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WeNtiiâhrkch 1,80 VU^ menotliS 60 Wg.. für ömI« Dâttig- Hennent« mit dem betretenden P»struffch!«§.
v« eüqeb* Nummer testet 10 Pf».
Zweites Blatt.
Siurückuug-gedAhr t
W»t«ti«Mruck und Perle« der Buchdruck«« »«4 »««i«, m Veifalheuse» i» Hauau.
Gencral-Auzeiger
AAtüches Organ für S1aN= und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mü Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die süufgesealte«« Petü^ile aber beten Reu« 30 Pf» im Xcflamenteil bie Zeit« Ab Pf^
P««lt»vrtt. RedaNeur: D. Schrecker in hemu».
Ms. 53 Aernsprechanschluft Nr. 605,
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. Amtliches.
Im Sommer 1908 ist unter dem Personale deS Rudolf Bircbow-Krankeuhauses in Berlin eine Gruppenerkrankung von Enteritis vorgekommen, welche nachweislich durch den Genuß von rohem Hackfleisch veranlaßt war.
Es wird hiermit vor dem Genusse von rohem Fleische überhaupt, garn besonders aber vor dem Genusse von rohem Hackfleische wegen der mit ihm verbundenen Gefahr für die Gesundheit eindringlich gewarnt. A. II. 633.
Cassel, am 15. Februar 1910.
V 1391 Der Regierunaspräsident.
J. D.: Rieß von Scheurnschloß.
Stadtkreis F)anau.
^eMnntmerhiin«.
Die im Stadtschloß sFriedrichsbau) gleicher Erde befind liche Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehö ist vom 1. April 1910 ab tu vermieten.
Auskunft wird erteilt im Rathaus Zimmer Nr. 11.
Hanau den 11. Januar 1910.
Der Oberbürgermeister.
: Z. V.r Hild. 1053
Bekanntmachung.
1. Die Aushändigung der Kriegsbeorderungen und Pastnotizen erfolgt in diesem Jahre in der Zeit vom 10, bis einschl. 25. März.
Zu der Siadt Hanau durch Ordonnanzen des Hauptmeldeamts, in den Landorten durch die Ortspolizeibehörden.
2. Die bis setzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Wohuungsveränderunaen sind sofort zu melden.
3. D.e Mannschaften der Reserve, Landwehr 1. und 2. Aufgebots, sowie die Ersatz-Re'ervisten haben in den Tagen vom 10. bis 25. März, falls sie nicht selbst ju Hause sein können, eine ander? Perwn des Hausstandes mit Empfangnahme der Kriegsbeorderungen oder Paßnotizen zu beauftragen. Die Beauftragten haben die Quittung auf dem Quittungsabschnitt der Kriegsbeorderung bezw. Paßnotiz zu leisten.
4. Denjenigen Mannschaften des Bcurlaubtenstandes, welchen bis zum 25. Mär, 1910 noch keine Kriegsbeorderung oder Paßnotiz für das Mobilmachungsjahr 1910 bis 1911 ausgebänd'gt ist, wird hierdurch angegeben, dieselbe in der Zeit vom 26 bis spätestens 3L März 1910 beim Haupt Meldeamt Hanau, Paradeplatz, Zeughaus, während der Geschästsstunden, an Wochentagen von Vormitt 'gs 9 bis
12 Ur, nachmittags von 3 bis 6 Uhr und Sonntag vormittags tw 11 bis 12 11 br, abmbo'en
Tropfen.
Es gibt Tropfen, helle, glänzende, die eine plötzlich hereinbrechende große Freude vor allem in solche Augen zu zaubern pflegt, die die bittere Flut leiderpreßter Zähren lange getrübt hat.
Es gibt ferner Tropfen, die gleich großen Perlen auf der Stirn derer stehen, die im Frondienst der Armut ein hartes Tagewerk vollbracht haben.
Der milde Segen leise niederrieselnder Regentropfen er- quickt die dürstende Erde, daß sie alle ihre Poren freudig öffnet, das köstliche Naß zu empfangen, und in der Frühe des Morgens leuchtet es auf Blumen und Gräsern der Flur von Millionen glänzender Tautropfen.
Von diesen allen soll hier nicht die Rede sein, sondern lener Tropfen denke ich, die die Hand des Arztes dem Kranken dcrrreicht, ob sie ihm Heilung bringen möchten.
In langen Reihen sehe ich sie vor mir, jene Phiolen, Flaschen und Fläschchen, deren Inhalt nach Beschaffenheit, Ansehen und Wirkung eine Mannigfaltigkeit au'weist, die uns um so deutlicher die Schwierigkeit erkennen läßt, im gegebenen Moment gerade daS Heilmittel anzuwenden, das am besten geeignet ist, dem Uebel zu wehren.
Die Wahl des Mittels setzt ein ernstes Vorstudium voraus, das den Arzt zunächst in den Stand setzt, die richtige Diagnose zu stellen, um alsdann, mit den Heilkräften der verschiedenen Kräuter wohl vertraut, die Zusammensetzung des Trankes zu bestimmen, der ein wirksames Mittel gegen die Krankheit zu werden verspricht.
Audi Worte können solche Tropfen sein; deren Art untereinander variiert wie bei diesen. Da gibt eS fade und scharfe, honigsüße und gallenbittere, solche, deren ätzende Wirkung dem Leidenden die Tränen in die Augen treibt, und andere von wohltätig linderndem Einfluß; es gibt anregende und beruhigende, solche, die den Verlauf der Krankheit fördern oder ihn im Gegenteil auihalten und abschneiden, und endlich solche, die als Signatur einen Totenkopf tragen.
Alle diese Tropfen und Tröpflein guter und warnender, ermahnender und tadelnder, ermunternder und beruhigender
Frcitag den 4. März
Mannschaften der Landorte Tonnen die betreffende Meldung über Richtempfang an das Hauptmeldeamt schriftlich machen.
Militärpapiere sind mitzubringen beim. mitzusenden.
5. Die am 1. April d. IS. nicht mehr gültigen gelben Kriegsbeorderungen und Paßnotizen sind an düsem Tage durch die Mannschaften selbst zu vernichten^ die neuen roten sind einzukleben.
Hanau im Februar 1910.
M 889 Königliches Hauptmeldeamt.
Holzverkauf.
Königliche Oberförsters Hanan
Donnerstag den 10. März 1910, nachmittags
1 Uhr, im Stol l'schen Gasthause zu Erb stad t, Schutzbezirk Naumburg
Eichenr 2 Abschnitte 2. und 4. Kl. mit 2,44 fm, 16 rm Scheit, 10 rm Knüppel, 4 rm Stockholz, 225 Wellen Reis.
Buchen r 55 rm Scheit, 96 rm Knüppel, 10 rm Stock- holz, 1425 Wellen Reis.
Auf Antrag erteilt Revierförster Stein in Eichen und Forstschutztzebilfe Möller in Erbstadt mündlich nähere Auskunft. Geldzahlungen werden nach dem Termine angenommen. 5353
Tas Torpedoboot — überlebt?
ES ist neuerdings in der Presse empfehlend in Anregung gebracht worden, den Bau von Hochfeetorpedoboot zugunsten heschleunigter Beschaffung von Unterseebooten zu sistieren. Als Grund für diesen befremdlichen Vorschlag wird angeführt, daß nach der Ansicht deutscher Seeoffiziere daS Unterseeboot das Torpedoboot allmählich v-rdrängen werde. Nun ist unS zwar nie ein derartiger Wunsch, noch eine solche Auffassung aus Kreisen deutscher Seeoffiziere zu Ohren gekommen, auch in der Presse hat man solche nicht vertreten, wohl aber liegt einiger Anlaß zur Vermutung vor, daß hier eine Verwechslung mit den Auffassungen besteht, welche in dem neuen französischen Flottengesetze und der diesem angegliederten, bis zum Jahre 1919 reichenden Bauverteilung zum Ausdruck kommen. Der französische Marineminister gliedert nämlich die Flotte als Fakior der Landesverteidigung in eine Anzahl verschiedener Kategorien; die letz'e von ihnen ist die „Umerseeische Verteidigung". Sie setzt sich zusammen aus den vorhandenen Unterseebooten und den für die engere Küstenverteidigung vorgesehenen Torpedobooten. Die Torpedoboote nun werden nach dem Gesetzentwürfe im Laufe der kommenden Jahre aufgeb, ancht, sie scheiden auS, sobald sie unbrauchbar geworden sind, und werden nicht durch Neubauten ersetzt. An ihre Stelle treten dementsprechend
Worte sind dir in deine Hand gegeben, ein anvertrautes Gut, nicht, daß du es im Winkel verstauben fassest, nicht als totes Kapital, sondern daß du dich seiner bedienst, al 6 kundiger Arzt die Gebrechen deines Genossen auf der Lebensfahrt, wenn nicht zu heilen, so doch zu lindern, und für ihn und seine Umgebung erträglich zu machen.
Aus die richtige Anwendung des Mittels kommt es gleichfalls an, wenn eine heilbringende Wirkung erzielt werden soll.
Du mußt die Medizin nicht nur zu der vorgeschriebenen Stunde, sondern auch in der eigens für diesen Fall vorgesehenen Form und Mischung reichen, nicht zu viel, nicht zu wenig. Zuweilen ist eS nötig, dieselbe Dolls in schneller Folge noch einmal zu geben, in anderen Fällen ist es ratsam, einen wiederholten Gebrauch des scharfen Mittels entweder ganz zu vermeiden oder dasselbe nach Verlauf einer längeren Spanne Zeit verdünnt zu reichen.
Auch mit der Konstitution, dem Charakter deS Patienten und mit der Natur seines Uebels hast bit zu rechnen. Es ist etwas anderes, ob das Leiden chronisch oder akut auftritt, ob es durch plötzliche Infektion verursacht oder eine bei dem Betreffenden häufiger auftretenbe Krankheilserscheinung ist, die einer vorllchtigen Behandlung bedarf.
Beachte auch daS Temperament des Leidenden und untersuche, ob du il m als einem schwerblütigen, trägen schärfere Mittel zumuten darfst, oder ob du hier etwa mit einer feiner organisierten, impulsiven Natur schonend zu verfahren hast.
Wappne dich ferner mit Geduld und Nachsicht für alle menschlichen Schwächen und Verkehrtheiten, denen du auf Deinem Lebensgange begegnen wirst, erwägend, daß alles Erdgeborene, du selbst inbegriffen, voll Mangels und échmädie ist!
Versuche eS, durch den Balsam milder oder kräftig wirkender Tropfen ernster, tadelnder Worte ein rechter Arzt der Seele zu werden, eins aber versäume nie.und zu keiner Zeit, deiner Medizin hinzuzufügen das eine, ohne welches auch die stärkste Arznei ihre Wirkung stets verfehlen muß: näm= lieh ein herzliches Mitleid mit dem irrenden Bruder und eine unendliche, erbarmende Liebe für den Unglücklichen, nach dem
Aernfprechanschluk Nr. 605, 1910
allmählich Unterseeboote. Aus diesem Plane des französischen Marineministers scheint in einem Teile der deutschen Presst die Auffassung hervorzugehen, daß Frankreich beabsichtigt, seine Torpedoboote überhaupt durch Unterseeboote zu ersetzen. Dabei ist nun gänzlich übersehen worden, daß der französische Flottenplan den Ausbau einer Hochseetorpedobootsflottr vorsieht, die organisatorisch mit der Schlachtflotte verbunden wird. Aus diesen beiden Tatsachen ergibt sich einmal, daß die Franzosen keineswegs jene ihnen zugetraute Absicht einer Ausschaltung des Torpedobootes hegen, und ferner, daß sie sich gerade die deutschen Auffassungen zu eigen machen wollen. Die deutsche Marine ist die erste gewesen, welche daS Hochfeetorpedoboot überhaupt geschaffen und mit der Schlachtflotte hat zusammen wirken lassen, während dieFranzosen Hochseetorpedoboote in diesem Sinne bisher überhaupt noch nicht besaßen. Ihre Torpedobootsflottillen dienen bis zum heutigen Tage der engeren Küstenverteidigung und find, technisch wie militärisch betrachtet, auh für die schwierigere Aufgabe des Hochseedienstes nicht geeignet. In Frankreich hat man die Küstenverteidiqnnq im engeren Sinne zunächst ausschließlich den kleinen Torpedobooten anvertraut, dann Torpedobooten und Unterseebooten zusammen, und beabsichtigt nun, wie gesagt, diese Küstenverteidigung zu einer ausschließlich unterseeischen zu machen. Für den Hochseedienst — und das mag auch den deutschen Unterseebootsfanatikern zum Nachdenken empfohlen sein — hält man aber in Frankreich das Unterseeboot noch keineswegs für geeignet, sondern bekehrt sich nach jahrzehntelanger Ablehnung zum deutschen Grundsätze, der Verwendung von wirklichen Hochseetorpedo- booten in engster Angliederung an die Schlachtflotte. Diese einfacl en Tatsachen zeigen also, daß die Richtigkeit der deutschen Gesichtspunkte vom französischen Marineminister anerkannt wird, und wir selbst, wenn wir den unbezwinglichen Drang fühlten, fremde Einrichtungen nachznahmen, in diesem Falle dazu gar nicht in der Lage wären, weil man gerade die deutschen Einrichtungen nachahmt.
Die Stärke der deutschen Torpedobootsflottille ist im Jahre 1906 bei ungeteilter Zustimmung des Reichstages auf einen Bestand von 144 Booten festgesetzt worden. In jahrzehntelanger, stetiger Arbeit hat sich diese Waffe technisch und milnärisch auf ihre jetzige Höhe entwickelt, wie sie in der ganzen Welt als vorbildlich anerkannt wird. Die Leistung, die wir von ihr in einem Kriege erwarten, gründet sich auf die Erfahrung langjähriger, kriegsmäßiger Uebungen, nicht aber auf Hypothesen, vermischt mit „eiatspolitischen Erwägungen", welche ja im wesentlichen die Grundlage für die Einschätzung des Unterseebootes von heute und seiner angenommenen zukünftigen Entwicklung bilden. Tatsächlich ließe sich kaum ein kurzsichtigeres und unrichtigere- Verfahren denken, als Einschränkung der Torpedoboolsflotte zugunsten der unterseeischen.
du helfend die Arme ausstreckst. Laß sie aus fürbittendem, tief bewegtem Herzen in deine Augen, auf deine Lippen treten, laß sie sich fimbgeben in dem warmen Druck, mit dem deine Hand die des andern umschloffen hält, und fef gewiß: den Tropfen, die du solcherart gereicht, wird eine Heilkraft innewohnen, die der Genesene einst segnen wird als das große Geheimnis, daS verlorene und wiedergesundeni Lebenselixir.
Leben und leben fassen.
„Leben und leben [affen!* schreibe auf dein Panier, beides freilich nicht in dem landläufigen, sondern in einem höheren Sinne gedacht! Der Däne Andersen erzählt in seinem Märchen vom „häßlichen jungen Entlein", daß es von der ganzen Sippe seiner Anverwandten zuerst gemieden, dann geschmäht, angefeindet und verfolgt worden sei. Warum? Weil es „anders war als sie". Im Staate Mensch machen wir wiederholt die gleiche Erfahrung. Die große Menge zeigt sich im höchsten Grade intolerant gegen jeden, der den Mut hat, anders sein zu wollen als sie. Sie tut alles, um dem Emporkömmling solcher Sonderart schon in ihren ersten An- fangen entgegenzuwirken. Mit der Erziehlmg in Schule und Haus beginnt nicht selten schon jener Nivellierungsprozeß, der den Entwicklungsmöglichkeiten der Eigenart des Kindes, statt sie zu fördern, hemmend in den Weg tritt, bis ihm von dem frischen Duft seiner Ursprünglichkeit wenig oder nichts mehr anhaftet. Die Welt im großen setzt das begonnene Werk fort, und im kleinen Kreise hört die Familie nicht auf, sich zum Usurpvtor unserer Gedanken- und Gefühlswelt aufzuwerfen. Zum Usurpator sage ich, denn ihr fehlt das Recht zu solchem Tun. Wolle doch jedes Glied eines gemeinsamen Kreises bedenken, welch ein Wagnis von erdrückend r Verantwortlichkeit es ist, ohne zwingenden Grund den Diktator spielen zu wollen! Geht er denn selbst so sicher, daß er keines Pfadfinders mehr bedarf, ihn hindurchzuführen durch die Irr- und Wandelgänge im Labyrinth der eigenen Brust? Ein widerrechtlicher Einfall in einen Nachbarstaat ist eine Verletzung des Völkerrechts und wird als solche geahndet. Zweierlei lerne daran«: einmal dich freizu-