Erstes Blatt
8qtfl»nilt
M««<liArNch 1,80 W., mouatUch 80 Wg., für <m* Einige SLoa»«ten mit bau betreffenben P-staujjchl«-, Die tiMjtüie Rummet testet 10 Pfg.
HMioNSdnlck Uno Verlag bet Buchdrucker« bei tetfiu.
GentM-Anzeiger
AMchts Orga» für Stadt- und Faudkreis Kaaaa.
«iittWxuglgeliNt
Sie füafgespaüeue VetiteeOe aber bereu Rett* « Hz iw SeOomeutefl bie Zeile 46 Hz
a, BaifcubOMfcS m H«u«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertag«, mit belletristischer Beilage.
Renata** Rebeftemt: •. e^ttäet h feuern
Nr. 46 Mer»spr«cha»schl«s, Nr. 605.
Donnerstag den 24. Februar
Uernsprechanschlutz Nr. 605»
1910
Sie ieM Nimm mMt enger ».llitajlltWibW
14 Seiten._________
Politische RundTdtaa.
mb Der trationattiberale Reichstagsabaeordnete Dr. Arning hat folgendes Telegramm vom Lüderitzkuchter Bürgermeister Kreplin erhalten: Da Sonde'-rechtder Kolonialgesellschaft erst am 1. April 1911 abläuft und Vertrag, besten Annahme Staatssekretär Ende Januar empfahl, a!8 gewiß erscheinen läßt, daß der Landesstskus erneut schwer geschädigt wird, bitten wir dringend, Abschluß des neuen Vertrages bis nach Eingang ausführlicher Denkschrift zu verhindern. Ueber Vertragsentwurf bemerken folgendes: Land- und Bergrechte zwischen 26 Grad und Kuistb, die Staatssekretär für Kolonialgesellschaft anerkennt, bestreitet Gouverneur unter Ablehnung der Auszahlung einer halben Million ringezahlter Schürfgebühren an Kolonialgesellschaft; diese nach Bergverordnung beweispflichtig. Hinweisen auf Fehlen des der Gesellschaft ungünstigen Ausschlußurieiles bezüglich Bethanien April 1886, welches unter Rechtstiteln unbedingt aufzuführen war. Kreplin, Bürgermeister.
Die französische Deputiertenkammer nahm das Kolonialbudget an und beriet sodann über das Marinebudget. Der Marintminister erklärt«, er habe bei der Uebernahme des Ministeriums das Geschwader in der Nordsee nicht in der entsprechenden Stärke vorgefunden und auch der Effektivbestand der Schiffe im Mittelmeer sei ungenügend gewesen. Innerhalb eines Monats jedoch seien die Effektivbestände vervollständigt worden. Er sei entschlossen, Biserta und die Häfen am Atlantischen Ozean in den Stand zu setzen, die Geschwader zu vervroviantieren. Im Mai müßten die Ge- schwader mit vollständigen Effektivbeständen bereitliegen, auf den ersten Befehl in See zu gehen. In jedem Geschwader lägen jederzeit sechs Schiffe schlachtbereit. Er habe 30 Schiffe wegen ihrer der Neuzeit nicht entsprechenden Bestände auS- scherdeu müssen. Er gebe der Kammer die Versicherung, daß er sie niemals auffordern werde, dem Bau irgend‘ eines Schiffes zuzustimmen, bevor nicht die Baupläne vorlägen. Der Minister führte weiter aus: Auf Grund der auf der „Jena" gemachten Versuche hätte er sich für ein schweres Geschoß entschieden. Es seien Maßregeln getroffen, daß die sechs Dantons, die Ende 1911 fertig seien, mit Munition versehen würden. Die Flottenstützpunkte seien in Zukunft dank den Ingenieuren gegen jedes indiskrete Eindringen geschützt. Die Geschwader könnten bei Tag und bei Nacht in aller Sicherheit auslaufen; die Docks würden instandgesetzt werden. Auch dafür seien Vorkehrungen getroffen, daß die
........... I III. ^MM^M^MPMM» im..............
GemMrsimlmg der Mtnittgifditi! NM- ferf^enbeu keseWst.
Frankfurt a. M., 23. Febr. 1910.
Vorsitzender: Sanitätsrat Dr. E. R o e d i g e r.
Der Vorsitzende, dem statutengemäß die Leitung der Generalversammlung obliegt, erstattet zunächst den Geschäftsbericht über das Jahr 1909.
Der Bericht gedenkt au erster Stelle der schmerzlichen Verluste, die die Gesellschaft im vergangenen Jahre erlitten hat. Sie beklagt den Tod ihres verdienten Direktors des Museums, Prof. Dr. Fritz Römer, der außerordentlichen Ehrenmitglieder Freiherrn Dr. jur. Wilhelm von Erlanger und Staatsminister Dr. phil. Ludwig Holle in Berlin, des arbeitenden Mitgliedes Geh. Kommerzienrat Eduard Oehler, der korrespondierenden Mitglieder Oberingenieur L. Becker- Wandsbeck, Prof. Dr. S. Brustna-Agram, Geheimrat Prof. Dr. A. Dohrn-Neapel, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. W. Engelmann-Berlin, Polizeirat a. D. M. Kuschel-Guhrau, Geh. Admiralitätsrat G. v. Neumayer-Neustadt H., Verleger E. Spandel-Nürnberg und Prof. H. G. Seeley-London und beklagt weiter den Tod von 23 zum Teil langjährigen, beitragenden Mitgliedern, Ihnen allen wird die Gesellschaft ein treues Andenken bewahren.
Verzogen und ausgetreten sind 31 Mitglieder, zu den ewigen übergetreten 3, dagegen neueingetreten 86. Die Zahl der beitragenden Mitglieder betrug somit am 31. Dezember 1909 1081 gegen 1052 zu Ende des Jahres 1908.
In die Reihe der ewigen Mitglieder wurden eingetragen: Rentmeister Theodor Alexander, Frau Sara Bender, Eugen« Hoerle, Sanitätsrat Dr. Karl Kaufmann, Frau Marie Meister, Justizrat Paul Reiß, Deutsche Gold- und Silber- scheide-Austalt, sowie die Verstorbenen: August Bender, Fritz Hauck, Rio ritz F. Hauck, Geh. Sanitätsrat Heinrich Hoffmann, Hermann Kahn, Heinrich Lotichius, Geh. Kommerzienrat Eduard Oehler, W. Jakob Rohmer, Henry Seligmann und Leopold Sonnemann.
Zu korrespondierenden Mitgliedern wurden ernannt: Prof.
Offiziere mehr mit ihren Dienstobliegenheiten vertraut würden. Der Minister schloß: Dank den getroffenen Maßregeln werden die jetzt vorhandenen Seestreitkräfte bereit sein, auf den ersten Befehl hin in Gee zu gehen. Man darf sich aber keiner Täuschung darüber hingeben, daß, wenn unsere sechs Dantons fertig sein werden, unsere Marine für den Fall eines großen europäischen Krieges noch nicht allen Forderungen entsprechen wird. Niemand weiß besser als ich, was noch zu tun bleibt. Ich werde alles aufbieten, um mich des Vertrauens des Parlaments würdig zu erweisen. (Lang anhaltender Beifall.) Die Sitzung wurde darauf geschloffen.'
Englisches Unterhaus. Nach Schluß der Generaldebatte über die Adresse begannen die Beratungen über die einzelnen Zusatzanträge. Austen Chamberlain brachte einen Zuiatzantrag zugunsten der Tarifreform und der Vorzugszölle für die Kolonien ein. Er gab zu, daß die Lage deS Gewerbes gegen das Vorjahr sich wenig gebessert hab«, erklärte jedoch, daß das Verlangen nach einer Tarifreform nicht auf irgend einer zeitweiligen Erscheinung, sondern auf der Tatsache beruhe, daß die Arbeitslosigkeit ein chronische- Uebel geworden sei, an der Englands ganzes soziales System kranke. Redner zählte die bekannten Gründ« für eine Tarifreform auf, und gab seinem Erstaunen über die unberechtigten Erklärungen Ausdruck, die Lloyd George über die Lebenshaltung der arbeitenden Klaffen in Deutschland abgegeben habe. (Beifall bei der Opposition.) Handel-minister Buxton antwortete im Namen der Regierung. Chamberlain, sagte er, habe dieselbe Rede schon vor einem Jahr gehalten, das Land aber noch immer darüber im Unklaren gelassen, wie die Tatifreformer das von ihm skizzierte Paradies nun wirklich auf die Erde verpflanzen wollten. Die Debatte, die im übrigen in den üblichen Bahnen verläuft, wird voraussichtlich zwei Tage dauern.
Polnische Setzerei. In Graudenz ist vor kurzem ein „Deutsches Gemeindehaus* eröffnet worden, das eine Stätte für die Deutschen ohne Unterschied der Konfesston bilden soll. An der Einweihungsfeier haben auch zwei katholische Geistliche teilgenommen. Der „Pielgrzym" ist darüber so in Wut geraten, daß er den Umstand, daß ein Gaal gelegentlich aushilfsweise kirchlichen Zwecken dienen soll, zu folgenden Ausfällen benutzt: „Dieses lutherische Haus ist also für alle« und jedeS; eS ist gleichsam eine große Freimaurerloge, wo Jude, Christ und Hottentott alle einem Gott dienen. UebrigenS ist dieser deutsche Gott, welchem die Lutheraner mit Hilfe der Regierung ein Haus gebaut haben, sehr merkwürdig. Wappen und Büste des Kaisers sind sein einziger Schmuck. Wunderbar ist auch dieser Gottesdienst beim Biere, wo alle ohne Unterschied des Glauben- Gott preisen. Und waS ist für uns die Lehre? Doch die, daß
Dr. Fr. Ahlborn-Hamburg, Francis Darwin F. R. S., St. D. ° Cambridge, Sir George Howard Darwin-Cambridge, Arthur von Gwinner-Berlin, Dr. phil. Paul Kammerer-Wien, Henry F. Osborn-New Park, Th« Right Hon. Lord Ray- leigh-Cambridge.
Zu arbeitenden Mitgliedern wurden ernannt: Kommerzienrat Eduard Deit, Rudolf von Goldschmidt-Rothschild, Otto Hauck von Metzler, Dr. phil. Hugo Merton, Dr. phil. Kurt Priemel und Dr. phil. Arthur von Weinberg.
Mit Ablauf des Jahres 1909 traten satzungsgemäß nach zweijähriger Amtsführung aus der Direktion' aus: der 2. Direktor Stabsarzt Prof. Dr. E. Marx und der 2. Schriftführer Friedrich W. Winter. An ihre Stelle wurden für die Jahre 1910 und 1911 die Herren Dr. phil. Arthur von Weinberg und Gartenbaudirektor August Siebert gewählt.
Durch Beschluß der Verwaltung vom 21. Februar wurde Dr. E. Wolf, bisher Assistent für Zoologie am Museum, zum Kustos der zoologischen Sammlungen ernannt. In der Verwaltungssitzung vom 17. September wurde die Berufung des außerordentlichen Professors der Zoologie an der Universität Leipzig, Dr. phil. Otto zur Strassen als Direktor des Museums beschlossen. Prof, zur Strassen hat sein Amt am 1. Januar 1910 übernommen. Dr. F. Drevermann wurde in der Verwaltungssitzung vom 18. Dezember zum Kustos der geologisch-paläontologischen Sammlung ernannt.
Der paläontologischen Abteilung konnte dank der Hochherzigkeit unseres bewährten Gönners A. von Gwirmer für mehrere Jahre ein geübter Präparator, Christian Ctrunz aus Bayreuth, zugeteilt und damit ein langgehegter Wunsch erfüllt werden. t t _
Die Vorlesungen der Dozenten und besonders die zoo- logischen, botanischen und geologischenExkursionen in ben Sommermonaten erfreuten sich einer überaus regen. nähme Leider war Prof. Dr. H. Reichenbach trankheithaiber verhindert, die von ihm im Sommer angekündigten Vorlesungen abzuhalten. Dr. H. Merton und Frau M. Sondheim hielten im Sommerhalbjahr das zoologische Praktikum ab' Prof. Dr. M. Flesch las im Winter über Embryologie.
'Bon Publikationen erschienen im Berichtsjahre von den ^Abhandlungen" Band 30. Heft 4, enthaltend emo ^"beit
man nach Graudenz bessere Geistliche schicken muß, die dieses bodenlose Dunkel aufhellen, das an Heidentum grenzt, und daß man ein katholische- Hau- bauen muß, wo sich di« Katholiken versammeln und sich ehrbar unterhalten, wo sie sicher find vor lutherisch-freimaurerischen Fallstricken. * — Man sieht, die Polen schrecken vor den ärgsten Beschimpfungen nicht zurück, wenn eS darauf ankommt, ein Zusammengehen der beiden Konfessionen auf deutscher Seite zu hintertreiben.
Chinas Herrschaft in Tivet. Wie dar Reutersche Bureau erfährt, brachen 25 000 nach japanischem Muster ausgebildete chinesische Soldaten von Ezechuan nach Tibet auf. Sie stehen unter der Führung eine- Bruder- de- Vizekönigs von Szechuan und sind mit Apparaten für drahtlose Telegraphie, mit Maschinengewehren, sowie mit Gebirgs- qeschützen versehen. Augenscheinlich wird beabsichtigt, Chinas Herrschaft in Tibet aufzurichten, die Lage an der Grenze zu verbessern und der chinesischen Niederlassung neuen Mut einzuflößen. Zur Ausrüstung dieses Zuge- sind in den beiden neuerdings mit deutschen Maschinen eingerichteten, unter dem scher Aufsicht stehenden Arsenalen von Chengtu 7000 Arbeiter Tag und Nacht tätig gewesen. Die Expedition litt unter der Kälte und der Feindseligkeit von Grenzstämmen bereit- sehr. In der Nähe von Batung ist fie sogar in einen Hinterhalt geraten und verlor 400 Mann und eine Anzahl Geschütze.
Parlamentarische».
mb. Der Marine-Etat in Der Budgetkommission.
Vor Eintritt in die Beratung berichtigte Admiral Dähnhardt eine Mitteilung, die baS „Berliner Tageblatt" gestern morgen aus Reichstagskreisen brachte, wonach bie vom Marineamt telegraphisch eingeforberten Messebücher die Richtigkeit der in der Kommission aufgestellten Behauptung ergeben hätten, daß an die einzelnen Seeoffiziere erhebliche Ueberschüsse ausgezahlt seien, und daß z. D. im letzten Jahre der Ueberschuß der SeeosfizierSmesse auf S. M. S. „Schleswig-Holstein" nicht weniger als 7000 Mark betragen habe. Der Admiral weist auS dem ihm vorliegenden Bericht über das Jahr bis Oktober 1909 nach, daß nicht Ersparnisse gemacht, sondern im Gegenteil 3276 Mark 18Pfg. noch zugesetzt seien. Im Durchschnitt von 25 Schiffen der Hochseeflotte seien monatlich 10.40 Mk. pro Offizier erspart; die Mitteilungen im „Berliner Tageblatt" seien also nicht richtig. Auf Anfrage wird hinzugefügt, daß Getränke und Butterbrote nicht mitgerechnet seien, sondern lediglich die MeßauSgaben selbst. Eingehende Erörterung veranlaßt der Titel „Allgemeiner Werftbetrieb", der einen allgemeinen Fonds, und zwar einen übertragbaren, in Höhe von annähernd 5 Millionen Mark darstellt und inbezug auf den im DiSposttiv vermerkt ist, daß auS diesem FondS BetriebSfahrzeuge erbaut werden dürfen, wenn die Kosten deS einzelnen Baues den Betrag von 50000 Mark nicht von Dr. P. Sack: „Die paläarktischen Spongoftylinen" und der Anfang von Band 31, Heft 1, mit einer Arbeit von Dr Paul Röthig: Riechbahnen, Septum und Thalamus bei Didelpbys marsupialls", die bisher nur als Separatum ausgegeben ist, sowie der „Bericht" 1909.
In Schriftenaustausch gegen Bericht, oder Abhandlungen und Bericht ist die Gesellschaft mit 14 weiteren Instituten, Gesellschaften oder Vereinen getreten.
In den Sommermonaten wurde von der Gesellschaft eine Sonderaukstellung der Flugorgane bei Tieren und Pflanzen in der Internationalen LuftschiffahrtauSstellung veranstaltet, deren Vorbereitungen einen großen TeU der Arbeitskräfte im Museum in Anspruch genommen hat.
Im Museum selbst nahmen die Arbeit«» in der Schau- unb Lehrsammlung, sowie die Neuordnung der wissenschaftlichen Sammlungen ihren Fortgang. In allen Abteilungen stellt sich die Anschaffung weiterer Schränk« als em drm- qendes Bedürfnis heraus. Leider stehen unS hier fast keine Mittel zur Verfügung.
In der Schausammlung wurden hervorragende Stücke neu ausgestellt. Eine der wertvollsten Neuwerbungen, daß Flußpferd, verdankt die Gesellschaft Rudolf von Goldschmidt- Rothschild. Das Tier ist am Zambest erlegt und durch Rowland Ward in London meisterhast präpariert worden. Dr. Hugo Merton stiftete für die zoologische Schausammlung einen Fensterschrank für Planktonobjekte und beschaffte auch das für die Ausstattung beS Schrankes nötige Plankton- Material.
Ganz besonders reich« Zuwendungen hat wiederum bie geologisch-paläontologische Abteilung erfahren und zwar hauptsächlich die Sauriersammlung. Otto Hauck-vonMetzler schenkt« die 2,70 Meter lange Platte eines gut erhaltenen Nothosaurue baruthicus Geissler aus dem Muschelkalk von Bayreuth, Kommerzienrat Eduard Veit erwarb die wertvolle Strunzsche Sammlung von Saurierresten, ebenfalls aus dem Bayreuther Muschelkalk. Durch diese Ueberweisung dürfte nunmehr bie paläontologische Abteilung unseres Museums die beste Samnv hing dieser eigenartigen Reptilien des Muschelkalkes besitzen. Sir Julius Wernher in London hat der Gesellschaft in hochherziger Weise den Erwerb von drei Saurierskeletten aus