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Erstes Blatt

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General-Anzeiger

Awtüihks Organ für Stabb und Fan-Kreis Hanan.

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Erscheint täglich mit Ausnahme her Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

verautwartt. Rebahe«: S. Schrecke, in H«NM.

Mk. 57 M<r»!prt<l>an!chli>K Nr. 605.

Mittwoch bcii 9. März

Atrnkprcchanschliitz Rr. 605. 1910

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_________14 Seiten._________

Amtliches.

Bekanntmachung.

Auf Grund »rdnungSmäßig festgestellter Fkuchtkinien- Pläne sollen in der Gemarkung Hanau die Parzellen F 174/57 = 83 qm und 172 53 = 50 qm groß zur Durch­führung der Verbindungsstraße zwischen Nord- und Eb rhard- straße und zur ©icHcaimq in der sog. Blkicherstraße die Parzelle H H Nr. 161/55 b = 9,29 ar groß enteignet werden.

Im Grundbuch von Hanau sind die Grundstücke wie folgt eingetragen:

die ersteren, Band 49 Artikel 2893 Fol. 11,

Grundsteuermutterrolle 1962, Eigentümer Kaufmann F erd inand Heintz, Conrads Sohn, zu Hanau;

die letztere, Band 18 Artikel 1074 Fol. 257,

Grundsteuermutterrolle 1951, Eigentümer Architekt Friedrich Kenn ecke, Christophs Sohn zu Hanau, jetzt wohnhaft in Heigenbrücken.

dou dem Herrn Regierungs-Präsidenten zum Enteignungs­kommissar ernannt, habe ich zur komnusfariichen Verhandlung mit den Beteiligten zwecks Feststellung der Entschädigungen für dte zu enteignenden Grundflächen gemäß § 25 Absatz 1 des Entergnungsgesetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf

SamStag den 12. März d. JA.,

vormittags 9 Uhr, im Rathaus zu Hanau anberaumt.

Zu diesem Termin werden alle Beteiligten gemäß § 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte tm Termin wahrzunehmen.

Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne ihr Zutun die Entschädi­gungen festgestellt werden, und wegen Auszahlung oder Hinterlegung der Entschädigungen verfügt werden wird.

^m Termin kann jeder an den zu enteignenden Grund- L ncn Berechtigte erscheinen und sein Interesse an der Fest­stellung der Entschädigungen, sowie ihrer Auszahlung und Hinterlegung wahrnehmen.

Auch etwaige Anträge auf vollständige Uebernahme teik- weile in Anspruch genommener Grundstücke sind von

Frühlings Erwachen in der Pflanzenwelt.

Botanische Plauderei von Prof. Dr. Ä. F Jordan

Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Alan weiß nicht, was noch werden mag, Tas Blühen will nicht enden. . . .

So fingt Ludwig Uhland, und so nehmen wir'S alle Jahre von neuem freudig wahr, wenn die Sonne höher steigt und ihre wärmenden Strahlen senkrechter auf unsere Mutter Erde sendet. Zu den ersten Boten des Frühlings, denen diese das Leben gibt, gehört das liebliche Schneeglöckchen mit seiner glockigen weißen Blüte mit den saftig grünen am0U den drei inneren der sechs Blütenhüllblätter. Die Pflanze wächst oft schon im Februar, wenn der Boden noch hart ist und eine Schneedecke sich über ihm breitet, aus einer Zwiebel hervor, in welcher der im Vorjahre aufge- weicherhe Nahrungsvorrat hinübergerettet wurde in die neue Zeit. Die Blüte wird, wenn sie noch nicht entfaltet ist, von einem scheibenförmigen Hüllblatt schützend umgeben. Später hangt sie nickend herab und schließt sich, wenn die Luft zu rauh ist, zusammen. So klein sie nun auch ist, noch dazu auf niedrigem Stiel aus dem Waldesboden ragend, wird sie dort leicht von Insekten gesehen, da alles rings noch kahl ist i-.nd ihre Farbe sie kenntlich macht. Die Insekten suchen als willkommene Beule den Honig, den die Jnnenblätter in grünen Furchen abfonbern, und auf den die schon erwähnten grünen Flecke als Saitmal hinweiken. Bei diesem Geschäft werden dann die Insekten mit Blütenstaub bestreut; ein eigenartiges Streuwerk der Blüte bewerkstelligt dies; die kugelförmig zusammengeneigten Staubgefäße haben zwei Löcher sowie ein elastisches Spitzchen; berühren dies dieHonig- lucher, so fällt ihnen der trockene Blütenstaub auf den Kopß und sie streifen ihn beim Besuch einer nächsten Blüte an der aus dem Staubbeutelkegel hervorragenden Narbe ab, sodaß

den Beteiligten in dem Termin anzubringen. Spätere An­träge dieser Art sind unzulässig.

Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in dem Termin auszuweisen. Alli Enteign. Nr. 24a II Ang.

Cassel den 7. März 1910.

Der Enteignungskommiffar. Goldschmidt, Regierungs-Rat. 6861

Bekanntmachung.

Die ZinSscheine Reihe III Nr. 1 bis 20 zu den Schuld­verschreibungen der preußischen konsolidierten S/a/o'gen Staatsanleihe von 1890 über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. April 1910 bis 31. März 1920 nebst den Er- nenerungsscheintn für die folgende Reihe werden vom 1. März d. J-. ab ausgereicht, und zwar

durch die Kontrolle der Staatspapiere in Berlin SW 68, Oranienstraße 92/94,

durch die Königliche Seehandlung (P eußische Staatsbank) in Berlin W 56, Markgrafenstraße 46 a,

durch die Preußische Zentral - Genoffenschaftskaffe in Berlin C 2, am Zeughause 2,

durch sämtliche prenßitche Regierungshauptkaffen, Kreiskaffen, Oberzollkaffen, Zollkaffen und hauptamtlich ver­waltete Forstkaffen,

durch sämtliche ReichSbankhaupt- und Reichsbankstellen und sämtliche mit Kasseneinrichtung versehene ReichS- banknebenstellen, sowie durch diejenigen Oberpostkassen, an deren Sitz sich keine Reichsbankanstalt befindet.

Formulare zu den Verzeichniffen, mit welchen die zur Abhebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigenden Erneuerung-- scheine (Anweisungen, Talons) den Ausreichungsstellen einzu- liefern sind, werden von diesen unentgeltlich abgegeben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf eS zur Erlangung der neuen ZinSscheine nur dann, wenn die Er­neuerungsscheine abhanden gekommen sind.

Berlin den 22. Februar 1910.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

1364 v. Bischoff-Hausen.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die erforderlichen Formulare von der hiesigen Regierungs-Hauptkasse, den Kreiskaffen und hauptamtlich verwalteten Forstkaffen des Bezirks verabreicht werden.

Cassel den 27. Februar 1910.

& 242 Königliche Regierung.

v. Rieß._____________________ nun eine Befruchtung deS dazugehörigen Fruchtknotens ein» treten kann. Das Schneeglöckchen kennzeichnet sich hiermit als ein sogenannter Insektenblütler.

Anders verhalten sich zwei Frühlingsgewächse, die auch schon im Februar ihre Blütezeit haben: der Haselnußstrauch unb die Erle. Hier entfalten sich, während die Laubblätter noch in wohlgeschützten Knospen inmitten samtartiger Haare und der Schuppen im Winterschlase ruhen, die Staubgefäß- blüten in Form von ährenartigen Gebilden, Kätzchen genant, und streuen bald ihren trockenen Blütenstaub umher, wenn der Wind die Kätzchen, die am Ende langer, biegsamer Zweige hängen, schüttelt. Und der Wind trägt den Staub weiter zu den behaarten Narben in den knospenähnlichen Stempel- oder Fruchtkätzchen, die getrennt von den Staub­gesäßkätzchen an anderen Zweigen, aber auf derselben Pflanze sich befinden; einhäusige Gewächse. Haselstrauch und Erle gehören nach dem Gesagten zu den Windblütern, und es seh en ihren Blüten die für ihre Lebensbeziehungen über­flüssigen Eigenschaften der bunten Farbe, des Duftes und des Honigs, wie sie die Insektenblütler als Lockmittel nötig haben. Wie wunderbar und bei aller Schönheit und Fülle wie sparsam sind doch die Einrichtungen der Natur! Nir­gends eine nutzlose Verschwendung trotz allen Reichtums. H nsichtlich der Erle sei übrigens an dieser Stelle ein häufig wiederkehrender Irrtum berichtigt: der NameErlkönig", der uns aus Goethes schöner Ballade vertraut ist, hat mit der Erle nichts zu tun, ist vielmehr eine Umgestaltung des WortesElfenkönig".

Von unscheinbaren Krautgeivächsen, die sich jetzt schon sichtbar machen, dann aber weit in den Sommer hinein blühen, seien die Vogelmiere, das Gänseblümchen und das gemeine Kreuzkraut genannt, welch letzteres eigentlich Greiskraut heißt wegen des weißen Haarkopfes, den später die Früchte tragen und der zu ihrer Verbreitung durch die Luft dient.

Im März begegnen wir dann, den Wald durchstreifend, dem gelbblühenden Goldstern und dem zartblühenden Leber­blümchen mit seinen großen dreilappigen, vertrockneten Blättern, da die neuen sich erst entwickeln itnb zunächst noch eingerollt und in ein dichtes Haarkleid gehüllt sind. Seinen

Stadtkreis Hanau.

Ein großer Teil der hier wohnhaften und beschäftigten ausländischen Arbeiter sind den Bestimmungen bezügl. ihrer Jnlandslegitimierung bisher nicht nachgekommen. Bevor ich eine allgemeine Revision der hiesigen Betriebe behufs Fest­stellung, ob die in diesen beschäftigten Arbeiter mit ordnungs­mäßigen Legitimationskarten versehen sind, anordne, mache id) diejenigen Arbeitgeber, welche in ihren Betrieben ausländisch« Arbeiter beschäftigen, wiederholt darauf aufmerksam, daß deren Arbeiterlegitimationskarten Pom Jahre 1908 und 1909 mit dem 31 Dezember v Js. ihre Gültigkeit ver­loren haben und daher sofort zu erneuern sind.

Der Antrag auf Erneuerung ist seitens der ausländischen Arbeiter unter Vorlage ihrer Heimatpapiere und der alten Legitimationskarte bi-spätestens 15. d. Mts im Sekretariat Zimmer 5 von 8 bis 9 Uhr vorm. zu stellen.

Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen Arbeiter, die ihr altes Arbeit-verhältnis gelöst haben, die vorschriftsmäßige Umschreibung ihrer Legitimationskarten binnen einer Frist von 3 Tagen nach Antritt deS neuen ArbeilSverhältniffeS hier zu beantragen haben.

Hanau den 7. März 1910.

Königliche Polizei-Direktion.

P2614 I. B.: Or. v. Waldow._________

Gtfnndrne ob verlorene ©egenstänbe re.

Gefunden: 2 Aluminiumschlüffel (an einem Scharnier), 1 Gummireif von einem Kinderwagen, 1 Schlüssel mit gelber Marke, auf derselben der Buchstabe N.

Verloren: 1 Herrenporlemonnaie mit 25 Mk. (in der Philippsruher Allee).

Zugelaufen: 1 junger schwarzer Dachshund, 1 schwarzer Schäferhund m. Geschl.

Entlaufen: 1 junger weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen m. Geschl.

Hanau den 9. März 1910.

Politische Rundschau.

Admiral v. Knorr. Admiral Eduard v. Knorr, einer der volkstümlichsten Männer der deutschen Marine nnd ein Mitkämpfer aus der großen Zeit des Krieges von 1870/71, vollendete gestern seinen 70. Geburtstag. Ernst Wilhelm Eduard Knorr ist am 8. März 1840 zu Saar­louis als Sohn eine- Obersten geboren. Schon mit 14 Jahren trat er als Kadett-Aspirant in die preußische Marine ein und wurde im Juni 1856 zum Seekadetlen, dem Heu- tigen Fähnrich zur See, befördert. Die Feuertaufe erhielt

Namen hat das zierliche Pflänzchen, weil eS früher für heil­kräftig gegen Leberleiden galt.

In blauer Blütenschönheit tritt unS auch daS allbeliebte Veilchen entgegen, dessen Blütenfarbe aber doch kein Himmels­blau ist, sondern eine eigene Nüance darstellt, die nach dem botanischen Namen der Pflanze (Viola) violett (veilchenblau) genannt worden ist. Im Schutze von Bäumen und Hecken, inmitten von GraS und Moos gedeiht unser Veilchen, um so gegen die Un ilden der Witterung geschützt zu sein :Blüh auf wie das Veilchen im Mose, bescheiden, sittsam und still; und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert sein will." Wunderbar aber ist die Blüteneinrichtung deS Veil­chens. An dem umgebogenen Blütenstiele sitzen zunächst die fünf Kelchblätter, die von den lieblich duftenden Kronblättern überragt werden. Diese sind von ungleicher Ausbildung und stehen im Dienste verschiedener Lebensaufgaben. Die beiden mittleren sind dicht behaart und neigen sich schützend über die Staiibgefäße. DaS untere, größte Kronblatt ist nach hinten in einen Hohlsporn verlängert, der zur Honig­aufnahme dient. Den Honig sondern zwei grüne Honig- sporne ab, die von dem Grunde zweier Staubgefäße aus- gehen.

DaS Veilchen ist erster Linie, waS seine Beziehung zu uns Menschen betrifft, eine Zierpflanze und wird in ausge­dehntem Maße gärtnerisch gezüchtet; aber auch nützlich ist eS uns dank dem gegen Husten und zum Färben von Backware angewendeten Veilchensirup, der aus den frischen Kronblättern bereitet wird. Was wir aber Veilchenwurzel nennen und von wohltätiger Wirkung auf das Zahnfleisch ist, stammt nicht vom Veilchen, sondern ist der Wurzelstock der Schwert- lilie oder Iris und hat seinen Namen lediglich von dem verlchenähnlichen Geruch.

Wenn so allmählich Schönheit um Schönheit dem dunklen Schoße der Erde entsprießt, so bricht doch die ganze Früh- inqspracht erst hervor, wenn die Primel ihre goldenen Blutendolden der Sonne entgegenstreckt. Himmeisschlüstel (oder äcblnüelblume) ist sie vom Volksmunde genannt wor­den, weil sie den Frühlingshimmel voll erschließt. Ja, der Sage nach, sollte sie auch den Weg zum Himmel des Glücks zu verborgenen Schätzen denjenigen eröffnen, denen Freias.