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Redefreiheit eingcladen waren. Der Redner des Abends» Herr Generalsekretär Brehm, verbreitete sich in P/2= ^finbigem fesselndem Vorirage über „Reichsfinanzreform und Berufsstände". Wohltuend berührte die ruhige Objek­tivität des Vortragenden, der bei aller Gründlichkeit der Otitis doch nachdrücklich darauf hinwies, daß die Verärgerung zwischen den bürgerlichen Parteien bald ein Ende nehmen müsse, damit sie ihre Kampffront wieder gemeinsam gegen die Sozialdemokratie richten könnten. Auf besonderes Ver­langen stellte Herr Brehm noch die preußische Wahlrechts- reformfrage eingebend dar. Er verteidigte die Forderungen der nationalliberalen Partei — Einführung des direkten und geheimen Wahlverfahrens, sowie Beseitigung vlutokratischer Auswüchse der Klasseneinteilung —, lehnte dagegen die Uebertragung deS Reichstagswablrechtes auf Preußen mit Entschiedenheit ab. Er bedauerte lebhaft, daß die Freisinnigen dafür eintreten und hielt ihnen mit deutlicher Ironie vor Augen, daß sie in den großen Städten, wo sie das Heft in der Hand hätten, vom Reichstagswahlrechte nichts wissen wollten. Der Führer der freisinnigen Volkspartei im Abge­ordnetenhaus», Abg. Fischbeck, habe es für die ^emeinben rundweg abgelehnt. Das SiaatSwohl wie die Rücksicht auf volkswirtschaftliche Interessen verbiete es, ein Wahlrecht im größten Bundesstaate einzuführen, das nur bewirken könne, daß die großen Städte sowohl im Reichstage, wie im Land, tage sozialdemokratisch vertreten seien. Dies wäre aber keine Gerechtigkeit, sondern die schreiendste Ungerechtigkeit. Den Redner lohnte reicher Beifall, der sich wiederholte, als er auf Anregung der Herren Furkel und Holste die unveränderliche landwirtsckaftsfreundl'che Haltung der nationalliberalen Partei an Hand der Handelsverträge nachwies. Seine Partei suche von höherer Warte aus die Interessen aller schaffenden Be­rufsstände harmonisch gegeneinder auszugleichen. Das Schluß­wort klang nochmals in die Mahnung aus, man müsse auf eine Verständigung aller bürgerlichen Parteien himvirken.

* Fechenheim, 21. Febr. (Abgeurteilter Fahr­rad d ie b.f Am 17. Januar d.I., morgens zwischen? und 8 Uhr, stahl der dahier als Hilfsarbeiter beschäftigte Taq- löhner Gg. Wellhöfer aus einer unverschi offenen Waschküche das daselbst untergestellte Fahrrad des Herrn Pfarrers Hofmann im Werte von etwa 100 Mark. Ec fuhr damit nach Frankfurt, um es später hier zu verkaufen, wurde aber durch seine Verhaftung daran gehindert. Der Angeklagte, dessen Straikonto ein ziemlich bedeutendes ist, unter anderem wurde er während seiner Militärdienstzeit wegen Diebstahls zu einer empfindlichen Freiheitsstrafe verurteilt und in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt, wurde heute von der Hanauer Strafkammer zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 2 Jahre Ge­fängnis beantragt.

Weitere Berichte „Aus Statt und Land" im zweiten Blatt.

Äus Hab and fern.

(-) Grotz-Steinheim, 20. Febr. Auf seiner ersten Berg­fahrt nach Würzburg passierte vorgestern das neuerbaute eiserne Rhein- und Mainschiff „Miidenburg" des Schiffers Heinrich Sckulz aus Miltenberg mit bedeutender Kohlen­ladung unser Städtchen. Das überaus schmucke Schiff ist zweifellos das größte, welches je den Main befuhr. Es kann auch nur bei sehr hohem Wafferstande den Mainstrom pas­sieren. Bei einer Länge von 62 Meter, einer Breite von 8,85 Dieter und einer Tiefe von 2,10 Meter hat es eine Tragfähigkeit von 16000Zentner (80 Eisenbahnwagen). Das stattliche, auf der Werft Zeeland te Hansweert in Holland erbaute Fahrzeug enthält neben den Laderäumen eine voll­ständige Wohnung von 5 Zimmern, nebst Badezimmer und Küche. Die „Mildenburg" war erstmals mit 12000Zentner Ruhrkohlen für Würzburg befrachtet. Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Wasserstandsverhältniffe wurde in besten schon in Mainz und noch vorgestern auch in Aschaffenburg ein Teil der Ladung gelöscht.

)( Frankfurt a. M., 20. Febr. Der Vorsitzende deS Nassauischen Landes-Obst- und Gartenbau-Vereins hat unS folgendes Schreiben zugehen lassen: Ueber die vom 7. bis 26. Oktober d. Js. in der Festhalle zu Frankfurt a. M. stattfindende Landes-Obst- und Gartenbau-Ausstellung scheinen noch irrige Meinungen verbreitet zu sein, die in Zeitungseinsendungen zum Ausdruck kommeu. Wir weisen deshalb darauihin, daß die Gartenbaugesellschaft zu Frank­furt a. M. nicht die Veranstalterin der Ausstellung ist, son­dern der Nassauische Landes-Obst- und Gartenbauverein, Sitz Geisenheim a. Nh. Der Vorsitz liegt in den Händen des Herrn Geh. Regierungsrales Professor Dr. Wortmann, Direktor der Königlichen Lehranstalt in Geisenheim. Die Geschästsleitung für diese Ausstellung ist dem Königlichen Gartenbauinspektor Junge in Geisenheim übertragen. Die regen Beziehungen, welche den Landesverein mit der Garten- baugesellschaft zu Frankfurt a. M. schon seit einer langen Reihe von Jahren verbinden, waren die Veranlassung, daß sich der Verein mit der Gartenbaugesellschaft in Verbindung gesetzt hat und diese Verhandlungen haben zu dem in den Zeitungen veröffentlichten Resultat und zur Bildung eines Ortskomitees geführt, das für eine gute Beschickung der Ausstellung durch die Gruppen Obst- und Beereuwein- Industrie, Gemüsebau, Topspflanzenkultur, Binderei und Dekoration Sorge tragen wird. Die Bildung der Unteraus- .chüsse ist den Obmännern der einzelnen Gruppen übertragen und eS wird sich dabei Gelegenheit finden, weitere In­teressenten aus diesen Gebieten heranzuziehen. Wir müssen noch besonders betonen, daß die Gruppen Obstbau und Obst­oerwertung. ebenso wie die Sektion Hessen-Nassau des Bun­des Deutscher Baumschulbesitzer für die Abteilung Baum- schul-Artikel ausschließlich von der Hauptgeschäftßleitung in Geisenheim aus bearbeitet werden, sodaß Vereine rc., die in einer dieser Abteilungen in Wettbewerb zu treten wünschen, sich direkt mit dieser Stelle in Verbindung zu setzen haben. Die industrielle Abteilung der Ausstellung wird durch die Geschäftsstelle in Frankfurt a. M. — Fest halle — bearbeitet. Wie das zunächst ausgearbeite Programm besagt, können sich auch Personen innerhalb des Regierungsbezirkes Wiesbaden, die dem Landesverein nicht angeschloffen sind, an dem obst- und gartenbausachlichen Teile' der Ausstellung beteiligen, während zu der industriellen Abteilung auch Firmen von außerhalb zugelaffen werden.

Königstein, 18. Febr. Frau Lehrer Böhler Witwe hat dem Frauenverein der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde 10 000Mk^ der evangelischen Kirchengemeinde selbst 1200 Mk. geschenkt.

Königstein, 18. Febr. Die Main-Taunus-Vereinigung Gabelsbergerschcr Stenographen, die vor einigen Wochen in Kelkheim unter zahlreicher Beteiligung einen Anfängerkursus eröffnete, beabsicht auch hier einen Lehrgang für Ansänger abzuhalten und ladet Damen und Herren zu einer Besprechung auf nächsten Dienstag ins Restaurant Messer ein.

Wiesbaden, 20. Febr. Eine stark besuchte Volksver-^ sammlung im Gewerkschaftshaus protestierte gegen die Ueber- griffe der Polizei, .die hier sowie in Frankfurt und Neumünster zu den bekannten Zusammenstößen mit den Demonstranten geführt haben. Dr. Quarck aus Frankfurt sprach über das Thema „Wahlrechtskampf und Polizeiwillkür". Nach Schluß der Versammlung, zogen Tausende, von der Polizei unbe­hindert, vor das Rathaus. Hier wurde die Menge, die musterhafte Ordnung bewahrte, von einem starken Schutz­mannsaufgebot vorsichtig zerstreut, ohne daß es zu Sistierungen oder zu Zusammenstößen gekommen wäre.

^ Biebrich a. Rh., 20. Febr. Der hiesigen Firma Dyckerhoff & Wiedmann Akt.-Ges. ist zum Preise von rund 4*/i Millionen Franken seitens der Stadt Antwerpen die Erbauung eines großen .Trockendocks übertragen worden.

FC. Darmstadt, 20. Febr. Die Milchhändler-Vereini­gung von Darmstadt und Umgegend hielt in der „Ludwigs­halle" gestern nachmittag eine Protestversammlung ab gegen die bereits eingeführte Milchpreiserhöhung. Es wurde be­schlossen mit aller Energie den Milchkrieg zu sühren in der Erwartung, daß die Händler in dem Kampfe von den Kon­sumenten unterstützt werden, denen empfohlen wird, den Milchverbrauch einzuschränken. In der Versammlung wurde bekannt gegeben, daß von den Produzenten circa 1500 Liter gesperrt sind und noch weitere Milchsperrung bevorsteht, aber erklärt, daß die Händler vollen Ersatz aus anderen Bezirken erhalten und fürder stets die notwendige Ersatzmilch herbei­geschafft wird und werden kann. Die Milchproduzenten haben ihre Kollegen in Frankfurt a. M., Hanau und Um­gebung, besonders aber in Oberhcssen angewiesen, keine Kamplmilch nach Darmstadt zu entsenden.

W. Marburg, 20. Febr. Der Satilermeister Hänschen gab heute abend auf feine Frau mehrere Nevolverschüsse ab und entfloh dann; die Frau wurde in die Klinik gebracht.

Hörstein, 18. Febr. In einer hier stattgefundenen Ge­meindeversammlung wurde die Erbauung einer Wasserleitung mit 160 gegen 25 Stimmen abgelehnt.

Untermerzbach, 18. Febr. Vor einigen Tagen war die Ehefrau eines Oekonomen im nahegelegenen NeuseS mit Streuhacken beschäftigt. Dabei zog sie sich eine kleine Wunde an der linken Hand zu, welche von der Frau nicht beachtet wurde. Schon am nächsten Tage trat Blutvergiftung ein, und heute starb die Frau unter ensetzlichen Schmerzen.

Schöllkrippen, 18. Febr. Die Gemeinde Großkahl plant die Erbauung einer Wasserleitung. ES wäre nur zu wün- schen, wenn die Angelegenheit rasch gefördert würde, da ein wirkliches Bedürfnis vorliegt. Es sind nur zwei Brunnen vorhanden. Vorläufig muß noch daS Bachwasser benützt werden.

W. Mannheim, 21. Febr. Der Aufsichtsrat deS Ver­eins Chemischer Fabriken in Mannheim beschloß, der General­versammlung die Verteilung einer Dividende von zwanzig Prozent (wie im Vorjahres vorzuschlagen; der erzielte Rein­gewinn beträgt Mark 1 377 091 (gegen Mark 1352 471 im Vorjahres.

Ludwigshafen, 18. Febr. Der Mflchkrieg nimmt größere Ausdehnung an. Bei den in Frage kommenden Zügen sammelten sich gestern große Menschenmengen an. In Mutterstadt mußte die Gendarmerie verstärkt werden. In den meisten Orten des Gaues ist heute keine Milch ange­liefert worden.

W. Pforzheim, 20. Febr. AuS Verzweiflung Über zerrüttete Vermögensverhältnisse hat sich der 44jährige Fabrikant Friedrich Tchwemmle jr. mit seiner Frau und seiner 15jährigen Tochter vergiftet. Eine 17jährige Tochter befindet sich in einem auswärtigen Pensionat.

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Von 0 Prozent ans 110 Prozent Kommunal­sten ern muß die Stadt Müncheberg in Brandenburg springen. Dieses Städtchen zählte bisher zu den wenigen deutschen kommunalsteuerfreien Orten. Die Neuregelung der Beamten- und Lehrerbesoldung, sanitäre und humanitäre Einrichtungen, sowie Aufwendungen für eine Kleinbahn haben der Stadt den Zwang auferlegt, gleich von 0 Prozent auf 110 Prozent Zuschlag zu springen.

Das herannahende Osterfest macht sich durch ein umfangreiches Geschäft auf der Berliner Eierbörse bemerkbar. Händler erzählen, daß ganz Preußen nicht im Stande sein soll, daS zu liefern, was Berlin an einem einzelnen Tage braucht. Dilse Behauptung ist natürlich nur schwer zu kontrollieren, jedenfalls ist es aber Tatsache, daß die meisten Eier ans Galizien kommen. Es treffen jetzt täglich bis zu 30 Waggonladungen Eier in Berlin ein, jeder Waaen ent­hält durchschnittlich 60—120 Kisten mit je 24 Schock.

Die florierenden Warenhäuser. Die großen Erweiterungsbauten des Warenhauses Wertheim in Berlin haben die Konkurrenzfirma Tietz nicht ruhen lassen. Tietz kaufte zu Vergrößerungszwecken 14 Häuser an.

Drahtnachrichten

Wien, 20. Febr. Die amtliche „Wiener Zeitung" ver­öffentlicht eine Veroidmmg der Ministerien des Ackerbaues, der Fustiz und des Haudels über den Verkebr mit Tieren, tierischen Rohstoffen und Gegenständen, welche Träger eines Ansteckungsstoffes von Tierseuchen sein können, nach und aus dem Deutschen Reiche.

Madrid, 20. Febr. Gegenüber der Reibung des Passier „Mann" der spanische Gesandte in Tanger habe nach Madrid berichtet, daß nach den ihm vorliegenden Nachrichten in Fez eine aufwieglerische Stimmung gegen die Franzosen herrsche, wird im Ministerium des Aeußern erklärt, eine Depesche Merry bei Vals versichere, daß in einer Meldung

„^— —— II—.I--»"»'■ .... ! ........> — I ——C. ans Fez von einer feindseligen Stimmung gegen die Fran« zosen nicht die Rede sei.

Madrid, 20. Febr. Der frühere Präsident von Nica­ragua, Zelaya, ist hier eingetroffen.

Serajelvo, 20. Febr. Heute mittag erfolgte durch den Laudeschef im Landregierungspalais inmitten einer glänzen­den Festversammlung die feierliche Proklamation der Ver­fassung. Die Stadt ist festlich geschmückt. D^e Proklamation wird gleichzeitig im ganzen Lande besannt gegeben.

Petersburg, 20. Febr. Das Handelsministerium brachte in der Reichsduma einen Antrag ein, das am 21. März 1910 außer Kraft tretende Gesetz vom 30. Januar 1905 über die Kontrolle des Getreideexports seitens der Börse auf weitere drei Jahre in Kraft zu lassen.

Konstantinopel, 20. Febr. Gestern fand ein Mi» msterrat statt, der sich mit der Frage der Verstärkung der Marine gemäß den Vorschlägen des Flottenvereins beschäf­tigte. Nach einer Meldung des „Sabah" bewilligte der Ministerrat den ca. 410 000 Pfund betragenden Kaufpreis für die auf den deutschen Werften lie^erungsferlig befindlichen vier Torpedobootszerstörer. Dieser Beschluß hängt, wie „Jkdam" milteilt, mit den Ereignissen in Griechenland zu­sammen, bereit mögliche Einwirkung auf das Gleichgewicht am Balkan der Ministerrat erörterte.

Kairo, 20. Febr. Der Ministerpräsident Butros Pascha ist heute in her Nähe des Ministeriums durch einen von einem Studeulen abgegebenen Schuß schwer verwundet worden. Der Student wurde verhaftet.

Kairo, 20. Febr. Der verwundete Ministerpräsident wiirbe ins Krankenhaus gebracht, wo festgestellt wurde, daß er von fünf Kugeln getroffen worden war. Zwei Geschosse streiften ihn, während drei in ben Körper eingedrungen sind und zur Zeit entfernt werden. Die Wunden sind schwer, jedoch wird gehofft, daß sie nicht lebensgefährlich sind. Der Mörder, ein nationalistischer Mohamedaner, ist Apotheker und in Kairo ansässig.

Brindist, 20. Febr. Der Kronprinz von Griechenland ist heute abend hier eingetroffen und um Mitternacht nach Corfu weitergereist.

Zum Ableben des Reichstagsprästdenten.

Berlin, 21. Febr. Im Reichstagspräsidialqebäude findet am Montag abend 7 Uhr eine interne Trauerfeierlichkeit für den verstorbenen Präsidenten des Reichstages, Grafen Udo von Stolberg-Wernigerode, statt, bei der Hofprediger Ohly die Trauerrede halten wird. Um 4 Uhr am DienStag nach­mittag wird in der Dreisaliigkeitskirche eine öffentliche Trauerfeier abgehalten, bei der Konsistorialrat Lahusen die Trauerrede hält.

Berlin, 20. Febr. Ihrer Exzellenz der Frau Gräfin Udo zu Stolberg-Wernigerode sind folgende Telegramme zu gegangen: „Tief erschüttert von der Nachricht des Ablebens Ihres Mannes spreche ich Ihnen, liebe Gräfin, mein von Herzen kommendes Beileid aus. Gotte stehe Ihnen bei und gebe Ihnen, wie bisher, Kraft in diesem großen Schmerze. Ich gedenke auch Ihrer armen Kinder beim Ableben des Vaters. Auguste Viktoria. — Anläßlich des Hinscheidens Ihres Herrn Gemahls sprechen Eurer Exzellenz die Kron­prinzessin und ich unsere aufrichtigste und herzlichste Teil­nahme auS. Wilhelm, Kronprinz."

Schwarze Truppe».

Paris, 21. Febr. Iaurès kündigt in der „Humanits" an, daß die sozialistische ©nippe den in der heutigen Kammer- sitzung zur Beratung gelangenden Plan betreffend die Bildung eines Korps von schwarzen Truppen entschieden be­kämpfen werde.

Angriff auf einen Posten.

Toulon, 21. Febr. Der Wachtposten deS Pnlver- depots des Forts Malboursquet wurde in der verflossenen Nacht von mehreren Männern, die in das Pulvermagazin eindringen wollten, mit Reoolverschüsseu bedroht. Die Be­satzung deS Forts eilte herbei und schlug die Angreifer, welche bereits das Tor gewaltsam geöffnet hatten, in bit Flucht.

Bombe.

Paris, 21. Febr. Aus Alais im Departement Gard wird gemeldet: Gegen das HauS des Bergwerksdirektors Marzodier in Graud-Coinbe wurde von einem bisher unbe­kannten Verbrecher eine Bombe geschleudert, welche das Ge­bäude teilweise zerstörte; verletzt wurde niemand.

Die Unruhen in Indien.

Allahabad, 20. Febr. Die in daS Aufstandsgebiek. dem VasaNenstante Saftar, entsandten Pollzeitruppen haben di« im Mittelpunkt dieses Gebiets liegende Stabt Jagdnivur ohne Kampf besetzt, trotzdem sie von einer dreifachen Kette von Aufständischen umzingelt war. Eine 225 Mann starke Abteilung regulärer Truppen mit einem Maschinengewehr ist gleichfalls nach Jagdalpur ausgerückt.

Charlottenburg, 21. Febr. Hier vergiftete der SAähr. Eisendreher Herrmann seine beiden Kinder und sich durch LeuchtsgaS, während feine Frau auf dem Balle weilte. Die Kinder sind tot, der Vater wurde schwer erkrankt nach dem Krankenbaufe geschafft. ,

Breslau, 21. Febr. Eine sozialdemokratische Wahl- iWSüerfammlimg von etwa 12000 Personen nahm eine Resolution an, in der daS Proletariat von ganz Deutsch­land aufgefordert wird, nötigenfalls den Massenstreik in den Dienst dès Wahlkampfes zu stellen. Nach Schluß der Ver­sammlung kam es zu einigen Zusammenstößen mit der Polizei, doch wurde niemand verletzt.

Petersburg, 21. Febr Die Bücher deS großen Kohlen­syndikates Produgoluw, in dem Millionen ausländischen Kapitals stecken, wurden wegen unlauterer Geschäfte beschlag­nahmt. Im Zusammenhang damit wurden 5 Beamt« deS Wegebau-MinisteriumS verhaftet.

New-Nork, 21. Febr. In Philadelphia kam es auS Anlaß der Entlassung zahlreicher Angestellter der städtischen Straßenbahn zu Ausschreitungen, wobei mehrere Wagen verbrannt und Beamte mißhandelt wurden.