Erstes Blatt.
llNstUtl'
vez«-»drevr
«iattljShrNch 1,80 Bit., ««»atlich 80 V«., fit ewB» ât-e »omtaueii mit dem d«trefie-d«i Vo-auffcht«-.
Die ebyaiee Rümmer taste 10 %»
Hâtiovld«ck mü Berlag da BuSbrudewi bei Metin.
General-Anzeiger
Amtillhes Organ für Lladt- nu) Fanâreis Kanan.
Dit fLnfgespaltes« yetiyefle aber beeui Raum SS M.
« »etlameatefl bk Zeile *6 $f*
M »aism-aus«« tat H««.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
BatetewetC RMtawrt «. Schrecke, * 4mm
Ml. 42 Aernsprechanschlutz Nr. 605.
■im II - I III —1 II—"—■—
Smstag den 19. Februar
F-rnspr-chanschlutz Nr. 605. 1910
Dit fitntigt Hummer mMt n^r d.llatnhiltmBliö
18 Seiten.
Amtliches.
Candkms Ranau.
In den Gemarkungen Bischofsheim, Hüttengesâß, Nieder- kssigheim, Roßdorf und Windecken ist die Schweineseuche festgestellt worden.
Hanau den 17. Februar 1910.
Der Königliche Landrat.
V1107 Fr h r. Laur.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 12. bis 18. Februar 1910:
1 BureanDiener, 2 Cigarrenmacher, 3 Cigarrenmacherinnen, 2 Kahrburschen, 3 Hausburschen, 1 Kiftenschreiuer, 1 Schlosser, 1 Schmied, 1 Schreiner, 1 Silberschleifer, 2 Spengl r u. Installateure, 5 Taglöhner.
Hanau den 19. Februar 1910. 4301
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Gefundene und verlorene Genenstciiide re.
Vertauscht: Im Kriegerverein am 16. d. Mts. ein schwarzer weicher Filzhut. Umtausch in der Expedition.
Hanau den 19. Februar 1910.
PolitiTcbe RundTchau.
Ausschüsse der im Staatsdienste beschäftigten Handwerker und Arbeiter. Das Zentrum hat im Abgeordnetenhaus? einen Antrag eingebracht, in dem die Staatsregierung ersucht wird : „bie Ausschüsse der im Staats« dienst beschâflialen Handwerker und Arbeiter, soweit diese dem zu erlassenden Arbeitskammergesetz nicht unterstellt werden, organisch dahin auszubauen, daß ihnen die friedliche aber freie Vertretung der Interessen der Handwerker und Arbeiter der Staatsbetriebe im Sinne des Kaiserlichen Erlasses vom 4. Februar 1890 gewährleistet wird."
Anarchistische Proklamationen in der Kaserne. Vor einigen Tagen fanden sich an den Mannheimer Kasernen und in deren Umgebung von unbekannter Hand angeklebte Zettel, anscheinend anarchistischen Ursprungs. Der Inhalt war an die Soldaten gerichtet und enthielt unter anderem eine Aufforderung zur Nichtbeachtung der militärischen Disziplin. Die Zettel wurden alsbald entfernt. Die Art des Druckes läßt vermuten, daß die Herstellung der Zettel im Auslande erfolgte.
Die italienische Kammer nahm debattelos das italienisch-ungarische Abkommen über Arbeiterunfälle an. Der Deputierte Cabrini sprach den Wunsch aus, daß ähnliche Verträge auch mit anderen Staaten abgeschlossen werden sollen. Der Minister des Acußern, Guicciardini, schloß sich den Ausführungen des Vorredners an mit den Worten: Möge der Tag nahe sein, wo eine wahre Verschwisterung der Rationen zum Schutze der Arbeiter stattfinde. (Lebhafter Beifall bei den Deputierten.)
Die französische Kammer setzte gestern die Be- ratung über das Budget der Kolonialtruppen fort. Der Deputierte für Senegal, Carpot, verlangte die Streichung eines Postens für die Verwendung schwarzer Truppen in Algier,^ da es gefährlich sei, solche Truppen mit einer noch nicht völlig friedlich gesinnten Bevölkerung zusammenzubringen. Man wolle auf diese Weise die numerische Überlegenheit Deutschlands über Frankreich ausgleichen, aber diese Ueber* tegenheit werde um so geringer, je tatkräftiger Frankreich oen Kanipf gegen die Tuberkulose und den AlkoholismuS führen werde. Der Generalberichterstatter über das Budget, Doumer, erklärte, es sei nicht dieser Gedanke, der zu dem Entschluß geführt habe, schwarze Truppen in Algier zu verwenden. Die Kolonien nähmen 20000 Mann in Anspruch; dafür habe man einen naturgemäßen Ersatz fordern wollen. Messimy, Deputierter für Oran, rechtfertigte darauf die Berufung schwarzer Truppen mit der Notwendigkeit, den Truppenkontingenten von Frankreichs östlichem Nachbar auf andere Weise, die Stirn zu bieten als durch die Einstellung Untauglicher in die Armee. Die Deputiertenkammer verhandelte gestern über die Minen von Uenza. Regnier (Radikal) meinte, wenn einmal die Bahn Bona-Uenza an Algier zurück- 'allen werde, werde ihr Betrieb ein schlechtes Geschäft sein.
da die Minen um diese Zeit schon erschöpft sein würden. Er bitte um Verweisung an die Kommission. Handelsminister Milerand erklärte, es sei unverantwortlich dem einmütigen Wunsche Algiers nicht Rechnung zu tragen. Der Staat könne nickt den Betrieb selbst führen. Mehr wie je bedürfe man guter Kräfte um das Gesetz betreffend die Altersversicherung der Arbeiter herzustellen. Sozialistischen Einwänden gegenüber erklärte der Minister, gegen die Jnlereffen Frankreichs sei keineswegs gehandelt worden. Er stelle mit Befriedigung fest, daß französische Firmen beträchtliche Interessen an den Kohlenbergwerken RheinpreußenS und Westfalens hätten und zwar zum großen Vorteile Frankreichs. Algier erhält durch dieses Uebereinkommen einen Anteil an den Erträgnissen. Ein Land, das wirtschaftlich gehoben werden solle, müßte seine Bahnen vermehren. Algier erwarte, daß ihm die Kammer gestatte, dir Gegend durch eine Bahn wirtschaftlich auSzubeuten. Eine offen« oder eine in die Form der Vertagung verkleidete Ablehnung der Wünsche Algiers, wäre ein« Verweigerung der Gerechtigkeit. (Lebhafter Beifall.) Nachdem noch Admirmal Bienaim beklagt hatte, daß Tunis den Vorteilen Algier« geopfert werde und den Wunsch ausgesprochen hatte, daß auch Biserta mit den Minen von Uenza verbunden werde, wurde die weitere Eörterung auf die erst« Sitzung nach Erledigung der Budget« vertagt.
Lord Kitchener über die Verteidigung Australiens. Der Bericht deS Lord Kitchener über die militärische Verteidigung Australien« nennt daS junge Menschenmaterial, au« welchem dir Verteidiger Australiens genommen werden, ein ausgezeichnetes, fügt aber hinzu, daß die gegenwärtigen Truppen bei größtem Eifer nicht genügten, um gründlich geübten regulären Truppen Widerstand zu leisten. Die gegenwärtigen Streitkräfte seien in Bezug auf ihre Zahl, Organisation und Bewaffnung nicht im Stande, Australien zu schützen, zumal dessen Eisenbahnen für eine feindliche Invasion günstiger seien als für bie Verteidigung. Lord Kitchener empfiehlt eine Armee von 80 000 Mann gut ausgebildeter Soldaten, von denen die Hälfte bie Städte und Häfen verteidigen und die andere Hälfte als bewegliche Truppe verwendet werden müßte. Die Offizier« müßten nur nach dem Grade ihrer Tüchtigkeit ohne Rücksicht auf politische oder gesellschaftliche Erwägungen auSgewählt und befördert werden. Schließlich empfiehlt der Bericht die Gründung eine« australischen militärischen Institut« und bie Entsendung von Kadetten zu einer halbjährigen Ausbildung in ein indische« oder englisches Regiment.
Hus Banau Stadt und Tand.
Luna«, 19. Februar.
• Elektrizität- - U eberlandzentrale im Land» kreis. Im Saale der „Concordia" wird Mittwoch den 23. Februar, nachmittag« 3 Uhr, auf Veranlassung deS Verbände- der landwirtschaftlichen Genossenschaften des Regierungsbezirks Cassel, der Oberingenieur Krukenberg vom Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften einen Vortrag halten über das Thema: „D i e Einführung der Elektrizität auf d«m platten Lande." Wir machen die Kreisbewohner und sonstigen Interessenten hiermit auf diesen Vortrag, der eine so hochwichtige Frage für die Landwirtschaft behandelt, besonder« aufmerksam und empfehlen dringend den Besuch dieser Versammlung.
• Lehrerverein für Naturkunde. Montag den 21. Februar, nachmittags 5 Uhr, in dem Physikzimmer der Knaben - Mittelschule Versammlung. Vortrag: „Aus den Ortler-Alpen".
• Stadttheater. Morgen Sonntag' nachmittag *M Uhr geht die erfolgreiche Operette: „Der fidele Bauer" zum 8. Male bei gewöhnlichen Preisen in Szene und abends ^98 Uhr wird der lustige Schwank mit Gesang: „B i s früh um fünfe" erstmalig zur Aufführung kommen. Das übermütig heitere Stück hat durch seine humorvollen drastisch komischen Szenen und seine hüb'chen melodiösen Gesang«, piecen überall den stärksten Erfolg erzielt. Wahre Heiter- feil'?sturme begleiteten jede Aufführung des amüsanten Stiickes, sodaß e« auch hier nicht an Beifall fehlen dürfte. Die Vor- stelluna findet im Abonn. A bei aewöbnlicben Preisen statt. — ei der am Montag als Volksvorstellnng vom Ausschuß iür Volksvorlesungen in Szene gehenden Operette: „Die Förstercbristl" wird den „Földessy" Herr Paul T e ch e l vom Stadtiheater in Freiberg i. S. als Gast auf Engagement singen. — Am Dienstag gelangt Grillparzer's herrliches Trauerspiel: „Die Jüdin von Toledo" nochmals im Abonn. B zur Aufführung. Der Reinertrag dieser Vor- stellung wird der „Wohlfahrtskasse" für deutsche Bühnenmit- I giieder überwiesen. — Gastspiel Büller. Ein btson-
der« genußreicher Theater-Abend steht am nächsten Mittwoch durch das Gastspiel de« bedeutenden Charakter-Komiker« Carl William Büller bevor, der als „Striese" in „R a u b d«r Sabinerinnen" gastieren wird.
♦ Parolemufik. Di« Ulanenkapell« wird morgen mittag folgende Stücke spielen: „Königin Olga", Kavallerie- Parademarsch (Armeemarsch Nr. 48); Divertissement a. d. Vorspiel „Da« Rheingold" von R. Wagner; Schatz-Walzer a. b. „Zigeunerbaron" von J. Strauß; Fantasie a. d. Op. „Der Postillon von Lonjumeau" von Adam; „Hohenzollerv- Ruhm" Defiliermarsch von Unrat
• Der «reUkrirgrrvrrband 0M»«U-r N«ß g«st«» durch eine Abordnung bei Vorstande« seinem langjährigen 1. Vorsitzenden, dem Herrn Landrat Frhr. von 2 « u r hier, al« Erinnerungszeichen für seine verdienstvolle Tätigkeit im KriegervereinSwesen, ein recht kostbare« Diplom in entsprechend auSgestatteter Mappe überreichen.
• 70. Geburtstag. «» «. Februar begeht Prvf. Dr. med. Wilhelm Kobelt, — Dr. h. e. der philosophischen Fakultät Königsberg — in Schwanheim seinen 70. Geburtstag. Er würd« in Alsfeld geboren, sein Vater war Pfarrer. Wilhelm Kobelt bezog in Gießen da« Gym- nafium und bie Universität, 1862 legte er daS medizinische Staatsexamen ab. 1866 bis 1869 war er all praktischer Arzt in Biedenkopf tätig, von da ab lebte er dauernd in Schwanheim, wo er bil 1881 praktizierte. Seine außerordentlich zahlreichen Publikattonen bewegen fich vorzugsweise auf dem Gebiet der MolluSkenkunde, auf dem Kobelt eine bet ersten Autoritäten ist. Kobelt hat nahezu 800 neue Schneckenarien beschrieben und daran anschließend zahlreiche tier- geographische bedeutende Schlüsse gezogen, di« für die Konfiguration der Landverteilung der alten W«lt in früherer Zeit äußerst wertvoll find. Auch auf andertn faunistijchen Gebieten ist er zoogeographisch tätig gewesen. Als Autorität in Mollusken und durch seine zahlreichen Beziehungen zu vielen Forschern hat er in erster Linie dazu beigetragen, di, konchyologisch« Sammlung bei Senckenbergischen Museum« zu einer der bedeutendsten der ganzen Welt auszubauen. Sozialpolitisch hat sich Kobelt in hervorragender Weis« betätigt und bie Entstehung bei Institut« für Gemeinwohl ist zum Tei! seinem Wirken zu verdanken. Für bie Gründung einer Universität in Frankfurt hat Kobelt schon vor langer Zeit seinen Einfluß geltend zu machen versucht.
* Unterhaltungsabend. SamStag den 26. Februar, abends 8 Uhr, findet ein Unterhaltungsabend der Musikschüler von Frl. E o q u o 1 im Saale der „Concordia" statt. Neben 2-, 4» und ÜHSndigen Vorträgen, Baritonsolo und Duetten, finden einige kleine Aufführungen statt. Den Schluß deS Programmes bildet ein reizender Einakter „Rokokotanz- stunde". Programme find in der Alberti ffchea Hofbuck- handlunq erhältlich.
• Wohltätiflkeitsveranstaltttttg. Von heut« ab zirkuliert durch den Vereinsdiener Herrn Wolf, Langstraß, 96 (Vorderhaus), eine Liste zum Einzeichnen von Eintrittskarten für die am 1. März, abends 71/« Uhr, in bet „Centralhalle" stattfindende „Wohltätigkeit-veranstaltung" bei Herrn Rezitators J. B o ck unter Mitwirkung bei Kirchen- chore« der JohanneSkirche. Außerdem sind noch Eintrittskarten im Vorverkauf bei Herrn S p «i t«l, Papierhandlung, Nürnbergerstraße, zu haben. Die Preis« der Plätze stellen sich wie folgt: Reservierter Platz Mk. 1-50, Saat- platz Mk. 1. Die Bürgerschaft wird gebeten, da« Unternehmen durch rege Beteiligung unterstützen zu wollen.
• Gautttrntag. Der für beoorstehenden Sonntag an* gesetzte Gauturntag bei Maingaue« ist einge- tretener Hindernisse wegen durch den geschäftsführenden Ausschuß verlegt worden und findet nunmehr Sonntag ben 6. März, vormittag« 8 Uhr pünktlich beginnend, im Gasthaus „zur Stadt Mainz" in Mühlheim a. M. statt Tagesordnung usw. bleibt unverändert.
• Senlkenb-rgische Naturforscher,-- Gesellschaft. Die 16. wissenjchailttche Sitzung findet statt SamStag den 19. Februar d. J., 6 Uhr abend«. Vortrag deS Herrn Prof. Dr. W. Schauf: „Ueber den Odenwald". (Mit Lichtbildern). — DaS Museum ist geöffnet : Sonntags und Freitags von 11—1 Uhr und an jedem ersten Sonntag im Monat auch nachmittags von 2—4 Uhr, Dienstag« und Donnerstags von 10—1 Uhr, Mittwoch« und Samstag« von 2—4 Uhr. Am Dienstag, Donnerstag und SamStag werden 50 Pfg, Eintritt erhoben, Mitglieder und ihre Familienangehörigen haben auch an diesem Tage freien Eintritt.
* Gartenbauverein Hanau. Den Mitgliedern und Freunden werden die schön angelegten und amüsanten Winterfeste dieses rührigen Verein« in bester Erinnerung sein. In diesem Jahre findet bie Festlichkeit am Sonntag den 27. b. M. im „Deutschen Hause" statt. Für gute abwechslungsreiche Unterhaltuna iß beSenl Sorge getragen.