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W-mtiswÜnick und Lerlaq der Buchdrucker« Mi »errm. «, Saijeuhauie» i» Hau«.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- an) Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Set antwort! Nedakteur: <8. Schrecke, tat fr*fix

M/. 34 ^ernsprechnnschlits; Nr. 6V5.

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Amtliches

Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.

Am Montag den 14. d. Mts., vormittags 9 Uljr, findet im unteren Saale des Neustädter Rat­hauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Kaufmanns­gerichts statt.

Hanau den 4. Februar 1910.

Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.

Hild. 3519

Bekanntmachung.

Am Montag den 14, d. MtS., vormittags 91/ Uljr, findet im unteren Saale des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt.

Hanau den 4. Februar 1910.

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts. ________ Hild. ___________ 8517 Gefundene nnd verlorene Gencnstnnde k.

G e fund e n : 1 kleines gelbes Portemonnaie mit 88Pfg., 1 Zwanzigmarkstück, 1 schwarzer schmaler Pelz, 1 gelber Güriel, 1 kleines grünes Portemonnaie mit 59 Pfg. und 4 fremdländischen Freimarken, 1 Schlüsselring mit 4 Schlöffeln an einer Kette.

Verloren: 1 schwarzer Damenpelz, 1 braune Schülermütze.

Entlaufen: 1 schwarzer Rehpinscher (Bastard) mit braunen Abreichen m. Geichl.

Hanau den 10. Februar 1910.

Politische Rundschau.

ReichSanleihe. In der gestrigen Sitzung der An­leihekonsortien von 1910 wurde bekannt gegeben, haft auf die zur Zeichnung aufgelegten 340 000 000 Mark 4 proz. Reichsanlcihe gezeichnet worden sind insgesamt 468,7 Mill. Mark, davon Schuldbuch 92,9, Sperrzeichnungen 77,0, freie Zeichnungen 298,8 Millionen, auf die 140 000 000 Mark 4 proz. Preußischen Konsols insgesamt 284.6 Mill. Mart, davon Sckuldbuch 59,2, Sperrzeichnungen 45,6, freie Zeich­nungen 179,8 Millionen Mark. Beschlosst wurde, daß den Zeichnungsstellen die Schuldbuchzeichnungen und die Sperr- Zeichnungen voll, die Zeichnungen auf freie Stücke zu unge­fähr 40 pCt. zuqeleilt werden sollen.

Stellung der Parteien zur Wahlrechtsreform. Jbre Stellung zur Wahlrechtsreform-Vorlage berieten gestern

Endlich ein großer Komet.

Von H. H. Kritzinger.

Zwei Dinge sind es besonders, die gegenwärtig daS öffentliche Interesse erregen: die Wassersnot in Paris und der große Komet. Der moderne Astrologe wird natürlich nicht anstehen, hier sofort einen Zusammenhang zu sehen. Denn, so könnte er sagen, da Deutschland und England vom Widder regiert werden, so paßt nach der geographischen Lage die Stellung des Kometen am Himmel gut zu Frankreich. Was war da natürlicher, als daß er bei seiner Wanderung durch das Sternbild des Wassermannes eine Wassersnot in der Hauptstadt Frankreichs hervorrief?! Doch diese Spielerei nur nebenbei als Kuriosum. Hier interessiert uns der neue Komet vom astronomischen Standpunkte aus.

Bald 30 Jahre sind eS her, seit 1882her große Septe.nberkomet" austauchte, der auch das Interesse des Laien in hohem Maße erregte. Zwar sind 1907 und 1909 auch schöne Kometen erschienen, aber für das freie Auge war entweder wegen zu großer Nähe bei der Sonne am Morgen» Himmel oder wegen Lichtschwäche nur wenig zu erkennen. Nun hat sich endlich wieder ein Schweisstern in günstiger Stellung gezeigt, der mit Fug und Recht den Namen eines großen Kometen verdient.

Wie bei den meisten Himmelsgästen dieser Art herrscht fast völliges Dunkel über seiner Entdeckungsgeschichte. Die erste Nachricht davon, die aus Johannesburg nach der astro­nomischen Zentralstelle in Kiel gelangte, brachte die unbe­stimmte Mitteilung, daß ein großer Komet, nur 5 bis 10 Grad von der Sonne entfernt, am Morgen des 15. Januar im Oranjefreistaat gesehen worden sei. Durch ein Versehen im Telegramm war aus demgreat" gewordenbrate, und so kam es, daß einige Zeitungen die für den Fachmann sehr drollige Mitteilung brachten, der Astronom Drake habe in Südafrika einen großen Kometen entdeckt. Ueberall wurden nun auf den Sternwarten die erdenklichsten An­strengungen gemacht, des neuen Objekts habhaft zu werden, dessen Beobachtung einen großen Genuß versprach.

Endlich, am Sonntag den 23. Januar hatte der Himmel 1

Donnerstag den 10. Februar

im Abgeordnetenhaus« die Konservativen, die Freikonserva- t'ven und die naiionalliberale Fraktion. Die Sitzung aller drei Parteien war stark besucht. Die Nationalliberalen ver­tagten am nachmittag die Wciterberatung, während die Konser­vativen und Fr^ikonlervativen die Erörterung zu Ende führten. Beide Parteien entschieden sich für Kommisstons- beratung. Für die Konservativen wird Abgeordneter von Richtbofen, für die TreifonfernatiDtn der Abgeordnete von Zedlitz-Neukirch das Wort führen. Die Vorlage blieb in beiden Lagern nicht ohne Kritik. Als verdefferungSfähig wurde besonders die Bestimmung gefunden, der zufolge die mittleren und kleineren Beamten bei der Klaffen-Einteilung vor den Gewerbetreibenden bevorzugt erscheinen. Es wurde dies als ungerechtfertigt erklärt und eS werden in der Kom­mission entsprechende Abänderungs-Vorschläge gemacht werden.

Schiffahrtsabgaben. Die Abgeordneten Nägler und Genossen brachten im österreichischen Landtag eine Inter­pellation ein über die vom Deutschen Reiche geplante Ein­führung von Schiffahrtsabgaben. Sie richteten an die Re­gierung die Frage, was sie zu tun gedenke, um von Oester­reich im allgemeinen und von Niederösterreich im besonderen die wirtschaftlichen Gefahren, welche aus der geplanten Ein­führung der Schiffahrtsabgaben auf den deutschen Strömen drohen, abzumenden. In der Begründung der Interpella­tion wird ausgeführt: Durch die geplante Reform würde die bisher freie AuSfallspforte des auswärtigen Handels nach den Nordhäfen dem administrativen Ermessen der ausländischen Regierungen preisgegeben.

Die öffentlich rechtlichen Belastungen von Handel, Gewerbe und Industrie. In der letzten Präsidialsitzung deS Hansa-BundeS ist die Vornahme einer Enquete und die Herausgabe einer systematischen Zusammen­stellung der auf Gewerbe, Handel und Jndlistrie ruhenden öffentlich rechtlichen Lasten und Verpflichtungen unter beson­derer Berücksichtigung der verschiedenen Arten von Steuern beschlossen worden.

Oberbürgermeister Ehlers. Neber den Werdegang des kürzlich verstorbenen Danziger Oberbürgermeister EhlerS veröffentlicht die »Danziger Zeitungâ eine von EhlerS selbst herrührende Schilderung sie war zum 50jährigen Jubiläum des Blattes geschrieben. Er war ohne akademischen Grad und hatte auch keine Prüfung für ein Staatsamt abgelegt und ist doch einer der tätigsten und verdientesten Kommunal­leiter geworden. Er erzählt, wie er als Sohn eines kleinen hannoverischen Beamten bis zu seinem 12. Jahre die Volks­schule besuchte: Ich bin durch eigene Erfahrung zu der An­schauung gelangt, daß der Weg durch die allgemeine Volks­schule zweckmäßiger ist, als der durch besondere private oder an die höheren Schulen angegliederte Vorschulen wegen der Vorbereitung für die späteren Lebensaufgaben und zur

auch mit den Berliner Astronomen ein Einsehen und zeigte uns wenigstens auf kurze Zeit durch Wolkenlücken den seltenen Gast, der schon vorher in Wien undBrelau gesehen worden war. Der Verfasser, der ihn im zwölfzölligen Ref­raktor der Urania-Sternwarte beobachtete, stellte vor allem eine auffallend gelbe Färbung fest. Diese, nach Ausweis des Spektroskops vom glühenden Natriumdampf herrührend, hat man bisher nur bei Kometen wahrgenommen, die der Sonne sehr nahe gekommen sind, z. B. bei dem Wells'schen Kometen 1882. Von dem gut ausgebildeten Kern gingen Ausströmungen nach der Sonne zu, die aber, durch deren Strahlungsdruck abgelenkt, sich jenseits des KernS in zwei Schweifarmen fortsetzten. In Wirklichkeit bildet natürlich die ausgeströmte Kometenmaterie eine Haube um den Kern, und nur durch den Umstand, daß wir von der Seite gegen den Schweif sehen, erscheint derse be zweiarmig. Das bloße Auge konnte dann sehr deutlich den zusammenhängenden Schweif verfolgen, der vertikal nach oben gerichtet war. Leider wurde diesmal die Beobachtung durch heraufziehende Wolken allzufrüh unterbrochen.

Nachdem dann zwei Tage lang vergeblich nach ihm aus­geschaut war, bot er am 26. Januar bei klarem Himmel ein prächtiges Schauspiel. Auf der Urania-Sternwarte hatte sich ein sehr zahlreiches Publikum eingelunden, um den Kometen zu sehen. Beim Einstellen desselben zeigten sich jedoch un­erwartete Schwierigkeiten, da sich die provisorische Voraus­berechnung um mehrere Grad fehlerhaft erwies. Der Anblick bei 200facher Vergrößerung mochte vielleicht manchen ent­täuschen, der mit allzu hoch gespannten Erwartungen hin« gegangen war. Es zeigte sich nämlich wie am 23. Januar nur ein runder Kern, an Helligkeit etwa einem Stern Dritter Größe vergleichbar, der wieder von jener haubeniormigen Lulle umschlossen war. Der Schweif war im Fernrohr wegen siiner gerinnen Lichtstärke nur eine kleine Strecke weit zu verfolgn. Herrlich dagegen war der Anblick bei nur a Lacher Vergrößerung in einem Zeichen Feldstecher Hiermit tonnte man einen von dem steruart'gen Kerne aus sich etwa 10 bis 12 Grad weit erstreckenden Schweif erkennen, der, geradewegs von der Sonne abgewendet, eine schwache Krümmung nach der Venus auswieS, die in einiger Entfernung glänzte. Am

^ernsprechanschlnh Nr. 605» 1910

Verminderung deS Kastengeistes. Mein Vater war immer­hin der höchste Beamte im Dorfe und, von einem Amtmann, einem Amtsrichter und einigen Pfarrern abgesehen, überhaupt im Stedingerlande. Aber meine lieben Schulgenossen, die Stedinger Bauern- und Schiffsjungen würden mir schön gekommen sein, wenn ich mich auf diese hohe soziale Stellung hätte stützen wollen. In den beiden Schulen und auch im Konfirmandenunterricht saßen Mädchen und Knaben neben­einander. Ich habe zehn Jahre hindurch mit Mädchen zu­sammen in der Schule gesessen und kann nicht zugrben, daß ein solcher gemeinsamer Unterricht unvorteilhaft oder gar sitt­lich gefährlich sei ganz im Gegenteil I Nur unter großen Opfern und Entbehrungen konnte er dann das Gymnasium besuchen, für die Universität reichte eS aber nicht. Er wurde 1866 Sekretär des oldenburgischen Gewerbe- und HandeiSvereinS mit nur 120 Talern JahreSgehalt, daS er durch journalistische Arbeiten vermehrte; im Nebenamt wurde ee Redakteur der »Oldenburger Zeitung. Erst 1869 ver­besserte sich seine Stellung durch seine Wahl zum Sekretär der Geltesten der Danziger Kaufmannschaft, und hier tat er sich bald im kommunalen Leben hervor. 1891 wurde er Stabtrat und Kämmerer der Finanzverwaltung, und als der Oberbürgermeisterposten frei wurde, fiel die Wahl auf ihn. Sein Wirken im Abgeordnetenhaus« und später im Herren- Hause ist bekannt.

Der föaH Dammann. Die »Norddeutsche NÜg. Zig/ schreibt: Der Privatdozent Dr. A. Wirth hält in einer Zuschrift an die .Nheinisch-Westfäl. Ztg/ gegenüber unserer neulichen Feststellung unter Berufung auf den Bruder deS ermordeten Studenten Dammann die Behauptung aufrecht, daß dessen Familie keinen Pfennig Entschädigung erhalten habe. Von der Entschädigungssumme, die daS Auswärtig« Amt erlangt hat, sind von der persischen Regierung zunächst als erste Rate 6000 Toman gezahlt worden. Die Rat« wurde dem Oberhaupt der Familie, dem Vater des Er­mordeten, Pastor Dammann in Eisenach am 21. August 1908 überwiesen. Pastor Dammann starb am 10. Dezember 1908. Die zweite Rate der Entschädigung ging von der persischen Regierung Ende Januar 1909 beim Auswärtigen Amte ein. Nachdem Frau Dammann sich durch gerichtlichen Erbschein als alleinige Empfangsberechtigte legitimiert hatte, wurde die Restfumme, die inzwischen bei der Königlichen See- Handlung verzinslich angelegt worden war, am 30. Septbr. 1909 Frau Dammann zur Verfügung gestellt. ES bleibt demnach, so schreibt daS Blatt roeiter, bei unserer Feststellung, und die Angriffe auf daS Auswärtige Amt können nach wie vor nur als leichtfertig bezeichnet werden.

DaS neue griechische Ministerium hat beschlossen, die Einführung deS Zuckermonopols bis Ende 1910 zu ver­schieben.

29. Januar konnte dann der Komet wieder auf einige Zeit, allerdings nur bei dunstigem Himmel und durch Wolkenlücken, gesehen werden. Eine eigentliche Beobachtung war kaum anzustellen, nur hatte man den Einbruch daß sein Glanz im Abnehmen begriffen war.

Welche Bahn beschreibt nun der neue Komet? Leider muß auf diese wichtige Frage zunächst eine etwas ausweichend« Antwort gegeben werden. ES stellte sich nämlich heraus, wie vorhin schon erwähnt, daß bis provisorische Bahnbe­stimmung ziemlich unsicher war. Inzwischen sind in Berlin eine Reihe von Bahnbestimmungen auSgeführt worden. ES fand sich dabei die interessante Tatsache, daß^ die Bahn beS neuen Kometen, der die Bezeichnung 1910a trägt, beträchtlich von einer Parabel abweicht, die man zunächst annahm. ES sei bemerkt, daß man unter einem solchen Kegelschnitt di« krumme Linie versteht, die ein Punkt beschreibt, der an jedem Orte seiner Bahn von einem gegebenen festen Punkt« (hier die Sonne) und einer gegebenen festen Graden den gleichen Abstand hat. Die Abweichung von der Parabel kann nun bedeuten, daß der neue Komet auS einem andern Sonnen­system in das unserige gelangt ist, d. h. daß er eine Hyperbel beschreibt oder eine Ellipse, d. h. eiue geschlossene, eiförmige Bahn. Der zweite Fall ist der wahrscheinlichere. Mit andern Worten hieße dies, daß der neue Komet dauernd unserm Sonnensystem angehört und eine angebbare Umlaufszeit be­sitzt. Während diese Zeilen geschrieben werden, ist eine Bahn­bestimmungohne Voraussetzung über die Exzentrizität", rote mir es nennen, im Gange. Leider kann das Ergebnis erst später mitgeteilt werden. Vorläufig ist nur bekannt, daß bet der größten Sonnennähe der Abstand deS Kometen von dieser recht klein war, etwa 20 Millionen Kilometer, und daß dieser bald nach dem 17. Januar erreicht wurde. Di« Richtung seines heliozentrischen Laufes ist, da die Neigung seiner Bahnebene gegen die Ekliptik ungefähr 140 Grad be* .rügt, der Bewegung der Planeten entgegengesetzt.