Erstes Blatt.
Vezv-Sprek»:
»iertetiLhrlich 1,80 Mk., moaaUich 60 Pfg., für au8« »ß$tige Abonnenten mit dem betreijenben Postautzchta^ Die einzelne Nummer tostet 10 Pfg.
XototionebruJ und 8 erlag der Buchdrucker« de» »erei»!, eo. viaiienhauiet in Hanau.
General-Anzeiger
KUlllchts Organ für S1aM= na) Färm Sanaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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»«anlworü. RedaNturr 9. Schricker N H««.
Mx. 269 ^ernsprechanschlttf; Nr. 605.
Siciiftaa dril 16. Novcmbcr
Aernsprechanschlutz Nr. 605. 1909
Die beutUe9lnmmer nmMt Miet LHritfgÄybkf).
14 Seiten.
Amtliches.
Eandkräs Ranau.
Nach einer Mitteilung des Herrn Ministers des Innern wird am 1. Dezember 1909 im preußischen Staate eine außerordentliche Viehzählung staufinden. Voraussichtlich wird seitens der Ortsbehörden vielfach an Volkeschullehrrr das Ersuchen gerichtet werden, sich an der Ausführung des Zähl- geschäfies zu beteiligen. Soweit die Lehrer bereit sind, dabei ihre Mitwirkung einireten zu lassen, genehmige ich, daß der ihnen oblieaende Unterricht an dem gedachten Tage ausfällt. (A Nr. 1385 U III 0.)
Berlin W 64 den 23. Oktober 1909.
Der Minister der geistlichen, UnterrichtS- und Medizinal-Angelegenheiten.
Vorstehenden Erlaß bringe ich hiermit zur Kenntnis der Herren Lehrer des Kreise«.
Hanau den 12. November 1909.
Der Königliche Landrat.
V 6250 Frhr. L a u r.
Stadtkreis Ran au.
Äetmttltmttchu
Das Ergebnis der in der Zeit vom 8.—13. November ” vorgenommenen Ergänzung-- und Ersatzwahlen für die Siadtverordneten-Versammlung ist folgende«;
III. Wahlabteilung.
ES haben insgesamt 8998 Stimmberechtigte von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht; die absolute Stimmenmehrheit beträgt demnach 2000 Stimmen. Die absolute Stimmen« Mehrheit und zugleich die meisten Stimmen haben folgende Herren erhalten, die somit gewählt sind:
1. Craß, Karl, Gewerkschaflsbeamter,
2. Hoch, Gustav, Reichstagsabgeordneter,
3. Schreiber, Eduard, Goldarbeiter,
4. Dr. Wagner, Georg, Arzt.
II. Wahlabteilung.
ES haben insgesamt 391 Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht; die absolute Stimmenmehrheit beträgt demnach 196 Stimmen. Die absolute Stimmenmehrheit und
Konzert des LchrclsSngcrchorcs.
In dem am 25. November er. stattfindenden Konzert bei Lehrer sängerchores wirkt bekanntlich der Pianist Herr Alfred Hoehn aus Frankfurt a. M. solistisch mit. Der noch junge, hervorragend begabte Künstler ist bereits in den größten Städten: Berlin, Hamburg, Leipzig usw. mit großem Erfolge aufgetreten, und glänzende Rezensionen stehen ihm Zur Seite. Es steht zweifellos fest, daß er sich neben unseren bebe trübsten Pianisten einen Platz errungen hat.
Da Herr Hoehn erst seit einem Jahre einen SiegeSzug durch die Konzerisäle Deutschlands macht, ist er vielen noch eine unbekannte Erscheinung; auch in unserer Stadt wird man den Namen „Hoehn" kaum kennen. Wir lassen darum zur Beurteilung seiner großartigen Leistungen einige Kritiken folgen :
B e r l i n e r L o k a l - A n z e i g e r. 21. März 1909. Achtung! Ein eminentes piamstischcs Talent, vielleicht ein Genie wurde gestern lSamStag) in der Person des hier noch völlig unbekannten Alfred Hoehn (Bechstein-Saal) ent» berft. Schon das erste Stück, die Hammerklaviersonate op. 106 Beethovens, ließ keinen Zweifel übrig, daß hier einer, dem sich großartige technische Eigenschaften mit echt munkaljschem Empfinden einten, vor die Oeffenllichkeii trat. Unb dazu dieses geistige Eindringen in die seltsame Ideenwelt des letzt n Beethoven. Da verschwinden alle kleinlichen Bedenken; leicht scheint mir die Prophezeiung, daß hier einer der ganz Großen heranreist.
National-Zeitung. 24. März 1909.
AIs großes Klaviertalent, von dem in Zukunft viel die Rede sein dürfte, hat sich am 20. März im Bechstein-Saal der erst 2ljähriae Alfred Hoehn entpuppt. Besonders Beethovens Hammerklavier-Sonale war eine Leistung, wie sie kaum überboten werden kann; zu bedauern ist eS, daß dieser Künstler erst am Schluffe der Saison sich hier hat hören
zugleich die meisten Stimmen haben erhalten die nachgenannten Herren, dir somit gewählt sind:
1. BerngeS, Otto, Metastwarmfabrikant,
2. Birkner, LouiS, Privatier,
3. Kämmerer jun., Wilhelm, Fabrikdirektor,
4. Wohlfarth, Hermann, Baurat, LandeS-Bauinspektor.
I. Wahlabtcilung.
Es haben insgesamt 32 Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht, sodaß die absolute Stimmenmehrheit 17 Stimmen beträgt. Mehr als die absolute Stimmenmehrheit und zugleich die meisten Stimmen haben die nachgenannten Herren erhalten, die sonach gewählt sind:
ErgänzungSwahl:
1. Ohl, Joh. Christ., Dijoulericfabrikant,
2. Deines, Georg, Bijouteriefabrikant,
3. Koburger, Philipp, Juwelenhändler,
4. Dr. Küch, Richard, Chemiker.
Ersatzwahl:
Brüning, Heinrich, Kommerzienrat.
Nach § 29 Absatz 2 der Städte-Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 kann von jedem Stimmberechtigten innerhalb zweier Wochen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses bei dem Magistrate Einspruch gegen daS stattgehabte Wahlversahren erhoben werden.
Hanau dm 15. November 1909.
Der Magistrat.
Hild. 25907
Bekanntmachung.
Am Donnerstag den 18. d. Mts., vormittags 0 Uhr, findet im unteren Saale des Neustädter Rathauses, Zimmer I, öffentliche Sitzung des Kanfmanns- gerkchts statt.
Hanau den 9. November 1909.
Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.
Hild. 25905
Hus Hanau Stadt und Eand
Hanan, 16. November.
• Redaktionell. Des Butz- und BettageS wegen erscheint die nächste Nummer unseres BlatteS erst Donnerstag den 18. November zu gewohnter Stunde.
* Vasstert. Auf der Reise nach Baden-Baden passierte heute früh 8 Uhr 55 Min. St. Maj. der Kaiser mit Sonder- rua die hiesige Station.
lassen, nachdem er bereits vor Wochen zum Beispiel in Hamburg einen glänzenden Erfolg gehabt hat.
Der Reich-anzeiger. 23. März 1909.
Im Saal Bechstein konnte man zu derselben Stunde un» gewöhnlich gute pianistische Leistungen hören. Alfred Hoehn zeigte sich in seinen Vorträgen als ein Meister des Klavier- spiels ; mit überraschender Sicherheit und klarem Zielbewußtsein, die unwideist hlich fesselten, legte er den Gedankengang der Hammerklaviersonate Beethoven- dar, und mit seltener Feinfühligkeit in der Auffassung und ungewöhnlicher Kraft der Gestaltung wurde sie vorgeführt. Es war ein wirklicher Genuß, dem jungen Künstler zu lauschen.
NeueHamburgerZeitunq. 26. Januar 1909.
Zum zweiten Male in dieser Saison erschien der Pianist Alfred Hoehn vor dem Hamburger Publikum, konnte aber dieses Mal der Mitwirkung einer Gesangskraft entraten, da man seine pianistische und vor allem musikalische Bedeutung schon beim ersten Auftreten allgemein anerkannt hatte. So erschien er denn mit einem vornehmen Programm, dessen Hauptwerk Beethovens große Sonate „für das Hammer- klavier" op. 106 B-dur bildete. Bei dieser konnte der Künstler in noch höherem Maße als im vorigen Konzerte in der Schumann-Sonate sein feines musikalisches Empfinden und sein Sul gefiel offenbaren Er legte den Hörern dieses komplizierte Werk mit einer Klarheit der Gliederung, einer Eindringlichkeit der Empfindung und einer Schärfe der Charakiennik dar, die besonders in Anbetracht der Jugend des Künstlers Bewunderung erregen mußte und lebhaften Beifall auslöste. Die früher erwähnten rein äußerlichen Mängel waren jetzt nicht mehr zu bemerken bis auf vereinzeltes zu scharfes Hervorstechen des Themas in der großen Schillinge. An zweiter Stelle folgten drei Kompositionen von Biahms, zunächst die beiden tiefinnerlichen Intermezzo op. 118 Es-moll und op. 117 Es-dur, deren musikalische Feinheiten Herr Hoehn mit derselben Hin ave und Wärme rum Ausdruck brachte, die er Beethoven hatte zu teil werden
• Marienkirche. Der AbendgoiteSdienst in bet Marienkirche beginnt am Buß» und Betrag um 5 Uhr nachmittag«.
* Beförderung. Nach einer Berliner Zeitung-meldung ist Polizeipräsident v. Schenck in Wiesbaden, der frühere Landrat des Kreises Hanau, für den erledigten Posten des Magdeburger Regierungspräsidenten in Aussicht genommen.
* Oratorienverein. Wir verweisen hiermit nochmals auf die heute abend für Damen und Herren im Stadt- schloß statlfindende Probe. Zahlreiches Erscheinen erwünscht.
* Jubiläum Heck-Zimmermann. Im Schaufenster beS KunstsalonS von König« Hosbuchhandlung sin- gegenwärtig bis Ende dieser Woche die Geschenke ausgestellt, welche die Herren Prof. Hugo Heck und Ernst Zimmermann anläßlich ihre» 25 jährigen Dirnstjubi- lâum« an der kgl. Zeichenakademie erhalten haben.. Die beiden großen, in einfachen edlen Formen auSgeführtr» silbernen Becher wurden vom Lehrerkollegium überreicht, von Schleißner Söhne auSgeführt uud von A'a- demitlehrerGertenbech graviert. Die Akademiefchülrr- Vereinigung übergab zwei geschmackvoll entworfene lederne Mappen mit reichem Silberbeschlag, welche Zeichnungen, Aquarelle, Radierungen und Lithographien von Mitgliedern der Vereinigung enthalten. Der Entwurf der Mappen stammt von Friedr. Feger, an der Ausführung beteiligten sich Feger, Best, Benninghoven, Zimmerer, Troschk«, Berthold und Frl. Auguste Gertenbach. Die zum Teil sorgfältig auSgeführten ober flott behandelten Zeichnungen unt Bilder sind vielfach Aufnahmen auS dem Museum bei Hanauer GeschichlSvrrrinS und daher von ganz besonderem Wert, so das prächtige Bild des Althanauer Stübchrnè, da« Hanauer Porzellan, die Schmiedearbeiten re. Folgende Mitglieder der Akademieschüler-Dereinigung finden wir durch Zeichnungen rc. vertreten: Fritz Bach, Willi Beschor, Josef Best, Friedr. Feger, Otto Geibel, Wilh. Gruber, Karl Heilmann, Paul Hölzer, Arno Hofmann, Otto Kämpfer, Paul Krriten, Karl Lang, Georg Lückbardt, Ludwig Mackenroth, Wilh. Ohler, Karl Troschke, Jakob Winkler. Die Wid- mungsurkunden wurden von Mackenroth und Lang auSgeführt, während Wilh. Gruber die Siegel modellierte. Die Akademische Verbindung „C e l l i n i" überreichte Herrn Prof. Heck einen in nordisch-romanischen Formen von Oskar Andersen entworfenen zierlichen silbernen Becher, an dessen Ausführung sich der Genannte und der Vorsitzende der Verbindung, Ferdinand Knell, beteiligten. Die dem Jubilar Zimmermann gewidmete Kassette, welche dessen Werk „Hanau Stadt und Land" aufnehmen soll, ist von Ferdinand Spielmann entworfen und von Bank, Fischbach, Glaser, Knell, Daumüller und Stobbe auSgeführt worden.
»- — —..... ..................... lassen. Mit jugendlichem Feuer und echter Begeisterung griff er sodann die Rhapsodie op. 119 Es-dur an, deren hinreißende Gewalt in ihm einen nach jeder Richtung vollwertigen Vertreter fand, so daß man ihm auch für diese Gaben herzlich dankte. Die trefflichen künstlerischen Eigenschaften bei Herrn Hoehn ließen auch bie ferner gespielten Kompositionen von d'Albert, Debussy und Liszt brillant zur Geltung kommen.
Kunst und Leben.
* Die Hanauer im Offenbacher Interim-theater. DaS war wieder einmal ein recht erfreulicher Theaterabend am Montag, an dem „Im weißen Röß't" gegeben wurde, und dieser alte Renner mit seinem urwüchsigen Humor und seiner nie versagenden Komik hatte wiederum seine volle Zugkraft ausgeübt und ein recht volles HauS gebracht. Und die Theaterllimmung war die denkbar beste. Die lustigen, drolligen Vorgänge auf der Bühne, die sich alle recht phi- liström-ehrsam abspielen und keine Pikanterien enthalten, die sonst so gern vom Publikum gehört, hinterher aber von ihm mit ehrlicher Entrüstung verdammt werden, fanden ein gutgelauntes und äußerst beifallsfreudig gestimmtes Publikum, daS dem alten Schlager einen unbestrittenen Erfolg bereitete. Es war nicht nur'daS Stück, daS so bezwingend wirkte, sondern auch die Darstellung der einzelnen Typen, die sich in dem allbekannten hübschen Rahmen bewegte und in ihrem Gesamteindruck recht erfreuliche Bilder bot. Daß es in szenischer Hinsicht an manchem fehlte, daS muß man eben den unhaltbaren Theaterverhältnissen zuschreiben, aber Direktor Stef ft er hatte in anerkennenswerter Weise mit den geringen Mitteln gemacht, waS zu machen war. Nun zu der Aufführung selbst. Sie brachte eine in dem engen und einheitlichen Zusammenwirken aller Faktoren sehr gelungene Neueinstudierung. Die einzelnen Rollen waren sämtlich gut verteilt und in so trefflicher Besetzung, daß der Erfolg nicht ausbleiben konnte. Obenan stand Direktor Steffter in der Darstellung des typischen Zählkellners Leo. pold Brandmeyer der in dieser dankbaren Rolle bi» fteiaen.