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Erstes Glatt.

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Motationbdrnck und Verlag brr Buchdrucker» del» »eâ n, Llailenhause» in Hanan.

General-Anzeiger

Amtliches Orga» für Stadt- und Landkreis Sanaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die füHgespaltene Ottitjele aber been Raum Ä U» im ReNanmneil Ht Salt 46 Pf»

verantmor«. RedaNener •. «ch,,«„ t» Hana»

Mk. 287 ffernsprechanschlusr Nr. 605.

Lie belltlgeNvMn msM außer S.NnttthaltmMttr

16 Seiten.

Amtliches.

In das GenoffenschaftSresikster ist zu Nr. 7: Lonsitmvercin für Langenselbold und Umgegend, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht, in Langenselbold, eingetragen worden:

In der Generalversammlung vom 21. November 1909 ist an Sielle des aus dem Vorstande ausgesckiedenen Zimmermanns Anton Braun der Pflasterer Johannes Rink in den Vorstand gewählt worden.

Langenselbold am 26. November 1909.

Königliches Amtsgericht. 27687

Gefundene und verlorene Gklicnsttinde re.

Gefunden: 1 silberne Herrenuhrkette, 34 Pfg. bar, 1 Damenuhr mit Photographie, 1 Hand-Pritschen wagen mit Üner Leinwanddecke.

A n g e s ch w e m m t: 1 mit Segeltuch überzogenes Boot.

Verloren: 1 Teil einer Brückenwage, 1 kleines graueS Krokod'Ileder-Portrmonnaie mit ca. 1 Mk. (darunter ein neues 25 Pfennigstück) innen der Name Alexander von Kraatz-Ko'chlau.

Zugelaufen: 1 kleiner weißer Hund mit hellgelben Ohren m. Geschl.

Hanau den 8. Dezember 1909.

Politische Rundschau.

Die Botschaft des Präsidenten Taft.

Washington, 7. Dez. Die Botschaft deS Präsidenten Taft an den Kongreß ist kurz und in maßvollem Tone ge­halten. Die vorgeschlagenen Aenderungen an dem Antitrust- gesktz und an dem Geetz über den zwischenstaatlichen Handel, sowie die neuen Gesetzentwürfe für die Erhaltung der natio­nalen Hilfsquellen und die Verbesserung der Wasserstraßen und der Bewässerung werden für Sonderbotichaften vorbe­halten. Die Botschaft beginnt mit der Erklärung, daß die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu allen auswärtigen Regierungen fortdauernd auf der normalen Grundlage der Freundschaft und des guten Einverständnisses sich bewegen und allgemein befriedigend sich entwickeln, beschäftigt sich dann zunächst mit Europa und schildert an erster Stelle den Fort­schritt der diplomatischen Verhandlungen mit Großbritannien. Eine Fra^e von gröberer nationaler Bedeutung als die UUf-Jl.» ........." ' ......■J.L1LSJ"«»

etabttbcattr in Hanan.

= Hanau, 8. Dezbr.

Gestern wurde Shakespeares „Kaufmann von Venedig" mit Schildkraut als Shylock wiederholt. Nach der schon voransgegaugenen Besprechung seines Gast­spiels, da« auch diesmal wieder mit gewaltigem Beifall aus­genommen wurde, soll nun auch auf bie Leistungen unserer Schauspieler eingegangen werden. Da verdient zunächst die Porzia von Frl. Älide Ballin anerkennende Erwähnung. Ihr Spiel war gut durchdacht, formvollendet und voll Seele.- Die Jessika von Frl. Käthe Waldau hielt ihr da« Gleichgewicht. Die letzte wunderbare Siimmungsszene gewann durch sie eigentlich erst die rechte Weihe. Temperament­voll gab Frl. L. G r o ß die Nerissa, namentlich in ihrem Spiel mit Porzia gleich in einer der ersten Szenen. Herr Hellmuth als Prinz von Marokko spielte etwas über­trieben. Der „Prinz" hätte immerhin doch etwas mehr durchblicken müssen. Herr Walter Krug als Prinz von Arragon hielt dagegen trotz seines sanften Tons die vornehme Linie inne. Herr Heinz Meyer spielte zwei Rollen: die deS Dogen von Venedig und bie des Tubal. Diese „lag" ihm entschieden besser. Der Lanzelot des Herrn Maxi­milian H « ß war ein allerliebster Bursch, der viel Heiter­keit im Publikum hervorrief. Herr Maximilian H e r b st gab den Bassanio mit echtem Gefühl und mit wahrhaft vor­nehmer Geschmeidigkeit. Herr Oskar Feigel zeichnete den Antonio mit wenigen Strichen gut und charakteristisch. Dem Lorenzo beS Herrn Frischmann wäre etwas mehr Lebendigkeit zu wünschen; ber Graüano des Herrn Paul Liebert überschlug sich in seiner Sprache zu oft, war aber in seinem übrigen Auftreten sehr frisch und gewandt. Außer­dem spielten mit: Frl. Mimi Fuch «, die Herren Georg Desch«, Otto Schwarz und Alfred Beck.

$m WUb. Hellmuth hatte baS Stück befriedigend

Mittwoch den 8. Dczcmbcr

Fischereifragt sei dem Haager Schiedsgericht bisher nicht untei breitet worden. Da es den kanadischen Greuzkommis- sarrn nicht gelungen sei, innerhalb der vereinbarten Frist zu einer Verständigung zu gelangen, müsse auch in befem Fall« ein Schiedsspruch «ingebalt werden. Das Abkommen über die Beilegung der Differenzen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada einschließlich der Aufteilung von ge- wissen Grenzgewäffern sei von Großbritannien noch nicht ratificiert worden. Verhandlungen über eine internationale Konferenz für den Schutz der Pelzrobben sind mit Groß­britannien, Japan und Rußland im Gange und versprechen eine befriedigende Lösung. Die Deschlüste der Lon­doner SeekriegSrechtskonferenz bedeuten eine außer­ordentlich befriedigende Kodifikation des internationalen SeerecktS und es steht zu hoffen, daß ihr zweckmäßiger und loyaler Charakter ihre allgemeine Annahme sichert und eins der Hindernisse beseitigt, die bisher der Einführung eines internationalen SeebrisengerichtS im Wege standen. Die Haltung der Vereinigten Staaten gegenüber der Annexion des Kongostaates durch Belgien sei die wohlwollende Er­mutigung und gründe sich auf das zuversichtliche Vertrauen, daß das bedeutsame Werk die so sehnlich erwünschten Resul­tate zeitigen und die Forderungen der Menschlichkeit, in welchen die ganze Welt einig sei, befriedigen werde. Die Einladung Norwegens zur Teilnahme an einer internationalen Spitzbergen-Konferenz sei von den Vereinigten Staaten an­genommen, sie werden aber kein Abkommen unterzeichnen, das die europäischen Teilnehmer über die Einführung irgend einer R^t von Verwaltung auf den Inseln abschließen könnten. Schließlich wird bezüglich des europäischen Osten« bemerkt, daß die Bedingungen für einen größrren Anteil Amerikas an dem dortigen Handel infolge der Fori ich ritte des ver­fassungsmäßigen Regimes besser seien. Dann zum lateinischen Amerika übergehend, bemerkt der Präsident, die verânde"en Verhältnisse in den Vereinigten Staaten und der südlichen Republiken hätten die Besorgnisse, die zur Aufstellung der Monroedoktrin führten, annähernd verschwinden lassen. Aber weder diese Doktrin, noch irgend eine andere können eine unverantwortliche Regierung stützen, die sich ihren Ver­pflichtungen zu entheben suche, unter dem unehrlichen Vorwand von Herrschgelüsten der Vereinigten Staaten. Der interkoloniale überseeische Handel verspricht eine gewaltig« Entwicklung, entsprechend den fortwährend verbesserten Ein­richtungen, zu denen di« geplante große Bank für da« lotet- Nische Amerika gehöre. Nachdem die Botschaft die Besserung des Verhältnisses zu Venezuela, die Nebertragung der Ent­scheidung im Alsopstreit an König Eduard, und bie Freund­schaft mit Mexiko erwähnt hat, die bei der jüngsten Be­gegnung des Präsidenten in Elpaso zutage getreten sei, wendet sie sich dann gegen Nicaragua und seine augenblick­liche Regierung. Zwei Amerikaner seien auf eigenen Delebl

in Szene gesetzt, besonders was die Ensembleizenen betrifft. Nur sollte man uns ein deutsch- mittelalterliche« Städte- bild nicht als rin i t a l i e n i s ch e 8 aulzwingen wollen. Doch war die Vorstellung selbst im ganzen gut inszeniert, und da sieht man über die Dekoration schon einmal hinweg. Aber eS sollten doch bald einmal einige neue angeschafft werden — falls man sich nicht gerade für Shakespearrstücke für bie Shakespear-Bühne entscheiden möchte. Shakespeares poesievoller und tiefer Dichtungsweise entspricht diese Ideal-Bühne bei weitem besser als bie Jllunous- Bühne. K. Ed.

Kunst und sehen.

Der Dornenpfad zum Reichtume. Der Bemer „Bund" veröffentlicht einen vom 28. September datierten Brief eines Berners, der nach Deutsch-Südwestasrika gegangen ist, um Diamanten zu suchen, und so bitter enttäuscht ist, daß er schleunigst in die Heimat zurückkehren will: „Heute sind gerade vier Wochen, seit ich ein frisches Hemd gesehen — angezogen hat es aber ein anderer. Doch nicht'davon wollte ich Ihnen schreiben, sondern über die Diamanten­funde in Deutsch-Südwestasrika. Mein Schreibtisch ist ein leereS Petrolenmfaß mit Brett darüber, mein Sitz der harte Boden und der blaue Himmel das Zelt. Mein Mittagessen, bestehend aus Frankfurtern mit Sauerkraut, habe ich stehen lassen, da mehr Sand als Kraut und Würste in der Piann« war, denn bei dem leisesten Wind ist nicht einmal ein Koch, topf mit Deckel Schutz genug. Wie Süßwasser schmeckt, habe ich schon bald vergessen. Diamanten heißt Reichtum! Aber auf welchem Dornenpfad muß man zu ihnen wandern. Etwas über ein Jahr ist es her, seit ein polnisch-deutscher Arbeiter am Bahnbau Lüderitzbucht bei Station KolmanShop Diamanten gefunden und in naiver Unschuld seinem Vorge­setzten gezeigt hat. Der Vorgesetzte wurde Dlillionär, der Arbeiter blieb Arbeiter. Damals schon gabs hierzulande eine Krankheit, den „Tropenkoller"; seit den Diamantenfunden stellte sich noch eine Schlveftertrankheit ein: der »Diamant»

n«r»s>>r«cha»lchl«0 Nr. 605. 1909

deS Präsidkn'rn Zelaya hingerichtet worden unter der Be­schuldigung, reguläre Offiziere einer organisierten Streitkraft der Revolution gewesen zu sein, bie seit einigen Wochen im Gange sei und zurzeit etwa die Hälfte der Republik be­herrsch«. Die amerikanische Regierung werde mit Umsicht und Besonnenheit den w rllichen Sachverhalt feststellen und ihre Würde, ihre Pflicht gegen di« amerikanischen Interessen und bie Sache ber Zivilisation in Nicaragua unverrückt im Auge behalten. Mit Bezug auf den fernen Osten wieder­holt bie Botschaft, daß Amerika für bie Gleichberechtigung und gewissenhafte Anerkennung der Integrität Chinas ein» trete. Die hypothekarische Verpfändung der Linkinzölle au auswärtige Gläubiger fei bedenklich. Dir Beteiligung amen» konischer Banken an der chinesischen Eisrnbahnanlrihe erfolge unter Bedingungen, welch« bie Amerikaner hinsichtlich der Lieferung des EisenbahnmaterialS mit den anderen Nationen ziemlich gleichstelle und erscheine nach monatelang«» Verhandlung endlich gesichert. Zu Japan beständen freundschaftliche Bezie­hungen. Nach einer ausdrücklichen Versickerung mache Japan keinen Anspruch auf dieBergwerke in der Mandschurei, dermitdra» früheren amerikan.-chincsischen Vertrag unvereinbar sei. DieBot- schaff gibt dann einen Auszug au« dem Bericht des Schatz- sekretär« über da« Deficit und empfiehlt die weitere Aus­gabe von Panamakanal-Dond«. Der Sparerlaß bei Prâsi« benten habe den Erfolg gehabt, daß der Voranschlag für da« nächste Jahr um 55 Millionen Dollars niedriger sei, als der laufende. Auf die Betrügereien in der 9lero»9) ortet Zollverwaltung möge der Kongreß nicht ringrhen, solange bie Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei. Was den neuen Zolltarif anbeläng«, so hoffe und glaube der Präsi­dent, daß er nicht- za einem Zollkrieg führen werde und daß er bie ihm übertragene Vollmacht zur Anwendung des MaximaltarkfeS niemals werde anzuwenden brauchen, aber die Befugnis als solche werde den Präsidenten und das Staatsdepartement bei freundlichen Verhandlungen unter­stützen. Es sei zu hoffen, daß die Arbeit beS neuen Tarif- amtS von großem Nutzen sein werde. Wenn der Kongreß sich entschließen sollte, eine Neuänderung der Zölle vorzu- nehmen. Beim Krieg-departement empfiehlt der Präsident den Bau einer künstlichen Insel zur Errichtung eines FortS an der Mündung der Chesaspeake-Dai, um diese wichtigst« OperationSbasiS an der ganzen atlantischen Küste vor dem Einbruch einer feindlichen Flott« zu sichern. Weiter wird die Ernennung einer Kommiiston befürwortet zur Herbei­führ, mg eines gleichmäßigen Verfahren« bei dem Bundes­gericht unter gleichzeitiger Vereinfachung und Beschleunigung desselben, sowie die Schaffung eines Gesetzes, da« den Er­laß gerichtlicher Verfügungen bei Arbeitskonflikten verbietet. Sodann empfiehlt die Botschaft bie Errichtung von Postspar­kaffen, die Bewilligung von Schiffabrt-subsidim, die Aner- kennnnq der Territorien Neumeriko - und Arizona als

toller". Die ganze Bevölkerung ist damit behaftet, unb bie Seuche greift immer noch weiter um sich. Und b^ber war auch ich angesteckt; doch bin ich jetzt glücklich genesen. Un­widerruflich steht fest, daß Diamanten da sind und zwar in unzählbarer Menge. Die ersten Steine wurden, wie gesagt, bei Station KolmanShop in losem Sand« an der Ober­fläche gefunden, und im Handumdrehen war ein Gebiet von etwa 120 Kilometer Länge und von 8 bis 10 Kilometer Breite mit Schürstafeln bedeckt. Dies ganz« Gebiet gehört der Deutschen Kolonialgesellschaft, und jeder stetste seinen letzten Groschen in deren Tasche, um für 60 Mark einen Schürfjchein zu lösen und sein Glück durch Belegen eines Feldes zu versuchen. Er begann eine Wanderung südlich von Lüderitzbucht, die dem Autzrrg der Juden au« Aegypten gleichsah. Viele hatten Glück, viele auch nicht. Unter den letzteren ist auch Schreiber dieser Zeilen. DaS ganze Küsten­gebiet südlich von Lüderitzbucht bis an den Orangefluß wurde durchstöbert, und wo nie einer Menschen Fuß getreten, warS plötzlich lebend im alten Babylon. Jeder ertrug Strapazen, Hunger und Durft mit Gleichmut. Der Gedanke, reich zu werden, ließ alle alles vergessen. Mehrere wurden auch reich; mehrer« aber auch nicht „ganz gescheit". So z. B. weiß ich einen höheren Beamten, der auf Weihnachten 1906 sich 24 Frackanzüge bestellte I Er war eben zu geschwind reich ge­worden, und das unverdiente Glück hatte ihm sein bißchen Verstand geraubt. Er wird vielleicht den einen oder anderen meiner Landsleute interessieren, wi« hierzulande Diamanten gesucht werden. Auf Grund des Schürfscheine« sichert man sich ein Viereck von 200 bis 400 Meter, das nach Belieben abgesteckt werden kann. Innerhalb dieses Viereck- darf dann geschürft werden, und daS geschieht auf folgende Weise. Man legt sich auf den Bauch in den Sand und sucht, wobei dem Kundigen der Diamant leicht ins Auge fällt. Hat man den ersten gesunden, so wird mit dem Waschen begonnen. Dazu gebraucht man eine Wanne. Der Sand wird dann auf 20 Zentimeter tiefe durch feine Siebe gesiebt und her PieS in einem Sieb mit einet schüttelnden und ro­tierenden Bewegung unter Wasser gewaschen. Durch diese Be­wegung fällt der Diamant, wenn ein solcher im flies ist auf ben Beben bei Siebes, unb bis rotierende B^n^nna *-»«->»