Erstes Blatt.
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««teljShrNch 1,80 Ml., awaaUich 60 Mg., Mr 6* »teige SBonnenten mit brat btitefienben $o Hauff <bl«fr Die RMjdnt Nummer teilet 10 Pfg.
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ee. Wallach «miet in Hana».
Gcncml-Anzeiger
Awtliihts Grgail für Stabb nn) feebkrtis ganan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mü belletristischer Beilage.
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14 Seiten.
Amtliches.
Aufgebot.
Der Vorschichverein Langenselbold, t.®.m.u.H., eertreten durch die Vorstandsmitglieder: 1. Brauereibesitzer Iulius Adler und 2. Landwirt Hermann Lehr, beide von Langenselbold, hat das Aufgebot zum Zwecke der Krasiloserklârung des Hypothekenbriefes der im Grundbuch non Ravolzhausen '
a) Bl. 632 Abt. III Nr. 3, M 8t. 634 „ „ „ 2,
«) 8t. 635 „ „ „ 2 in Höhe von 460 Mark, zu Gunsten des VorschußverelnS Langenieltold, eingetr. Genossenichaft mit unbeschränkter Haftpflicht tu Langenselbold, eingetragene Hypothek vom 18. Dezember 1894 beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf
den 20. Juni 1910, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten AufgebotStermin« seine Rcchle anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraiiloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Langenselbold den 22. November 1909.
, Königliches Amtsgericht.______27055 - ^
PolitiTAe RundTd^au.
Die Witwen- und Waisenverstcherung. Der erwartete Entwurf, der das im Zolltarif auf den 1. Januar 1910 festgtstellte Inkrafttreten der Bestimmungen über den Hinterbliebenen-DersicherungSsonds nur über den Reichsinvalidenfonds binansschiebt, ist dem Reichstage zugegangen und enthält nun als Termin den 1. April 1911. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß die in Arbeit befindliche Reichsverstcherungsordnung die Wiiwen- und Waisen- versicherung enihâlt, daß eS aber ausgeschlossen ist, daß dieses Gesetz bis zum 1. Januar n. I. fertig wird. Es empfiehlt sich daher, um eine eingehende sachliche Durchberatung zu ermöglichen, auf eine Hinausschiebung des Termin- für das Inkrafttreten der Witwen» und Waisenversicherung bedacht zu sein. Denn die im Zolltarifgrietz für den Fall deS NichizustandekommenS der Witwen» und Waisenversiche- rung bis zum 1. Januar 1910 vorgesehene Ueberweisung und Verwendung der angesammelten Bestände nach Maßgabe von Statuten, welche die Versicherungsanstalten zu erlassen hätten, wird jetzt als annehmbare Lösung der Aufgabe nicht anerkannt werden können. Die Zin'en des bis jetzt ange- sammelten Aufkommens aus den Netto-Zollerträgen, das rund 45 Millionen Mark beträgt, reichen nicht auS, um eine Versorgung der Witwen und Waisen zu gewährleisten. Ob und wann etwa von neuem Mehreriräge eingehen werden, ist nicht zu übersehen. Außerdem würde die vor- gesehene Ersatzmaßnahme die gesetzgebenden Faktoren deS Reichs von der Mitwirkung bei der Regelung der Hinter- bliebeuen-Verstcherung ausschließen. Es wird daher vorge» schlagen, den Termin für das Inkrafttreten der Witwen- und Waisenversicherung bis zum 1. April 1911 hinauszuschieben. Geschieht dies, so muß auch dem Gesetze über den Hinterbliebenen-Versicherungsfonds der Termin, bis zu dem die aufkommenden Zinsen des Fonds, wie die Kapiialauf- kommen, zinsbar anzulegen sind und dem Kapitalbestande hinzuzutreten haben, gleichmäßig hinausgeschoben werden.
Die Landtagsersatzwahl in Berlin. Bei der gestrigen Nachwahl zum Landtag im 12. Berliner Wahlkreis wurde Prediger Runze (freis. Volksp.) mit 349 Stimmen gewählt gegen 331, die auf den sozialdemokratischen Gegenkandidaten fielen.
Beschäftigung von Arbeiterinnen. Der „Reicks- ânzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung brtr. die Be- schâfligunq von Arbeiterinnen in Betrieben zur Herstellung von Gemüse» oder Obstkonserven sowie Gemüse- und Obst- »räserven, ferner eine Bekanntmachung betr. Beschäftigung von Arbeiterinnen in Betrieben zur Herstellung von Fischkonserven, schließlich eine Bekanntmachung betr. Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in den zur Her» stellunq von Zichorie dienenden Anlagen.
Ablehnung der mecklenburgische»» VerfasfungS- reform. Im Landtage fand gestern die Abstimmung über die Regierungsvorlage betr. die Aenderung der bestehenden âLndständischeu Verfassung statt. Die Landschaft nahm d«n
Mittwoch den 1. Dezember
Regierungsentwurf mit 36 gegen 7 Stimmen mit einigen Abänderungen an, die Ritterschaft lehnte den Entwurf mit 169 gegen 15 Stimmen ab. Die Städte Rostock und Wismar lehnten die Vorlage gleichfalls ab. Die Regierungsvorlage wurde somit abgelehnt.
Die Budgetdebatte im englischen Oberhause. In der fortgesetzten Beratung der Finanzbill erklärte der Erzbischof von Dork, er könne eS mit seinem Gewissen nicht vereinen, sich der Abstimmung zu enthalten. Wenn er an der Abstimmung teilnehme, müsse er gegen die Resolution Lansdowne» stimmen. Er habe nicht gehört, daß Gründe vorgebracht werden seien, die bewiesen, daß daS Budget so schlecht sei, daß das vorgeschlagene, ohne Vorgang dastehende Vorgehen gerechtfertigt sei. Er bestreite, daß daS Budget irgend etwa« enthalte, waS gegen die Verfassung verstoße oder revolutionär sei. Gleichzeitig müsse er aber den Ton einiger, für daS Budget gehaltenen Reden bedauern und erklären, daß, wenn auS der heutigen Abstimmung ein ernster Konflikt entstehen sollte, die ganze Verantwortung dafür nicht denen auferlegt werden könne, die für die Resolution Lansdownes gestimmt hätten. (Beifall bei den Oppositionellen.) Er fordere die PrerS auf, bie Folgen ihres Handel» wohl zu erwägen, denn, wenn sie vernünftig nachdächten, müßten sie vor diesen Folgen zittern. E» würde eine Zeit kommen, wo die ganze Frage der Stellung deS Oberhauses in der Verfassung dem Urteil deS Volkes unterbreitet werde. Würde die Autorität des Oberhauses nicht unendlich größer sein, wenn el den Beweis lieferte, daß eS bei der Verteilung der Privilegien gewissenhaft bedacht gewesen sei, nicht die Rechte deS Volkes in Stxuerfragen zu beeinträchtigen 7 Lord Curzon pellte mit Nachdruck in Abrrve, daß auf Lansdowne ein Druck ausgeübt worden sei, seine Resolution einzubringen. LanSdowne hätte seinen Schritt nicht unternommen ohne reifliche und sorgfältige Neberlegung und ohne in vollstem Maße der ungeheuren Schwere der Folgen bewußt gewesen zu sein. Er, Curzon, glaube, die LordS würden dem VerfassungSstreit auch nicht mit der Annahme deS Budget» entgangen sein, weil dir Oberhansfrage in jedem Falle eine Hauptstreitfrage in den nächsten Wahlen sein würde. Hoffentlich würden die Lord- nicht gestatten, daß man ihnen den Prozeß mache und sie verurteile, ohne sie gehört zu haben. Er bitte sie dringend, auf den öffentlichen Versammlungen im ganzen Lande der Ansicht Ausdruck zu geben, daß sie im Sinne und nach der Bestimmung der Verfassung gehandelt hätten. Wenn die LordS Lord Roseberys Rede befolgen und das Budget annehmen würden, würden sie nicht fair mit dem Lande umgehen. Das Land würde ihnen nicht danken und würde sagen, die Lords versuchten nur, die eigene Haut zu retten. Wenn die allgemeinen Wahlen kämen, würde es wahrscheinlicher sein, daß das Land die LordS wegen ihrer Feigheit verdamme, als daß sie es wegen ibrer Handlung achte. Eine wirkliche Revolution (schloß Lord Curzons liege nicht in der Handlungsweise der LordS, sondern in dem Verhalten der Regierung, die den Vorschlag gemacht habe, die alte Verfassung zu zerbrechen, um dem Unterbaute eine überragende Stellung zu verschaffen. Es ist wahrscheinlich, daß die Verfassung auS dem Kample verändert hervorgehen wird. Ich heiße ein neugestaltetes Oberhaus willkommen, das die Kraft besitzt, die ihm jetzt abgesprocken wird und das seine gegenwärtige Gestaltung auS den zurzeit zugänglichen Quellen ergänzt. Ich glaube zuversichtlick, daß der Ausgang diese» SlreiteS in einem unmißverständlichen, vom Lande gegebenen Mandate bestehen wird, in dem das Oberbaus für einen wesentlichen Bestandteil der Konstitution erklärt wird, das Oberhaus, von dem ick hoffe, daß es dann in höherem Grade unabhängig, furchtlos und stark sein wird (Beifall bei den Oppositionellen).
Marokko. AuS Tanger wird berichtet: Die Meldung, daß der Sultan seinen in Paris weilenden Vertreter, El Mokri, beauftragt habe, die Liquidationsanleihe abzuschließen, ist verfrüht. Man weiß nur, daß Muley Hafid dem französischen Konsul in Fez erklärt hat, er babe El Mokri Weisungen erteilt, welche alle Schwierigkeiten beseitigen dürften.
Atts Griechenland. Die Untersuchung in der Angelegenheit Typaldos und seiner Genossen ist beendet. Die Haupt, ädelsführer werden teils vor das Schwur-, teils vor das Zuchtpolizeigericht gestellt.
Die CrLfflUiiin des Reichstages.
Wie stets zu Beginn einer neuen Tagung fand die Eröffnung d«s Reichstages im Weißen Saale des Königlichen Schlosses als feierlicher Staatsakt statt. Die gelbe Kaise,- ftanbaite, die neben der roten Königsstandarte vom Schlosse wehte, kündete die Anwesenheit des Katsrrs an, der gestern
RtrnfyredjanWttß Nr. €05* 1909
abend von Breslau ztirückgekehrt war, und wie immer, wenn der Reichstag in Gegenwart deS Kaiser- eröffnet wird, spielte sich der festliche Akt in den pomphaftesten Formen ab. Die gottesdienstlichen Handlungen, die der Eröffnung des Reichstages vorhergehen, fanden für die katholischen Herren in der HedwigSkircke, für die evangelischen nicht wi« im vorigen Jahre in der Schloßkapelle, sondern im Dom« statt. DaS Kaiserpaar nahm daran nicht teil. Um ’/Uä Uhr erschienen in der Kaiser!og«, die flankiert von den zumeist mit Mitgliedern exotischer Gesandtschaften und ihrm Damm besetzten Diplomatenlogen, an ber rechten Seite bei Saale» sich befindet, die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Louise und den Gemahlinnen der kaiserlichen Söhne, sowie Prinzessin Friedrich Leopold. Schon vorher hatte sich auf bem Parkett bei Saale- unterhalb der Kaiserloge eine glänzende Versammlung von Herren der geladenen Generalität, Admiralität unb de» Grnrralstabr», sowie zahlreichen sonstigen Würdenträgern bei Hofe», bei Reiche» und bei preußischen Staate» in ihren goldstrotzenden und farbenprächtigen Uniformen eingefunden, zwischen bie sich anfang» nur vereinzelt der schwarze Frack eine» Abgeordneten wagte.
Dann füllte sich der Saal immer mehr. In der Mitte, dem Tbronsesstl gegenüber, nahmen die Reich»tag»abgeord- neten Aufstellung. Dir Herren von der rechten Seite zum größeren Teil in Uniform, dir Mitglirder der andrrrn Parteien zumeist im bürgerlichen Frack. Die Parteien schienen in ziemlich gleicher Stärke vertreten zu sein, bei den Konservativen in vorderster Reih« mit dem Dirrktor Geh. Regie- ] rungirat Jungheim der Präsident ber vorigen Tagung, Graf I Stolberg, al» Kürassier-General und in ihrer Kürassier- uniform auch vom Zentrum mit der massigen Gestalt bei Grafen Praschina ber Herzog von Arenberg und Herr von Savigny. Von den Naiionalliberalen bemerkte man u* a. die Äbgg. Bassermann, Dr. Heinze, Dr. Junck, Dr. Semler, Hagemann, Sckwaback, Dr. Görcke, von den Freisinnigen die Herren Dove, Dr. Pfundner, Dr. Heckscher, Dr. Ablaß, Hormann, Haußmann, Dr. Neumann-Hofer. Auch die Polen waren durch zwei Abqeordneir vertreten, bie Sozialdemokraten fehlten selbstverständlich. Inzwischen hatte auf der linken Seite de» Thronsessrl» der Bundesrat Stellung ge- nommen, der nicht wie sonst zumeist paarweise in geordnetem Zuge in den Saal getreten war. Auf dem rechten Flügel überragte seine sämtlichen Kollegen der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg in der Uniform bei Gardedragonrrmajor», der sich angelegentlich mit einem anderen Dragoner, feinem neuen UnterstaatSsekretär Wahnschaffe, unterhielt, in großer Ministeruniform oder in der der Wirklichen Geheimen Rät« die Staatssekretär« und einige preußische Minister, sowie u. a. Großadmiral v. Koester; Herr Dernburg mit bem blauen Bande bei Kronenorden».
E» war bereit» 10 Minuten nach 12 Uhr geworden, da erschien von der Bildergalerie, in ber ber Kaiser mit den Prinzen wartete, Vizeoberzeremonrenmeister Graf Kanitz im Saale und holte den Reichskanzler zur Erstattung der Meldung an den Kaiser, daß der Reichstag und der Bunde»« rat versammelt sei. Die Gruppen im Saal ordneten sich. Die Reihen ber Herren vom Reichstag wurden durch Kammer- Herren gerichtet. Aller Augen wandten sich nach der zur Bildergalerie führenden Tür. Zu beiden Seiten bei Thronehatten die ganze Zeit über einsam zwei Pagen in ihren scharlachroten Röcken mit Spitzenjabots, weißen EsearpinS, seidenen Strümpfen, Schnallenschuhen und Federbarett» Wacht gehalten. Drei Stockschläge bei diensttuenden Kammerherrn und dann marschiert« mit dröhnendem Schritt unter Führung ihres Hauptmanns v. Friedeburg die Friedericianische Schloß» gardekompanie mit ber Fahne in den Saal und nahm gegenüber dem Thron« hinter den Abgeordneten Aufstellung. Und jetzt betrat mit bem großen Vortritt der Kaiser den Saal in der Uniform ber Garde du Korps, mit dem gelben Band« bei Sckwarzen Adlerorden». Hinter ihm der Kronprinz und und die drei nächstâltesten Prinzen sowie die anderrn in Berlin anwesenden Fürstlichkeiten. Im Augenblicke bei Erscheinens des Kaisers brachte Graf Stolberg das Hoch auf den Kaiser auS. Die Sckloßgardekompanie präsentierte ; zwei Kammeiherren in heraldischer Tracht, der eine als Kurbranden- burgischer, der andere als Preußischer Herold, stellten sich rechts und links vor dem Throne auf. Langsam schritt der Kaiser die Mittelstufen hinauf und wandte sich zur Versammlung, während die Prinzen zur rechten Seite bei Baldachins, der Kronprinz eine Stufe niedriger all der Kaiser, sich anfstellten. Der Reichskanzler von Bethmann-Hollweg trat langsam vor den Thron und überreichte nach einer tiefen Verbeugung dem Kaiser die Urkunde der Thronrede. De, Kaiser nahm sie entgegen, bedeckte sein Haupt mit bem Helm unb mit lauter, gleichmäßiger Stimme verlas er die Thron- vc^e Lautlos hörte bie Versammlung der Neickttboteo fr