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Erstes Blatt.

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ViertekjLhrkich 1,80 TIL, monatlich 60 Tfg., f6t »*

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Di« ctxjtl.w! Nummer taflet 10 Pf».

Ä»ioti«#lbtx<f und Bttlag der Buchdrucker« bei Hubt, n, Waisenhaus«» in Hana«.

Genkral-Auzeiger

Avtlilhts Orga« für Staib uni fankkrtis Ka«a».

Erscheint täglich mtt Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 306 %etnfv«»««fd)tafi Nr. 605. Freitag den 31. Dezember K-r»!pr-cha»kchi«b Nr. 005. 1909

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16 Seiten.

Amtliches Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Die Ortssatzung für das Gewerbegericht der Stadt Hanau liegt vom 3. Januar 1910 an 14 Tage lang im Stadtsekretariarf Rathaus, Zimmer Nr. 11, zur Ein» ficht offen.

Hanau den 2d. Dezember 1909.

Der Magistrat.

Hild. 29501

In die Listen zur Ablösung der NeujahrS- Gratulationen zum Besten der von der Stadt unter« seltenen armen Pflege» und Waisenkinder haben sich ein­getragen :

Ahrberg, Friedrich, König!. Landmesser. Appel, Georg, Cigarrenhändler. Nomina von Axt, Ernst, Major a. D. Böhm, Cäsar, Stadtrat. Brede, Wilhelm, Fortbildungs- schullehrer. Canthal, Fritz, Kommerzienrat. Caspary, Friedrich, Kreissparkassen »Rendant. Clasen, Arthur, Armen­verwalter. Diehl, Adolf, Expedient. Dörr, Eduard, Kgl. Landmesser. Donner, Albert, Fabrikdirekior. Faulenbach, ANred, Königs. Landmesser. Gehrmann, Paul, Kaufmann. Reitel, ,DL.^WÄÄN G/ibkl, Chemiker. Horst, Jean, Bäckermeister. Dr Frsß .Heip, Chemiker. Hehl, Metzgermeister. Hild, Karl, Bürger­meister. Herrmann, Jakob, Kreissparkassen-Rendânt. Fräulein Julie Kähler. Fräulein Toni Kähler. Kämmerer, August, Landkrankenhatls-Juspeklor a. D. Kahler, Justus, Lehrer. Klingelhöffer, Emil, Oberlehrer. Koburger, Philipp, Kaufmann, und Familie. Korff, Emil, Fabrikant. Kraft, Georg, Gastwirt. Kaiser, Karl, Pflasterermeister. Leipold, Konrad, Kaufmann. Litzinger, Heinrich, Architekt. Metzler, Wilhelm, Kaufmann. Nüdling, Josef, Pfarr- kuratus. Pannot, Lina, Ww., Rentnerin. Pfeiffer, Bruno, Direktor der kaufm. Fortbildungsschule. Dr. Fritz Rüdel, Chemiker. Dr. Emil Sandlos, prakt. Arzt. Schäfer, Julius, Drog'st^ Schatt, Louis, Fabrikant. Schatt, Otto, Fabrikant. Schnurer, Gustav, Kaufmann,u. Familie. Schmidt «sr 1 in.................................

Ein Jubilar.

3um 70. Geburtstage des Königl. Krelsschulinspektors Pfarrer Hufnagel, Keffelstadt-Philippsrnhe.

Wenn wir auch einerseits alle Ursache haben, unS unserer fortgeschrittenen hochentwickelten Kultur zu freuen und un» wohl kaum nach der vielgepriesenenguten alten Zeit" zurücksehnen werden, so müssen wir doch andrerseits bei der Oberflächlichkeit und Rasch lebi gkeit des gegen­wärtigen Geschlechts es tief bedauern, wenn die Zahl der­jenigen, die das Gute und Echte aus alten, ver­gangenen Tagen in die Flüchtigkeit unserer Zeitperiode herüberretteten, immer kleiner wird. Noch wenige Dezennien, und keine ehrwürdige Gestalt wird uns mehr ein lebendiges Exempel sein aus ^vergangenen k u r he s si s ch e n" Tagen. Einer dieser wenigen, der Königliche K r e i s s ch u l i n s p e k t 0 r, Herr Pfarrer Hufnagel in Kesselstabt-Philippsruhe be­geht am l. Januar 1910 in seltener körper­licher und g ei stig er R ü sti gkeit und Frische seinen 70. Geburtstag und zugleich auch der Termin liegt einige Wochen voraus das zwanzig­jährige Dienstjubiläum als Königlicher Kre i 8s ch u li n spekt 0 r des KreiSichuli nspektionS- bezirkS Bergen. In unserer Kreisstadt Hanau ist der Jubilar selbst ein Kind des Hanauer Landes von altem Schrot und Korn eine stadtbekannte, allgemein hochge­achtete und beliebte Persönlichkeit. Ist er doch durch eine ganze Reihe von Jahren fast täglich zumDavidsohn» sch en Institut" gewandert, an welcher Anstalt er a!8 Lehrer tätig war, und gar mancherTertianer" des Hanauer PenalS ist durch Monaie hindurch täglich zum Pfarrer nach Kesselstadt gepilgert, um hier bei dem alâ tüchtig und ener­gisch besonnten Schulmann die Lücken seines Wissens vor seiner Versetzung auSzulüllen. Als Mitglied desHanauer Chorverein8", desHanauer Geschichts­oereins" und als Vorstandsmitglied und eifriger Förderer der Sache desHanauer TierschutzvereinS" ist er gewiß zu manchem Hanauer in engere Beziehung getreten. Und wer kennt nicht deS Jubilars eifrige Tätigkeit auf kirch l i ch' sozialem Gebiet? In der Geschichte derGustas

Ferdinand, Cigarren en groß. Schönberger, Georg, Fabrikdirekior. Schraub, Josef, Hofmetzgermeister. Schröter, Karl, Wilhelm, Kaufmann. Schweißgut, Emil, Kaufmann. Siebert, Iran, Fabrikant. Sieber», Johanna, Wwe., Rentnerin. Siebert, Wilhelm, Fabrikant. Schmieden, Martin, Reicksbankvorsteher. Thorn, Karl, Zimmermeister. Thyriot, I. P., Stadtbaurat a. D. Trapper, Ferdinand, Kammann. Voltz, Christian, Färbereibesitzer, und Frau. Waßmuth, Franz, Rentner, und Familie. Fräulein Welten, Thea, Schauspielerin. Wirth, Jean, Kaufmann.

Hanau den 31. Dezember 1909.

Der Magistrat, Armenamt.

__Hild.______ 29575

Zwecks Enthebung von Neujahrs-Gratula­tionen 1910 sind dem hiesigen evangelischen Waisen» Hause zum Besten armer Waisenkinder Gaben zugewendet worden von:

Sanitätsrat Dr. Noll. Restaurateur A. Steyer, Ost- Bahnhof. Metzgermeister I. Glinder. Lehrer a. D. W. Zehner und Familie. Heinrich Ehle. Lokomotiv­führer Wilhelm Ludwig. Fritz Schnell, Krämersiraße 17. Maurermeister H. Mesenberg. Kommerzienrat Brüning. August Seiffert und Frau. Lokomotivführer Carl Urbach. Ludwig Koltze und Frau. Oberpostasststent R. Gasch unb Familie. Kreissekretär a. D. Schneider. Familie Carl Ewald. Carl Orfner. Familie Wilhelm Kaiser, Dia- konissenstraßt 2 a. J. Martin Rumpf, Speffartstraße 8. Wilhelm Kolbe fr. Metzgermeister W. Graf. Heinrich Hagemann, Rbönstraße 4.

Hanau, 3L Dezember 1909.

Der Waisenhaus-Verwalter

.i.il-n 11..1 1 m- 1 1 " ,'k ^ ^1 s,H 11 un i ^' I :-."

Hus Hanau Stadt und Tande

Lana«, 31. Dezember.

Redaktionell. W DeS Neujahrsfestes wegen erscheint die nächste Nummer unseres Blattes erst Montag den 3. Januar zur ge­wohnten Stunde.

" Kirchliches. Liturgischer Gottesdienst findet heute abend 7 Uhr in den beiden Altstädter evangelischen Kirchen unter Mitwirkung der Kirchengesangvereine statt; Programme werden an den Eingängen ausgegeben.

Preisrätsel. Wie alljährlich, veröffentlichen wir auch in der heutigen letzten Nummer des alten Jahres ein

Adolf-Stiftung", deSHanauer Verein für Innere Mission" und vor allem der derKinde r» Heilanstalt zu Bad Orb", deren Miibegründer und stets warmherziger Fürsorger er ist, wird der Name deS Pfarrers von Kesselstadt auch späteren Geschlechtern von seiner nimmerraftenben und fürsorglichen, praktischen Tätigkeit Zeugnis geben. Auch als alter Kurhesse und echter Hanauer, der bei aller Treue und inniger Liebe zum preußischen Herrscherhause und bei aller Freude an der Größe und Entwickelung uns res weiteren Vaterlandes hat er doch die große Zeit der Erstehung der Einheit Deutschland selbst miterlebt bat er das Andenken an alte kurhessische Zeiten, die er aus eigener Anschauung kennt, stets hochgrhalten, und mancher wertvolle Beitrag der in Cassel erscheinenden MonatsschriftHessen land" gibt Zeugnis von der eingehenden Kenntnis des Jubilar» auf dem Gebiete kurhessischer Geschichte, in« sonderheit der deS Hanauer Landes. Bei all dieser vielseitigen mannigfaltigen Tätigkeit blieb ihm neben den Geschäften des Pfarramtes doch noch Zeit, sich dem Schul» wesen, besonder» der Ausgestalluitg desselben im KreiSschul» inspeklionsbezirk Bergen, der sich nun seiner un» unterbrochenen, umsichtigrn Leitung schon seit zwanzig Jahren erfreuen durfte, zu widmen. Und gerade auf diese in Gebiete, das er mit besonderer Vorliebe stets gepflegt, liegen des Jubilars H au p t v erd ie n ste. AuS einem Schulhause stammend als Sobn des Lehrers Hufnagel , in Ravolzhausen geboren sind ibm b'e Eindrücke au» dem Schulleben seines als tüchtiger Lehrer bekannten Vaters un» auslöschlich geblieben. Anfänglich zum Lehrerberufe bestimmt, hat er selbst als angehender Jüngling sich in seines Vaters Schule praktisch versucht. Nach Absolvierung der Hanauer Realschule trat er auf den Rat des Pfarrers Schäfer in Ravolzhausen in daS Gymnasium zu Hanau über und bezog nach wohlbestandenem Abiturium die Universität Marburg, um Theologie zu studieren, beschäftigte sich aber daneben mit Vorliebe mit Philosophie und Astronomie. Nach bestandenem theologischen Examen fand er seine erste Anstellung als Geistlicher und Rekior zu Steinau a. b. Straße, im Kreise Schlüchtern. Noch heute erinnern sich

Preisrätsel. Für die Lötungen haben wir eine Anzahl Preis« ausgesetzt. Die Lösungen erbitten wir uns bis DienStag den 4. Januar, mittags 12 Uhr, in verschlossenem Kuvert, ver­sehen mit der AdresseAn die Redaktion deS Hanauer An» zeigers".

* Kleinkinderschule Evang. DereinshauS, Nußallee 22. Wiederbeginn Dienstag den 4. Januar, vor» mittag« 8'/, Uhr. Neuanmeldungen werden daselbst ent« gegengenommen.

Neujahrskarten. Die bekannte und schöne Sitte, seinen Verwandten und Bekannten zum Jahreswechsel Glück­wunschkarten zu senden, erlitt vielerorts eine Beschränkung i« dem Ueberrinkommen zwischen Absendern und Empfängern, lieber die für Versendung von Glückwünschen in Betracht kommenden Ausgaben zu mildtätigen Zwecken zu verwenden. Der Verband deutscher Papier- und Schreibwarenhändler" steht in diesem sogenannten AblösungSverfahren nur gering« Vorteile und hebt hervor, daß Tausende von Arbeitern, di« in den verschiedenen Zweigen der Kartenindustrie ihre Beschäftigung finden, um ihr Brot gebracht würden, wenn der Versand von Glückwnnschkarten eine wesentliche Ein­schränkung erfahre. Der Verband schreibt in seinem Organ Der Papierhändler":ES ist ohne Zweifel besser, Arbeit statt Almosen zu geben. Wir rufen also in diesem Jahr« wieder allen dir Bitt« zu: Gedenket Eurer Lieben auch an diesem Neujahr durch Uebersendung einer Glückwunsch kart«. Diejenigen, die e« vermögen, werden aber gewiß auch bet Armen durch eine Spende gedenken." Wir können uns dieser Auffassung ebenfalls anichließen, wenn auch in diesem Jahr« eine Aenderung nicht zu erzielen ist, so darf doch Irr Hoffnung Raum gegeben werden, daß die Mahnung spät«« I Beherzigung findet.

Nolte II. in Bergen, diesseitigen Kreise-, ist daS Allge­meine Ehrenzeichen verliehen worden.

* Probealarmierung. Am Montag den 3. Januar 1910, vormittag« 11 Uhr, erfolgt eine Probealarmierung mittels der dafür bestimmten großen Feueralarmglocken. Wir bringen dieses hiermit zur Kenntnis, damit jede «ventuell« Beunruhigung deS Publikums vermieden wird.

* Der Notburgaverein gibt am 2. Januar, nach­mittags */»5 Uhr, im Saale deS ElisabethschwrsternhauseS eine theatralische WeihnachtSvorstellung. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pfg. ES werden drei Theaterstück« gespielt: Auf Irrwegen",Die ZeitungSbraut" u.DaS neue Dienst­mädchen." Der Vereinsvorstand bittet auch in diesem Jahr« um recht zahlreichen Besuch.

di« Strinauer gern ihres ehemaligen Pfarrer» und Lehrer». Nach ziveijähriger Tätigkeit wurde ihm die Pfarrstelle zu Kirchbracht im Vogelsberg übertragen, wo baS Pfarr­haus fast wöchentlich der Sammelpunkt Vogelsberger Lehrer war, die hier der geistigen Anregung unb der Gastfreund» schaff des jungen Pfarrers sich erfreuen durften. Durch den Fürsten zu Jsenburg-Birstein nach drei Jahren zum Pfarrer von Langenselbold präsentiert, hat er biefer auSge« dehnten, in steter Entwickelung begriffenen, bei seiner An­kunft politisch zerrissenen Gemrinde 15 Jahr« lang feine besten Kräftr gewidmet und sich besonder» um di« Reorganisation de» Langenselbolder Schulwesen» befonbere Verdienste erworben. Zum Haupt! ehrrr ernannt, hat er selbst während dieser langen Jahre in der oberen Klasse und selbst bei den Kleinen unterrichtet, und ein Anerkennung», schreiben der Aufsichtsbehörde in Cassel bewies bei feinem Weggang im Jahre 1885, «l» ihn da» König!. Konsistorium nach Kesselstadt berief, daß feine Arbeit von Erfolg begleitet ro a r. DieSelbolder" aber sind heute noch stolz auf ihren ehemaligen Pfarrer Hufnagel. Seit Oktober 1889 leitete er nun als Kr«i»schulinspektor mit großer Umsicht und Fachkenntni» das Schulwesen des Aufsichtsbezirks Bergen und noch hat beS Alter- Last und Bürde die kräftige ^Gestalt beS Jubilar» kaum merklich gebeugt. Und wenn Shakespeare in seinem Trauerspiel Macbeth die Worte sprechen läßt:

3d> habe lang genug gelebt; mein Frühling fan> in« Welken hin, in gelbe» Sank

Und war bas hohe Alter schmücken sollte Gehorsam. Siebe, Ehre, Freunde»tr«v.

An all' das ist nun nicht ,u denken;

Die Welt nahm mir den schäumenden Wei« und ließ mir nur die schale Heft."

so können diese Worte auf unseren verehrt«» Jubilar feine Anwendung finden. Liebe, Ehre und FreundeStreu sind ihm in reichem Maße zuteil geworden, und vollbefriedigt bars ex nun in der anbrechenden Dämmerstunde seines reichen unb gesegneten Lebens sich seiner Erfolge und edlen Frücht« er« freuen. Wir wünschen ihm im Kreise seiner Familie eine noch recht lange, gesegnet« Tätigkeit und einenfröhlichen Feierabend".

^Gott schütz« i)ir