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DUatioaSdeuck und Verlag der Buchdrucks« des »erem. CK vatteahauses ix Harum.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 14
Hernsprechanschlnsr Nr. 605
Dienstag den 18. Januar
Kernsprechanschlutz Nr. 605.
1910
Amtliches.
Stadtkreis Ranau.
Diejenigen Arbeitgeber, welche in ihren Betrieben ausländische Arbeiter beschädigen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß deren JulandSlegitimationskarten (Arbeiter- legitimationskarten) mit dem 31. Dezember o. Js. ihre Gültigkeit verloren haben und daher behufs Erneuerung seitens der Arbeiter sofort hier — Zimmer 5 — vorzulegen sind.
Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Arbeiter die vorschriftsmäßige Umschreibung ihrer Legitimationskarten binnen einer Frist von drei Tagen nach Antritt des leiten Arbeitsverhältnisses hier zu beantragen haben.
Hanau den 17. Januar 1910.
Königliche Polizei-Direktion.
Frhr. L a u r.
Verdingung.
Die Aenfterlieferung für den Neubau der Badeanstalt in Kesselstadt soll unter Zugrundelegung der allgemeinen Bestimmungen für die Vergebung städtischer Arbeiten und Lieferungen öffentlich verdungen werden.
Verdingungsunterlagen sind, soweit der Vorrat reicht, gegen Entrichtung von 50 Pfg. vom Stadtbauamt, Zimmer Nr. 18, zu beziehen.
Die Angebote sind versiegelt mit der Aufschrift „Fenster- lieferung für die Badeanstalt" post- und bestellgeldfrei bis Mittwoch den 26. d. Mts., vormittags 11 Uhr, bei vorgenannter Dienststelle einzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener
Anbieter stattfindet.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau dm 14. Januar 1910.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
1549
Städtische Kascriien-Nenvanten.
Die Linoleumbeläge für die Kammerräume der Mannschaftsgebâude I, II, III und IV sollen demnächst im beschränkten Verfahren ausgeschrieben werden.
Unternehmer, welche beabsichtigen sich an dem Wettbewerb zu beteiligen, wollen Adresse und den Nachweis ihrer Leistungsfähigkeit bis tum Mittwoch den 26. d. Mts. der Bauleitung, Lamboystraße 56, bekannt geben.
Hanan den 17. Januar 1910.
Der Maqistrat.
1681
Kunst und Leben.
Die Neue Theater-Aktiengesellschaft in Frankfurt
•♦ M. erstattet ihren Jahresbericht. Der Intendant des Schauspiels berichtet über ein ausgesprochen günstiges Jahr, obgleich die Ila und zwei Monate lang das von dieser herangezogene direkte Konkurrenzunternehmen die Einnahmen nachteilig beeinflußte. Durch die im Herbste gesteigerten Erträgnisse wurde ein beträchtlicher Ueberschuß erreicht, so daß zum Schluss« noch wichtige Anschaffungen an Jn- szenierungsinventar möglich waren. Zum erstenmal wurden gegeben: Der kleine Landprediger, Die Tür ins Freie, Die Dame mit den Lilien, Moral, Die Wetterfahne, Die gelbe Gefahr, Das letzte Glück (Uraufführung), Der König, Georgina, Der Bund der Jugend, Frau Warrens Gewerbe, Der Teufel, Nur ein Traum, Tantris der Narr, Die fremde Frau. Neu einstudiert wurden: Ein Sommernachtstraum, Macbeth, Herodes und Marianne, Rosmersbolm, Der Compagnon, Clavigo. Auch die Oper steigerte in den letzten Monaten erst ihre Einnahmen, während die Ila trotz aller Anstrengungen keinen größeren Besuch brachte. Zwar wurde das Vorjahr, das ertragreichste seit Bestehen des Opernhauses, nicht erreicht, aber doch ermöglicht, alle Aufwendungen für Ausstattungen usw. wieder auszugleichen. Dies Ergebnis war um so erfreulicher, als die lange Krankheit wichtiger Mitglieder Schwierigkeiten machte. Von den Novitäten hatte „namentlich die Elektra größeren künstlerischen Erfolg". ferner wurden ausgelührt Die Habanera (erste deutsche Aufführung), Versiegelt, Tosca, Das heiße Eisen (Uraufführung), Prima- Ballerina (Uraufführung), Bub oder Mädel, Drei klein« Mädel (erste deutsche Aufführung) und die BalletS Orientalische Tänze, Karneval in Venedig. Neueinstudieri wurden Der Barbier von Bagdad, Das Nachtlager in Granada, Carmen (ueu ausgestattet), Der Troubadour, Orpheus in der Unterwelt, Der Wildschütz, Die Afrikanerin (neu ausgestattet). Alessandro Stradella, Die weiße Dame und Jessonda. Das Opernhaus hatt« 1075 916.21 Mark Einnahmen. 1 317 227 Mark Ausgaben, das Schauspielhaus 709 902.44 Mark Ein- lahmen, 092 740.16 Mark Ausgaben, die gemeiplaw«» Kia-
Politische Rundschau.
Vom neuen französischen Zolltarif. Der „Temps" veröffentlicht ein Schreiben des Mitgliedes der Nürnberger Handelskammer, Bing, in welchem eingehend die bedauerlichen Folgen der französischen Zollerhöhung für die Ausfuhr verschiedener deutscher Erzeugnisse nach Frankreich, sowie für die deutsch-französischen Handelsbeziehungen überhaupt dargelegt werden. Das Blatt knüpft hieran u. a. folgende Bemerkungen: Man dürfe nicht die Meinung aufkommen lassen, daß der neue französische Zolltarif hauptsächlich gegen Deutichland gerichtet sei; da» sei ein tatsächlicher Irrtum. HandelSminister Dupuy habe in der Kammer ausdrücklich erklärt, daß man bei der Zollrevision keine Nation mehr als irgend eine andere im Auge gehabt habe. Wenn der Name Deutschland bei diesen oder jenen Spezifizierungen in der Zolldebatte häufig genannt worden sei, sei der Grund der, daß die Spezifizierungen von Deutschland al» geeignete» Mittel benutzt wurden, um gewisse ausländisch« Werte zu treffen. Dabei aber sei e» unleugbar, daß die von der französischen Kammer genehmigten Zollerhöhungen im Au»- lande sehr ernste Schwierigkeiten für Frankreich wachgerufen hätten. Zwischen Deutschland und Frankreich haben sich — dank der Tätigkeit der deutsch-französischen HandelSkomitee»
— stet» zunehmende Handelsbeziehungen entwickelt. Die Ausfuhr Frankreich» in Weinen, Blumen und Erstlingsfrüchten nach Deutschland könnte, ohne daß die Zölle geändert werden, durch verschiedene Vorschriften arg behindert werden. Die wäre in mancherlei Hinsicht sehr bedauerlich. Aber noch sei e« nicht zu spät und man wolle hoffen, daß der Senat keine der großen nationalen Interessen opfern werde, deren Verteidigung ihm jetzt anvertraut sei.
Die schwedische Thronrede. Der König hat den Reichstag von Schweden im Reichssaal deS Schlosse» feierlich eröffnet. Die Thronrede erwähnt zuerst das gute Verhältnis Schweden» zu den fremden Staaten und da» frohe Ereignis der Geburt deS Prinzen Lennart, Sohne» de» Prinzen Wilhelm und der Prinzessin Maria. Dann wird darauf hingewiesen, daß im vergangenen Jahre der alte Streit mit Norwegen um die Fischgründe bei den GriSbaader Inseln durch schiedsrichterlichen Spruch beendet worden ist. Gegenwärtig sei ein Schiedsgericht damit beschäftigt, die Zeit festzultgen, innerhalb der die nomadisierenden Lappländer mit den Renntieren die Grenze Norwegens überschreiten dürfen. Die Thronrede kündigt weiter an einen Entwurf zur Abänderung der Gesetze über Gesellschaften und Vereine und eine Vorlage zur Ordnung deS Grubenbetriebes auf gewissem Landbesitz des Staate». Unterbreitet wird dem Reichstag ferner eine neue Gesetzgebung für die Krankenkassen und dazu ein Vorschlag zur weiteren Staatsunterstützung für die nahmen 32 483.12 Mark, die gemeinsamen Ausgaben 88 380.87 Mark, die Gesamteinnahmen 1 818 301.77 Mark, die Gesamtausgaben 2 098 348.03 Mark, so daß der Betriebsverlust 280 046,26 Mark beträgt. Davon kommen auf die Oper 241 310.79 Mark, auf daS Gemeinsame 55 897.75 Mark, zusammen 297 208.54 Mark, während das Schauspiel 17162.28 Mark Gewinn abwarf. Zur Deckung mußten außer der normalen Subvention von 233 375 Mark auch die beiden Eventual-Subventionen von 20 000 Mk. und 26 671.26 Mk. (von im ganzen 31 000 Mark) herangezogen werden. Der vom Magistrat verwaltete Reservefonds von 82 414.38 Mark konnte nicht vergrößert werden. Trotz der enormen Ausgaben konnte also das finanzielle Gleichgewicht hergestellt werden, allerdings unter Inanspruchnahme der beiden Eoen- tualsubventionen, die indessen lediglich zu Gehaltsaufbesserungen für Orchesterchor, Ballett und technisches Personal dienten. Der Bericht betont, daß die allgemeine schlechte Wirtschaftslage und das Ausbleiben der Fremden im Hochsommer und Herbst fühlbar waren, dagegen hatten Gastspiele berühmter Künstler und die Neuausstattungen Erfolg. Zu Pension^- zwecken wurden vertragsmäßig 23 499.59 Mark, außeroertrags- mäßig 4204.20 Mark, zusammen 27 703.79 Mark geleistet. Dem Ausschuß für Volksvorlesungen wurden außer den Billetts für die vertragsmäßigen vier Opern- und mm Schauspielvorstellungen noch 2000 ^'"^kcirten L überlassen, ferner wurden an Schüler 7098 Karten zu er mäßigten Preisen abgegeben. Für die in be h?r^£ver Stadt übergehenden Neuanschaffungen wurd^ 78 068.28 Mark, vom Schauspiel 32 096.85 'ork z' HO 165.13 Mark ™^^ Stadt
Mark für Garderobe. An Billeltiieuern rt„ L der OP-^" 'S äÄ zusammen 96 884;>0 'a rt a u infnm 32 057
831676 Mark, e«?“^'',?7^ awn 1 192 098.10 ®«■ ÄS« all 491to93 mart är. M- Spiel- Ä 131786% 96 750 Mark, die WMIbmwrare
13 500 Mark, die Tantiemen 46 516 und og 543 Mark, die B-Ieuchtunq 48C00 imd 30 914 Mark.
I d^ R-is-Ip-I-n 3133 und 1827 Mark. Dr. UbonnemtntS
bestehenden Krankenkassen. Im Zusammenhang mit dem „Großstreik", der in der letzten Jahreshälfte da» Interesse des ganzen Lande» in Anspruch
auSgearbeitet worden, durch die ständen vorbeugen und zugleich tungen wirksam schützen will, der Angestellten de» StaateS, andere Beamte werden Mittel
nahm, find Gesetzentwürfe man künftigen ArbeitSauS- wichtige allgemeine Einrich-
Für verschiedene Gruppen wie für Ministerial- und zu Gehaltserhöhungen be-
antragt. In Bezug auf die vom Reichstag zweimal abgeschlagene Regulierung des Gehalt» der Geistlichkeit liegt ein neuer Vorschlag vor. Für dm ausgearbeiteten Vorschlag zur Revision deS geltenden Zolltarif» wird die Genehmigung verlangt. Zur Deckung der Budgetforderung für 1911 haben, obgleich sie niedriger ist als 1910, neue Steuern auferlegt werden müssen, und zwar handelt eS sich neben einer Erhöhung de» Kaffeezoll» um eine Erhöhung der Erbschaftssteuer und eine Veränderung der Steuer für Einkommen und Kapital.
Das Deutsche Reich.
Fast vierzig Jahre find dahin gegangen, seit Napoleon, der Kaiser der Franzosen, im französischen Uebermut ben König von Preußen herausforderte, um ihn zu demütigen und fich selbst zu erheben. Aber er hatte fich verrechnet. Die süddeutschen Stämme und da» 1866 Preußen einverleibte Hannover hatten nicht — wie er e» sicher geglaubt hatte — ihm zugejubelt, um fich für die 1866 erlittenen Niederlagen zu rächen, sondern auch fie fühlten al» echt« Deutsche bie dem greisen Preußenkönig zugefügte Beleidigung, und so griff ganz Deutschland einmütig zu den Waffen. Aller Zank und Streit, aller Neid und alle Zwietracht waren begraben, Schulter an Schulter standen Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberger, Badener usw. , Was viele Jahre nur ein Traum war, der sich niemals zu verwirklichen schien, da» wurde Tatsache, aber freilich nur durch unendlich schwere Opfer erkauft; denn Blut und Eisen hoben da» junge Deutsche Reich au» der Tauf«.
Wer Zeit und die Mittel hat, der sollte eS nicht versäumen, die Schlachtfelder auf französischem Boden * zu besuchen. Erst dann wird ihm ein Verständnis dafür ausgehen, was die Armee von 1870/71 an Heldenmut geleistet hat. Mit wehmütiger Dankbarkeit wird er sehen, welche Ströme von Blut geflossen find und wie viel blühende» Leben zwar allzu früh, aber ruhmvoll und geehrt dem Schnitter Tod anheimfiel. Aber diese unverbrüchliche Treue, der der Tod da» Siegel aufdrückte, lebte nickt nur im Felde, sondern auch daheim im Volke. Ohne Murren hatt« da» Volk sein« besten Söhn« dahingegeben. Kamen nach einer Schlackt di« Listen der Gefallenen, dann zog wohl bitterer brachten ein: 1. Rat« 200 254 und 137 068 Mark, 2. State 199 839 und 136 432 Mark, daS Konzertabonnement 12 875 Mark. Tages-Einnahmen 612 241 und 390 087 MaA Gesamtgastspiele 0 und 10 261 Mark, Garderobegebühr 50 704 und 36 052 Mark. — Di« städtische Subvention beträgt vertragsmäßig 250 000 Mark, herabgemindert durch Uebernahme von Maschinenpersonal in städtischen Dienst um 28 500 Mk. Dagegen wurde eine Eoentual-Subvention tut Gagenerhöhungen beim Orchester von 20000 Mk. und für die letzte Lohnerhöhung für Orchester, Chor, Ballett und technisches Personal von 31000 Mk. gewahrt. D-r legte Posten erfordert« tatsächlich 37 100 Mk Wegen der von der Stadt geforderten Erhöhung der Billettsteuer ist eine Vorlage an den Magistrat ausgearbeitet worden. Bei dieser Gelegenheit würd« auch beantragt, bte ®De^ in eine feste umzuwandeln und bte städtische Beihilfe r insgesamt 272 500 Mk. f-stzusetzen. Ersparnisse von Met Summe fließen in den Reservefonds. Da der Stadt aus MnabS b« Sb^r «»» “ «'S wieder zufließen, vermindert sich 'hrtat sachlicher Auf b für die beiden Theater danach auf 175 625.50 Mt. Jüueue sannt wurde beschlossen, die Opernhauskonzerte Versuchs weise'einzustellen, um daS Orchesterpersonal A "leichte und für Proben größere Bewegungsfreiheit zu schaffen. Der Besuch dieser Konzerte ging mit jedem Jahr zurück, nament- ®Ä So ”Ä 2 parterre, 2. Sang «sw. bUeb«, sah "^"rriHf^ et# 3»6reS 19I0 «"W<"m sich nach der Theorie des verstorbenen Drofeffors Rudolf Falb folgendermaßen: 1. Ordnung: 1. Februar, 17. März, 13. Juli, 11. August, 9. Sepie aber, 9. Oktober; 2. Ordnung : 17. Januar, 16. Februar, 15. April. 16. Mai, 13. Juni, 27. Juli, 26. August, 24. September, 7. November, 7. Dezember; 3. Ordnung: 29. April, 29. Mai, 27. Juni, 24. Oktober, 23. November, 22. Dezember. Sonach stehen uns in diesem Jahre bevor: 7 kritische Tage erster, 10 zweiter und 6 dritter Ordnung. Der 10. März und der 9. September gelten als kritische Tage mit Verschärfung.