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fSetßttonSbm^f und Bering bet Buchdruckern Oti »ereilt, e», Waisenhauses in Hanan.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stabb nab Landkreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Die fflnfgefwdtew Betitiele ober beten Uten Ä Wg, im ^^“v*"^ Ne Aale fi MA, «rrantivorL. Redakteur: e. B#t<<et in Han»
Nr. 282
Mernfprechanschlust Nr. 605
Donnerstag den 2. Dezember
Aerttsprechanschlutz Nr. 605. 1909
WB
Amtliches.
Bekanntmachnng.
Auf Grund des ordnungsmäßig festgestellten Fluchtlinien- Planes der Stadt Hanau, betr. Tlendentng der Fluchtlinien der Straßen südlich der Lamboystraße zu beiden Seiten der > Aepfelallce. vom 16. Mai 1906 sollen von den in der Ge markung Hanau be rgenen, im Grundbuch von Hanau Band 5 Artikel 277 eingetragenen Grundstücken, die nachbezeichneten Flächen enteignet werden:
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Der preußische
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Don dem Herrn Regierungs-Präsidenten zum Enteignungskommissar ernannt, habe ich zur kommissarischen Verhandlung mit den Beteiligten zwecks Feststellung der Entschädigungen für die zu enteiguktlden Grundflächen gemäß § 25 Absatz 1 des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874
Montag den 13, Dezember d. vormittags 9 Uhr, im RatbauS zu Hanau anberaumt.
Zu diesem Termin werden alle Beteiligten
Termin auf
Jsr,
gemäß § 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte im Termin wahrzunehmen.
Die'e Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne ihr Zutun die Entschädigungen festgestellt und wegen Auszahlung oder Hinterlegung der Entschädigungen verfügt werden wird.
Lie AaMunz M Mitteln! Hm».
Dr. Fried Lübbecke.
Wohl selten wird ein zur Kritik Berufener Ausstellungsräume mit solcher Herzensfreude durchwandern, wie die zur Kunstausstellung umgewandelte Aula der Kgl. Zeichenakademie. Denn überall umgibt ihn eine Liebe, die sein Herz mehr erwärmt als viel reicher Prunk. Man kühlt: Die Mittel, bie dieser Ausstellung zur Verfügung standen, waren gering, doch hat große Liebe sie zu einer Wirkung vereinigt, die bleibende Erinnerung schafft. Die ganze Ausstellung ist ein harmonisches Ganze, vom schön und zweckmäßig gestalteten Katalog bis zum großen Gesamteindruck. Jede Einzelheit atmet Liebe, ein guter, feiner Geist waltet unsichtbar über dem ânberlich so häßlichen Hause. Da stört keine Rohheit, keine Effekthascherei; vornehme Beschränkung umhüllt den Schauenden, daß er sich heimisch fühlen muß, als sei er im reichen väterlichen Hause. Schwer will es fallen, in so guter Gesellschaft zu kritisieren. Die Gesamtheit ist so geschlossen, daß sie selbst Schwache» schützt.
Viel, sehr viel deSGuten bringt dieseAiisstrllung. JhreSiärke liegt allerdings in der Landschatt, doch bietet auch die Darstellung de» Figürlichen so viel Neue» und Gesunde», daß man kaum von einer Ueberlegenheit der Landschaft sprechen möchte. Auch * die Plastik ist so bedeutend vertreten, daß man gern darüber die geringere Zahl der Werke verschmerzt. Nur die Graphik zeigt sich schwach, in vielem hastend, in vielem noch auf Wegen, die schon lange unsere Zeit verließ.
Unsere Besprechung gelte zuerst den junge» Talenten, die noch rm Kampfe um eine Stellung in unserer Kunst sich mühen. Sie zu fördern, ihnen die ohnehin so dornenvollen Wege ein wenig zu glätten, sei der vor ehmste Beruf der "Kritik. Die Großen Im Reiche bedürfen nicht mehr tönender Anerkennung. Ihre Werke stehen aufgerichtet wie Gesetzestafeln, unverrückbar^und ewig. Drum sei denen, bie noch im Dunkeln wandern/daS
In dem Termin kann jeder an den zu enteignenden Grund- flächen Berechtigte erscheinen und sein Interesse an der Feststellung der Entschädigungen, sowie ihrer Auszahlungund Hinterlegung wahrnehmen.
Auch etwaige Anträge auf vollständige Uebernahme von den teilweise in Anspruch genommenen Grundstücken sind ve» den Beteiligten in dem Termin anzubringen. Spätere Anträge dieser Art sind unzulässig.
Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in dem Termin auszuweisen.
Cassel dm 29. November 1909. Enteign. AIII 20a Der Enteignungskommissar.
Goldschmidt, RegierungS-Rat. 27153
Eandhrds Ran au.
Der Maurer Theodor Wolf von Wachenbuchen ist zum stellvertretenden Fleischbeschauer und Trichinenschauer der Gemeinde Wachenbuchen auf jederzeitigen Widerruf bestellt worden.
Der dem Fleischbeschauer und Trichinen schauer Michael Maisch IX. in Mittelbuchen zur vertretungSweisen Versetzung der Fleischbeschau und Trichinenschau in Wacheubuchen erteilte Auftrag wird hiermit zurückgezogen.
Hanau dm 27. November 1909.
Der Königliche Landrat.
V 6489II Frhr. Laur.
Unter den Schweinen in Niederrodenbach ist die Schweine- seuche festgrstellt.
Hanau dm 30. November 1909.
Der Königliche Landrat.
V 6526 Frhr Laur.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Nachdem der Einbau der neuen FuhrwerkSwag« am Heumarkt Nr. 6 beendigt ist, wird der Wiegebetrieb wieder ausgenommen. .
Hanau den 1. Dezember 1909.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschu«. 27129
Bekanntmachung.
Bei eintretendem Tauwetter dürfen Ei» und Schnee im hiesigen Stadtbezirk nur an folgenden Stellen abgelagert werden:
Auge wohl schon erhellt von innerem Leuchten, unser erste» Wort gegönnt.
Da lebt ein stiller, feiner Geist im nahen WilhelmSbad, Konrad Schüßler genannt. Ich habe nie vorher seinen Namen gehört und erinnere mich auch nicht, von ihm je ein Bild gesehen zu haben. Jetzt kenne ich ihn nnd freue mich seiner Bekanntschaft. Denn seine Bilder sind Bekennlnisse eines eckten Malers, der die Natur nicht alltäglich steht. In seinem Auge lebt ein starker Sinn für Licht und Farbe, aus denen allein er feine Silber gestaltet. Noch ist viele» in ihm unausgeglichen, aber die Kratt, die seine Werke atmen, wird ihn bei richtiger Förderung den Weg zur Klarheit nicht verfehlen lassen. Offen gestehe ich eS, daß sein kleine» Bild — Am Weiher — in seiner außerordentlichen Leuchtkraft und der Sicherheit deS Stimmungsgehalies kaum von irgend einem Werke selbst der Großen im Saale übertroffen wird. Je länger man sich in diesem so anspruchslosen NaturauS- schnitt vertieft, um so stärker wird sein Leben, seine Ueberzeugung. Dies Bild bebt den jungen Künstler unter die ersten unserer Zeit. Wir erwarten noch viel von ihm.
Ein ähnlicher Gottessucher ist Alwin Müller- Offenbach, allerdings an Kratt und Ausdruck nicht mit Schüßler zu vergleichen. Immerhin ist fein Bild — Sommer — eins von denen, an denen man seine Freude hat. Dennoch ist e» weit schwerer, bei ihm einen sicheren Weg vorauSzu- sehen. Sein Farbensinn ist noch zu sehr in der Entwicklung, als daß ihm schon starke Werke gelängen, doch zeigt seine immerhin großzügige Komposiiionsart Vorzüge, die nicht übersehen werden können. Hoffentlich bewahrt ibn eine kräf- tige Selbstzucht vor gesuchten Effekten, die den Todeskeim jeder künstlerischen Persönlichkeit bedeuten. Als Erläuterung hierfür sei hier nur daS Bild:' Schloß Dlutenburg, von Fr. Baer, genannt. Kommt ein Künstler endgültig auf diesen Weg, dann schließt sich für ihn der Sarg. Dann gab er seine Seele dem Teufel der geistigen Trägheit, die kalten, rohen Schmiß mit dem stetigen Umwerben des Stoffes ver-
1. Am Main (auf dem städtischen KieSauSladeplatz),
2. in der Ausschachtung hinter dem großen Viadukt bet Frankfurt—Bebraer-Eisenbahn,
3. am Kinzigufer jenseit» der Fallbachbrücke.
Sofern da» Abladen von Ei» und Schnee an anderen Stellen und an oder auf Wegen stattfindet, wird beiseite nach Maßgabe der Polizei-Verordnungen bestraft
Hanau den 24. November 1909.
Der Magistrat.
_______________ Dr. Gebeschu»._______ 27^
Gefundene und verlorene Gegenstände rr.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit 1,20 Mk., 1 graue wollene Pferdedecke, 1 weißer Krnderpelz.
Liegen geblieben bei S. Wronkeru. Cir. : 1 alte» graue» Herrenkape», 8 Lampenzylinder und 1 Paar alte graue Damenhandschuhe. Empfangnahme auf dem Fund- bureau. .
Verloren: 1 silberne« Kreuz (Zohanniterbrosche), 1 kleiner Kinderpelz.
Entlausen: 1 junger braungetiegerter Jagdhund «. Geschl.
Hanau bett 80. November 1909.__________
Politische Rundschau.
Im Reichstag wurden folgende Anträge eingebracht: 1. ein Antrag Hertling (Ztr.), die verbündeten Regierungen zu ersuchen, die Gründung und Unterhaltung einer mit allen H'.lfSmitteln der modernen Technik au»grstatteten Versuchsanstalt für Luftschiffahrt in FriedrichShasen unter der Leitung deS Grafen Zrpvrl'n zu veranlassen; 2. ein Antrag Hertling, den Reichskanzler zu ersuchen, dem Mi^^rauch entgegen zu wirken, wonach in Fällen, wo bei Gernvtvverhandlungen wegen der Gefährdung der Sittlichkeit die Oeffentlichkeit ausgeschlossen wird, gleichwohl Berichterstatter der Pieffe zu- gelasstn werden; 3. ein Antrag Hertling, den Reichskanzler zu ersuchen, durchgreifende Sparsamkeit in allen Zweigen der ReichSverwaltung unverzüglich eintreten zu lassen, insbesondere einer Vermehrung bei Beamtenkörper» entgegen zu wirken und ferner bafür Sorge zu tragen, daß zu untergeordneten Arbeiten nicht Beamte herangezogrn werden, die durch ihre Vorbildung zu wichtigeren Aufgaben bestimmt sind, ferner die Reisekosten und Tagegelder zu ermäßigen und die Dienstreisen einzuschränken und endlich in allen Reich»- betrieben eine nach erprobten kaufmännischen Gnmdsätzm geregelte Geschästsbehandlung durchzuführen und die aufzustellenden Bilanzen im ReickShauihaltSetat mitzuteilen; 4. ein Antrag Hertling auf stärkere Berücksichtigung bei Handwerke» bei Lieferungen an Reichsverwaltungen. Ferner ging eine Interpellation Bassermann (nat.-lib.) ein: Ist der tauscht. Ein echte» Kunstwerk wächst nicht von heute bis morgen. Jeder Künstler, der dieser Wahrheit vergißt, hat sich bereit» selbst vergessen.
Ein Kunstwerk nenne ich ein Porträt von Paul T ü r o f'f - Bonn. Seine Bilder erzählen dem kundigen Auge von täglich neuer Arbeit, die solange um den Stoff fich mühte, bis ein Ganze», ein Selbstverständliche» erstand. Darum sind seine Werke Offenbarungen. Gegen diese höchste Feinheit in der farbigen Stimmung, in der die ganze Seele bei Dargestellten, da» Zarteste, fast Unfaßbar« eine» Menschen atmet, gegen diese Scköntzeit bei äußeren Aufbau» versinkt alle», wa» sonst an Darstellungen von Persönlichkeiten geboten wird. So tüchtig und kraftvoll da« Kaiserbild von Wilhelm Schultz sich behauptet: auch diese» muß sich vor jenen neigen. ES ist eben schwer, gegen da» Werk eines vollendeten Meister» sich durchzusetzen. Dennoch hat unzweifelha't das Bild bei Kaittr» große Vorzüge vor der Menge der bis zum Ueberdruß genossenen offiziell« Kaiserbilder. Gewiß ist das Repräsentativ« nicht zu kurz gekommen, doch wußte der Künstler geschickt die Uniformf» flippe zu um'tgeln. Co malerisch die bunte militärische Tracht an sich ist, so gefährlich ist sie auch. Denn gar zu leicht vergißt der Maler über all dem Glanz der Farben di« Luft, die diese selbst in den schreiendsten Gegensätzen noch mildernd umfließt. Ein arge» Gemisch sich überschreiender Farbenflecken entsteht, daS nur für den Uniformjchneider noch Jineresse hat. Schultz hat diese Gefahr fast instinktmäßig vermieden. Sein Porträt ist deshalb keine Abbildung, sondern ein Bild, da» in seiner vornehm zurückhaltenden Farbengebung höchst angenehm berührt. Auch in der Erfassung der Persönlichkeit bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Als Gegenbeispiele zu diesem guten Bilde seien bie Kleinigkeiten genannt, die Friedrich Prölß- München beigesteuert hat. Gewiß in manchem lieben-würdig, gut berechnet auf ein nicht eben tiefei Durchschnittsempfinden, doch kaum mehr als schülerhafte Smdirn, auf jeder Akademie bei» Hauswart