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BterMfifjrfidj 1,80 Mk., m»naUich 60 Mq., fit 6t* WWigt »bonntnl«, mit dem betretenden P-stausichtag. Die einjeta« Nummer testet 10 Pf».

«etatiousdruck und Verlag da Luchdruckerei bd erretn. «. Waisenhaus«« in Hanau.

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Zanan.

Erscheint täglich Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Fernsprechanschluß Nr. 665. 1909

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16 Seiten.

Amtliches Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die Inhaber von Abonnements-Badekarten, welche erst nach dem 26. September 1908 gekauft wurden, aber wegen Schließung der städtischen Badeanstalt nicht mehr ver­wendet werden konnten, werden hierdurch aufgefor^ert, solche zur Rückerstattung deS Betrages bis spätestens 15. Januar 1910 bei dem städtischen Gaswerk, Leipzigerstraß« 17, Zimmer Nr. 5, einzureichen.

Hanau den 18. Dezember 1909.

Gaswerks-Direktion.

_______________ v. Gäßler. 28915

Bandeiskammer Banau.

Unter Bezugnahme auf die imHanauer Anzeiger* und Hanauer Zeitung" erlassene Bekanntmachung der Handels­kammer vom 15. November d. J. bringe ich hierdurch zur Kenntnis, daß gemäß § 16 des Gesetzes über die Handels­kammern vom 24. Februar 1870 / 19. August 1897 und gemäß § 6 des Wahlstaims der Handelskammer zu Hanau vom 16. September 1897 für die mit Schluß des Kalender­jahres 1909 ausscheidenden Mitglieder für den Wahlbezirk Stadt- und Landkreis Hanan, Herren Heinrich B r a â e r, Albert Deines, Gustav Gustine, Rudolf Treusch, sämtlich zu Hanau, eine Ergänzungswahl statt* zufinden hat.

Die Wahl erfolgt in einer gemeinsamen Wahlhandlung und zwar derart, daß jeder Wahlberechtigte einen Stimm­zettel abgibt auf dem so viele Personen verzeichnet sind, wie zu wählen sind.

Von der Handelskammer zum Wahlkommissar bestellt, lade ich die wahlberechtigten Firmen und Firmenvertreter zur Vornahme der Wahl auf

Mittwoch freu 29. Dezember, 10 Uhr vorm., in den hiesigen Nathaussaal ein (Parterre, links).

Die Wahlstimmen abgebende Prokuristen haben sich durch schriftliche Vertrelungsvollmacht ihrer Firma zu legitimieren.

Die Wahlhandlung wird 2 Stunden dauern.

Hanau den 22. Dezember 1909.

Der Wahlkommissar. Canthal,

König!. Kommerzienrat. 28943

Die Sclboldcr Fnmilicmiiimcn.

Ein Versuch ihrer Deutung von G. Maldfeld, Rektor.

(Fortsetzung.)

S. Namen, die Amt, Beruf, Gewerbe oder sonstige Stellung ihres ersten Trägers angebe«,

a) AmtSnamen.

Grebe. So wurden in vielen Orden Hessen« bis zum Erscheinen der Gemeindeordnung vom 23. Oktober 1834 die Dorfvorstände genannt. DaS Wort kommt her von «hd. grâvo, mhd. grâve, mndd. gröve = Graf, und schließt in seiner Urbedeutung den Begriff des Befehlens in sich.

Kircher unb Kirchner, mhd. kirchaere, kirchenaere = Küster. Kircher kann auch Kürzung aus Kirchherr Pfarrer sein.

Maier und Meyer, von lat. major, in dem Sinne von major villae oder villicus Aufseher oder Verwalter eines Laiidguits.

Schultheis. Ebenfalls alte Bezeichnung der Dorf- vorstände, von ahd. scultheizo, mhd. schultheize derjenige, der Verpflichtungen und Leistungen heißt, b. i. befiehlt.

Schulze ist nur eine Kürzung von Schultheiß.

Vogt, ahv. fokat, fogit, mhd. vogt, voget, foit, gebildet aus dem mtl. vocâtus (mit Aussprache des v f), gekürzt aus advocatus = RechlSbeistand, woraus sich dann die BedeutungVormund" entwickelte, sowie die vonScbutzherr", überhauptStatthalter, Gerichts- beamler, Aufseher."

b) Namen, die vom Berufe, dem Gewerbe und der Beschäftigung Herkommen.

Baffe rmann, von bazzen kleiben, b. h. dir Gefache der Gebäude mit Strohlehm auSfüllrn, mit Lehm bt» werfen und glatt streichen, tünchen. Bei dem Ueber*

Gefundene und verlorene GcizeiislHiidc re.

Gefunden: 1 schwarzseidener Damengürtel mit großer Schleife, 1 weißer Kinderpelz.

Verloren: 1 Herrenportemonnaie mit 65 Mark, 1 graue wollene Decke.

Hanau den 22. Dezember 1909.

politUcke Rundschau.

Ln"dtagseinberus«ng. Der Siaaisanzeiger ver­öffentlicht die von dem Staatsministerium gegengezeichnete königliche Verordnung, die den preußischen Landtag auf den 11. Zanunjr ein beruft.

Die Neuregelung der Beamten Tagegelder und Reis spes n in Preußen. Der Gesetzentwurf über die Neuregelung der Tagegelder- und Reisekosten­erstattung wird dem preußischen Abgeordnetenhaus« nach Er­öffnung der neuen Session vorgelegt werden. Die Grund­züge des Entwurfes sind bereits bekannt. Erstattet werden danach nur die tatsächlichen Auslagen, die Kilometersäye werden ermäßigt und nur für solche Wagenklassen gezahlt, die der Beamte auf der Reise benutzt hat. Bei vielreisenden Beamten werden Pauschalbeträge gewährt. Die Be­stimmungen über Benutzung der einzelnen Wagenklaffen durch bestimmte Beamtenkategorien werden geändert. Der Ent­wurf wird im preußischen Landtage kaum auf Widerstand stoßen.

Zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der Staalsarbelter wird dem preußischen Landtage bi« Ostern nächsten Jahres ein Entwurf über bit Bewilligung weiterer Staatsmittel zugehen. Ueber dje: Höhe bt; Murl stehen nähere Bestimmungen noch ans; bewilligt sind bisher zu diesen Zwecken 120 Millionen Mark.

Neber die Regelung des Wohuungsgeld« zuschusses der preußischen Beamten wird dem preußischen Landtage von der Regierung im Januar ein Gesetzentwurf unterbreitet werden. Bekanntlich hatte das Gesetz von 1909 nur provisorischen Charakter, weil bei der Verabschiedung dieser Gesetzes die Wohnungssätze für das Reich noch nicht fest standen. DaS neue Gesetz soll Ueber­einstimmung zwischen den Sätzen des Reichs und Preußen« schaffen, zum Teil werden für gewisse Städte die WohnungS- gelder der preußischen Beamten dadurch herabgesetzt werden.

Zur Verschmelzung der linksliberalen Parteien.

Der geschäftsführenve Ausschuß der Freisinnigen Vereinigung hat beschlossen, die Vorlagen des ViererauSschuffe« über die Einigung der freisinnigen Parteien dem demnächst einzuberufen- den Gesamtvorstand der Partei unverändert vorzulegen. Im Organisationsstatut sollen zwei Aenderungen vorgescblagrn werden, die sich banvilächlich auf Formulierung der Rechte

wiegen der Fachwerkbauten in früherer Zeit war die« ein . wichtiges und dazu uralte« Gewerbe. Doch gab eS im 10. Jahrh, auch schon einen Personennamen Pazaman = der bessere Mann, von ahd. baz besser.

Bauscher und B â u s ch r r, lautlich geschiedene, aber gleichbedeutende Namen, Bausch- oder Bäuschmann, der wohl einst für die klösterlichen und fürstlichen Zehntscheuern die Zehntbäusche (Gebunde) einsammelte. Bausch von mhd. büs = schwellende Fülle. An bansen", mndd. bösen = zechen, ist bei Deutung dieser Namen wodl nicht zu denken, ebensowenig an Bausch", mhd. büsch = Schlag, der Beulen gibt.

Becher, eigentlich Becherer = Verfert-grr hölzerner Trink- griäsie, der Becher (ahd. bechar) und der Gellen (gelliti). In manchen Städten, wie z. B. in Nord­hausen, gab eS sogar eine eigene Gilde der Becherer. Mit dem Aufkommen der metallenen und gläsernen Trinkgefäße verschwanden jedoch nach und nach diese HandiverkSleute. Doch kann Becher auch einfach den Mann aus dem Orte Bech und den Pecher, den Pech­oder Harzsammmler bedeuten.

Bindmann wohl der Mann, welcher dir Zehntgarben band.

Boecker, got. bökareis, ahd. puochâri, mhd. buochaere der Bücherabschreiber, Schreiber.

Dreßler, ahd. drâssil, mhd. drëhsel, draehsel der Drechsler.

E i n s ch ü tz der Eibenschütz, Bogenschutz, von ahd. iwa, mhd. twe = E be und auch Bogen aus Eibenbolz.

Fischer, ahd. fiskâri, mhd. vischaere der Fischfängrr.

Führer der Führer, Wegweiser, von ahd. fuoren, mhd. vüeren = führen, leiten.

Gärtner, ahd. gartinâri, mhd. gartenaere, später auch gertenaere Gärtner, b. i. einer, der den Garteu- bau tunfi* unb zunftmäßtg übt. 1

unb Pflichten der Mitglieder beziehen. Darüber fehlt bi« jetzt jede Erwähnung in dem vorliegenden Organisations­statut. Für die Sitzung des Gesamlvorstandrs sind der 8. und 9. Januar 1910 in Aussicht genommen.

Reffen und die Schiffahrtsabgaben. Wi« der Darmstädter Zeitung" mitgeteilt wird, war bit hessische Re­gierung von vornherein der Ansicht, daß der dem Bundes­rat vorgcleyte Entwurf eines Gesetzes über dir Erhebung von SchiffihrtSabgaben nicht annehmbar sei. Die von Preußen in Aussicht gestellte, unlängst veröffentlicht« Denkschrift hat die gegen den Entwurf bestehenden Bedenken nicht beseitigt, wohl aber sind sie durch bit später veröffentlichte sächsisch- 6ibifd)t Denkschrift verstärkt worden. Bei dieser Sachlage bat sich die hessische Regiening dahin schlüssig gemacht, dem Anträge Preußens auf Erlaß eines Gesetzt« über die Erhe­bung von SchiffahrtSabqabrn die Zustimmung zu versagen.

Ein regelrechter Jonrnalistenftreik wurde am Montag abend in der bayerischen Abgeordnetenkammer mit promptem Erfolge durchgrsührt. DaS HauS diskutierte noch den Militâretat und die einzelnen Redner, die über dir Kantinenlieferungen zum Fenster hinaussprachen, konnten sich von der Materie nicht trennen. Als daS Zentrum um *,48 Uhr den DertagungSantrag ablehnt«, drehten dir mit einer Dovpelsitzung geplagten Journalisten einfach die Lichter aus und verließen die Trübine. In Zeit von 5 Minuten war dann der DertagungSantrag angenommen.

Das österreichische Abgeordnetenhaus beendet« die erste. Leiung des Handelspolitischen Ermächtigungsgesetzes sowie die Doriag« über die DiehverwerlunaSzentral«, worauf dir beiden Vorlagen den Ausschüssen überwiesen wurden. Die Agrarier bekämpften die erstgenannt« Vorlage unter Hinweis auf die Schädigung der Landwirtschaft und Vieh­zucht, während die Vertreter der Industrie wärmstens für enge Handelsbeziehungen mit den Balkanstaaten eintraten, die auch im Interesse guter politischer Beziehungen gelegen seien. DaS HauS erledigte sodann eine Reihe klciiterer Vor­lagen sozialpolitischer Natur.

Ein großes Vermächtnis an den deutschen Schulverein in Oesterreich. Der in Korureubmg »er- storbkne Dr. Krammer vermachte dem deutschen Schulverein die Summe von 10 000 Kronen.

Die italienische Kammer nahm nach einer beifällig aufgenommenen Rede BeUoloS mit 181 Stimmen gegen 94 Stimmen den Gesetzentwurf betreffend bit Zentralisierung der maritimen Angelegenheiten im Marineministerium an, desgleichen mit 200 Stimmen gegen 75 Stimmen einen Gesetzentwurf betreffend die Beteiligung deS StaateS an den Ausstellungeu in Buenos AiroS und Wien. Alsdann wurde das HauS bis zum 10. Februar 1910 vertagt.

Hadermann = der Hafermann, wahrscheinlich der Auf­seher des klösterlichen und herrschaftlichen ZehnthaferS. Die FormHafer" ist erst nhd., ahd. habaro, mhd. haber, habere. Der Bauer sagt noch jetztHaber . Doch istHaber" auch der alte Name deS Ziegenbock«. Habermann wäre dann wohl als Ziegenbockhalter zu deuten.

Hal bsch midt der die Handhaben, Stiele x. der Wissen und Geräte anfertigte. DaS ahd. und mhd. halb bedeutet die Handhabe, den Stiel. Sin Schmied war früher nicht nur ein Metallarbeiter; den Ausdruck schmieden" gebrauchte man vielmehr von jeder kunst­gerechten Anfertigung eine« Dinge«. In Giesel bei Fulda, dem bekanntenDöppengiesel", kommt z. D. der Nam«Döppenschmied" und in Bayern sogar der NameWurstschmid" vor.

Häfner der Töpfer, ahd. hafanâri, mhd. havenaere, von hafan, haven = der Topf. Oberdeutsche« Wort mit der Wurzel hat = begreifen, fassen.

ISger der da« Wild jagt, ahd. jag&ri, jageri, mhd jagaere, jeger.

Kaufmann, ahd. choufman, mhd. koufman, von ahd. choufön, koufön, mhd. kouten Handel treiben, handeln, kaufe", verkaufen, einiauschen.

K i r s ch n e r der die Pelzkleidung macht, mhd. kürse- naere, von ahd. chnrsinna, mhd. kilrsen Pelz­kleid, Pelzrock.

Kleiber, mhd. kleibaere der Tüncher, von ahd. mhd. kleiben = festhesten, befestigen, machen, daß etwa« klebt, festsitzt.

Koch, ahd. choh, koch, mhd. koch der die Speisen bereitet.

Köhler = der Kohlenbrenner.

Äo »g = Ntbenform von Koch, wohl nb. Ursprung*. (Fortsetzung folgt)