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BezugSprelSr

Vierteljährlich 1,80 Ml., monatlich 60 Pfg., für s«S- «ârtige Abonnenten mit dem betreffenden Postlmfjchtar« Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. ct. Waisenhauses in Hanan,

Genrral-Anzeiger

KMlihts Organ für Stabb und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EiurückungS gebühr r

Die fünf gespaltene Petitzeiie oder deren Raum Sy yf^, im NeklameuleU die Zeit« 45 Pfg.

«ercmiwortl. Redakteur: G. Schrecker « ha»»».

Nr. 268 K»n!pr«»anichl,,s> Nr. 605. Moiltlig dcil 15. Novcmbcr

Nernlprechanlchliih Nr. 605. 1909

SS

Amtliches.

Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.

Zur Erleichterung des Geldverkthrs haben wir Anord­nung getroffen, daß Inhaber von Guthaben bei der ftävtis t en Sparkasse die der Sta-tkasse irgendwelche Beiiâge an Steuern, Mieten und dergl. schulden lausgenommen sind bit Kassen des Gas-, Elektriziiâis- und Wasserwerks), ^afffttnn durch Ueberweisung von ihrem Sparkosien-Gnt- Haben leisten können. Sparer, die von dieser Einrichtung Gebrauch machen wollen, haben tu diesem Zwecke die Steuer­zettel, Mielqnittungsbücher, Anforderunasschreiben u. s. w. mit dem Sparbuche bei der Sparkasse abzugeben; d>e Papiere werden nach Einiragnng der Ueberweisung im Sparbuche als Rückzahlung und Abstempelung der Sieuerzeitel re. dem Sparer alsbald zurückgegeben. Es wird jedoch bemerkt, daß Sleuer-Ueberweisungen nur bis zum jeweiligen letzten Fälligkeitstage (15. Ma', 15. August, 15. November, 15. Februar) staufinden können und nach diesen Tagen Zahlung an die Sieuerkasse zu erfolgen hat.

Hanau den 4. November 1909.

Der Magistrat.

Hild. 25685

Bekanntmachung.

Durch Beschluß des Königlichen Amtsgerichts, Abteilung 2, inHanaa , vom 10. Nouxu«orr 1909. die Wsuvc^ des Konsuls Ho Ung, Maria Hoting in Hanau, wegen Verschwendung entmündigt.

Hanau den 10. November 1909.

Königliches Amtsgericht 2. 25781

Handelskammer zu Hanau,

Gemäß § 16 des Gesetzes betr. die Errichtung von Handelskammern vom 24. 2. 1870 / 19. 8. 1897 sind vor Schluß des laufenden Kalenderjahres Wahlen zur Handelskammer vorzunehmen für folgende Wahlbezirke:

1. Stadt- und Landkreis Hanan: Ergänzungswahl für die Herren Heinrich Bracker, Albert Deines, G u sta v G u st i n e, Rudolf Treusch zu Hanau, 2. Kreis Fulda: Ergänzungswahl für Herrn Max Eicke nscheidt zu Fulda,

.-3. Kreis Gelnhausen: Ergänzungswahl für Herrn Direkior Eduard Brendlezu Gelnhausen,

4. Kreis Schlüchtern: Ergänzungswahl für Herrn Ferdinand Fenner zu Schlüchtern,

5. Kreis Hünfeld r Ergânzungswahl für Herrn Hein­rich Aha zu Hünfeld,

6. Kreis Gersfeld : Ergänzungswahl für Herrn Franz Schüßler zu Gersfeld.

Zur Vorbereitung dieser Wahlen ist gemäß § 11 ge- nannien Gesetzes für jeden Wahlbezirk eine Liste der Wahlberechtigten aufgestellt worden, welche 1 Woche lang öffentlich auszulegen ist. Diese Auslegung findet Vom 29. November bis 4. Dezember statt, und zwar für den Wahlbezirk Stadt- und Landkreis Hanau auf der Handelskammer (Stadtschloß zu Hanau), für die übrigen Wahlbezirk« auf den betr. Königlichen Landratsämtern.

Etwaige Einwendungen gegen die Wählerliste sind innerhalb 1 Woche nach beendigter Auslegung, d. h. bis zum 11. Dezember, bei der Handelskammer anzubringen.

Zu Wahlkommissaren sind bestellt worden für den Wahlbezirk :

1. Stadt- und Landkreis Hanau: Herr Kommerzienrat C a n 1 h a l,

2. Kreis Fulda: Herr Ferd. Neitzert,

3. Kreis G e l n h â u s e n: Herr Georg Meles,

4. Kreis Schlüchtern: Herr Ferd. Fenner,

5. Kreis Hünfeld: Herr Ferd. Neitzert zu Fulda,

6. Kreis Gersfeld: Herr Ferd. Neitzert zu Fulda.

Hanau den 15. November 1909.

Die Handelskammer zu Hanau.

C a n t h a l.

Der Syndikus.

25809 Dr. phil. Grambow.

Hafer, Heu und Roggcustroh lauft auch für Babenhausen 25017

Proviantamt Hanau.

Gefundene und verlorene Gegellstiinde re.

Gefunden: 1 gefütterter Damenschuh, 1 blaue Mütze mit den Buchstaben K. P., 1 unechtes Kinder-Korallenarm­band, 1 Lieferschembuch.

Verloren: 2 Zehnmarkstücke, 1 braunes Portemonnaie mit etwa 78 Mk., 1 Portemonnaie mit etwa 8 Mk., 50 Stück An- und Abmeldeformulare der Ortskrankenkaffe für den Landkreis Hanau.

Zugelaufen: 1 gelbes Huhn (am linken Fuß «in roter Faden).

Entlaufen: 1 grauer Pinscher m. Geschl.

Hanau den 15. November 1909.

PolitiTAe Rundschau.

Der Kaiser traf gestern mit dem Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich, dem Kronprinzen und den übrigen Jagdgästen abends um 11 Uhr 25 Min. auf der Station Wildpark ein und begab sich in das Neue Palais. Eine weitere Meldung besagt: Dom Neuen PalaiS kommend, wo die österreichischen Herrschaften sich von der Kaiserin verabschiedet hatten, trafen der Kaiser, sowie der Erzherzog-Thronfolger und Gemahlin um 3*/s Uhr im Auto­mobil in Chailottenburg ein und besuchten das Mausoleum Kaiser Wilhelm I. und das Charlottenburger Schloß. Darauf geleitete der Kaiser die Gäste zum Bahnhof Char­lottenburg, von wo nach herzlicher Verabschiedung die österreichischen Herrschaften um 4\* Uhr die Abreise an- traten.

Der Bundesrat erklärte sich in seiner Plenarsitzung am Donnerstag, wie zur Ergänzung unserer telegraphischen Mitteilung nachgetragen sei, mit der Ausprägung von Drei­markstücken in Form von Denkmünzen auS Anlaß der be­vorstehenden Vermählung des Großherzogs von Sachsen und der Prinzessin Feodora von Sachsen-Meiningen einverstanden. Die Vorlage, betreffend den Zollverwaltungskostenetat für Luxemburg, und der Entwurf eines Verzeichniffes der Orte, an denen sich gemäß §§ 1, 2 der Weinzollordnung zu­ständige Zollstellen befinden, wurden genehmigt. Annahme fanden ferner die Vorlage, betreffend die Bestimmungen für die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Anlagen, die zur Herstellung von Zichorie dienen, die Vorlage, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen in Betrieben zur Herstellung von Fischkonserven, und die Vorlage, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen in Betrieben zur Herstellung von Gemüse- oder Obstkonserven sowie von Gemüse- und Obstprâservrn.

Vom beutf(f)cn Stâdtetag. Unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters fand am 18. d. M. im Berliner Rathause eine zahlreich besuchte Vorstandssitzung des deutschen Stâdietages statt. Es wurde beschlossen, von einem Beschluß über die Unterwerfung des Reichsfiskus unter das Gemeinde­st euerrecht vorläufig Abstand zu nehmen, aber den Reichs­kanzler zu ersuchen, den betreffenden Gesetzentwurf dem Vor­stände zugänglich zu machen. Ferner wurde beschlossen, an den Bundesrat und an den Reichstag eine Petition zu richten, die Städte von der Talonsteuer zu befreien. Bezüglich der Reichs-Werlzuwachssteuer wurde beschlossen, die Städte auf­zufordern, sich gegen di« Reichs-Wertzuwachssteuer mit allen Mitteln zu wehren.

Der badische Landtag wird am 22. November durch den Großherzog eröffnet. Der Großherzog ernannte den Prinzen Max von Baden zum Präsidenten der ersten Kammer. Zu Mitgliedern der ersten Kammer wurden ernannt: der Oberlandesgericbtsprästdent Dr. Dorner, der Geh. Rat Dr. Bürklin, der Ministerialdirektor im Justtzamt Dr. Hübsch und der Professor Dr. Hans Thoma.

Dem Grofjherzog von Sachsen soll zu seiner am 4. Januar n. I. statifindenden Vermählung mit der Prin­zessin Feodora von Sacbsen-Meiningen ein Landesgescbenk dargebracht werden. Zur Ausführung dieses Gedankens ist eine Vereinigung von Männern aus allen Teilen des Groß- berzoglums unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Geh. Regierungsrats Pabst zu Weimar als Landeskomitee zu- sammenoetrelen. Die'es Komitee hat 'beschlossen, alsbald im ganzen Lande Sammlungen zu veranstalten und das Ergeb­nis derselben am Einzugslage dem ueur rmählten Paar unter Beifügung einer Naiuensliste der Spender als Ehrengabe mit der Bitte zu überreichen, die dargebrachte Summe zu wohltätigen oder gemeinnützigen Zwecken zum Besten des Landes zu verwenden.

Ein Generalpardon für Steuerhinterziehungen ist in Bayern mit der Steuerreform beschlossen worden. Die betreffende Bestimmung lautet:Wer im ersten Veranlagungs- verfahren nach dem Einkommensteuergesetz, dem Gewerbr-

steuergesetz und dem Kapitalrentengesetz freiwillig Einkünfte oder Erträge angibt, die vor dem 1. Januar 1911 nicht besteuert waren, soll wegen unterbliebener, unrichtiger oder unvollständiger Angaben Steuernachholungen oder Be­strafungen nicht zu gewärtigen haben."

Eine Interpellation über die Kieler Werst- asfäre. Eine Interpellation über die Unterschleife auf der Kieler Reichswerft ist von der freisinnigen Fraktionsgemein- schâft im Reichstag« eingebracht worden. Die in Kiel wohnenden Abgeordneten Leonhart und Strube haben mit Unterstützung der übrigen Fraktionsgemeinschaft folgende Interpellation eingereicht: Ist der Herr Reichskanzler bereit, durchgreifende Maßnahmen zu treffen, um Unregelmäßig­keiten und Unterschleife im Betriebe der Kaiserlichen Werften, wie solche durch di« Verhandlungen vor dem Kieler Schwur­gericht bekannt geworden sind, in Zunkunft zu verhindern? Ist insbesondere der Herr Reichskanzler bereit, unverzüglich Anordnungen zu treffen, durch die eine sparsamere Wirt­schaft, sowie eine nach kaufniännischen Grundsätzen einge­richtete Buchführung und ein« wirksame Kontrolle im Werft- betriebe gesichert wird?

Eine Proteftversammlung der tschechischnationalen Partei in Prag gegen die Sanktionierung der Sprachengesetze für die deutschen Kronlânder wurde wegen einer Rede des Abgeordneten Fresel aufgelöst. Bei den hierauf folgenden Kundgebungen in der Stadt kam es auf dem Wenrelsplatz und am Graben zu Zusammenstößen mit der Polizei, die schließlich die Menge zerstreute.

Zum Präsidenten des ungarischen Abgeord­netenhauses wurde an Stelle JusthS Alexander Gaal boffuthyortei) gewählt; zu Vizevräüd-nte" Noaway (Vrr- fassungspartei) und Stefan Rakowsky (Volkspartei). Minister­präsident Dr. Wekerle wird am Sonniag, die Minister Koffuth und Graf Andraffy werden am Montag vom Könige in Audienz empfangen.

Der französische Finanzminister und der Ministerpräsident werden in der Kammer darlegen, daß es unumgänglich notwendig sei, für das Budget neue Ein­nahmequellen aus Steuern zu finden, die im übrigen ver­schieden sein konnten von denen, welche die Regierung vor- geschlagen habe. Ministerpräsident Briand wird in der Kammer gegenüber den Anträgen, die neuen Steuern en bloc abzulehnen, dir Vertrauensfrage stellen, da er in diesem Vorgehen ein Zeichen des Mißtrauens gegen dir Re­gierung erblicke. Die Regierung werde sich gegen den Plan einer Anleihe wenden, durch welche da» Arbeiterversorgungs­gesetz gefährdet werden würde.

Lord Charles Beresford hielt am Samstag abend in Bristol eine Rede, in welcher er ausführte, die Flotte Jet für einen Krieg nicht vorbereitet, außerdem fehlten für vier Schlachtschiffe und Kreuzer Vorräte und Dockgelrgrnheiten. ES sei keine Kohlenreserve vorhanden. Der MannschaftS- bestand sei nicht ausreichend. Die Manöver in den Jahren 1908 und 1909 bezeichnete er als Paree.

Der schwedische Arbeitgeberverein beschloß di« Aussperrung bei den Eisenwerken sofort aufzuheben. Di« auf Veranlassung derRegierung unternommenen Dermittelungs- versuche in den noch bestehenden Arbeitsstreitigkeilen scheiterten heut: wegen Meinungsverschiedenheiten betreffend die formeller: Bestimmungen für die Lösung des Arbeitskonflikts.

Der Kaiser von Nntzland sprach dem General Snarski, sowie den Offizieren und Mannschaften des De­tachements, welches im «April 1909 nach Täbris entsandt wurde, für die musterhafte Erfüllung ihrer Aufgabe unter den schwierigen Dienstumständen seinen Dank auS.

DaS türkische Budget für 1910 wurde der Kammer unterbreitet. Es beziffert sich auf 30 266 886 Pfund gegen 30 528 624 Pfund im Vorjahre. Die Staatseinnahmen be­laufen sich auf 25 850 000 Pfund. Für das Kriegsministerium sind im Budget 8 280 452 Pfund und für di« Marine 1 000 327 Pfund eingestellt.

Hus aller Welt.

Oberlandesgerichtsprästdent Dr. Sieveking f. Wie gemeldet wird, ist OberlandesgerichtSprästdent Dr. Sieveking in Hamburg gestorben.

Sturm und Unwetter. Mit Ausnahme des Westens liefen am Samstag aus allen Gegenden Deutschlands Mel- düngen über schwere Unwetter ein. Wenn auch, falls von der Küste nicht noch Hiobsposten eintreffen, Verluste an Menschenleben nicht zu beklagen sind, so dürfte doch der an­gerichtete Sachschaden mehrere Millionen betragen. Die Telephon- und Telegraphenleitungen waren den ganzen Nachmittag unterbrochen, und erst in den späten Abend­stunden konnten wenigstens auf den Harwtlinien Nachrichten wieder übermittelt werden.