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BiirMnegSgeblfr t

HetettonÄbnuf und Kerlaq der Buchdruckerei de» »«ei». «. Wagenhauser in Hana«.

, General-Anzeiger

AMiliihts Organ für Lladt- nn) fanbkrtis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Sie filufgespaltr« Pelitzeile ober deren Nam» Ä Utz» im Nektameateu Die Zeit« 45 Pf^

SetMimot«, Redakteur: «. Schrecke, ta «Mk

Nr. 285 Zyernsprechanschlust Nr. 605. Montag dtN 6. DtZtUlbtr Aerusprechattschlutz Nr. 605. 19 0 9

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Amtliches.

Stadtkreis Fjanau.

In letzter Zeit sieben bäufiq Anträge auf Ausnahme- bewilligungen von den Vorschriften der Gewerbeordnung über die Sonntagsruhe obne Unterlagen zum Nachweise der Dring­lichkeit der Sonntagsarbeit und derart verspätet ein, daß eine rechtzeitige Erledigung der Anträge in Frage gestellt ist.

Ich mache daher die Arbeitgeber in ibr->m eigensten In­teresse darauf aufmerksam, baS die Anträge s> â testens im Lan^e des Donnerstnstes, wenn für den nachfolgenden Sonntag die Genehmigung nachgesucht wird, hier unter Bei­fügung der notwendigen Nachweise ein'ureichen sind, ba andernfalls eine rechtzeitige Erteilung der Genehmigung nicht erfolgen kann.

Hanau den 4. Dezember 1909.

Der Königliche Polini-Direktor.

? 14790 J. A.: Dr. v. Waldow, Neg.-Assessor.

Bekttnntmttchttnft.

Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß sich die Invalidenkarten-Ausgabestelle im Zimmer 4, vorletzte- Zimmer links im Erdgeschoß, der Polizei-Direktion befindet.

Ferner gebe ich bekannt, daß die GeschäftSstunden für das Publikum auf 10 bis 12 Ubr vorm. und auf 3 bis 6 Uhr nachm. festgesetzt worden sind.

An den Samstagen,, wo die Bureaus nachm. geschlossen bleiben, findet die Abfertigung deS Publikum- von 10 Uhr HB :W»^ âUv- nackm. statt.

Hanau den 30 November 1909.

Königliche Polizei-Direktion.

P 14680 Frhr. L au r.

SâmtliSe .^ochwasserschfckber der Hon«entwäffe- rungsanlagen sind des hohen Wasserstandes deS Mains und der Kinzig wegen von den Hausbesitzern auf Dichtigkeit zu prüfen und verschlossen zu halten.

Hochwassernachrichteu werden am Rathause angeschlagen. Der Magistrat. 27517

Stadt- und Landkreis Hanau.

Bekanntmachnnft.

Freiwillige für das 18. Armeekorps.

Vom 4. Januar 1910 ab können sich diejenigen jungen Leute, welche im Jahre 1910 bei einem Truppenteil des 18. Armeekorps als einjährig oder mehrjährig Freiwillige r.ll«..l.ll.l -II , , • I,—■■■■■ .11. ...... ■'■■

Stadttbeater in Hanau.

Freitag, 3. Oktober 1909;

„Der Kaufmann von Venedig* von W. Shakespeare.

Am Freitag gab Rudolf Schildkraut vom Deutschen Theater in Berlin sein Gastspiel als Shylock.

Goethe hat unter seinen Epigrammen ein Sonett:

„Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen,

Und haben sich, eh. man e» denkt, gefunden.*

Diese Worte, finden in dem Spiel des Meisters die Be­stätigung ihrer Wahrheit. Denn: was da bald klagend, bald knirschend, bald mitleiderregend, bald in seiner gräß­lichen Dämonie in der Seele dieseS Shylock auf- und ab­wogte und Wiederspiegelung fand in Geste und Stimme — wer möchte sagen i es wäre nur Kunst, und wer möchte behaupten: es wäre ganz Natur gewesen? Es war die innigste Verschmelzung beider, die Grenzen ihrer Gebiete gingen ineinander über, „man sieht nicht Anfang mehr und Schluß im Kreise — und diese- ist der Gipfel der Gestaltung* (Hebbel).

Auf die'em Gipfel stehen wir dem Höchsten nahe, dem schauenden Erlebnis, daß alles schließlich „eins* ist; jeder „Weedekampf ist übe, wunden*, wir erkennen angesichts solcher Kunst, wie trotz der tausendfachen Zersplitterung im Grunde doch alle Trennung aufgehoben ist; wir stehen inmitten der fortwährend sich kreuzenden Erscheinungen auf dem „ewig- ruhenden Pol*. . .

Goethe gibt uns in dem gleichen Sonett das Geheimnis solcher Kunst an: „Geist und Fleiß.* Und wahrlich, in dem Spiel Schildkrauts merkt man, daß Jahre ange­strengtesten Studiums dahinter liegen — und daß er rin solches Darstellungsvel mögen trotzdem nicht erreicht hätte, wenn er nickt das mitgebracht hätte, was Goethe hier unter „Geist* versteht, die geniale Anlage. . .

eintreten wollen, jeden Dienstag bis 10 Uhr vormittags unter Vorlage der vorgeschriebenen Paviere in den Kasernen der betreffenden Truppenteile zur ärztlichen Untersuchung melden.

Hanau bett 1. Dezember 1909.

Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.

I. A.: Dr. v. Waldow, Reg.-Assessor.

Gefundene und »crlorciie Gegenstände re.

Gefunden:' 1 kleines Portemonnaie mit 1,53 Mk., 1 Handtäschchen mit 3,55 Mk. und 1 weißen Taschentuch, 1 Mülleimer, 1 kleines Portemonnaie mit 8 Pfg., 1 altes Portemonnaie mit 17 Mk., 1 gestreiftes wollene- Tuch.

Verloren: 1 dunkelgrünes Portemonnaie mit etwa- über 7 Mk. (in der Frankfurterstraße), 1 goldene- Hal-- fett eben mit Schieber mit 2 weißen Perlen, 1 Portemonnaie mit 15 Mk., einigen Pfg. und Konsummarken (in der Mühl» st raße), 1 goldene Damennhr, 1 brauner Damengummigürtel mit schwarzer Schnalle, 1 Damenuhr mit Photographie.

Hanau den 6. Dezember 1909.

Politische Rundschau*

Verstorben. Herzog Georg von Mecklenburg-Strelitz ist in Petersburg in der vorigen Nacht gestorben.

Marokko. Nach Bläitermeldungen soll die Rückkehr von 4000 Reservisten aus Melilla nach der Heimat befohlen worden sein. „Epoea* meldet, daß die Regierung einer Minengesellschaft de- Rifs die Bitte um Wiederaufnahme de- Bergwergsbetriebs abgeschlagen und ihr nur gestattet habe, den Bau der Mineneijeubahn im Gebiet dex Beni Fru fort« zuführen.

_ Die chinesische Regierung übermittelte den aus­wärtigen Gesandischaften ein Rundschreiben, in dem sie gegen die neuerliche Mitteilung Rußlands bezüglich der Reckte der Städte in den russischen Eisenbahnzonen der Mandschurei protestiert und erklärt, das Vorgehen Rußlands sei eine Ver­letzung des Vertrages von Portsmouth und des russisch- chiuesischen Uebereinkommens von Charbin vom 10. Mai, welches die Zustände der betreffenden Behörden in den Eisen- bahnzonen festsetzt.

Veterinär-Offizier-Korps. Im Anschluß an unseren in Nummer 284 gebrachten Artikel über die GehaltS- Verhältnisse des am 1. April 1910 zu errichtenden Veterinär- Oifizier-KorpS bringen wir noch nachstehende, . im neuen Militäretat aufgenommene Erläuterungen: 1. Den in daS Veterinär-Offizier-Korps übergeführten Beamten wird der Mehrbetrag des bisher bezogenen Gehaltes und WvhnungS- geld-Zuschiisses bis zum Aufrücken in ein höheres Dienstein­kommen über den Etat gewährt. 2. AuS offenen Veterinär- Offizier st eilen dürfen Veterinär-Beamte besoldet

Nur auf einzelne Stellen de« märchenhaften Lustspiels, die Schildkrauts Kunst in markantester Weise zur Auswirkung brachte, will ich Hinweisen. Zunächst auf den leidenschaft­lichen, wortlosen Wutausbruch bei der Entdeckung von Jessika- Flucht; wer da nicht mitgezittert hat, hatte kein Herz im Leib. Sodann die Stelle, wo er für seinen persön- ltcken Haß gegen Antonio einen Unterschlupf in seinem semitischen Bewußtsein sucht. (Dritter Akt, erste Szene). Hier insbesondere zeigte sich seine tiefe, verständnisvolle Auffassung von der Bedeutung seiner Rolle. Denn er spielte hier — im Gegensatz zu Mitierwurzer und Possart — nicht als tragischer Held oder als mißhandelter Vertreter seiner Rasse, also in einer Weile, dir seit Bogumil Dawiton dem ganzen Wesen und der Absicht Shakespeares zuwider immer wieder vorgekehrt wird — sondern als Dâmon, Teufel, kurz als das Prinzip des Bösen, das Shakespeare öfters — ich erinnere nur an Iago — vor die Augen seiner Zuhörer hinstellt. Auch in der ersten Szene des vierten Auszugs „Ich legt' Eurer Hoheit meine Absicht vor: bei unserm heiligen Sabbat schwor ichs usw." brachte er dieselbe Auffassung.

Und nun die Szene, die den ganzen Bankerott seines teuflischen Ansinnens offensichtlich dartut: die Gerichtsszcne! da kann man auf das einzelne gar nickt eingehen, so springend, sich über chlagend von einer GefühlSstimmnng in die andere, war da sein Spiel! Man stand hier vor einem psychologischen Rätsel. Und zuletzt: der Zusammen­bruch. . .

Man erspare eS dem Rezensenten, jetzt auf die Leistungen unserer Schauspieler und Schauspielerinnen rmzugehen. Es soll das bei der zweiten Aufführung nachgebolt werden.

Herrn Direkior Steffi er muß zum Schluß Dank ausgesprochen werden, daß er uns mit einer Persönlichkeit wie Schildkraut bekannt machte, nachdem er uns am Abend zuvor die Münchener Scharfrichter und neulich erst Adele Sandrock als Medea hören ließ. —

werden. Sie beziehen die im Besoldungsgesetz« für sie vor­gesehenen Gebührnisse — den Mehrbetrag über den Etat.

Hus aller Hielt*

Strastenkampf mit Terroristen InTiftl». SamSrag abend gaben drei Terroristen auf offener Straße in Tiflis aus Mausergewehren mehrere Schüsse auf Passanten ab. Von Schutzlettten in eine Sackgasse getrieben, wurden sie schließlich nach zweistündiger Verteidigung tödlich verwundet. Sterbend gestanden sie, in Jelissawetpol verschiedene Mord« an Amtspersonen verübt zu haben.

Die Erpressnngsaffärck in Kempten. Die Staats­anwaltschaft in Kempten veröffentlicht die Facsimile beS Briefes, der dem Fabrikdirektor Düwel und Frau mit der Aufforderung zitgestellt wurde, tausend Mark sofort an einem Pfeiler der Illerbrücke zu hinterlegen, andernfalls di« Kind«r deS Direktors deS Allgenlichtes beraubt würden. Der Brief ist unterzeichnet: „DaS Komitee, Sitz in Berlin. Die schwarz« Hand. F. P. T. Drei geheime Mitglieder als beauftragte Vollstrecker F. P. T.* Daneben ist ein Totenschädel mit Totenbeinen gekritzelt. Der Staatsanwalt hat 500 Mark Belohnung auf Ergreifung deS Täters ausgesetzt.

Eine RicksckNckrbschaft aus Petersburg wird gemeldet r AIS der Feldmarschall Muenich starb, hinterließ er zehn Millionen Rubel, die auf der Englischen Bank deponiert waren. Diese Summe ist inzwischen zu einem Kapital von 100000 Millionen angewachsen. Jetzt meldeten sich in Odessa die beiden Bauern Carl und Johann Muenich, die durch Dokumente ihre Abstammung von dem Feldmarschall nachwiesen und auch ein Porträt deS Verstorbenen besitz»:, dessen Riesenerbschaft sie antreten wollen.

Grosse- Aufsehen. In Groningen erregt die Verhal­tung des vor einigen Tagen als Mitglied deS Provinzial- landtageS zurückgetretenen und fallierten H. Dreiers jun. großes Aufsehen. Die Passiva in diesem Konkurs erreichen nach einer vorläufigen Schätzung des Konkursverwalters 1200 000 M. Die Verhaftung erfolgte, weil sich heraus­stellte, daß Dieters als Mitglied deS Äufsichtsrats der Aktien­gesellschaft „ReerlandS Grondbezit* groß« Summen unter schlagen hatte. Dieters erfreute sich bis vor kurzem des größten Ansehens und Vertrauens und war auch Mitglied des ProvinzialauSschusseS. Er soll durch mißlungene Börsen­spekulationen zu seinen Veruntreuungen verleitet worden sein. Der Verhaftete hat seine Laufbahn als Straßenbahn- schaffuer angekangen.

Unter dem Berdacht der Unterschlagung von Grb« schaftsgckldern ist in Hamburg der 70jährige Rechtsanwalt Dr. Theodor Behn verhaftet worden. Jetzt wurde er erhängt in seiner Zelle vorgefunden. Die Höhe der unterschlagenen Summe konnte noch nicht festgestellt werden.

Pestverdacht. AuS Rotterdam meldet der Draht: Die englische Bark „Lodore* ist, von den Piscadares kommend, bei der Einfahrt in dem hiesigen Hafen unter Quarantäne gestellt worden, da zwei Mann der Besatzung, die vermutlich an. der Pest erkrankt waren, auf der Reise gestorben sind.

Ein Mann wie Schildkraut spielt al- Gast nicht an jeder Provinzbühne. ... K. Ed.

Sinfonic-Konzttt.

Herr Königl. Obermufikmeister Urbach hat zu dem am Donnerstag den 9. d. MtS. flalifindenden Konzert ein kunst­volle- Programm zusammengestellt, auf da- wir Jntereffentev noch kurz Hinweisen wollen.

Einleitend spielt die Kapelle die wundervolle Ouvertüre zur Oper „Tannhäuser* von R. Wagner, in der die Idee deS Dramas eine prächtige Versinnbildlichung findet. Im weiteren Verlauf deS Konzertes wird der Zuhörer mit der unvollendeten Sinfonie in H-moll von Schubert, dir neben der großen 6-äur-Sinfonie ein gern gehörte- und beliebtes Orchesterstück ist, bekannt gemacht werden. Dieses unver­gleichlich schöne Werk wird von manchen Kritikern noch höher geschätzt als die C-dur-Sinfonie, weil eS, bloß 2 Sätz« enthaltend, packender und knapper gefaßt und an roman­tischer Schönheit und zauberischem Klange jener nichts nach­gibt. In unsterblichen Tönen entfallet Fr. Schubert in der H-moll«Suifonie einen Triumph des Wohllaute- und eine Meisterschaft in der Behandlung der Instrumente, wodurch der Hörer aufs neue entzückt wird. Außerdem enthält daS Programm zwei Nummern für Streichorchester und die groß­artige und packende Napiodie Nr. 6 von Fr. Liszt.

Herr Hofopernsänger Gustav D r a m s ch wird zu« Vortrag bringen: 1. Prolog auS „Bajazzo* von R. Leon» cavallo, Wolframs Lieder a. d. Op. „Tannhäuser* von R. Wagner: ») Blick ich umher, b) O du mein holder Abendsiern. 2. Vatentins Gebet a. d. Op. „Margarethe* von Chr. Gounod und Rezitativ und Ari« a. d. Op. „Undine* „An des Rheines grünen N'ern* von A. Lortzing. Die einzelnen Gesänge, die zum Teil dem Publikum bekannt find, sind anerkanntermaßen von so bestrickendem Reize, daß fi« auf den Hörer fiel- den tiefsten Eindruck nicht »«rfehlep.