Erstes Matt.
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HototfonSfriiJ imb Verlag der Buchdrucker« dei »«reur. ö. Waijeuhauje» m Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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ffernfprechanschluf; Nr. 605»
Dienstag den 30. November
Kernsprechanschlutz Nr. 605
1909
EO
Die ieMeNammer umfaßt außer d.WerßkltuuBluü
14 Seiten.
Amtliches.
Eandkreis Ranau*
Bei den heutigen Kreistags-Ergänzungswahlen im Wahl- verband der größeren Grundbesitzer wurden für die nächste öjährige Wahlperiode als Kreistagsabgeordnete gewählt:
1. Fabrikdirektor Dr. Meinhard Hoffmann- Mainkur,
2. Hofmarsch all Königlicher Hofmeister und Kammerherr, Major z. D. Otto von Strahl- Philippsruhe,
8. Gutsbesitzer Wilhelm Koch-Druderdiebacherhof.
Als Ersatz für den verstorbenen Kreistagsabgeordneten Jean Koch — Baumwieserhof — wurde für den Rest der Wahlperiode — Ende 1912 — gewählt:
Fürstlicher Kammerdirektor Karl B räunig-Birstein Einsprüche gegen diese Wahlen können innerhalb 14 Tagen bei dem Unterst dreien angebracht werden.
Hanau den 29. November 1909.
Der Königliche Landrat.
A 4846 Frhr. Laur.
Handelsregister.
Das,Mtex der Firma
Heinrich Engersch
in Hanau bestehende Handelsgeschäft ist auf den Kaufmann Carl Eugersch zu Frankfurt am Main übergegangen.
Die dem Kaufmann Carl E n g e r s ch in Hanau erteilte Prokura ist durch Uebergang des Geschäfts auf ihn erloschen.
Hanau den 23. November 1909.
__________Königliches Amtsgericht 5. 26929
Gefundene nnd verlorene Genevstönde re.
Gefunden: 1 Damenschirm, 1 silberne Brosche mit dem Namen Minna, 1 gelbe Brosche mit weißer Perle, 1 silberne Brosche (bie Sonne darstellend), 1 Damenschirm (in der Droschke Nr. 9 Hearn geblieben), 1 Einlagebuch deS Kohlenvereins Hanau und Umgegend für Marg. Schmidt.
Zugelaufen: 1 schwarzer Rehpinscher w. Geschl.
Hanau den 80. November 1909.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanan, 80. November.
* Der Knnstverein zu Hanau lud uns heute zu einer Borbesichtigung seiner Ausstellung ein, die morgen (den 1. Dezember) in der Kgl. Zeichenakademie um 11 Uhr eröffnet werden soll. Unsere durch die neuliche Voranzeige bereits gesteigerten Erwartungen sahen sich weit übertroffen: Wirklich eine Ausstellung edelster Kunst! Zwar ist sie nicht ganz so umfangreich, wie wir nach der Zahl der eingelaufenen Meldungen erwarten zu dürfen glaubten, aber gerade in dieser Beschränkung liegt ihre Stärke. Die Jury hat nicht mit sich spasien lassen. Von über 500 Einsendungen wurden nur ca. 150 Werke ausgesondert, von denen getrost die Hälfte als Meisterwerke bezeichnet werden dürfen. Wohl selten wird selbst der Vielgereiste eine derartige Versammlung großer Kunstwerke erlebt haben. Die Ausstellung macht ganz den Eindruck, als habe ein hochgebildeter Mäcen mit fürstlichem Geschmack in jahrelangem Bemühen sich eine Sammlung geschaffen, die sich aus lauter besonderen Lieblingen zusammensetzt. Mit unendlicher Liebe sind die Bilder beim Hängen in ihren Werten auseinander abgestimmt, höchst geschmackvoll dazu Plastiken und Vitrinen mit kleinerer Kunst geordnet. Jede Wand ist ein kleines Kunstwerk für sich, auf dessen farbiger Harmonie ba3 kultivierte Auge mit ausgesprochenem Genusse weilt. Dazu die vornehme Ausstattung deS Raumes in seinen leuchtenden Teppichen, dem satten Grün des Lorbeers, seinen Sesseln, alles Farben, die mit dem zarten Blaugrün der Wände eine prächtige Wirkung Hervorrufen. Das Gesamtbild allein wird schon jeden Kunstfreund entzücken. Wie stiefmütterlich werden doch oft,
besonders in kleinen Städten, solche Ausstellungsräume behandelt, wo es doch das erste Gebot jeder Ausstellungsleitung sein müßte, auch die Umgebung auf die Schätze abzustimmen, die eine solche Ausstellung birgt. Fürstliche Werke verlangen auch fürstliche Rücksicht, wenn sie sich offen geben sollen. Nun, die Künstler werden sich kaum diesmal über Hanau zu beklagen haben, höchstens diejenigen, die ihre Werke vergeblich auf der Ausstellung suchen werden. Manchem von diesen wird vielleicht die eingehende Betrachtung deS Gebotenen zu einer ersprießlichen Selbsterkenntnis verhelfen, dem ersten Schritt zu neuen, besseren Werken. Sonst aber ist alles geschehen, um nicht allein fremde und heimische Kunst unseren Bürgern würdig zu zeigen, sondern auch, um fremde Aufmerksamkeit auf die künstlerischen Bestrebungen unserer Stadt zu lenken. Wir wollen noch erwähnen, daß die sehr gut vertretene Marmorplastik im Vestibül, die Graphik in einem intimeren Kabinette Aufstellung gefunden haben, während zahlreiche, sehr wohlfeile Erzeugnisse eines gesunden Kunstgewerbes in Wandschränken auf dem Flur deS ersten Stockes unlergebracht sind. Ein geschmackvoll ausgestatteter Katalog wird den Wanderer geleiten.
Möge also ein recht zahlreicher Besuch die AvSstellungS- leitung für ihre große selbstlose Mühewaltung belohnen, ein Dank, der auch für jeden Besucher mit edelstem Genuß verbunden sein wird.
* Musikalische AbendimLerhattmig im Königl. Gymnasium. Samstag den 4. Dezember, abend« 7 Uhr, wird in der Aula deS König!. Gymnasiums eine musikalische Abendunterhaltung stattfinden, zu der Programme zu 60 Pfennig, die zum Eintritt berechtigen, an die Eltern und Angehörigen der Schüler und die Freunde der Anstalt bei dem Schuldiener von Mittwoch den 1. Dezember ab auS« gegeben werden. Der Reinertrag ist für die sogen. „®er« gnügungskasse der Schüler" bestimmt, aus der u. a. bei größeren Schulausflügen minder bemittelten Schülern Beihülfe gewährt wird. Zur Aufführung kommt auch eine ganz eigenartige Klavierkomposiiion des Herrn Professor Henkel, die man als musikalische Umschreibung des Uhlandschen Gedichte« „Des Sänger» Fluch" bezeichnen könnte. Es ist kein Melodram» sondern die Tondichtung gibt genau im rythmischen Rahmen des Gedichtes die musikalischen Empfindungen wieder, die den Komponisten bei dem Lesen des Gedichtes bewegten. Der Text deS Gedichtes, das vorher von einem Schüler vorgetragen wird, wird in den Händen der Zuhörer fein.
* Allgemeiner deutscher Sprachverein. Heute abend pünktlich 8 Uhr in der Aula der Oberrealschule Vorlrseabend. Auch Nichtmitgli'eder haben freien Zutritt.
* Deutsche Kolonialgesellschast, Abt. Hanau. Diensiag den 7. Dezember, abends 81/* Uhr, wird im Saale der „Concordia" ein öffentlicher Vortrag mit Lichtbildern stattfinden. Fräul. Maria Karow wird sprechen über daS Thema: „Wo sonst der Fuß des Krieger» trat, Farmerleben in Südwkst nach dem Kriege". Fräul. Karow ist unmittelbar, nachdem die Hauptwirren deS Krieae« aufgehört hatten, nach Südwestafrika gegangen und dort fast 31/» Jahre verblieben, um auf der Farm ihres Schwagers Mercker, Okombabe bei Omaruru, ihre erkrankte Schwester zu vertreten. Ueber einen in Erfurt über das gleiche Thema gehaltenen Vortrag berichtet die dortige Presse:, Die Vortragende schilderte in überaus anschaulicher Weise das Leben, wie eS der Farmer in Südwest und seine Angehörigen führen, die Art der Bewirtschaftung, die Schwierigkeiten, die bei der meist vorhandenen großen Unzuverlä'sigkeit der schwarzen Dienstboten und Arbeiter der Bewirtschaftung der Farm und der Tätiakeit der Frau im Hause erwachsen, die Charaktereigenschaften der Sch rarzen und vieles andere. Die vorz"'g- lich-n, von der ll' m-rin selbst angenommenen Lichtbilder dienten dazu, den Bortrag in lebhaftester Weite zu veranschaulichen. Der Vortrag bestätigte, daß für das Farmerleben in unsern Kolonien nur tüchtige und fleißige Männer und Frauen geeignet sind, daß aber, wo diele Eigenschasteu vorhanden sind, der verdiente Lohn nicht ausbleibt und auf ein guteS wirnckaftlickes Fortkommen mit Sicherheit zu rechnen ist. In besonders eingehender und anziehender Weise beleuchtete Fräul. Karow die Tätigkeit der Frau und die hohe Bedeutung, welche sie für unsere Kolonien hat. E» ist ein absolut dringendes Bedürfnis, daß Frauen und Mädchen in noch größerer Zahl, als bisher, in unsere Kolonien gehen, um den Männern treu zur Seite zu stehen. Sie können auf volle Befriedigung in ihrer Tätigkeit rechnen. Mit einem
warmen Appell an die zahlreich erschienenen Damm, dem Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft beizutreten, schloß Fräulein Karow ihren Vortrag unter dem lebhaftesten Beifall der Anwesenden. Der Vorsitzende sprach der Rednerin den aufrichtigen Dank der Versammlung für ihre interessanten Darlegungen au».
• Ehrend. Die Inhaber der Firma Bury 4 Leonhard dahier, die in diesem Jahre auf ihr 150jährige» Bestehen zurückblicken konnte, sind von dem Erbprinzen zu Reuß j. L. anläßlich seiner silbernen Hochzeit zu Hofjuwelieren ernannt worden. Auch ist den Inhabern der Firma, den Fabrikanten Rudolf Röttelberg sowie Rudolf und Ernst Bury, da» Erinnerungszeichen am rot-weißen Bande verliehen worden.
* Zum Bürgermeister in Bebra ist der Rendant der Kreiskommunalkass« in Hanau, Herr Otto Kraffke, gewählt worden.
e Das Bekleidung-amt. Dem Vernehmen nach wird bie Forderung für die Errichtung eine» Bekleidungsamtes für das 18. Armeekorps in Hanau erst im nächstjährigen ReichshauShaltSetat erscheinen.
• Stadttheater. Heute geht das liebenswürdige Lust, spiel „Im Klubsessel" nochmals in Szene und sei auf daS hübsche Werk nochmals hingewiesen. — Morgen Mittwoch wird die erfolgreiche Operette „Der tapfere Soldat", welche in letzter Spielzeit so große Erfolge er- zielte, neu einstudiert zur Aufführung kommen. Mit seinen prächtigen Melodien und seiner entzückenden Handlung Hal sich daS Werk überall mit flattern Beifall bewährt und wird I auch hier wieder eine freundliche Ausnahme finden. Die Vorstellung findet im Abonnement B bei gewöhnlichen Preisen statt. — Gastspiel der MünchenerScharfrichter. Ein hochinteressanter, genußreicher Abend ist am Donnerstag zu erwarten. Die Künstlervereinigung „Müchener Scharfrichter" wird ein einmaliges Gastspiel absolvieren. Unserer gestrigen Ankündigung über das bevorstehende Gastspiel seien noch einige Worte vorauSgeschickt, welche besonders in der jetzigen Zeit, wo die intime Kunst in Deutschland durch die geschäftliche Ausbeutung auf ein sehr niedrige« Niveau herabgesetzt worden ist, notwendig find. Die „Münchener Scharf- richter" waren eine Freikünstler-Republik, die sich vor ungefähr 8 Jahren in München gründete. Das Wesen der Vereinigung liegt in der streng künstlerischen Durchführung jedes Programms und in der Mitwirkung deS Maler-, deS Musiker- und deS Schriftsteller«. Fast alle Mitglieder haben einen Hauptberuf, in welchem ste sich bereits einen Namen erworben haben und wenn sie am Abend auftreten, so geschieht e- nur, auS innerem Drang« und wirklicher Laune und nur in ihrem eigenen Milieu. Wenn wir z. B. di« Mitglieder des angekündigten Gastspiel» nehmen, so haben wir M. H e n r y, der Leiter der Vereinigung als Pariser Schrifsteller und Herausgeber einer Zeitschrift, der fast nur eigene Gedickte vorträgt, ferner Karl Hollitzer, der sich bereits als Militärmaler und Kostümsainmler einen Namen gemacht hat, und bei dem JubiläumSfestzug in Wien eine große Rolle gespielt hat, Ludwig Scharf, der bekannt« soziale Dichter, der in der neueren Literatur eine ganz bedeutende Note inne hat. Der Zweck des Unternehmens ist da» Wiederbeleben alter Lieder und Weisen, auf sorgfältige Inszenierung gestützt, daS Harmonisieren der Erscheinung mit der Umgebung und bie Unterstützung der Individualität durch eine geschmackvolle Aufmachung. Die hervorragenden Darbietungen der „Münchener Scharfrichter" haben auf ihrer Tournä durch Europa überall bei Presse und Publikum die glänzendste Anerkennung und stürmischen Beifall gefunden. — Die Vorstellung findet außer Abonnement bei erhöhten Preisen statt und beginnt um ^18 Uhr. — G astspiel Schildkraut. Am Freitag findet ein einmaliges Gastspiel bei berühmten Charakterspielers Rudolf Schildkraut vom Deutschen Theater in Berlin statt. Der geniale Künstler ist der beste Shylock-Darsteller Deutschlands und wird auch hier in seiner Glanznummer auftreten. Zu diesem Zwecke wird Shakespeare'» herrliches Lustspiel: „Der Kaufmann von Venedig" neu einftubiert in Szene gehen. Die Vorstellung findet im Abonnement 6. beè erhöhten greifen statt.
* 4. Stiftungsfest der Akademiefchüler-Der- eittigttng A.-B, pegr 1905. Am vergangenen Sam», tag abend fanden sich in den sinnig geschmückten Sälen btr „Centralhalle" die Mitglieder deS A.-V. nebst ihren Angehörigen und Freunden zur Feier deS 4. Stiftungsfestes ein. Unter den geladenen Gästen bemerkten wir Herrn Akademiedirektor Hli'go Leven nebst Gemahlin, ferner die Herren vom Lehrerkollegiunl der Königl. Zeichenakademie und beten Damen, sowie die Vertreter der akademischen Verbindung „Cellini". Der erste Vorsitzende der Akademieschüler-Ver- einigung, Herr Willy G r u b r r, hieß bie s» zahlreich er»