I
____ Seite s
unb ^ii|dje bie Leistungen des Geistes sich hebeli müssen, der ja doch, soweit unsere menschliche Erfahrung reicht, nur als eine Aeußerung dieses Körpers zu betrachten ist. Am Nachmittage lasse man die Jugend sich körperlich betätigen, wonach sie überall, nicht bloß in Norwegen unb Hünte-d,**) einen wahren Heißhunger hat. Das Turnen muss selbstverständlich beinhalten werden, freilich müssen Fußmärsche, Kriegsübungen (üergL das Psadfinderbuch), Schwimmen, Schlittschuhlaufen unb, wo e§ die Gegend und der Winter erlauben, auch Rodeln und Schneelckuhlauken hinzukommen. Wir meinen aber auch eigentliche Arbeit. Jede Gemeinde ist imstande, ihren Schulen ein großes Stück Land zu überweisen, wo die Schüler sich in allen möglichen Erarbeiten mit Hacke, Karst, Spaten und Schubkarren üben können; man überweise ihnen auch Gärten und Felder, die sie mit eigenerHand bestellen und bepflanzen müssen. Bei ungünstiger Witterung lasse man sie unter Dach und Fach flechten, schnitzen, pappen, zeichnen, malen 1 Hat die Stadt Armenhäuser, Krankenhäuser, so lasse man die Schüler das zum Feueranzündeu nötige Holz zerkleinern! In der Physik und Chemie lasse man sie auch „hantierend" lernen! Vielleicht kann man sie auch je nad) Kraft und Neigung an der Hobelbank arbeiten lassen, was in den Knabenhorten hier und da schon geschieht; anderen macht es vielleicht mehr Freude, an Amboß und Schraubstock ihre Kraft an Eisen und anderen Metallen zu versuchen. Wir begnügen uns mit diesen flüchtigen Andeutungen, wollen cs aber zum Schluffe als unsere unerschütterliche Ueberzeugung aussprechen: In dem t â g - l t ch heißer w e r d e n d e u Wettstreite der Völker wirb das Volk siegen, das feine Jugend in ber von uns geschilderten Weise erzieht, u n d d a ß u n f e r deutsches Volk das siegende sein möge, das walte Gott!
. . . . r.
**) Im „Frankfurter Generulauzeiaer" vom Montag d. 21. Februar ist berichtet, daß auch Marburger Studenten in den Ferien bei Landwirten arbeiten wollen.
Hus fia^au Stadt und Eand«
Hana», 26. Februar.
* Gegen de» Schmutz in Wart und Bild. 3U einer eindrucksvollen Kundgebung gegen den Schmutz in Wort und Bild gestaltete sich die gestern abend nach der „Concordia" einberufene Versammlung. Herr Superintendent Fritsch eröffnete die Zusammenkunft mit dem Hinweis auf die verdienstvollen Bestrebungen des vor 2 Jahren verstorbenen Schriftstellers v. Leixner, als Begründers des Volksbundes zur Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild, betonte, daß es zwar lange gedauert habe, bis die Sache sich durchgerungen habe, als erfreulich aber nunmehr auch anzu- erkennen sei, daß weite Kreise sich dafür interessierten und vor allem die Lehrerschaft sich des Kampfes angenommen habe. Auch hier in Hanau werbe viel von diesem Schund gelesen und verbreitet, wogegen gekämpft werden müsse. Blicke man dann noch auf die Anschlagsäulen, so müsse zugegeben werden, daß auch auf diesem Wege viel gesündigt werde. Man erblicke auf großen Plakaten die best tätowierte Dame der /Welt, lese dann, daß Scharfrichterwerkzenge zur Ausstellung gebracht würden u. a. m. Auch hier müsse mit dem Kampfe eingesetzt werden, da bekanntlich die Gesetze hiergegen machtlos seien. Dann folgte der Vortrag des Herrn Lic. Boh n- Berlin, der in seiner g wohnten über^euqenben Art und Weise die großen Gefahren schilderte, welche der Heranwachsenden Jugend durch die Lektüre schmutziger und aufregender Bücher erwachsen, auch die Schädel! vor Augen führte, die andere Druckerzeugnisse, wie das kleine Witzblatt, Sekt u. a., Hervorrufen. Leider versage in diesem Kampfe auch der neue Entwurf zur Strafgeictzbuchuovelle, doch feien durch den Volksbund etwa 40 000 Unterschriften gemurmelt, die Protest gegen diese Verkennung der wirklichen Schäden einlegen. Der Vortragende, welcher um eine recht rege Beteiligung an der Debatte und um Eingehen auf die Frage, was zur Ein- oâmmung der Schäden geschehen könne, ersuchte, erntete lebhaften Beifall. Der erste Diskussionsredner war Herr Stadtschulinspektor Hahne, welcher sich den Darlegungen des Referenten über die Gefahren des Schmutzes in Wort und Bild anschloß, und weiterhin Kenntnis gab von den Schritten, die in Hanau unternommen worden seien. Daß die Schundliteratur hier angenommen habe, könne als feststehend angesehen werden. Herr Oberrealschni-Direktor Dr. Schm id t bezeichnete als Hauptmittel des Kampfes die Einführung der körperlichen Arbeit in den Schulen, das Entgegenkommen in beim Betätigungsdrang? der Jugend. Herr Gymnasialdirektor Dr. Braun trat dafür ein, an die Stelle der schlechten Bücher gute zu setzen, die Schülerbibliotheken zu erweitern und beantragen, daß gute Unterbalrungslektüre in die Familien gelange. Herr Bürgermeister Hild erklärte, daß auch die Stadt Hanau nicht ganz taten- und teilnahmslos der Bewegung gegenüber gestanden habe Der Bewegung schenke man gro' e Aufmerksamkeit unb er versichere, daß Hanau und seine Behörden auch in Zukunft nicht zurückstehen würden. Weiter griffen auch noch zwei Lehrer in die Debatte ein, die ebenfalls für den Kampf gegen die Schmutzliteratur eintraten und Vorschläge unterbreiteten. Nach einem Schlußworte des Herrn Lic. Bohn ermahnte Herr Superintendent Fritsch, dafür zu sorgen, daß das öffentliche Gewissen in dieser hochwichtigen Frage geschärft werde.
* Schüler - Schauturnen deß Königl. Gymnasiums. Längst ist man durchdrungen von der Ueberzeugung, daß unsere Schulen keine bloße Senanftalteu sein sollen zur Ueberwindung einer bestimmten Summe von Kenntnissen und Fertigkeiten, und daß ihr Erzielungswerk auch nicht abgeschlossen sein soll mit dem Bemühen sittlich-religiöse Grundsätze in die Gemüter emzupflanzcn. So wie die geistigen und sittlichen, so sollen auch die körperlichen Anlagen möglichst zur vollen Entwicklung gebracht werben. Das Turnen und die Turnsp,ete werden deshalb in den Schulen immer mehr aepUeaU Auch hier in foauau. das ia m der Spinnerei
TamstQa
einen ebrenaöuen Namen besitzt, ist man sich voll und ganz der wohltätigen Einwirkungen des Turnens auf Körper und G-ist bewußt. Wer g stern dem Schüler-Schauturnen des Königs. Gymnasiums in der Turnhalle beiwohnte, konnte seine helle Freude an den Leistungen der Kleinen und der Großen haben. Die Vorführungen an Neck, Barren und Pferd waren äußerst exakt. Namentlich der Stabreigen der „Aelteren" fand ungeteilten Beifall der Anwesenden. Herr Gymnasial-Direktor Dr. Braun dankte nun Schluffe in einer kleinen Ansprache für das rege Interesse an den turnerischen Bestrebungen der Anstalt, das die Gäste durch ihr zahlreiches Erscheinen bekundet hätten. In erster Linie gelte das Turnen ja der Wehrfähigkeit des Vaterlandes und in diesem Sinne werde eß stets weitergeführt werden. Er sei zu sehr Partei, um ein Urteil über die Leistungen der Schüler abgeben zu können. Aber nach dem Beifall, der die einzelnen Uebungen begleitete, glaube er, daß diese gut waren. In das nun noch auSgebrachte Kaiserhoch stimmten alle Anwesenden lebbakt ein.
* Stad Metier. ® a ft spiel der Hindu- Tänzer i n Tilly von Kaulbach. Auf das heute abend halb 8 Uhr stattsindeude Gastspiel der berühmten Tänzerin Tilly v. Kaulbach, der Enkelin des Münchener MalerS Wilh. v. Kaulbach, sei nochmals binqewiefen. Die eigenartige Darbietung der Künstlerin hat überall großes Aufsehen erregt. Ihre indischen Tänze sind von tiefer Wirkung und bilden, mit den prächtigen eigenen Dekorationen bet Tänzerin als Rahmen, einen auserlesenen fünfHerifdien Genuß. Der erste Tanz: „Der Wechrauchianz" ist eine ehrfurchtsvolle Begrüßung, wie sie vornehmen Fremden beim Eintritt in ein indisches Haus zuteil wird. Gewöhnlich ist es die Licblingstochter, welche dem Gast diese Aufmerksamkeit erweist. Die zweite Darbietung ist der „Tempeltanz". Er ist eine Darstellung der fünf Sinne und zwar: das Gehör (Glocken), der Geruch (Blumen), das Gefühl (Liebe), der Geschmack (der Trank) unb das Gesicht (der Schmuck). Zum Schluß opfert sich die Tänzerin dem Brahma und stirbt im Wahnsinn. Zum Beginn des Abends wirb der lustige Schwank: „Bis früh um fünfe" nochmals in Szene gehen. * — Die Vorstellung findet außer Abonnement bei gewöhnlichen Preisen statt und beginnt um halb 8 Uhr. — Am Sonntag nachmittag halb 4 Uhr wird die Operette: „D er fidele Bauer" zum 10. Male gegeben und abends halb 8 Uhr gelangt der an köstlichem Humor reiche Schwank „C h a r l e n 8 Tante" nochmals zur Aufführung.
* Verliehen. Dem Fußgendarmeriewachtmeister Karl Nolte in Bergen ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden.
* Katholische Gemeinde. Mit dem morgigen Sonntag beginnt die „Oesterliche Zeit". An diesem Sonntag sind hiermit alle kathol. Frauen gebeten, die hl. öfter« ko mm Union zu empfangen. Für Sonntag den 6. März seien alle kathol. Jungfrauen, für Sonntag den 13. der Notburga- nerdu, sowie die kathol. Dienstmädchen, ferner die..kathol. Jünglinge und für Palmsonntag alle kathol. Männer dringend emgelaben, ihre Osierpslicht zu erfüllen. Der kathol. Arbeckerverein hat morgen nach der Fasienpredigt im „Draustübl" Familienabend^ „Der hl. Augustinus und seine Zeit" wirb das Thema für die Versammlung sein.
* Nus 5^m Finanz- und Bau aus schütz der Stadt- verorSnete« sind folgende Beschlüsse zu registrieren: Die Mngistratsvorlage, den verheirateten städtischeu Arbeitern eine Kinderznlnge von 1 Mark pro Kind und Woche zu gewähren, wurde abgek’ont, ebenfalls der Antrag der sozialdemokratischen Mitglieder des Ausschusses, anstelle der Kinderzulage eine allgemeine Lohnzulage zu gewähren. Beschlossen wurde, eine gemischte Kommission zu wählen, welche eine andere Vorlage ausarbeiten soll, in der Art, daß den verheirateten städtischen Arbeitern ein Mietszuschuß gewährt wirb. In drei Wochen wird sich das Plenum mit der Angelegenheit belassen. — Einem Beschlusse des Magistrats, die mehrjährigen Verhandlungen mit dem Domänènftskus wegen Erwerb von Jndustriegelände am Bahnhof, der unannehmbaren Forderungen des Fiskus halber abzubrechen, stimmte der Finanz- und Bauausschuß einstimmig zu.
" %väul. Tony <SIÄ, Koblenz, im D. H. B. Hanau. Der hiesigen Ortsgruppe des deutsch-nationalen Handlungsgehilfenoerbnndes ist es gelungen, für nächsten Montag den 28. d. Mts., abends 9 Uhr, im Hotel Riesen die berühmte jugendliche Schriftstellerin Fräul. Tony Eick aus Koblenz zu einem Vortragsabend zu gewinnen und wird sich dieser Abend zu einem sehr genußreichen gestalten. Die Duisburger Zeitung schreibt: Die Referentin erntete für ihren formvollendeten Vortrag über das deutsche Volkslied lebhaften Beifall und bestärkte das mit ihren Ausführungen hervorgerufene Interesse für den Volksaesang durch entzückende Wiedergabe einer ganzen Serie alter Volkslieder. ; — Die Westfälische Zeitung äußert sich: Fräul Tony Eich die für die angemeldete Hofopernsängerin, die plötzlich er« krankt war, in letzter Stunde einsprang und nach kurzer Probe bie schmierigen Lieder sang, erwies' sich als durchaus sicher, ihre volle Sopranstimme klang besonders in den höheren Tonlagen, die oft mit starken Intervallen genommen werden mußten, glockenrein. — Der Generalanzeiger aus Remscheid berichtet: Die Dame versteht es, an § gestattet mit einem klaren, volltönenden Organ, in ihrer einschmeichelnden Vortragskunst sich die Herzen der Zuhörer im Sturm zu erobern.
* AbenDuntertzaltung. Wie uns mitgeteilt wird, veranstaltet der hiesige Bezirksverein des Kaufmännischen Vereins Frankfurt am 5 März im großen Saale der Centralhalle eine Abendnnlerhaltnng mit darauffolgendem Ball. Der mit der Aufstellung des Programms beauftragte Festausschuß ist bemüht, denverehrlichen Besuchern einige recht genußreiche Stunden zu bereiten, indem an diesem Abend Konzertstücke, Rezitationen, Gesangsvortiäge, sowie ein humorvolles Theaterstück zur Ausführung gelangen. Es ist dies das erste Mal, daß obengenannter Verein mit einer derartigen größeren Veranstaltung an die Oeffentlichkeit tritt und wünschen wir demselben ein gut besetztes Halls. Eine Liste zirkuliert und | sind außerdem Eintrittskarten bei dem Mitgliede Jorrit W. | Krack, Cigarrengeschäft, Marktstraße, sowie in dessen Filiale, | Ecke Schnur- und Kirchstraße, zu haben. • |
* Hanauer Kriegerverein. Sonntag den 27. d. M., 1 abends 6 Uhr, findet im Saale der „Concordia" zu Ehren £ berieniaen Kameraden, welche auf eine 25iäbriae Mitaliöd-
26. Fevruar
schast in unserem Verein zurückblicken können, ein Familienabend statt. Es sind in diesem Jahre 15 Kameraden, welche aeehrt .werben sollen. An diesem Abend wird auch die Fltgend zu ihrem Recht kommen und sich dem Tanze roibtner können. Hoffentlich werden sich die Kameraden mit ihrev Familien zahlreich beteiligen.
* Tonbild- und Kinematographen-Theater, Ecke Vangeriftratze. Der dieswöchentliche Programmwechsel bringt wiederum eine recht hübsche Auslese vorzüglicher Nummern. (Siehe Inserat.)
* ^cstgerrommeu wurde der Taglöhner Adolf Kurz von hier, der wegen Diebstahls steckbrieflich verfolgt wird, ferner der in einer Erziehungsanstalt untergebraebte und von dort burchgebrannte Max Pkarr, der einen Einbruchsdiebstahl verübt hat, sowie der vielfach vorbestrafte Albert Scherbaus Cassel, in dessen Besitz man Einbrecherwerkzeug fand.
Hus Hab und ferne
Ft-aEurt a. M., 25. Febr. Die Hauptvorstände des Ver'ovndes der Arbeitgeber für das (Sdjneibergewerbe (Sitz München) und der Organisation der Arbeitnehmer (Sitz Berlin) haben hier in den letzten Tagen über die Meinungßverschikdenheiien verhandelt, die in 35 Städten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wegen des im vergangenen Jahre abgeschlossenen Tarifs entstauben waren. In allen Fällen ist durch gegenseitige Verständigung eine Einigung erzielt worden. Ausstände im Srfmeibergewerbe sind infolgedessen nicht zu erwarten. Nach den Bestimmungen des Tarifs sind vor der Eröffnung eines Ausstands die Entschkidungen der Hauptvorstände der beiderseitigen Organisationen eintuholeu.
Bingen, 24. Febr. Die Stadtverordnrten-Versamm- lung hat heute den Beschluß gefaßt, eine Polizeiverordnung anzunebmen, wonach schulpflichtige Kinder nur in Begleitung Erwachsener Kinematograpveniheater besuchen dürfen. Diese Verv'dnung fand starken Widerspruch und wurde von den widersprechende» Stadtverordneten damit bekämpft, daß eS nicht nötig sei, den Menschen schon vom zarten Kindesasier an bis ins Greisenatter unter daS Joch von allen möglichen Polizeiverordnungen zu stellen. Man habe auch ohnedem Mittel und Wege, gegen die guten Sitten verstoßende Vorstellungen zu unterdrücken, zumal Dingen keine Großstadt fei und gegenwärtig nur e i n solches Theater sich hier befinde. Die Ueberwachuug besorae das Pliblikum selbst und die Presse. Trotzdem wurde die Verordnuug, allerdings mit nur 7 gegen 6 Stimmen, angenommen.
Mord- And Selbstmordversuch.
C. Offenbach, 26. Febr. (Telegramm.) Noch hat die blutige Tragödie, der vor wenigen Monaten die Frau Maier zum Opfer gefallen ist, nicht ihren Abschluß gefunden, als schon wieder ein trasischer Vorfall mit verhältnismäßig günstigem Ausgang von sich reden macht. Die Wohnung des früheren Konditors jetzigen Gastwirts Fleischle in der Geleitstraße 24, war heute morgen der Schauplatz einer grausigen Tat. Flei'chle der in den 40er Jahren steht, verheiratet und Vater mehrerer Kinder ist, betreibt bie Wirtschaft „zu den 3 Hasen" seit 3 Jahren, doch scheint das Geschäft in den letzten Jahren nicht mehr recht gegangen zu sein, weshalb Fleischle sich dem Trunke ergab; anderseits wird behauptet, daß er schon lange an Alkoholvergiftung leide. Man ging deshalb mit dem Gedanken um, den Mann in eine Heilanstalt unterzubringen, was dieser Tage geschehen sollte. Dies scheint sich Fleischle so in den Kopf gesetzt zu haben, daß er beschloß, zuerst seine Frau und dann sich selbst umzubringen. Diesen Plan gedachte er heute morgen gegen halb 8 Uhr zur Ausführung zu bringen. Als bie Frau, die ans Furcht vor dem Manne mit ihren Kindern im oberen Stockwerk schlief, das im Parterre gelegene Wirtszimmer betrat, tiaf sie ihren Mann schon dort yn, der sie alßbald ergriff und in sein Schlafzimmer schleppte. Dort warf er sie auf das Bett und versuchte ihr, mit einem Küchenmesser den HalS durchzuschneiden. Die Frau wehrte sich energisch unb schrie laut um Hilfe, wodurch die Kinder aufmerksam wmden und veranlaßten, daß der Vater von seinem Opfer abhielt. Immerhin hat bie Frau einige Verletzungen am Halse erhalten, die jedoch nicht gefährlich sind. In der Zwischknzeit, alS die älteste Tochter zum Arzt eilte, versucht« Fleischle sich selbst zu töten, was ihm aber, trotzdem er sich die Pulsadern öffnete und sich Verletzungen an Hals und Kopf beibrachte, nicht gelang. Das Ehepaar wurde dann gegen 9 Uhr in das städtische Krankenhaus verbracht. Nach einer anderen Version soll der Grund der Tat auch darin zu suchen sein, daß gegen Fleischte Anklage wegen Körperverletzung schwebte. — Ein tödlicher Unglücksfall ereignete sich gestern in der Wohnung des Karl Engel der Taunusstraße 43 wohnt. DaS dreijährige Töchterchen Martha fiel in einem unbewachten Augenblick in eine Waschbütte, die mit heißem Wasser gefüllt war. Das bedauernswerte Geschöpf trug derartig schwere Verbrühungen davon, daß es bald nach der Einlieferung ins städtische Krankenhaus verstarb. —• In der SantfcbwinbeU affâre ist nunmehr der Bruder des geschädigten Lederwarensabrü kanten Moritz Kaufmann, der in Frankfurt Teilhaber eines Schirmgeschäftes ist und in sehr mißlichen Vermögensverhältnisfen lebt, als der Tat dringend verdächtig verhaftet worden. Der Dienstmann, der bekanntlich den Scheck präsentierte, hat in Karl Kaufmann bestimmt seinen Auftraggeber wieder erkannt.
---^«.. . „■TU ---------------- . — ------ Schiffsdcrichte.
kMitaeteiU »i - 'aem Ad, ! reu > ch - c>auau.r
Aavrhttpg, 22. Febr. Der Dampfer „Spreewald" von der Hamburg ° Amerika - Linie ist gestern in St. Thomas unb der Dampfer „Sardinia" vorgestern in Havana eiw getroffen.
Bremen, 28. Febr. .Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Creleld" ist gestern in Oporta.eingetrossen.
Der Postdampfer „Kroonlaud" der „Red Star Line" in Antwerpen, ist laut Telegramm am 24. Februar »vohlbehaUru in New-Nork anaefommeru