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Erstes Blatt.

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General-Anzeiger

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Amtliches Organ für SIM un) Fandkrtis ZavM.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

BerealaetiL Stebafte«:. Schrecker M H«a^

$L 63 F-rnspr-chanschl«sr Nr. 605,

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14 Seiten.

Amtliches.

Handelsregister.

1. Kommanditgesellschaft in Firma:

Gebrüder Stern" mit dem Sitze in Hanau.

Ein Kommanditist ist ansgeschteden, ein neuer Kom­manditist ist in die Gesellschaft eingetreten.

2. Unter der Firma:

Conrad f^u6* betreibt zu Hanau der dort wohnende Holzhändler Conrad Fuß ein Handelsgeschäft als Einzelkaufmann.

Dem Kaufmann Louis Fuß in Hanau ist Prokura erteilt.

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zn 1. vom 5. März 1910 und

zu 2. vom 11. März 1910. 6501

Genoffenschaftsregister.

Konsumverein für Grostanheim und Um* geburrg, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haft­pflicht" in Großauheim.

Der Gustav Ferdinand Gadhof in Großauheim ist aus dem Vorstand ausgeschieden; an feine Stelle ist der Ludwig Kronenberger in Großauheim in den Vor­stand gewählt.

Hanau den 19. Februar 1910.

Königliches Amtsgericht 5, 6491

Nutz- und Brennholz - Verkauf.

Am Mittwoch den 23, März er., von vormittags 9 Uhr ab, toll in der GastwirtschaftZum Schützenh o (Witwe Lucas) in Niederrodenbach aus dem Schutz- bezirk Oberrodenbach, Jagen 22, 28b, 34a, 36a, 42a u. c, 45h u. Totalität (Lehr, Kirchberg, Schäferberg, Kalkhecken) das nachstehende Nutz- und Brennholz und zwar:

A Nutzholz.

Eichen r 198 Stämme B 3.-5. Kl. = 31,61 km, 80 Stück Derbholzstangen 1.3. Kl.

Fichten: 25 Dauholtstâmme 3. u. 4. Kl. = 6,77 km, 215 Stück Derbholzstangen 1.3. Kl., 48 Stück Neiserholzstangen 4. Kl.

Weitztannen: 43 Stück Dauholzstâmme 2.-4. Kl. = 12,11 km.

Kiefern: 3 Bauholzstämme 2.-4. Kl. = 2,05 fm, 94 rm Nutzscheit 2. Kl. in Rollen.

B Brennholz.

Eichen: 84 rm Scheit, 214 rm Knüppel, 19.70 Hdt. Wellen Reis 3. Kl.

Buchen: 142 rm Scheit, 100 rm Knüppel, 21,30 Hdt. Wellen Reis 3. Kl.

Birken n. Erlen re.: 13 rm Scheit, 27 rm Knüppel, 0,70 Hin. Wellen Neis 3. Kl.

Fichten: 235 rm Reiser 3. Kl. (Schleifhausen zu Bohnen­stangen).

Weisttannen: 4 rm Scheit, 3 rm Knüppel, 1,60 Hdt. Wellen Neis 3. Kl.

Kiefern: 112 rm Scheit, 86 rm Knüppel, 231 rm Stockholz und 159,10 Hdt. Wellen Reis 3. Kl. öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werden. Das Brennholz kommt von 10 Uhr ab zur Versteigerung. Der im Termin anwesende Rendant nnamt Zahlungen entgegen.

Der betreffende Förster erteilt über daS zum Verkauf kommende Holz auf Ansuchen mündlich nähere Auskunft.

Wolfgang den 15. März 1910.

Königl. Oberförst-rei Wolfgang. 6557

Bekanntmachung.

Durch Beschluß der Gemeindevertretung vom N. Februar 1910 soll der Interessenten-Fnstweg, hinter den Pfortenweingärten, Karienblalt 6 Nr. 144, in hiesiger Gr- tnarkung auf zirka 100 Meter Länge eingezogen und um den von der Firma I. Brüning u. Sohn, Aktiengesellschaft, zu errichtenden Neubau geführt werden.

Gemäß § 57 Abs. 1 des ZuständigkeUsgesetzes vom 1- August 1883 wird die» Vorbaben mit der Aufforderung

Mittwoch den 16. März

bekannt gegeben, daß Einsprüche binnen 4 Wochen, vom Tage der Veröffentlichung an gerechnet, bei der unter­zeichneten Behörde zur Vermeidung des Ausschlusses geltend zu machen sind.

Langendiebach den 14. März 1910.

Die Wegepolizeibehörde.

6517 Rüger, Bürgermeister.

PolitiTcbe Rundschau.

Aufhebung der Generalmusterung. In den Ministerien des Krieges und des Innern besteht, wie die B. Z." anS zuverlässiger Quelle erfährt, die Absicht, wenn irgend möglich, die Generalmusterung bei der Rekruten- Aushebung fallen zu lassen. Es sind bereits Umfragen an alle Brigaden gerichtet worden. Von deren Antwort, die bis Mitte Juni eingegangen sein muß, wird es abhängen, ob man dem Gedanken der Aufhebung überhaupt nähertreten kann. Der Wtglall der Generalmusterung, die ein Ober- gutachten über die Tauglichkeit der Ansgehobenen bedeutet, würde im Ersatzgesckâft keine großen Störungen verursachen. Dagegen würden jährlich einige Millionen gespart werden.

Kein Rücktritt des Oberpräsidenten von West­falen. Der Oberpräsident von Westfalen, Frhr. v. b. Recke, teilt derKreuzztg." mit, daß die Meldung der ,51. pol. Korr." von seinem Rücktritt frei erfunden ist.

Die nationaNiberale Fraktion deS Abgeordneten­hauses hat gestern eine mehrstündige Sitzung abgehalten, in der, wie verlautet, ausschließlich die Haltung der Partei zur Wahlrechtsvorlage besprochen wurde. In parlamentarischen Kreisen erzählt man sich, die Kompromiß-Verhandlungen der Konservativen und deS Zentrums mit den Nationalliberalen seien völlig gescheitert.

Die Bremer Genosten «nv die soziakdemo» kratischen Lehrer. AuS Anlaß des Disziplinarver­fahrens gegen die Bremer Lehrer, die das bekannte Tele­gramm an Bebel unterzeichnet haben, wurden Montag abend in Bremen 5 sozialdemokratische Versammlungen abgehalten, nach deren Schluß an 10 000 Teilnehmer vor daS Rathaus zogen und Hochrufe auf die Gemaßregelten auSbrachten. DaS geringe Polizeiaufgebot griff nicht ein.

Die Tarlfverhandlunqen im Baugewerbe resultatlos verlaufen. Die Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband und den vier Zentralverbänden der Bauarbeiter wegen Abschlusses eines neuen ReichStarifS für das deutsche Baugewerbe sind ebenso resultatlos verlaufen, wie die Verhandlungen im November vorigen IahreS. Ueber die Frage, ob ein Reichstarifvertrag zwischen den Organi­sationen abgeschlossen werden soll, konnte eine Einigung nicht erzielt werden. Die Arbeiter wollen örtliche Tarife, die Arbeitgeber verlangen, daß ein Einheitslobn nur für gelernte und tüchtige Arbeiter gemhlt wird, womit die Arbeiter nicht einverstanden waren. Die Arbeitgeber verlangten, daß die Arbeiter nicht mehr ihren Einfluß aufbieten sollten zur Ver­minderung der Akkordarbeiten, sie lehnten auch die Aner­kennung des paritätischen und unparitätischen Arbeitsnach­weises ab, verlangten vielmehr freie Hand und wünschten nicht eine Verpflichtung zu übernehmen, daß neue Forderungen wegen Verkürzung der Arbeitszeit während der Vertragsdauer gestellt würden.

Das neue bayerische Maszsteuergesetz ist, wie aus München gemeldet wird, von der bayerischen Abgeord­netenkammer in der Avendsitzung vom Donnerstag in der Fassung des Reichsrats, der u. a. die von der Abgeordneten­kammer bereits beschlossene, öffentliche Bekanntgabe deS Exirakigehalts des DiereS an den Cchankstâiten wieder ge­strichen hat, mit allen gegen 1 Stimmeangenommen worden. Die endgültige Annahme deS Gesetzes durch den Reichsrat ist Donnerstag zu erwarten. Mit diesem beschleunigten Ver­fahren vor dem 1. April gewinnt die bayerische Staatskasse noch 600 000 Mk.

Das österreichische Abgeordnetenhaus setzte die Verhandlungen über die Errichtung einer italienischen Fakultät fort. Der Unterrichtsminister trat für die Er­richtung einer Fakultät ein, die ja in gewissem Sinne schon Jahre lang bestanden habe. Während andere Nationalitäten nur den entgangenen Gewinn zu beklagen hätten, ^würden die Italiener mit Recht über den ihnen zugefügten Schaden klagen können. Der Minister sprach schließlich den Wunsch aus, die Vorlage möge bald im Ausschuß erledigt werden. Darauf äußerten sich'dir Deutsch-Radikalen gegen und die Italiener und Slawen für die Vorlage. Die Slawen Ovaren aber gegen Triest als Standort und traten für die Errichtung einer zweiten tschechischen Universität in Brünn unb ferner für die Errichtung einer rulheurschen Universität

Fernsprechanschlukr Nr. 605, 1910

in Lemberg und einer slowenischen in Laibach ein. Nächste Sitzung morgen.

Englisches Unterbaus. Bei der Fortsetzung der allgemeinen Debatte über das Flottenbudget sagte Bretyman, man sei der Opposition wie der Negierung für das erhöhte Budget gleiche Anerkennung schuldig, weil die öffentliche Meinung, welche von der Opposition aukgesiachelt worden sei, die Legierung zu ihrer gegenwärtigen Aktion gezwungen habe. Infolge der früheren Verzögerung-politik der Regie­rung sei Englands Streitkraft zur See einem Unheil gerade nur entgangen. Er berührte die Vorteile der Elastizität des finanziellen Systems Deutschlands und stellte da» dringend« Ansuchen an die Admiralität, die Frage der Beseitigung der Nachteile Englands in dieser Beziehung in Erwägung zu ziehen. Der Liberale Lough 1 verurteilte die Regierung in scharfer Weise, daß sie die Politik der Ersparnis aufgegeben habe und erklärte, daß alle alarmierenden Behauptungen, welche zur Vermehrung deS Budget- geführt hätten, sich als grundlos erwiesen hätten unb daß Englands gegenwärtig« Stärke zur See für die Deschützung der Küsten wie bei Handel» genügend sei. Mac Kenna sagte in Beantwortung deâ Vorschlags, ein feste- Bauprogramm einzuführen: Wir wollen die Zahl der Schiffe, welche auf Kiel gelegt werden sollen, nicht im voran- für einen längeren Zeitpunkt skiz­zieren. Selbst wenn irgend eine fremde Macht mehr Schiff« bauen sollte, so würde England ebenfalls mehr Schiffe bauen müssen. Er hoffe, man werde das Sauprogramm stet- in Gemäßheit eine» kommenden Jahre- bemessen. In Beant­wortung der Forderungen der Arbeiterpartei nach einem ra­tionellen Flottenbauprogramm erklärte Mae Kenna: Der einzige Standard, den er als rationell anerkennen könne, sei derjenige, welcher die Sicherheit des Lande- gegen eine wahr­scheinliche Kombination von Kräften sichern würde und da­sei der Standard, den di« Regierung allein bei der Dorlag« deS Budget- im Auge habe. Die weitere Frage, ob er auch gegen eine unwahrscheinliche Kombination Vorsorge treffen werde, verneinte Mae Kenna mit den Worten: Alle Na» tionen müssen ein gewisses Risiko übernehmen und sollt« die ganze Welt gegen uns sein, so müssen wir unS auch mit dieser Möglichkeit abfinden. DaS Budget sei mit der äußersten Rücksichtnahme auf Sparsamkeit entworfen worden. Die Regierung würde niemals Schiffe bauen lassen über ihre Anforderung hinaus. Es gäbe keinen anderen Weg, die Suprematie zur See aufreckt zu erhalten, al- herauszu­finden, was für eine Stärke, Größe und Klasse die Schiff« anderer Flotten besäßen, um dann Schiffe von gleicher Leistungsfähigkeit zu bauen. In dieser Beziehung fei bie Admiralität gründlich informiert.

RelchSduma. Bei der gestrigen Berat,rng des Etats deS Ministerium» des Aeußern, die vor überfülltem Saal« stattfand, begründete KrupenSky (Nationalist) die Notwmdig- feit, Finnland zum Unterhalt deS Ministerium« deS Aeußeru mit einem jährlichen Beitrag von 120 000 Rubeln heran­zuziehen, denn Finnland bilde einen untrennbaren Teil bei russischen Reiche-, dessen Gesamtinteressen da- Ministerium des Aellßern diene. Der Minister des Auswärtigen ISwolSki erklärte zunächst, das Ministerium werde alle Maßnahmen ergreifen zur Ausarbeitung eine- einheitlichen Projekt- für die Reorganisation seiner Organe im Auslande und zur Herstellung eines lebendigen Verkehr» der Zeniralverwaltungen mit diesen Organen. Zur Frage der Heranziehung Finn­lands übergehend, betonte der Minister sodann, die Frage 'gehöre in daS Gebiet der Gesetzgebung über daS staatliche Verhältnis Finnlands zu Rußland. Ein Gesetzentwurf hier­über werde der Dlima binnen kurzem vorgelegt. Die Frage der Heranziehung Finnlands zu den allgemeinen Ausgaben des Reiches erfahre darin allseitige Beleuchtung, und erst nach der Entscheidung dieser allgemeinen Frage werde man zur Regelung der in Rede stehenden Spezialfragen schreiten können. Zn den Darlegungen über die laufenden Angelegen­heiten der äußeren Politik erklärte ISwolSki, er habe ver­schiedener Umwände wegen die Genehmigung de» Kaisers nicht erbitten können. Miljukow verbreitete sich hierüber aus­fühl sich über die äußere Politik Rußlands, die nicht ein folge­richtiges System, sondern eine Reihe individueller Handlungen darstelle. Iswolski habe dem Grafen Aehrenthal vollständig vertraut, dieser aber habe sich als ein tückischer Freund er­wiesen. Die Kretasiage sei ungelöst geblieben. Der Baro­meter Mazedoniens zeige Sturm. In der Frage der Neu- tra'isierung der Mandichureibahnen habe Rußland es nicht verstanden, sein Verhältnis zu China zu befestigen ; im Gegen­teil, Rußland tue alles, um China zu reizen. Der Referent Knipensky bemerkte h-erzn, daß er keine Genehmigung bei Kaisels zu seinen E klärungen über die auswärtige Politik besitze; das Auftreten Miljukows sei taktlos. Der Präsident Cbomiakow wies diesen Einwurf zurück, da Miliukaw