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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Fandkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EimückungsgedLhvr

Vi« fiUtfflifpaltetu W^eile aber b«r« 9hm« 89 Pstz. im 8U0am«teil bi« £ttk *5 W-,

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Kt 279 Fernsprechanschlust Rr. «05.

Montag den 29. November

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1909

Amtliches.

Candkreis Ranau*

Der Maurer Theodor Wolf von Wachenbuchen ist zum Fleischbeschauer und Trichinenschauer der Gemeinde Wachenbuchen auf jederzeitigen Widerruf bestellt worden.

Hanau den 27. November 1909.

Der Königliche Landrat.

V 6489 Frhr. L aur.

Unter den Schweinen in Ostheim ist die Schweine- seuche festgëstellt.

Hanau dm 27. November 1909.

Der Königliche Landrat.

V 6459 Frhr. L au r.

Stadtkreis Ffanau. Verdingung.

Die Eisenbeton-, Zimmer-, Dachdecker- nnd Spenglerarbeiten gum Neubau der Badeanstalt am Steinheimertor sollen untdr Zugrundelegung derallge­meinen Bestimmungen für Vergebung städtischer Arbeiten und Lieferungen" öffentlich verdungen werden.

Bedingungen und Angebotsunterlagen sind vom Stadt­bauamt, Zimmer Nr. 18, während der Sprechstunden vor- mitiags 1012^2 Uhr, soweit der Vorrat reicht, gegen Ent­richtung von 1 Mk. für Eisenbetonarbeiten, je 0,50 Mk. für Zimmer-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten zu beziehen.

-^VLLWossene und niit entsprechender Aufschrift versehene

-ote sind bis Dienstag den 7. Dezember, vor­mittags Uhr, bei der vorbezeichneten Dienststelle einzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Ange­bote stattfindet. '

Zuschlagsfrist 4. Wochen.

Hanau den 26. November 1909.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus.

26817

Zwangsversteigerung.

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in An­sehung der in der Gemarkung Langendiebach belegenen, im Grundbuche von Langendiebach Artikel 977 zur Zeit der Eintragung de« Versteigerungsvermerkes auf den Namen I. der Kinder der Ehefrau des Cigarrenarbeiters Anselm Schilling, Dorothea verwitwete Ott geb. Schmidt

I. Johann Heinrichs _

2. Karoline Anna J

8. Gottfried 1

4. Heinrich Ludwig | Schilling

5. Kathinka Berta Margareta

TT. der Kinder deS Maurers Manz Schmidt

1. Lina Anna Amalie , ß

2. Sophie } Schmidt

zu I. und 1L in Langendiebach je zur ideellen Hälfte einge­tragenen Grundstücke:

Krtbl. 11 Nr. 36 vorm Eckeberg, Acker, 25,06 ar

1,21 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. 20 Nr. 19 in der Gelbwiese, Wiese, 11,58 ar, 1,77 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. 6 Nr. 53 die Pfortenweingärten, Acker, 7,89 ar, 2,25 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. 11 Nr. 37 vorm Eckeberg, Acker, 12,06 ar,

0,85 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. 6 Nr. 192/31 Ravolzhäuser-StraßeNr. 12, 1,95 ar, a) Wohnhaus mit Hofraum,

90 Mk. Nutzungswert,

b) Stall, besteht, sollen diese Grundstücke

am 21. Januar 1910, vormittags 10 Nhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 25. November 1909.

Königliches Amtsgericht. 26895

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re. Gefunden: 2 Spannkeilen je etwa 2 Meter lang, 1 Mülleimer, 1 Sturmlaterne, 1 Bündel Rockfutter.

Verloren: 1 Kinderpelzkragen.

Zugelaufen: 1 schwarzer Hund mit braunen Ab- zrichen (Art Dobermann).

Entlaufen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen und braunen Abzeichen.

Hanau den 29. November 1909.

Politische RundTchau.

Stapellauf des LinienschiffesThüringen". An der Werft der Aktiengesellschaft Weser in Gröpelingen fand Samstag nachmittag vier Uhr der Siapellauf des Linien­schiffes Ersatz Beowulf statt. Zu dem feierlichen Akt hatten sich kingefundtn: Prinz Eitel Friedrich von Preußen, der Großherzog von Sachsen, der Herzog und die Herzogin von Altenburg, der Herzog von Sachsen-Koburg-Goiha, Prinz Friedrich von Sachsen-Meiningen, sowie die Gefolge der fürstlichen Herrschaften, ferner der Staatssekretäre deS Reichs» marineamtS Admiral von Tirpitz, der preußische Gesandte bei den Hansestädten Graf Götzen, Fürstlich Schwarz- burgischer StaatSminister Freiherr v. d. Recke, Fürstlich Reußischer StaatSminister v. Hinüber, StaatSminister e. Borriers - Altenburg, Staatsminister Dr. Rothe-Weimar, Minister v. Klügmann-Berlin und zahlreiche andere hohe Staatsbeamte, der kommandierende General deS neunten Armeekorps v. Heuduck, Kontreadmiral Rollmann-Berlin und andere hohe Marine- und Militärbeamte, die Vertreter des Senats und der Bürgerschaft und anderer Behörden, sowie zahlreiche geladene Gäste. Auf der Werft wurden die hohen Herrschaften von dem Staatssekretär.de« Reichsmarineamte« Admiral v. Tirpitz und von den Mitgliedern deS Aufsicht«- rateS und Vorstände« der Aktiengesellschaft Weser begrüßt. Nach dem Abschreiten der ausgestellten Ehrenwache begaben sich der Großherzog von Sachsen, die Herzogin von Sachsen- Altenburg, Staatssekretär v. Tirpitz, sowie der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Aktiengesellschaft, Herr Gustav Pagen­stecher, auf die Taufkanzel, während Prinz Eitel Friedrich M ^. tzvMMn im MstEzert Matz nahmen. Hierauf hielt der Großherzog von Sachsen die Taufrede. Die Herzogin von Sachsen-Altenburg taufte so­dann daS Schiff auf den NamenThüringen". Schiffsbau­direktor Zeltz gab das Zeichen zum Ablaufen und stolz und majestätisch glitt das riesige Schiff ins Wasser, während die Ehrenwache präsentierte, die Musik die Nationalhymne spielte und das vieltausendköpfige Publikum in Hurrarufe ausbrach. Nach dem Ablaufen des Schiffes fand vor den Fürstlichkeiten rin Parademarsch der Ehrenkompanie statt. Nach dem Stapellauf begaben sich die Fürstlichkeiten und eine Anzahl geladener Gäste in das Verwaltungsgebäude der Aktien­gesellschaftWeier". Hier dankte der Vorsitzende des Auf- sichtsratS dem Reichsmarineamte für den der Gesellschaft ge­wordenen Auftrag und versprach auch fernerhin der Gesell­schaft zuteilgewordene Aufträge nach besten Kräften zur Aus­führung zu bringen. Kontreadmiral Rollmann sprach die Anerkennung deS ReichsmarineamtS für die Leistung der Gesellschaft auS und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieses nicht das letzte Schiff sei, daS die Marine aus den Händen der Werft entgegennehme. Abend« fand im Rathause rin vom Senat gegebener Festmahl statt

Der Neichstagsabgeordn-te Schack hat sein Mandat niedergelegt.

Auch eine ftofge von der Sitspeudierung des KorpsBorussia". Bei dem Regressen in Bonn ist die Presse zum ersten Male nicht zugelaffen worden, wahr­scheinlich um ihr keinen Stoff zu weiteren Erörterungen über die Suspendierung des KorpsBorussia" zu bieten.

Die Ueberfüllung im bayerischen Jusiizdienst ist io groß, daß nach einer Erktäiung deS Justizwimsiers v. Miltner für 50 Richterstellen 600 Bewerber vorhanden sind. In allen, den Juristen sonst vorbehaltenen Zweigen des Staatsdienstes müssen deshalb die mit der Note 3 aus dem Staatsexamen Hervorgegangenen bis auf weiteres und rückwirkend ausgeschlossen werden. Bei der Zulaffung zur Staatsanwaltschaft wird noch schärfer verfahren. Es ist auch eine Bewegung im Fluß, die den Zugang zur Anwaltschaft durch eine Bedarisnorm beschränken will.

Das badische Desizit. Finanzminister Hensell legte am Samsiag in der Zw-iien Kammer das Finanzgesetz für 1910 bis 1911 vor, welches mit einem Fehlbeträge von 13,9 Millionen Mark abschließt. Derselbe wird durch die Er­höhung der Biersteuer, welche am 1. Januar 1910 erfolgen soll, auf 6,9 Millionen Mart vermindert werden. Wie der Minister ausfübrte, wurde auch der Staatshaushalt im letzten Jahre durch die wirtschaftliche Devre'ston ungünstig beein­flußt, was hauptsächlich in dem Rückgang der direkten und indirekten Steuern seinen Ausdruck fand. Von größerer Ein­wirkung auf die Finanzen seien ferner die finanziellen Be­ziehungen zum Reiche. Redner bedauerte d e Nichiannahme der Erbschaftssteuervorlage im R ickstag. Leider sei auch die Bindung der gestundeten Matrikularbeuräge nickt erfolgt. Als den dunkelsten Punkt im Voranschlag bezeichnete der Redner die Lage der Eisenbahnfinanzen. Die Ei>enbahnschuld dürfte Ende 1910 etwa 520 Millionen Mark betragen. Die An­

forderungen bei außerordentlichen Etat» sind mit 8 400 121 Mark vorgesehen. Der Minister schloß, daß der Fehlbetrag zwar ernster zu nehmen sei, als bie Fehlbeträge früher« Jahre, die Finanzlage aber trotzdem zu Besorgniffen keinen Anlaß gäbe, dank unserer gesunden wirtschaftlichen Der- hältniffe.

Gtn Kompromiß zwischen dem britischen Ober» und Unterhaus. Zwischen beiden Häusern de« Parlament« ist bezüglich der irischen Landbill vom 5. No­vember ein Kompromiß zustandegrkommen. Die Regierung hat gewisse Zugeständnisse gemacht. DaS Oberhau« gab schließlich in einigen Punkten nach, über welche bisher leine Einigung erzielt worden war.

Hus aller UUlL

©ist statt Schlafmittel. In Bukarest starb ost wenigen Tagen der General Dianu. Nach dem Leichen­begängnis ging dem Staatsanwalt eine anonym« Anzeige zu, in der mitget.ilt wurde, daß der Tod deS General« auf einen Giftmord, zurückzuführen sei. Die Untersuchung ergab, daß der alte Arzt des Generals kurz vor dessen Tode ge« rufen und daß ihm mitgeteilt wurde, der Sohn des General«, ein rumänischer Kavallerieoffizier, habe seinem Vater ver­sehentlich anstatt »ine» BeruhigungSpuloerS «in Giftpulv« gereicht.

Dev,^evv SanitätSval". In Duisburg treibt ein falscher SanitätSrat feit einigen Tagen sein Unwesen. Er behauptet, von der Düsseldorfer Regierung beauftragt zu sein, die Schulkinder auf ansteckend« Krankheiten zu unter- I suchen. In einem Falle ließ er ein zwölfjähriges Mädchen, j die Tochter einer Witwe, auS der Schule holen, um sie tu unlerjucherr. Er verlangte dazu ein separates Zimmer. Da man über ein solches nicht verfügte, mußte sich das Kind in Gegenwart der Mutter entkleiden, und der Herr Sani­tätsrat nahm die Untersuchung vor. Die Polizei fahndet eifrig nach dem Manne, der augenscheinlich anormal ist

Das Ballonunglück von Mastea. Aus Fiume wird über die Katastrophe deS BallonColmar" noch folgendes berichtet: Die verunglückten Aeronauten haben die Gondel entweder abgeschnitten, als sie daS Meer erblickten, oder sie wurde durch den Sturm abgerissen. Brinkmann lebte noch, als er gefunden wurde. Er war den Felsen entlang auf dem Bauch« einige hundert Schritte weitergerutscht. Der Hiill« deS im Tal gefundenen Ballons entstieg noch starker Gas­geruch. Der Ballon erreichte bei Preßburg eine Höhe von 2800 und bei RadkerSburg 500 Meter. Der Absturz erfolgte am Mittwoch um 11 Uhr nachts.

Dev Handel mit Dollarprinzessinen. DisWiener Allg. Ztg." schreibt: Daß Dramen nachträglich vom Leben plagiiert werden, ist nichts NeueS; aber auch darin ist ein bemerkenswerter Fortschritt zu verzeichnen. DaS Leben schreibt neuestens auch Operetten nach, die längst über die Bühnen gegangen sind. Dieser Tage las man in einer Tageszeitung folgendes Inserat: Aufruf an Aristokraten I Ein seriöser Ver­mittler reift demnächst nach Amerika, derselbe hat dort gute Beziehungen, in der Finänzwelt und beabsichtigt, für einige gutsituierte Aristokraten daselbst Heiratspartien mit Millionen zu arrangieren. Briefe von Bewerbern erbeten unterDollar- prinzessin". Nach diesem Inserat zu schließen, geht also der europäische Hauptartikel für den UeberfeetranSport noch immer sehr gut. Die Nachfrage läßt nichts zu wünschen übrig; die Dollarprinzessinnen verlangen noch immer nach einem Krönchen.

Polizeiorgane als Hehler. Vor den Geschworenen in Bordeaux wurden merkwürdige Tatsachen enthüllt. Ein gewisser Renaud war angeklagt, mit mehreren Spießgesellen einen Güterzug geplündert zu haben. Bei der Verhandlung sagte er nur aus, er habe seine Diebstähl« auf Nnstiften und mit Hilfe der Polizei ausgeübt, di« ihm einen Wagen zur Wegschaffung der gestohlenen Waren beigelegt und mit allen Viitteln versehen hatte. Polizeikommissar Campest und ein Sicherheitskommissar leugneten zwar, dieGeschworenen glaubten jedoch Renaud und sprachen ihn frei. AuS Paris war ein höherer Polizeibeamter erschienen, der aul dem Urteil die Folgerungen zu ziehen haben wird.

Urrterschlagungen. In dem städtischen GaS- und Wasserwerk zu Harburg (Elbe) wurden umfangreiche Unterschlagungen entdeckt. Ein Buchhalter wurde verhaftet, außerdem werden ein Buchhalter und ein früherer Kassierer gesucht.

Der Raubmord in Satznitz. Der unter dem Verdacht«, den Raubn, ord bei Saßnitz verübt zu haben, bei Hesselager verhaftete Deutsche namens Robert Schmalz wurde auf An­suchen der deutschen Regierung nach Flensburg auSgelieiert.

Das geheimnisvolle Verschwinden eines Sekretârs beS statistischen Amtes in Dabendorf bei Zoffen, der dort in einer Villegiatur wohnte, ließ den Verdacht aufkommen, der Mann sei durch ein Verbrechen aus dem Leben gebracht worden. Dieser Verdacht schemt jetzt an Klarheit zu ge­winnen, insofern färben die Au »seyen erregen be Verhaftung eines Arbeiters erfolgte, der mit der Ehefrau des Sekretär­in Verbindung gebracht wird. In der Wohnung des Sekretär« wurden zahlreiche Blutspuren und bie Spuren eine« Schrot- schusse- nachgewiesen. Die Frau ist rote bieTägl. Rund»