlich. Die Szene, da ihr ganzer Hehl vor den Hingen ihres Mannes Robert offenbar wird, war einzigdastehend. Ein bleibendes Denkmal verdienter Hochschätzung und unberechenbarer Anerkennung hat sich Fr. Bayrhammer im Herzen des hiesigen Theaterpublikums gesetzt. Als äußeres Zeichen möge die Bei'allvfreudigkeit der Besucher unseres Musentempels betrachtet werden. Der Referent glaubt nicht zu weit zu gehen, wenn er dem Wunsch, der wohl alle Mitglieder der weiten Zuhörergemeiude beseelte, Ausdruck verleiht, Fr. Bayrhammer zu ferneren Gastipielen hier begrüßen zu sönnen, auf daß sie an i hre phänomenale Stiftung noch weitere reihen kann. Einen recht annehmbaren Partner hatte „Nora" in Herrn Oskar Feigel gefunden, der den Advokaten Robert Hellmer kreierte. Es musste allerdings sehr befremden, neben einem soliden Spiel, wie Fr. Bayrhammer es lieferte, das zu-
weilen recht gefühlsdürre, sehr absteckende ihres Gatten zu beobachten. Herr Johannes Surau fand sich mit seiner Rolle deS täglichen DeiuchrrS „Doktor Nank" reckt gut ab, was die Kritik hier lobenb scsllegt. Die vom Schicksal arg gepeitschte „Frau Bin ben' fand in Frl. Marg, fr auf Jig eine würdige Vertreterin. Durch ihre Vermählung mit „Advokat Günther", den Herr Wilh. Hellmuth vor die Augen der Besucher stellte, befreit sie die Famile Hellmer aus den Händen des rânkeschmiedenden, moralisch-morschen Winkeladvokaten. In Heineren Rollen waren Frl. Clara 9? a t h n f i u s (Marianne), Frl. Betty G i r o d a (frelene), Herr Heinrich Feidler s Dienstmann) verwendet. Auch der Knaben Haas (Erwins, Schon (Bob) und Drescher <Em>i>yt sei Erivähi'tittg getan. Die Jiiszenierung diirch Herrn Hellmuth ließ nichts zu wünfdxn übrig.
Karl Witzel.
Jet 1. Icnijilje Tmtsg in Hum.
Vorgestern waren, wie wir bereits kurz berichteten, 62 Jahre verflossen, daß der alte Turnvater Fr. L. Jabn anläßlich des ]. Deunch-n Turntoges in Hanau weilte. Es wild deshalb nicht uninteressant fein, in folgendem die Aufzeichnungen eines Zeitgenossen sieglnsche Chronik) über jene F'stwge zu veröffenilichen. Geben sie uns doch ent getreues Spiegel« bild bafür, welcher Enthusiasmus schon damals der Turnerei in unserer Stadt entgegengebracht würbe.
31. März, nachmittags ‘M Uhr: Soeben kommt der ehrwürdige Turnvater Friedr. Ludw. Iahtt nebst Frau per Post Lier an, um dem den 2. April hier ab uh illrud n allgemeinen Deutschen Tiirntag mit beizuwohnen. Die Retsenden nahmen bei dem Turnwait der hiesigen Ttttner Herrn Anglist SdiSittner >hr Absteigequartier.
31. Vt ärz, abends s/4? Uhr fahr Turnvater Jahn, von den in Fi ankfurl zwischen unsren Turnern und angeblich Frankfurter verktecdeten Söldliugeu stallgehabteu
Austritten benachrichtigt, per Extrapost eiligst nach Frankfurt.
1. April. Um den ersten deutschen allgemeinen Turniag zu feiern, ziehen zahlreiche Scharen auswärtiger Tlirner hier ein. An den Wartioren werden diese von den hiesigen Turnern und Einwohnern als willkommen« Gäste begrüßt'
Die zu den morgen den 2. April hier abzuhaltenden Turner-Fesilichkeiten vorbereiteten Anstalten find kaum zu beschreiben. Haben seit den letzten Tagen nur die hiesigen Wirte ihre Lokale mit deutschen großen Fahnen geziert, so sind doch seit gestern nur wenige, vielleicht niemand von der ganzen Einwohnerschaft zurückgeblieben, diesem schönen Beispiel zu folgen.
Schon mögen 1500 bcutf l e Fahnen, welche nicht selten die Länge von 18 Ellen haben, an den Hänfern prangen, ebenso Kränze, Teppiche, Girlanden, übergroß« breifatbige Kokarden.
Die öffentlichen Gebäude, als das Neustädter Ral- Halts, welches mit besonderem Fleiß und Aufmerksamkeit geschmückt ist, — Polizeigebäude, Gymnasium, Theater, Landgericht, Hauptiollamisgebäude, die Müitze, 2öobnimg des Polizeirat Müller, Lombard, Stadthaus Waisenhaits sind besonders dekoriert.
Rachulittags 1 /»5 Uhr. Im Hingen bl es werden die hiesigen Warttürme der Johannes- unb Marienkirche, erstere mit 4, leidere mit 1 deutschen Fahne geziert. Eine jebt hat 18 Ellen Lauge. Wagen, Choiseu, Omnibusse führen Flkmde der Stadt zu. Die Schulen sind geschlossen.
Abellds ‘ iO Uhr. Turnvater Jahn kehrt von Frankfurt zurück. Die hiesigen und die schon Henie hier an» gelangten fremden Turner, die Bürgergardemusik an der Sp'tze, zogen demselben eine Strecke entgegen unb geleiteten denselben mit über 100 Fackeln unter unaufhörlichem Schießen und „Gul H«tl"'Rmen in die Stabt.