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Die etnjetne Nummer kostet 10 Uz.
MotationZdruLk und Bering der Buchdruckerei bei »erei».
General-Anzeiger
AUlliihts Organ für Stabb und Landkreis Hanan.
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Die fâufzts-âu« Petilzeile ober betet Rau» 90 ^ tat Rektamenteü die Zeile *6 Ug,
*. Waisenhaus«» in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Eerautivort!. Redakteur: E. Schrecker tu Hamm,
Ms. 9 M«rnspr«cha»schli>b Nr. 605.
Mittwoch den 12. Januar
Aer»spr<cha«Ichl»b Nr. 605. 1910
Sie Miittamtt mW außer ».llilnhullmltlM
14 Seiten.
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Amtliches.
Stadtkreis Fjanau.
Bekanntmachung
Die städtischen Körperschaften haben unter dem 5. Oktober und 18. November v. J4. beschlossen, die am 8. Juni 1882 förmlich festgestellten Fluchtlinien der Marktstraße abzuändern.
Nach erfolgter Zustimmung der Polizeibehörde zu dem Abänderungsplan wird dieser nunmehr auf Grund des § 7 beS Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 13» -. Mts. an vier Wochen lang auf dem städtischen Dermessungs- bureau, Rathaus, Zimmer Nr. 21, während der Geschäfts- stunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.
Einwendungen gegen dreien Plan sind während dieses Zeitraumes schriftlich oder mündlich bei unS anzubringen.
Hanau den 10. Januar 1910.
Der Magistrat.
Hild. 1053
Bekanntmachung.
Die im Stadtschloß (Friedrichsbau) gleicher Erde beflnd- l'-che Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör ist vom 1. April 1910 ab zu vermieten.
Auskunft wird erteilt im Rathaus Zimmer Nr. 11.
Hanau den 11. Januar 1910.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Hil d. 1053
Bekanntmachung.
Die Besitzer derjenigen jüngst auSgegebenen ZinSschein- bogen zur 31/« °/oigen Hanauer Stadtanleihe von 1889 nteifje 2, welche auf der Zinsscheinanweisung den roten Siempelaufdruck »ReichSstempelabgabe, versteuert" nicht tragen, werden ersucht, diese Bogen zwecks Abstempelung bei der Stadlhauptkasse (Rathaus Zimmer Nr. 4) bis KUtN 15. Jaitttar 1910 einzureichen.
Stempelkosteu entstehen für die Einreicher nicht.
Hanau den 30. Dezember 1909.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 73
3« 2. Adommkiitskoiizert des SraloticoDtreiitS
am 18. Januar.
II.
Die Deutsche Vereinigung für alte Musik hat in den letzten Jahren au^ ihren Reisen durch alle Gegenden Deutschlands eine große Anzahl von Konzerten — alle, ohne Ausnahme, mit festem Engagement — gegeben und überall glänzende Erfolge errungen. Diese Erfolge beruhen, wie die Kritik oitmals hervorhebt, außer auf den vortrefflichen Leistungen oer AuSsührenden auf dem eigenartigen Reiz, den die ungewohnten Klangfarben der alten Instrumente Hervorrufen, nicht zum geringsten Teile aber auch auf der Wirksamkeit der ausgewählten, wirklich guten alten Musik. So sagt z. B. ^^hur Smolian in der Leipziger Zeitung:
»Mehr noch als das feine Klingen und als daS echt fit« uuerte vornehm phrasierte Spielen und Singen der Vor- traqenden interessierten die zur Wiedergabe gebrachten Kom- pounonen, in denen alte Zeit mit Recht erneut schien." r ~aÄ g^be Publikum interessiert sich natürlich in erster »-wie für die alten Instrumente, und manchen zieht nur die Beugter zu den Konzerten der Deutschen Vereinigung, aber ^wmal an Ort und Stelle, wird er bald mit Freuden gewahr, daß ihm mehr geboten wird als nur eine flüchtige Sensation, die eigenartigen Reize wirklich originalgetreu auf- gesührter guter alter Musik äußern ihre unfehlbare Wirkung und über Erwarten befriedigt geht er heim, um nun desto sicherer zum nächsten Konzert wiederzukommen. Die musik- verständigen Kreise des Publikums dagegen, ebenso wie die Fachmusiker und die Kritiker reizt es, die Wirkung der in originaler Raffung gebotenen alten Werke auf sich zu er- proben und diese Art der Wiedergabe mit der im modernen Konzert betrieb üblichen zu vergleichen und aus diesem Grunde gehen sie in die Konzerte der Deutschen Vereinigung. Daß auch diese Kreise überzeugte Anhänger der Vereinigung geworden sind, wo immer sie konzertiert hat, das beweisen die Besprechungen der Konzerte in allen Lagesblättern und Fach-
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tat.
Die Glaserarbeiten für die Familiengebäude I, II, HI und das Deamtenwohngebäude des Eisenbahn- RegimentS Nr. 3 sollen gebäudeweise in vier Losen vergeben werden.
Die Angebote sind versiegelt und mit kennzeichnender Aufschrift versehen, bis zur Eröffnung derselben am Dienstag den 25. Januar 1910, vormittags 10 Uhr, an die Bauleitung der städtischen Kasernen-Neubauten in Hanau, Lamboystraße 56, einzureichen.
Die Zeichnungen, Verdingungsunterlagen und der Der- dingungsanschlag liegen dortselbst zur Einsichtnahme aus, letzterer kann, so lange der Vorrat reicht, gegen postfreie Einsendung von 0,50 Mk. — nur in bar — von dort bezogen werden.
Der Zuschlag wird innerhalb 5 Wochen erteilt und bleibt der Unternehmer so lange an sein Gebot gebunden.
Hanau den 11. Januar 1910.
Der Magistrat. 1083
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll daS in Hanau belegene, im Grundbuche von da, Band 70 Blatt Nr. 3717 in Abteilung I unter Nr. 8 zur Zeit der Eintragung des VersteigerungSvermerkeS auf den Namen des Gastwirt- Ulrich Karl Pesoldt in Hanau eingetragene Grundstück: Samenblatt EE Parzelle 261/1, Wiese, Pulvergarten, (Heuserswiese) = 17 ar 2 qm,
— Reinertrag = 6 Mk. 99 Pfg. — — Griindsteuermutterrolle Artikel 2891 —
am So März 1910, vormittags 11 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Marktplatz Nr. 18 — Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanau den 8. Januar 1910.
____________Königliches Amtsgericht 2. 1041
Bekanntmachung.
Die durch Beschluß vom 20. Januar 19*02 erfolgte Entmündigung des Arbeiters Johannes Philipp Ebert in Hanau-Kesselstadt wegen Trunksucht wird aufgehoben.
Hanau den 5. Januar 1910.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 1043
Gefundene und verlorene Genenstünde re.
Gefunden: 2 jüdische Religionsbücher, einig« Lot braunes Strickgarn.
Verloren: 1 Portemonnaie (lederner Zugbeutel) mit 10 Mk., 1 Visttenkartentâschchen.
Zugelaufen: 1 grauer Wolfsspitz.
Hanau den 12. Januar 1910.
AuS der Fülle deS vorhandenen Materials nur einige Proben:
»Eine Kritik deS HauSkonzertS (im Palais des Geheimrat Dr. Bürcklin, Exzellenz, in Karlsruhe) ist hier nicht am Platze und — wäre auch nicht möglich. ES waren mustergültige und tadelfreie Leistungen. War eS der Geschmack, das Der- ständniS, der Klangzauber der alten Instrumente, die den Geist der Werke durchaus im Sinne des gewollten Effektes wiedergaben, war eS die wundervolle, herzbewegende Süße der Frauenstimme — es war die Seele, die in alten Stücken lebte und webte. Es war ein künstlerisches Erleben unvergeßlicher Art." Bad. Landeszig. Karlsruhe (Starck.)
»Ein Genuß, nach welchem man nach dieser dankenswerten Veranstaltung nur noch aufs neue begehrlich sein wird."
Badische Presse, Karlsruhe.
»Ein prächtig gelungener, höchst interessanter Abend."
Münchener Neueste Nachrichten (Dr. Louis.)
»Der zahlreiche Besuch des Konzertes und der lebhafte Beifall waren ein erfreuliches Zeichen, daß die ideale kulturelle Bedeutung unserer Vereinigung auch vom großen Publikum gewürdigt und anerkannt wird."
Allgemeine Zeitung, München (Dr. Schmitz).
»Ein voller künstlerischer Genuß edelster Art war auch das Konzert der Deutschen Vereinigung für alte Musik. — Der Gesamteindruck des Abends war ein unvergeßlicher."
Bayrischer Kurier, München (Otto Keller).
Zur Wiedergabe der von ihr bevorzugten Kompositionen des 17. und 18. Jahrhunderts benutzt die Vereinigung fol- . qenbe Instrumente in abwechselnder Zusammen^ Violinen, Viola d'amore, Viola da gamba, Violoncello uno Cembalo. (Dazu tritt die Singstimme — Sopran durch die Programme an Abwechselung gewinnen.)
Dadurch daß die Deutsche Vereinigung für alte Musik »icht mit den Klangreizen alter Instrumente kokettiert, son- dèm durchaus den Vorschriften des Komponisten über btt N^tzuna ihrer Werke folgt also auch heute noch gebrauch- S Instrumente, wie Violine und Violoncello, da verwendet, ma N. bingehören, dokumentiert sie, daß es sich bei ihren Darbietungen keineswegs um eine musikalische Kuriosität ^ud-lt, sondern daß *8 ihr wirklich darum iu tun iß. ei»
Politische Rundschau.
Gegen die geplante Dertenernng der Fern« sprechgebühren wendet sich neben verschiedenen anderen Handelskammern auch die Handelskammer Hamburg. Sie hat den Reichstag ersucht, die geplante Abschaffung deS PauschgebührensystemS abzulehnen und statt dessen nur ein« solchen Reform zuzustimmen, welche bei gleichzeitiger Herab« setzung der Grund- und EinzelgesprächSgebühren und Durchführung der für den Fernverkehr in Aussicht genommenen Erleichterungen in der von der Regierungsvorlage vorgesehenen Form die Beibehaltung des PauschgebührensystemS unter mäßiger Erhöhung der jetzt hierfür geltenden Sätze bringen würd«. Angesichts der nahezu einmütigen Ablehnung, die der Entwurf in allen Kreisen von Handel, Industrie und Verkehr gefunden hat, bezeichnet eS btt Handelskammer als bedauerlich, daß die ReichSregierung sich nicht zu einem Nachgeben gegenüber den Einwänden der beteiligten Kreise hat bereitfinden lassen. Hoffentlich werden bit schwerwiegenden Bedenken, die gegen die Bestimmungen deS Entwurf-erhaben sind, dazu führen, daß der Reichstag dessen verkehrsfeindliche Tendenz beseitigen und damit die Verkehrskreise vor der ungerechten Belastung, die bit beabsichtigte Neuordnung bringen müßte, bewahren wird.
Ein preußisches Gesetz gegen den SerienloS- Handel. Zu der Meldung, daß die preußische Regierung den Entwurf eines Gesetze« gegen den Loseunfug und die Übervorteilung deS Publikum- mit dem Handel von Prämien- und Serienlosen fertiggestellt habe, erklärt die »Ins/ folgende- : Der Entwurf bildet gegenwärtig noch den Gegenstand von Beratungen zwischen den zuständigen Ressort- und hat dem StaatSministerium noch nicht Vorgelegen. Er wird aber jedenfalls noch in dieser Session dem Landtage zugehen können. Die Vorlage soll der schamlosen Ausbeutung der Spiellust des Publikum- durch gewissenlose Unternehmer ein Ende machen. Zu diesem Zwecke ist beabsichtigt, die Unternehmer, die durch Veranteilung der Prämien- und Serienlose daS Publikum gewerbsmäßig ausbeuten, unter Strafe zu stellen, während der Verkauf ganzer Stücke an der Börs« nach wie vor erlaubt bleibt. Ebenso sollen auch diejenige« getroffen werden, die eine gewerbsmäßige Vereinigung bilden, um Gewinne bei dem Vertrieb preußischer Lose zu erzielen. Das Gesellschaftsspiel, da- mehrer« Teilnehmer an Lose« vereint, wird selbstverständlich hiervon nicht betroffen. Ferner besteht die Absicht, auch die Verbreitung schwindelhafter Annoncen, die sich auf derartige Serien- und Prämienlos- gefellschaften beziehe», zu unterbinden. Zeitungen, Zeitschriften usw. soll gesetzlich untersagt werden, derartige Anpreisungen zu vertreiben. In Deutschland existieren tatsächirch Hundert« von Firmen, die sich durch den gewerbsmäßige« Vertrieb von Serienlosanteilen usw. ein verhältnismäßig
möglichst wahrheitsgetreue- Bild der alten Werke zu bieten, sie möglichst so wiederzugeben, wie die Zeitgenossen si« horten.
Nicht mit alten Instrumenten fesselt sie ihre Hörer, sondern mit alter Musik, und daß ihr die- gelingt, ist Beweis dafür, daß die Werke, die sie aus den handschrntlichnr und gedruckten Schätzen der Bibliotheken auSwählt, auch wirklich der Wiedererweckung wert sind.
Kunst and Tebern
Der Doppelgänger des Opernsängers. Berlin«; Blätter berichten: Ein unangenehmer Doppelgänger Wil dem Opernsänger Jean Nadolovitch allerhand dose Strelcye. Der Sänger weilt seit zwei Jahren in Berlin und wirkt an der Komischen Oper. Fast ebenso lange schon macht lym der Doppelgänger zu schaffen. Erst waren e« b ^ 9 harmlose Geschichten, die er ausheckte. Jetzt tteibt er eS dock xu bunt Daß der Mann im Namen deS Sangerè allerhand Liebschaften anknüpfte lief b-Shn immer^^ alimvstich ab. Eine Silvesternachtgeschichte hat H-rrn J« ö^ ->" HM- d« Knm!n°lp^., und d« Oeffentlichkeit in Anspruch zu nehmen. E'N Ar^t i X durch len F«nspr°ch.r an ffV^m rin Schmeicheleien" und teilte ihm mit, daß er ihm 1 «euX schiefen werde, weil er sich in einem Lokal gegen seine Frau unanständig benommen habe. Die Zeugen sind zwar nicht erschienen, der Sänger hat aber sein ganzes Material nunmehr der Kriminalpolizei unterbreitet, um über feinen Doppelgänger endlich Klarheit zu bekommen und ihm das Handwerk zu legen. Es muß naturgemäß für einen Opernsänger sehr unangenehm sein, wenn ihm eip anoexti seine Rollen wegnimmt.
Albumblätter.
Ein rechter Baum, btr gute Früchte trägt, Der wünscht nicht seine Blüten sich zurücke; Und wem ein männlich Herz im Busen schlägt, Stufet nicht mit Wehmut nach d«r Lindheit Glück«.