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Erstes Blatt.

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G-tatlonSdruck und Verlag der Buchdrucker« oH »e»ei«. o. «ailenhause» in Hanau.

Grntral-Anzeiger

ANtlichts Orga« für Stadt- nn) Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Vie 'Lnfgespaaene Vetitzeile oder der« Ran« Ä A»» du »ekamentchl die Zeit« to U»

«eranlmartt. »tbaftew:. «chracker t» HannN,

Str. 286

Zyernfpr-chanschlnfr Nr. 605

Dienstag den 7. Dezember

Te»«sprechanschlub Nr. 605.

1909

Ae billigt Nllmn mstbt ai6tt ß.Mch«Iti«Mttt

14 Seiten.

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Amtliches

Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.

Der Entwurf zu dem Haushaltsplan der städtischen Sparkasse für daS Rechnungsjahr 1910 liegt vom 8. Dezember d. I. an 8 Tage lang im Rathaus, Zimmer Nr. 11, zur Einstchl der Gemeindeangehörigen offen.

Hanau den 1. Dezember 1909.

Der Oberbürgermeister.

vr. GebeschuS. 27575

Schnlnachrichten.

Obcrrcalschillc zu Hanan.

Anmeldungen zur Vorschule und zur Oberrealschule für das Schuljahr 1910 nimmt der Unterzeichnete von Montag den 13. bis Samstag den 18. Dezember vormittags von 11 bis 12 Uhr, im Schulgebäude, Grimmstraße 25, entgegen.

Hanau den 6. Dezember 1909.

Der Direktor der Oberrealschule.

vr. F. Schmidt. 27623

Städtische hShcre Mädchenschule.

Anmeldungen für das Schuljahr 1910 werden von Montag des 13. bis Samstag den 18. Dezember, vormittags von 11 bis 12 Uhr, im Schulgebäude, Slemheimerstraße 37, emgegengeuommen.

Hanau den 6. Dezember 1909.

Der Direktor.

Bungen st ab. 27625

Bei den Anmeldungen sind die Geburtsurkunde oder das Familien-Stammbuch und der Impfschein vorzulegen.

Zu Ostern n. I. werden diejenigen Kinder schulpflichtig, welche bis zum 1. April 1910 da« 6. Lebensjahr zurück- gelegt haben. Doch finden auch diejenigen Kinder Aufnahme, welche bis zum 30. September n. Js. 6 Jahre alt werden, sofern sie in körperlicher und geistiger Beziehung zum Schul­besuche reif erscheinen.

Schnlnachricht.

Die Anmeldung der am 1. April n. Js. schul­pflichtig werdenden Kinder findet in der Zeit vom 13. bis 18. Dezember d. Js., vormittags von 11 bis 12 Nhr, statt.

Dabei find die Geburtsurkunde (das Familien-Stamm­buch) und der Impfschein vorzulegen.

Die Anmeldungen derjenigen K nder, welche die Mittel­schule betuchen sollen, werden im Gebäude der Eberhard- schule entgegengenommen. Knaben sind bei Herrn Rektor Bartmuß, Mädchen bei Herrn Rektor I ck l e r anzu- melden.

Die Anmeldungen für die Volksschule erfolgen:

1. für alle Knaben, deren Eltern in der Altstadt und nördlich der Linie Kanaltor, Kanalplatz, Neustädter Markt, Nürnbergerstraße, Gartenstraße ihre Wohnung haben, in der Drzirksschule I bei Herrn Rektor Dieterich, JohanniSkirck platz 1b;

2. für alle Mädchen, deren Estern in der Altstadt und nördlich der unter 1 angegebenen Linie wohnen, in der Bezirksschule II bei Herrn Rektor Umbach, Johannis- kirckplatz 1 a;

8. für alle Knaben und Mädchen, deren Eltern südlich der angegebenen Linie ihre Wohnung haben, in der BezirkSschule III bei Herrn Rektor Dienemann, Bebraer Bahnhofstraße 9;

4. für alle Knaben und Mädchen, deren Eltern im Bezirk Kesielstadt wohnen, in der BesirkSjchule IV bei Herrn Nekior Jung, Hauptstraße 7.

Schulpflichtig werden alle Kinder, die bis zum 31. März 1910 das 6. Lebensjahr vollenden. ES werden jedoch nach Möglichkeit auch diejenigen Kinder ausgenommen, die bis gum 30. September 1910 das 6. Lebensjahr zurücklegen, vorausgesetzt, däß sie zum Schulbesuch in körperlicher und geistiger Beziehung reif befunden werden. Die Schulpflicht dauert acht Jahr«.

Wenn schulp^ichtig gewordene Kinder geistig und körper­lich zurückgeblieben sind, so haben die Eltern oder Pfleger dieselben unter Vorlegung der ärztlichen Bescheinigung dennoch anzu'nciden, damit zum Nachwei» der erfüllten Schulpflicht das Erforderliche gewahrt wird.

Kleinkinderschulen dürfen Kinder nicht über daS ange- gebe it Lebensalter hinaus in Pflege behalten.

Die Unterlassung der rechtzeitigen Einschulung schul­pflichtiger Kinder unterliegt den gesetzlichen Strafbestimmungen.

Hanau den 6. Dezember 1909.

Der Stadlschulinspektor.

Hahne. 27627

Gefundene und verlorene Geoenstände ic.

Gefunden: 1 schwarzer Knabenpelz, 1 Päckchen mit Besatzieilen für Kleider, 1 Kontobuch (auf der inneren Seit« die Namen Ruth u. KneuSl, 2 Mk. bar.

Verloren: 1 gehäkeltes grünes GeldbörSchen mit etwa 8-4 Mk., 1 schwarze- Damenportemonnai« mit 2,75 Mk.

Hanau den 7. Dezember 1909.

Politische Rundschau«

Die Haltung der konservativen Partei. Die Kreuzzeitung" schreibt:In der konservativen Fraktion herrscht eine Einheitlichkeit und eine Einmütigkeit, wie kaum je zuvor. Dor allem besteht darüber Uebereinstimmung, daß eine Rückkehr zum Block für dir Konservativen nach dem Verhalten der Liberalen und NationaUlberalen und den Be- âWZlMlM von dieser S^ite unmöglich ist/ Die Klärung ist also wirklich da, «er einstige Block ist tot. Und das Blatt schreibt weiter:So viel steht schon heute fest, daß die Liberalen bei den nächsten Wahlen nicht mehr, wie bis­her, auf die selbstlose Unterstützung der Konservativen stch verlaffen können/

Die Tagesordnung des konservativen Partei­tages. Die am Sonntag zur Ausgabe gelangendeÄons. Korresp/ teilt die Tagesordnung des großen konservativen Parteitage« am 11. Dezember in Berlin mit. Die Tages­ordnung besteht aus Referaten über die Haltung der kon­servativen Fraktion in der Frage der Reichsfinanzreform, erstattet von den Abaeordneten Dietrich und Graf Westarp; weiter wird ein Vortrag deS Dresdener Oberbürger­meisters Beutler zu hören sein überPolitische Parteien und Wirtschaftliche Vereinigung"; ferner ein Referat deS Abg. Graf v. Schwerin-Löwitz über die wirtschaftlichen Aufgaben der konservativen Partei und ein Referat des Abg. Malkewitz über Mittelstand und politische Parteien. Eine Tagesordnung also, die reichlichen Stoff zur politischen Aus­sprache bietet.

WaS der sozialdemokratische Vizepräsident in Meiningen tnn darf, wird jetzt vomVorwärts" folgendermaßen präzisiert:Wie wir aus demThüringer Dolkslrennd", dem Organ der Sonneberger Genoffen, er­sehen, ist Genosse Wehder im Meininger Landtag zum Vize­präsidenten gewählt worden, nachdem er erklärt hatte, daß er bereit sei, sich mit den beiden anderen Präsidenten dem Landesherrn und dem Erbprinzen vorstellen und auf Wunsch der letzteren zu Besprechungen in Landesangelegenheiten er« scheinen wird. Wenn der Herzog von Meiningen den Wunsch ausdrückt, sich von dem Präsidium des Landtags über politische Fragen unterrichten zu lassen, so wird niemand in der Sozialdemokratie etwa« dagegen haben, wenn der sozial» demokratische Vizepräsident sich an solch politischer Besprechung mit dem Staatsoberhaupt beteiligt. Anders steht es aber mit der Verpflichtung, sich dem Herzog und dem Erbprinzen vorzustcllkn. Das ist unseres Erachten» ein Hofgang, der mit den Ausgaben des Landesparlaments nichts zu tun hat, und die Beteiligung daran verträgt sich nicht mit den revnblikanischen Grundsätzen der Sozialdemokratie. Die Meininger Genoffen hätten sich bei der Ablehnung der Ver- pflichlung zur Vorstellung auf das Beispiel Badens berufen können, wo man es dahin gebracht hat, daß der Grolherzog auf den Besuch deS Landtagspräsidiums überhaupt verzichtete und sich mit einer schriftlichen Mitteilung über die Koiisti- tuierung des Landtag« begnügte/ Ganz recht scheint eS also demVorwärts" doch nicht zu sein, daß der Genosse Wehder überhaupt mit einem regierenden Herrn in Be­rührung kommt. Vorläufig steht übrigens der Verzicht in Baden noch gar nicht fest.

Gin Braunkohltnshndtkat ist in Halle gegründet worden. DaS Mitteldeutsche Braunkohleniyndikat und der Berkautsrerein sächsischer Brauukohlenwerke haben sich zu- sammengrichlossen. Die neue Vereinigung soll hauptsächlich ein Kampschndikat gegen PreiSvcrderber sein.

Abkommen. Das Reutersche Bureau erfährt von gut unterrichteter Seite, daß die Nachricht von einem geheimen britisch-deutschen Kongo-Abkommen in London lebhafte» Er­staunen hervorgerufen habe. Ein neue» Abkommen, bat den erwähnten Gerüchten al» Grundlage bienen könnt«, besteht nicht, wie schon einmal festgestellt wurde. Ein eng­lisch-deutsche» Abkommen, da» im letzten Mai geschloffen wurde, betrifft die lokale Grenzfrage zwischen Deutschland und England in der Gegend, wo bie britisch« und deutsch« Grenze mit der bei Kongostaate» zusammenstößt. Da» Ab­kommen schließt nach keiner Seit« hin eine beträchtliche Ge­bietsabtretung in sich und enthält weiter nicht», al» «in« Grenzberichtigung, die sich auf die Arbeiten von den Grenz­kommissionen stützt und rein geographisch«» Interest« hat. Soweit dieses Abkommen bie Grenze deS Kongostaate» berührt, wird es Gegenstand gemeinschaftlicher Verhandlung«« der drei beteiligten Mächte sein, die in Brüstel stattfindrv werden. Dai über hinau» steht das britisch-deutsche Abkomme« nicht im entferntesten zu der Frage einer Reform de« Kongo­staate» in Beziehung und hat auch zu ihr niemals in Be­ziehung gestanden.

Frankreichs aviatischs Kriegsrüstung. Di« letzten deutschen Luftschiff-Manöver in Köln haben die Auf­merksamkeit der Franzosen in hohem Grade erregt und die besonder» dafür interessierten Kreise zum Ausdruck ihrer Be- sorgnist« über ein Zurückbleiben Frankreich» aus diesem Ge­biete an die französische Regierung veranlaßt. Der Temps veröffentlicht nämlich den Wortlaut eines Bnefe», den der Präsident der Luftschiffgruppe bei Senat» D'Estournrlle« d« Constant an den Kriegsminister richtete, um ihn auf die ge­ringen Fortschritte der Luftschiffahrt in Frankreich hinzulenken und ihn davon zu verständigen, daß er im Namen der Gruppe im Senat eine bezügliche Anfrage an ihn stellen werde. Di» Regierung habe sich zögernd und selbst ablehnend verhalten. Der Kriegsminister insbesondere habe keine Kredite gefordert, kein KonstniktionSprogramm vorgeschlagen, keine Subventionen, keinen Ankauf von LenkballonS und Arroplanen, kein Pro­gramm brr vorherigen Ausrüstungen. Endlich habe er ei Unterlasten, unter den vielen in der Armer zu wählenden Freiwilligen daS zahlreiche Personal zu rekrutieren und aus- zubilden, daS unerläßlich wäre, um die neue Flott« in Bt- wegung zu setzen. Der TempS fügt diesem Schreiben einige Erklärungen an, die nach einem Gewährsmann den Ein­druck wirdergeben sollen, den der Kriegsminister von den Briefen deS Senators D'Estournrlle» gewonnen habe.- Diese« Erklärungen zufolge wird im Kriegsministerium bie unzu­längliche Ausrüstung Frankreichs mit LenkballonS im Hinblick auf die rasche Entwickelung der Aviatik für weniger wichtig gehalten. Sobald sich aber diese neue Waffe in dem Meeting von ReimS betätigt habe, habe man Kredite vorgesehen, nicht nur für 1910, sondern noch für 1909, um au» den Er­rungenschaften augenblicklich Nutzen ziehen zu können. Der heutige Matin bestätigt, daß daS Kriegsministerium bie militärische Av atik nachdrücklichst fördern und zu diesem Zwecke ein Versuchslaboratorium am Meere, zwischen Mar­seille und Nizza, eine KonstruktionSwerkstätte zu Verdun und eine Pilotenschule für Offiziere zu schaffen gedenke. General Brun sei der Meinung, daß wenn hinsichtlich der Son- strukiion von LenkballonS ernstlich« Anstrengungen erforder­lich würden, man diese von den Arroplanen nicht trennen dürfe. Dir Zahl der deutschen LenkballonS flöße dem Kriegs­minister keine Besorgnis ein. Der Lenkballondienst mürbe der Artillerie übertragen werden. Der aviatische Kriegs­apparat solle ein Schraubenflieger sein, immerhin könnten bie Drachenflieger außerhalb deS Schlachtselde» durch die Nach- richienübermittelung und den raschrn Transport sehr gute Dienste leisten.

Die Pforte unternahm Schritte bei der persischen Re­gierung wegen deS drohenden Zusammenstoßes türkischer Truppen mit persischen Irregulären in ber strittigen türkisch- persischen Grenzzone.

Der Handelsvertrag mit Volivia. Der Handels­vertrag zwischen ^ru'schland und Bolivia ist dem Reichstage zugegaugtn. Er ist ein MeistdegünstlqungSvertrag mit eini« gen Kautelen und ähnelt den übrigen Verträgen, bie mit süd­amerikanischen Staaten abgeschlossen sind. Er sichert in Bezug auf bie Ausübung be« Handel« und bie damit verbundenen Steuern und Auflagen den beiderseitigen Staatsangehörig. keilen die Rechtsstellung der Einheimischen zu. Die Ab­machungen über den Schutz der Person, den Erwerb von Eigentum und die Ausübung von Industrien, über Zölle, Einfuhr- und Ausfuhrverbote und -Beschränkungen ent­sprechen dem Grundsatz der Meistbegünstigung, wobei B«- günstigungen, welche einer der beiden vertragschließenden Teilt unmittelbar angrenzende!, Staaten in Bezug auf Zoll- förmlichkeiten zur Erleichterung bei Gr«nzv«rkehr- gewährt