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General-Anzeiger
Astliches Organ für Stob nu) Landkreis Sanaa
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Erscheint tâqlich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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14 Seiten.
Amtliches.
Candkreis Ranaa.
Die Geschäftsräume des Kreishauses sind am Montag den 14. Februar d. J., nachmittags geschlossen.
Hanau den 12. Februar 1910.
Der Königliche Landrat.
A 684 Frhr. Laur.
Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß daS Nerzerchnis über das Hochwasser-Schutzgebiet der Nidda nebst Anlagen gemäß $ 2 Abs. 3 des Gesetzes zur Verhütung von Hochwassergefahren vom 16. August 1905 — G.-S. S. 342 ff. — während 6 Wochen, vom Tage des Erscheinens der diese Bekanntmachung enthaltenden Nummer des Hanauer Anzeigers an gerechnet, im Geschäftszimmer des Kreissekretärs im Kreishanse hier während der Wochentage vormittags von 9—12 Uhr und nachmittags von 3 — 5 Uhr zu jedermanns Einsicht offen liegt. Etwaige Entwendungen geaen das Verzeichnis können während der gleichen Frist ebenda schriftlich oder mündlich zu Protokoll angebracht werden.
Hanau den 12. Februar 1910.
Der Königliche Landrat.
V 988 Frhr. Laur.
Stadtkreis Hanau.
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am Donnerstag den 17. Februar 1910, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung:
1. Haushaltsplan der Stadthauptkasse für 1910.
Tit. VI A-D, T,t. VI E-L, Tit. VII, XitVIII, Tit. IX, Tit. X, tit. XI, Dt. IV.
2. Haushaltsplan „Auß rordentlich" für 1910.
3. Wahl eines Mitgliedes auS der Bürgerschaft in die Althanauer Deputation.
4. Wahl der Mitglieder der Miliiär-Ersatzkommission.
Dit F.auenhand und ihre Pflege.
Von M. Hübner.
(Nachdruck verboten.)
Einst kannte ich einen Schuster, der zu sagen pflegte, daß r den Charakter eines jeden Menschen aus einem Paar von Hm getragener Schuhe zu erkennen rermöchte. Wenn aber schon der Fuß so viel über das Wesen des Menschen ausplaudert, um wieviel mehr muß das die Hand tun, die unser unentbehrlicher Helfers! elfer im Kampf umS Dasein ist, die unsere Gedanken aufs Papier bringt, die wir, mehr alS jedes andere Glied unseres Körpers, unserem Willen unter* ton gemacht haben, so daß sie mit unfehlbarer Präzision dem leisesten Befehl gehorcht, den kompliziertesten Auftrag aus- führt 1 Ein feineres Instrument zur Vermittlung seelischer Vorgänge läßt sich ja gar nicht denken. Man sehe sich darum die Hand eines Gelehrten, einer Künstlers an — inie edel sind diese Hände und wie verschieden 1 Unb dennoch, jo lehr sie auch unser Interesse und unsere Bewunderung verdienen, so werden sie doch nie in dem Maße unser Entzücken erregen, wie die feingeformte, wohlgepflegte Hand einer Frau — richtiger gesagt, einer Dame, da die Hand, die schwere Arbeit tun muß und nicht geschont wird, den größten Teil ihre« Reizes einbüßt. Ja, wir werden um ihrer Schönheit willen es ihr sogar verzeihen, wenn sie nicht charaktervoll oder nicht „seelisch" ist. " In der heutzutage wieder sehr modernen Chiromantie — man möge diese okkulte Wissenschaft aber ja nicht mit der sehr positiven der Graphologie, mit der sie so gut wie nichts gemeinsam hat, verwechseln — spricht man nämlich viel von „seelischen Händen". Im übrigen kann eine schöne Hand recht gut auch eine seelische sein, ja sie ist das wohl bedeutend häufiger als jene, die viel leistet, weil bei der legeren die Energie und die Beschäftigung mit Praktischem daS Languide und Zarte, welches die Chiromanten mit Recht oder Unrecht Jttlüté" nennen, verdrängen.
5. Wahl eines ArmenpflegerS für Wilh. Kaiser.
6. Rechnung der Begräbniskasse für 1908.
7. Rechnung der Gaswerkskasse für 1908.
8. Rechnung der Schlachthofkasse für 1908.
9. Rechnung der Stadtkasse Abt. II A für 1908.
10. Rechnung der Sladtkasse Abt. II B für 1908.
11. Rechnung der Stadtkaffe Abt. I für 1907.
12. Rechnung der Wafferwerkskasse für 1908.
13. Rechnung der Sammelwasenmeisterei für 1908.
14. Gesuch des Lehrers Kurre um Ueberlaffung eine- Geländestreifens der stâdt. Parzelle YY 337/35.
15. Ausbau der Straße Nr. 93 und 94.
16. Kreuzung der elektrischen Straßenbahn mit der Dampfbahn.
17. Entfernung deS Abraumes auS den Straßenbahngleisen.
18. Erwerb deS Grundstücks QQ 95/1.
19. Verkauf deS Geländestreifens vor dem Harschen Neubau an der Bruchköbelerlandstraße.
20. Erhöhung der Attestgebühren im städt. Schlachthof.
21. Gemeindebeschlnß betr. Erhebung einer Vergütung für Auskunffserteilung an Privatpersonen durch daS Einwohnermeldeamt.
22. Antrag Salomon: Detr. Wahlrechtsvorlagr.
Hieran anschließend geheime Sitzung.
Hanau den 12. Februar 1910.
Der Stadlverordneten-Dorsteher.
U t h, Justizrat. 8849
Königliches Gymnasium.
Anmeldungen neu eintretenber Schüler nehme ich Mittwoch den 16- und Donnerstag den 17. d. Mts. zwischen 11 und 12x/> Uhr in meinem Amtszimmer im Gymnasium entgegen. Erforderlich ist die Vorlage der Geburtsurkunde und des Impf- bezw. Wiederimpfscheines.
Hanau den 14. Februar 1910.
Der König!. Gymnasialdirektor.
Dr. Brau n. 8827
Gefundene und verlorene Genenstlinde re.
Gefunden: 1 weißer Kinderpelzkragen, 1 frisch besohlter Kinderschuh.
Liegen geblieben bei S. Wronker: 1 Dammschirm ; Empfangnahme auf dem Fundbureau.
Zugelaufen: 1 junger schwarzer Dachshund, m. Geschl., 1 schwarzbrauner Dachshund (Bastard) m. Geschl., 1 kleiner Hund w. Geschl. (Erbsengaffe 20).
Hanan den 14. Februar 1910.
Indessen, man muß dem Studium der Frauenhände nie1 Aufmerksamkeit zuwenden, wenn man sich auf alle diese Dinge verstehen soll. Ob eine Hand groß und breit, rot und dick ober klein und schmal, weiß und weich ist, bemerkt wohl jeder, er sieht vielleicht auch noch, ob die Finger kurz oder lang sind. Im allgemeinen genügen zarte, glatte Haut, einigermaßen zugespitzte Finger mit rosigen, blankpolierten Nägeln, um einer Hand das Prädikat „schön" einzutragen. Die'e Schönheiten aber — und dies diene denen, welchen die Natur keine Etfenhände verliehen hat, zum Trost — vermag sich so ziemlich jede Frau zu verschaffen, sofern sie ihren getreuesten Mitarbeitern in diesem sogenannten irdischen Jammertal die nötige Pflege angede'hen läßt. Bei richtigen „Klavierpratzen" dürfte freilich alle Liebesmüh' umsonst sein, denn die sind infolge der Krailanstrengung des Draufschlagens, die man ihnen zumutet, nie sehr weiß, auch wenn sie noch so viel mit kosinetischen Essenzen behandelt werden, ebenso, wie die Spitzen der Finger wegen der darunter befindlichen, stark entwickelten Ballen immer etwas breit er* scheinen — ferner müssen auch bie Nägel abgeschnitten werden, damit sie nicht beim Spielen klappern —; aber da sie süße Melodien hervorzaubern und auf diese Weise für ästhetischen Genuß fonjen, so kann ihre Besitzerin dennoch mit ihnen zu- frieren sein. Auch andere Mängel, wie z. B. die „Blüten , das heißt die weißen Flecken und Streifen auf den Nägeln, von denen der Volksmund sagt, daß sie Glück bedeuten, lassen sich durch die sorgsamste Manicure nicht beseitigen. Indessen, es gibt Leute, welche diese Blüten für schön halten, wie schon der Umstand beweist, daß in einer provenyalischen Sammlung von Geschichten aus dem Altertum und der griechischen Mythologie von ihnen als von einem unter den zahlreichen Reizen der schaumenistiegenen Aphrodite die Rede ist. Aber auch in neuerer Zeit wurde eine Bühnenkünst- le^n — wenn ich nicht irre, war es die Rahel —, deren sämtliche Nägel die erwähnten weißen Flecken übersäeten, einmal aesragt, durch welches Mittel sie sie erzeuge. Die
Fernsprechanschlutz Nr. 605» 191t
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Politische Rundschau.
Die Hundertjahrfeier des Garde-Pi onier-BataittonS.
Berlin, 12. Febr. Bei der Tafel, die zur Hundertjahrfeier des Garde-PionierbataillonS, in dessen Kasino stattfand, erwidert» der Kaiser auf die Ansprache des Kommandeurs, Major von Held mit folgendem Trinkspruche:
„Mein verehrter Herr Major! Sie haben soeben im Namen des Garde-PionierbataillonS und der alten Pionier« von neuem das Gelöbnis der Treue und der hingebenden Arbeit für König und Vaterland mir gegenüber ausgesprochen. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen bafür. Ich wiederhole Ihnen hier noch einmal meine Glückwünsche für daS Bataillon, und meine Freude, so viele alte Kameraden hier begrüßt zu haben, die mit die Geschichte deS Bataillons haben schreiben helfen, durch ihre Taten unter meinen Vorfahren. Wie die Geschichte deS Bataillon? eS zeigt, ist «S auS kleinen Anfängen in stiller und ruhiger Arbeit allmählich zu einem Truppenteil erwachsen, der sich die Achtung und Liebeseiner Kameraden und den Respekt und bie Furcht seiner Feinde erworben hat. Und wenn man die technische Entwicklung unserer Armee durch 26 Jahre verfolgt, so dürfen auch bie Warde-Pioniere mit Stolz und Zufriedenheit auf diese Zeit blicken. Der Pionierrock, der einst vereinzelt in der Armee, gewistermaßen in kleinen Inseln auftauchte, hat sich weiter und weiter auf neue Truppenformalionen erstreckt, und wenn jetzt Ihr Blick auf die Verkehrstruppen fällt, auf die Lustschiffer und Autofahrer, oder wenn die gewaltige Kolonne der Eisenbahnbrigad« auf dem Tempelhofer Felde heranmarschiert, so läßt daS Ihre Herzen höher schlagen, denn Sie sehen Ihren Rock, einen Beweis dafür wie er sich in eingehenderArbeitundfleißigem,hingebungsvollem Di«nst feine Bahn gebrochen hat. Mannigfaltig sind die Gebiete, die denPio- Nieren zur Verfügung stehen unb stehen werden, aber derselbe Geist muß ihre Anwendung beseelen, derselbe Geist, der in den ersten Anfängen und den ersten Stammtruppen gelebt hat. DaS Bataillon ist in verschiedener Weise wiederholt mit mic in Berührung gekommen. Ich habe die Freude gehabt, eS an Uebungstagen im Gelände zu sehen, im Manöver bei seiner eigenen Arbeit. DaS erste Mal war ich mit meinem seligen Vater bei Ihnen, der wie Sie alle misten, eine ganz besondere Gnade und ein ganz besonderes Interests für daS Bataillon hatte. Mein FortifikativnSlehrer, Oberstleutnant Diener, hat bie Beobachtungen, die ich beim Garde-Pionierbataillon habe machen können, noch verstärkt unb mir daS Verständnis für die Notwendigkeit und die Tragweite der Pionierwaffe für unsere Armee beigebracht. Und wenn ich hier am heutigen Tage dem Bataillon nochn alS meine voll« Anerkennung ausspreche und den Offizieren meinen Dank für die hingebungsvolle Arbeit, die sie geleistet haben, so möchte ich doch nicht unterlasten, auch derer zu gedenken, die nicht mehr unter uns find, Ich will bloß zwei Namen nennen, der eine ist Kleist, der andere ist Stechow. Don Kleist habe ich daS eine gelernt, damals in jungen Jahren, wie ich zur Reaierung kam: Er hat,.mir ein recht soldatisches Wort ent- Tragödin glaubte, man wollte sie verspotten, denn sie hatt« sich oft über die Blüten geärgert und vergeblich aller Erdenkliche verflicht, um sie fortzubringen; aber die Frage war ganz ernst gemeint, denn der, welcher sie stellte, erachtete bie Flecken für eine Zier.
Kurz, der Geschmack ist sehr verschieden, aber darin, daß man weiche, weiße Hände und blanke muschelförmige Nägel schön findet, bleibt er sich gleich. WaS hat man nun zu tun, um sich diese körperlichen Vorzüge zu erwerben?
Kürzlich las ich in einer Frauenzeitung die Behauptung, daß eS keine bessere Kur für die Hände gäbe als häufige- Waschen und noch dazu mit warmem Wasser. Eine gütig« Pate Fee muß der Dame, die daS schrieb, eine Haut von leberartiger Beschaffe"heit als Wiegengeschenk gespendet haben, denn sonst würde sie längst die Beobachtung gemacht haben, daß nichts die Hände so verdirbt, alS beständige- Taucheu in warmes Wasser. Hätte sie recht, so müßten sich ja di« Wäscherinnen der zartesten und weichsten Händchen erfreuen, statt dessen aber sind sie samt und sonder- rot, aufgesprungen und unförmlich ausgelaufen. ES ist daher alS Regel zu beachten, daß man sich die Hände nicht öfter waschen darf, alS dies die Reinlichkeit erheischt, und wennmöglich nur in weichem Wasser. Regenwasser ist besonders zu empfehlen; man sollte vorkommendenfalls stet- recht viel davon auf* fangen, es abkochen und in ganz großen, festverschlossenen Flaschen, z. B. Petroleumballons, auibewahren. In abge- kochtem Zustande hält es sich lange unb erweist sich doppelt zuträglich für die Haut. Vor dem Gebrauch stellt man eS einige Stunden in das Zimmer, damit es dessen Temperatu» annimmt. Eisigkaltes Wasser löst die Unreinlid)feiten bei Haut nicht genügend auf und macht sie spröd«, warmes ba* gegen verweichlicht sie zu sehr. Ich bin eine abgesagt« Feindin der warmen Waschungen, da ich gefunden habe, daß sie die Haut, wenn man nachher ins Frei« kommt — namentlich im Winter — rissig und hart werden lassen. Auch vor yi vielem Seifengebrauch muß man stch hütML i$