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L«idi86tM 1,80 DL, menatiicb 60 Mq., für auf. irttttigt »onnenten mit dem betrelimden Poftaufschla». Oie RHidne Nummer teilet 10 Pf«.

ftrttitW*1"* uus Verlag bet Buchdruck«« des «wie. Waileuhause» in Hau«.

General-Anzeiger

Anltliihts Organ für Stabb nn) FanNreis Kanan.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 40

ff#rnh.tt»«nM)hift Nr. 605. Donnerstag de» 17. Februar '

K«r»svr«chanlchlub Nr. 605. 1910

Sie lnMNumn umfaßt außer i.NitnhrltnftilU!

12 Seiten.

Hierz«

Amtliche Beilage Nr. 2".

Amtliches.

Candkrets Banat».

In der Zeit vom 7. März bis 2. bezw. 9. April d. I. wird bei genügeud"r Beteiligung im hiesigen Schlachthofe unter Leitung des Direktors Fr. Becker ein Unterrichts- ktirsus in der Schlachtvieh- und Fleischbeschau, sowie in der Trichinenschau abgehalten.

Die Teilnehmer, die täglich vor- und nachmittags vier Wochen lang im Schlachthofe anwesend sein müssen, wollen sich bei dem Leiter des Unterrichts unter Beifügung der Ge­bühren von 80 Mk. spätestens bis jum 28. d. Mts. melden.

Für die Personen, welche sich gleichzeitig «18 Fleisch- und Trichinenbeschauer ausbilden wollen, dauert die Unterrichts­zeit 5 Wochen und betragen die Gebühren 60 Mk., eine Rückerstattung der Gebühren bei Rücktritt vom Kursus er» folgt nicht.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die Personen ihrer Gemeinden, die zur Ausübung der Fleisch- und Trich'nen- schau gesetzlich zugelaffen sind und sich darin ausbilden wollen hierauf aufmerksam zu machen.

Hanau den 16. Februar 1910.

Der Königliche Landrat.

V 1051 Frbr. Laur.

Bekanntmachung.

Die im Stadtbezirk Hanau mit Kesselstadt wohnhaften Mannschaften des Beurlaubtenstandes, welche die infolge Neunnmerieruuq und Uinbezeichnunq von Straßen eingetretene Veränderung ihrer Wohnung noch nicht gemeldet haben, werden Verbind) gemäß Ziffer 6 Abs. 2 der Paß-Bestim­mungen aufaefordert, diese Veränderungen umgehend schrift­lich oder mündlich unter Vorlage ihrer Militärpapiere beim Bezirksfelowebel in Hanau Zeughaus Paradeplatz zu melden.

Ferner sind die etwa bis jetzt noch nicht zur dienstlichen Kenntnis gebrachten Wohnungsveränderungen von allen übrigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes des Stadt« und Landkreises Hanau umgehend zu melden.

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Alt neue MtW Alme zu grooffott o. M.

In unserer Nachbarschaft zu Frankfurt wurde vor kurzem eine neue Kunstsammlung dem allgemeinen Besuche übergeben: die städtische Galerie. Dem kunslfrendigen Be­sucher der alten Kaiserstadt wurde damit eine Stätte neuen Genusses und froher Belehrung bereitet. Bedauerlicher Weise hörte man bislang in der deutschen Presse selbst in der Fachpresse nur sehr wenig über diese jüngste Kunststätte Frankfurts. Die Eröffnung ward ganz in der Stille ge­feiert kaum daß die großen Tagesblätter eine kurze Notiz über das neue Museum brachten. Unb doch verdient dieses die freudige Anerkennung und regsten Besuch, da es Schätze von großem Werte enthält, die in höchst geschmackvoller Weise aufgestellt wurden. Zudem bildet das neue Museum, das fast ausschließlich plastische Werke umfaßt, eine sehr günstige Ergänzung der berühmten Bildersammlung des Städtischen Instituts, in dessen nächster Umgebung eS sich befindet. Schon seit langem sammelte die Stadt Frankfurt Bildwerke aller Epochen; die Vereinigung der ftitnftfrmnbe unterstützte darin selbstlos und vornehm die Vaterstadt, sodaß eine ganze Reihe von Werken bereits in Fachkreisen als Stücke des zukünftigen Museums bekannt waren. Nur fehlte lange ein geeignetes Heim, da es nicht tunlich erschien, auf dem Grund­besitz des Stâdelschen Instituts einen Neubau für die Sammlung zu errichten, deren spätere Ausdehnung man noch nicht voraussehen konnte. Da kam dem langaehegien Wunsche das hochherzige Vermächtnis des vor einiger Zeit verstorbenen Barons von Liebieg zu Hilfe. In diesem übergab der Stifter der Stadt Frankfurt sein am Echaumainkai gelegenes fürstlich ausgestattetes Wohnhaus, das in den achtziger Jahren von dem Münchener Architekten Nomeis in dem damals be­liebten retrospektiven Stile erbaut war. Diese dicht am Städtischen Institut gelegene Besitzung wurde alsbald als Hei» für die bis dahin in der Stille gesördert« Sammlung

Meldestunden: An Wochentagen von 912 Uhr vormittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 12 Uhr vormittags.

Hanau im Februar 1910.

M593 Königliches Hauptmel? mt

Proviantamt Hanau

kauft fortgesetzt Hafer und Noggenstroh. 4091

PolitUche RundTd>au.

Eine Spende deS Prinzen Heinrich von Preusten für die Pariser Ueberschwemmten. Wie die ^Nationalzlg." berichtet, hat Prinz Heinrich von Preußen dem Zentralkomitee für eine Annäherung zwischen Deutsch­land und Frankreich, das unter dem Präsidium deS Präsi­denten deS Herrenhauses, Freiherrn v. Manteuffel, sieht, eine namhafte Summe zum Besten der Ueberschwemmten in Paris überwiesen.

Die WahlprüfungSkommifston deS Reichstags hat die Wahl des Konservativen v. Kaphengst (Frankfurt) für ungültig erklärt.

Der Seniorenkonvent deS Reichstags hat sich dahin verständigt, daß nach dem heutigen Echwerinstag, an dem der Toleranzaulrag deS Zentrums zur Verhandlung kommt, der Rest der Woche und die ganze nächste Woche dem Etat deS ReichSamteS deS Innern vorbehalten bleibt. Dazwischen wird nur tingeschoben werden die Verhandlung der. sozial­demokratischen Interpellation, die sich auf die Aeußerungen des Ministerpräsidenten v. Bethmann-Hollweg bei der Wahl- rechtSverhandlung deS Abgeordnetenhauses über daS Reichs- tagSwahlreckt bezieht.

Die Fürstin -Mutter von Schaumburg-Lippe t» Die Fürstin-Mutter Hermine zu Schaumburg-Lippe, von deren schwerer Erkrankung berichtet wurde, ist Mittwoch morgens 9 Uhr in Bückeburg im Alter von 82 Jahren ge­storben. Am 29. September 1827 geboren, vermählte sie sich am 25. Oktober 1844 mit dem Fürsten Adolf Georg von Schaumburg'Lippe, der am 8. Mai 1893 gestorben ist. AuS dieser Ehe sind fünf Kinder hervorgegangen; außer dem regierenden Fürsten Georg die Prinzessin Hermine, die mit dem Herzog Maximilian von Württemberg vermählt ist, und drei Söhne, die Prinzen Hermann, Otto und Adolf. Der Letztgenannte ist mit der Schwester des Kaisers, Prinzessin V'ktoria, vermählt.

Im Befinden deS erkrankten ReichstagSpräsi- venten Grafen Stolberg dauert die Besserung an. Auch das Befinden des erkrankten Abgeordneten Singer hat sich gebessert, doch muß sich der Patient noch längere Zeit Schonung auferlegen.

von Plastiken bestimmt. Allerdings für die Einrichtung eines Museums ein Danaergeschenk ! Denn in dem so kostbar ausgestatteten Hause ist für einen modern Empfindenden kein erfreuliches Weilen. Unser Geschmack verträgt eS eben nicht mehr, nur unzulängliche Nachahmungen aller erdenklichen Stilarten um sich zu sehen, die sich bis auf die größten Kleinigkeiten erstrecken, ohne den Geist der längst ver­schollenen Geschmacksepochen zu atmen. In dieser Erkenntnis schritt man jedenfalls zu dem Erweiterungsbau, der durch eine breite Treppe mit dem eigentlichen Liebiegshause ver­bunden ist. Er umfaßt in der Hauptsache drei mittelgroße Obrrlichtsâle, die von seitlichen galeneartigen Gängen be­gleitet werden. In diesem Neubau befindet sich der Grund­stock der Sammlung: antike, romanische, gotische und Renaissaucevlastik, während in dem Alibau die Sammlung Furtwängler, die Ausgrabungsgegeustânde der Menasexpedition sowie die Barock- und Rokokoplastik aufgestellt sind. Der ganze Oberstock der Villa ist noch frei geblieben, sodaß es .dem weiteren Ausbau nicht an Platz mangeln wird. Außer­dem ist durch die sehr verständige Personalunion der Leitung dieser neuen Galerie mit der des Städelschen Jiistittits ein so häufig oorkommeudes Wettlaufen um neue Kunstangebote vermieden. Für eine möglichst intensive Ausnuhung bet <ur Verfügung stehenden Gelder ist also Gewähr geleistet. Allzu groß sind allerdings diese nicht, besonders wenn man die letzten amerikanischen Kauflk'stungen auf dem Kunst markte zum Vergleich heranzieh.; jedoch erfüllt schon der jetzige Be­stand jeden deutschen Kunstfreund mit guter Mnung für die Zukunft. Schon heme um'aßt die Sammlung über 800 Nummern, garnicht gerechnet die mehr archäologisch interessanten Sammlungsgegenstände der Menaeexpediliou, die allein weit über hundert Lummern zählen.

Unter den eigentlich künstlerischen Plastiken nehmen zwei Werke das größte Interesse in Ansvruch : die Athena des Myron und der Altar des Andrea della Robbia, beides Geschenke der Ver­einigung Frankfurter Kunstfreunde. Beide Werke sind schlecht.

RcichstagSabgeordneter von Saldern schwer erkrankt. Wie ein Telegramm meldet, ist der Reichstag»- abgeordnete Kammerherr v. Saldern, der den Wahlkreis Künigèberg-Neumark vertritt, lebensgefährlich erkrankt. Abg. v. Saldern wurde im Jahre 1907 mit 10 077 Stimmer gegen 4671 sozialdemokratische, 2233 freisinnig« und 1468 Stimmen der Reformer gewählt.

Eine Verständigung mit Kanada. Seit einiger Zeit fanden zwischen dem kaiserlichen Konsul in Montreal und dem kanadischen Finanzminister Fielding Besprechungen wegen Beilegung deS deutsch-kanadischen ZollkonfliktS statt Infolge davon wurde gestern die Verständigung erzielt, daß Kanada vom 1. März ab gegen Gewährung von 25 Sätzen deS deutschen Konventionaltarifs die seit 1903 von den deutschen Erzeugnissen in Kanada erhobene Suxtaxe von 33'/, Prozent aufbebt. Diese Verständigung ist eine provi­sorische und dazu bestimmt, das Zustandekommen eine» Handels­vertrags anzubahnen. Dementsprechend ist in der Vereinbarung zwischen den beiden Teilen daS Recht Vorbehalten worden, von ihr zurückzutreten, falls nicht in angemeffer Zeit der provisorischen Verständigung ein endgültiger Vertrag folgt Die deutscherseits Kanada eingerâumten VertragSsâtze betreffen folgende Gegenstände: Getreide (außer Roggen), Klee- und Grassaat, Obst, Holz, Pferde, Rindvieh, Schafe und Fleisch (ausgenommen Speck), Hummer, Schmalz, Mehl, kondensiert« Milch, Kalzium-Karbid, Holzgeist, Leder, Schuhe, Holzmaff« und Pappe. Die bestehenden Veterinär- und sanitätspolizei« lichen Bestimmungen werden durch die Ermäßigung der Zoll­sätze selbstverständlich in keiner Weise berührt.

Der Deutsche Landwirtschaftsral

nahm in seiner Generalversammlung folgend« Resolution ant Nachdem durch die Staiistik der Nachweis geliefert ist, daß die Fleischteuerung im Jahre 1905 und 1907 nicht gerecht­fertigt werden kann durch ein Versagen der heimischen Fleisch­produktion, hat die viehzuchttreibende Landwirtschaft ein «r- heblicheS Interesse an der Frage, ob der Ladenpreis deS Fleische- sich im richtigen Verhältnis hält zu den Schlacht- viehpreisen, und welche Maßnahmen zu treffen und anzu- empfehlen sind, um ein Mißverhältnis in der Preisgestaltung der einzelnen Viehgattungen einerseits und der marktfertigen Fleischwaren andererseits zu verhüten. In der Erwägung, daß ein einheitliches Vorgehen der Viehzüchter und -mäster auf dem Wege der genoflenschaflfichen Weiterverwertung der Schlachttiere, namentlich auS sozialen Gründen erwünscht er­scheint, erachtet es der Deutsche LandwirtschaftSrat für die Pflicht der Kommunalverwaltungen oder anderer Vertretung»- körperschaften der Konsumenten, das Bestreben der heimischen Landwirtschaft nach der Richtung zu unterstützen, daß di« Fleischversorgung der Bevölkerung zu angemessenen Preisen ftebergeftedt wird. Zu dem Zwecke empfiehlt sich: L daß hin allererster Qualität und verdienen schon allein den Be­such. Die Aihenastatue ist eine fast lebensgroße Marmor­kopie der frühen römischen Kaiserzeit nach der schon im Altertum sehr geschätzten Dronee des Myron, der im 6. Jahr« hundert v. Chr. eine bedeutende künstlerische Tätigkeit in Attika entfaltet hatte. Leider war bislang über ein umfang­reiches LebenSwerk mehr auS den antiken Kunstschriftstellern als aus ihm mit Sicherheit zuzuweisenden Werken zu er­mitteln. Ohne Diskussion wurde ihm eigentlich nur der be­kannte Diskuswerfer (beste Kopie in der Villa Lanzelotti-Rom) zugewiesen, dessen höchst gewagter Aufbau den Künstler alt einen der größten Herrscher im Reiche der Form erkennen ließ. Allerdings vermißte man gerade bei diesem Werke di« eigentliche Beseelung der Gesichtszüge, die sich über die be­sonnte typische Starrheit der AgeladaSepoche noch nicht er­hoben. Die Frankfurter Statue, die jetzt mit hinreichender Sicherheit dem Myron zugewiesen wird, zeigt den Meister auch als großen Seeleuküuder. Das Werk ist nur die eine Hälfte einer bekannten Stuppe, die auf der Akropolis von Alhen stand: Athena hat die Flöte, auf der sie zu spielen versuchte, fortgeinorfeu, weil sie ihren Mund entstellte. Da naht sich täppisch zudringlich ein Satyr. Begehrlich ruhen seine Augen auf dem Instrument, aber der halb ironisch g«- statteude, halb hoheitsvoll zurückweisende Blick der Göttin läßt ihn zaudern, die Flöte zu ergreifen. Zuwartend steht er da, die eine Hand über dem Kopf erhoben, das eine Bein weit vorgesetzt, den Leib zurückgebogen, den Kopf vorgeworfen ein köstlicher Moment, blitzartig vom Künstler erfaßt und in frischer Laune wiedergegeben. Leider hat man den Satyr, von dem eine Marmorkopie im Lateran (Rom) sich befindet, falsch als tanzenden Waldmenschen ergänzt, ihm sogar Kastagnetten in die Hände gegeben. Ein Blick jedoch auf die Rekonstruktion genügt, um von der inneren Zu­sammengehörigkeit dieser beiden Statuen überzeugt zu sein. Die Gestalt der Athena ist besonders fein charakterisiert. Halb schon im Geben wendet 9t noch einmal das anmutig-