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U-tatios-druS und verlaq der Buchdruckerei de» verein, ö. DailenhauseS in Hanau.

Gelleral-Anzeiger

Amtliches Orga« für Stöbt» un) MKreis Sana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die fstufgespalttm! Petttzeil« oder der« Nau« Ä A».

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B«a«t»srL Redakt««: & Schrecker la $aaw.

Nl. 266 Fernsprechanschlich Nr. 605,

Freitag den 12. November

Fernsprechanschlich Nr. 605» 1909

Amtliches.

Landkreis Fjanau.

Wegen Vornahme von Dampfmalzarbeiten auf der Hanauerstraffe in Langendiebach wird diese Siraße (Landweg) von der neuen Schule bis zur Klein- bahn vom 15. bis einschl. 24. d. Mts. für Kraft- fah' zeuge jeglicher Art und für alle Fuhrwerke polizeilich gesperrt.

Die Fahrzeuge können durch die Nebenstraßen verkehren. Hanau den 11. November 1909.

Der Königliche Landrat.

V 6188 Frhr. Laur.

Stadtkreis Fyanau. Bekanntmachung.

Nach Ausbau des Hasenpfades auf eine Strecke von rund 84 m von der Jahnstraße ab sind die Straßenkosten- beitrâge für diese Strecke für 1 lfd. m Baugrundstücksfront auf Grund der Abrechnung der Bauarbeiten festgesetzt wie folgt:

1. Freilegung 34,62 Mk.

2, Erste Einrichtung 53,10 Mk.

Die Kosten der Entwässerung betragen ortsstatutarisch 25 Mk. für 1 Ifd. m Baugrundstücksfront.

Hanau den 6. November 1909.

Der Magistrat.

_ Bode. 25551

Handelsregister.

, /Das bisher von dem Kaufmann Hermann Stern au M Hanau unter der Firma

I. Berger

zu Hanau betriebene Handelsgeschäft ist auf Fräulein Babette Weidert in Hanau übergegangen, welche das Geschäft unter der abgeândertrn Firma

J. Berger Nachfolger

zu Hanau als Einzelkaufmann fort'ührt. Die Prokura der Ehefrau des Kaufmanns Hermann Siernau, Johanna geb. Berger in Hanau ist durch Uebergang des Geschäfts erloschen.

Hanau den 6. November 1909.

Königliches Amtsgericht 5. 25543

Hafer, Hen und Roggcustroh kauft auch für Babenhausen 25017

_______ Proviantamt Hanan.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 neue Sturmlaterne, 1 unechter Trauring, 1 schwarzer gehâkel-er Umhang, 1 schwarzes Kinderporte­monnaie mit 67 Pfg.

Verloren: 1 schwarzes Satinfutteral für einen Hand­koffer, 1 grünliches Damenporlemonnaie mit 1,60 Mk., 1 Block weiße Fahrscheine der Straßenbahn.

Zugelaufen: 1 gelber Pinscher, 1 roter langhaariger Wachtelhund, 1 gelber Hund <Fuchshund), 1 getigerte Bull­dogge, m. Geschl., 1 junger schwarzer Rehpinscher, w. Geschl. Entlaufen: 1 junger schwarzer Dobermannpinscher, w. Geschl.

Hanau den 12. November 1909.

Politische Rundschau*

Der Reichskanzler begab sich gestern abend nach Potsdam, um an der musikalischen Soiree teilzunehmen, die sich an die zu Ehren des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Gemahlin veranstaltete Hoftafel anschließt.

Staatssekretär Dernburg ist wieder in Berlin ein- getroffen, beabsichtigt aber, nach London zurückzukehren, um am 24. November an Besprechungen über die englisch- deutschen Beziehungen und an einem Bankett in der Londoner Handelskammer teilninebmen.

Die Generalsynode nahm einstimmig auch in zweiter Lesung den Gesetzentwurf betreffend das Verfahren bei Be­anstandung der Lehre der Geistlichen an.

Zu Ehren des Erzherzogs Franz Ferdinand und der Herzogin von Hohenberg, seiner Gemahlin, fand gestern abend bei dem Kaiserpaar in der Jaspis-Galerie Abendtastl stait, an welcher außer dem Kaiser und der Kaiserin, dem Erzherzog mit seiner Gemahlin, dem Kron­prinzen und der Kronvrinieistn von Griechenland und die in

Berlin anwesenden Fürstlichkeiten teilnahmen. Geladen waren u. a. die Umgebungen des Kaiserpaares mit ihren Ge­mahlinnen, das Gefolge der Fürstlichkeiten, der Botschafter von Szogyeny-Maeich, die Mitglieder der österreichisch-unga­rischen Botschaft, der Reichskanzler, der Staatssekretär des Auswärtigen, der griechische Gesandte Rhangabè, sowie die Spitzen der Potsdamer Behörden, sämtlich mit ihren Damen. An die Tafel schloß sich eine musikalische Abendunterhaltung im Muschelsaal.

Die Eröffnung deS sächsischen Landtages. Gestern mittag 1 Uhr ist im Thronsaale des königlichen Residenzschloffes zp Dresden der Landtag dlirch den König feierlich eröffnet worden. Der Feier wohnten die Herren des diplomatischen KorpS, die Spitzen der Zivil-und Militär­behörden sowie die Herren der Hofrangordnung bei. Der Vorsitzende Minister im Gesamtministerium Dr. Rüger über­reichte dem König die Thronrede, die dieser verlas. Sie entbietet zunächst den beiden Ständekammern den Willkomm­gruß und gedenkt der Tatsache, daß sich die Zweite Kammer auf Grund eines neuen Wahlgesetzes versammelt habe, das dem Frieden des Landes und der Wohlfahrt aller Schichten des Volkes dienen solle. Die Thronrede erwähnt sodann die Besuche, die der König mit einer größeren Anzahl deutscher Fürsten ausgetauscht hat, gedenkt der Teilnahme fürstlicher Personen an den Jubiläumsfeiern verschiedener Truppenteile und sagt u. a.:Durste ich bei den Begeg­nungen mit meinen hohen V-rbnndeten erneut mit ihnen die Ueberzeugung austauschen, daß die Treue zu Kaiser und Reich die Richtschnur unserer innern deutschen Politik bilden muß, so war es mir eine um so größere Freude, bei den diesjährigen Herbstmanövern seine Majestät den Kaiser alS meinen lieben hochwillkommenen Gast begrüßen und auS seinem Munde die Anerkennung für die Haltung meiner Truppen vernehmen zu können." Die Thronrede wirft dann einen Rückblick auf die fünfhundertjähri'gr Jubelfeier der Universität Leipzig und geht des weiteren auf den Staats­haushaltsetat für die nächste Finanzperiode ein, der nam­hafte Ausgaben zugunsten der Beamten, Geistlichen, Lehrer u. f. w. und ihrer Hinterbliebenen aufweist. Da vermehrte und neue Staaisbedürfnisse zu berücksichtigen waren, habe die Herstellung des Gleichgewichts zwischen den Einnahmen und Ausgaben diesmal besondere Schwierigkeiten geboten; jedoch sei es gelungen, den Etat ohne erhöhte Anforderungen an die Steuerkraft des Landes ins Gleichgewicht zu bringen. Weiter heißt es in der Thronrede:Von den vor einigen Monaten erlassenen Sienergesetzen des Reichs darf erwartet werden, daß sie der Reichskasse denjenigen Mehrbetrag an fortlaufenden Deckungsmitteln zuführen, der erforderlich ist, um bei sparsamer Führung deS Reichshaushaltsetats den Reichsbedarf aufzubringen und einem weiteren unverhältnis­mäßigen - Anwachsen der Reichsschuld wirksam vorzubeugen. Leider ist es den verbündeten Regierungen nicht gelungen, gleichzeitig die seit langem angestrebte Regelung des finan­ziellen Verhältnisses der Bundesstaaten zum Reich zu erzielen. In dieser Beziehung bei sich darbietender Gelegenheit auf eine Aenderung hinzuwirken, wird meine Regierung fortge­setzt alS ihre Aufgabe betrachten." Auf dem Gebiet der Berggeietzgebung kündigt die Thronrede einen Eniwurf an, wonach die Sicherheit des Betriebes durch gewählte Berg­arbeiter mit überwacht werden soll. Ferner werde es die Regierung nach wie vor als ihre ernsteste Aufgabe betrachten, dem Volke die Religion zu erhalten. Auf dem Gebiete der Unterrichlsverwaltung werden drei Gesetzentwürfe vorgelegt werden. Diese betreffen die künfti e Gestaltung der höheren Mädchenschulbildung zur besseren Ausbildung deS weiblichen Geschlechts für seine späteren Berufsmöglichkeiten, ferner die Anstellungsverhältnisse der Fachlehrerinnen an den Volks­schulen, sowie die Abänderung des Gesetzes über die Schul­steuern. Zum Schluß kündigt die Thronrede Gesetzentwürfe über die Landesbraudversicherungsanstalten und über die Feuerversicherung bei privaten Umernehmungen an und wünscht den Arbeiten der Stände ein glückliches Gedeihen zum Wohle des Landes. Nach Verleümg der Thronrede durch den König und Verlesung der Landtagsmuleilungen durch den vortraaenden Rat Dr. Schröder trat Surats- minister Dr. Ruger vor die Stufen des Thrones und er» Härte auf allerhöchsten Befehl des Königs den 33. ordent­lichen Landtag der Monarchie für eröffnet. Der König ent» blößte das Haupt und verließ ben Throniaal; während dessen brachte der Präsident der Zweiten Kammer Dr. Vogel ein dreimaliges Hoch auf den König aus.

Die bayerische Abgeordnetenkammer hat gestern das Umsatz-Veränderungs-Avgabevgesetz, die Wert­zuwachssteuer und die Hundesteuer angenommen. Sodann wurde in die Beratung der Warenhaussteuer, die den Ge­meinden überwiesen wird, rinaelrelen. Bei einem Jahres­

umsatz von 300 000 Mark wird eine Steuer von 121/» Prozent erhoben, die bei einem Umsatz von 6 Millionen auf 57 Prozent ansteigt. Die Sozialdemokraten und die Libe­ralen lehnen das Gesetz als ein Ausnahmegesetz ab. Die Staatsregierung erklärte, daß auch sie von der Umsatzsteuer nicht befriedigt sei, aber trotzdem auf Annahme deS Gesetzes bestehen müsse.

Französischer Senat. In der fortgesetzten Beratung des ArbeiterveriorgungSgesetzes setzte der ArbeitSminister Viviani an dem von der Kommission angenommenen System auS, daß es die Beiträge der Arbeitgeber zu sehr staffele und nicht zulasse, daß die Beiträge der Arbeiter von den Arbeit­gebern bei den Lohnzahlungen in Abzug gebracht würden; so sei jede wirksame Kontrolle ausgeschlossen. ES ent stehe allmählich ein Defizit, das die Steuerzahler decken müßten. Viviani erklärte sich alS Anhänger der Zwangsversicherung, der Kapitalszahlung und der dreifachen Beitragsleistung durch Staat, Arbeitgeber und Arbeiter.

DaS englische Oberhaus beschäftigt sich jetzt mit den verschiedenen Regierungsvorlagen. Wie man annimmt, wird die zweite Lesung der Finanzbill am 22. November beginnen. Bis jetzt ließ Lord LanSdowne noch nichts über irgend welche AbänderungSanträge zur Finanzbill verlauten.

Die Lage in Ardebil. Infolge der in Ardebil eingtganqenrn Meldung, daß die russischen Truppen im An­marsch sind, beschlossen die Nomadenführer, den von ihnen ernannten Gouverneur Gastar Khan in der Stadt zurückzu­lassen und sich in dem befestigten Lager vor der Stadt zu konzentrieren. Rakhim Khan fährt fort, die Auslieferung der in da« russische Konsulat geflüchteten Personen zu verlangen, versickert aber der russischen Regierung seine Ergebenheit. Die Einwohner Ardebils begrüßen warm das Anrücken der russischen Truppen und drücken zum großen Teil den Wunsch auS, russische Untertanen zu werden.

Kunst und Leben.

Eine staatliche RaViumverkaufSstelle soll in Oester­reich vom Ministerium für öffentliche Arbeiten errichtet wer­den. Bekanntlich ist Oesterreich daS gelobte Land des Nadiumvorkommens. Im nordböhmischen StädtchenJoachimS- thal an der südlichen Abdachung deS Erzgebirges, dessen Silberbergbaue die deutsche Kulturwelt den seit 1517 all silbernen Guldengroschen von den Grafen v. Schlick geprägten (Joachims)thaler verdankt, wird daS Radium aus den früher achtlos weggeworfenen Pechblende-Abfällen deS Uranberg­baues gewonnen, seitdem man die Uranpechblende als den Spender dieser geheimnisvollen Minerals erkannt hat. Sehr ergiebig ist die Radiumgewinnung allerdings nicht, denn es gehören gewaltige Haufen von Pechblende dazu, um ein Gramm Radium zu gewinnen. Den größten Radiumschatz der Welt besitzt die Wiener Akademie der Wissenschaften, und dieser stellt zugleich zusammen mit dem einen Drittelgramm, daS der österreichische Staat dem englischen Chemiker Ramsay für feine weitern Forschungen überlasten hat, die gesamte bis­herige Radiumproduktion von Joachimsthal dar. Aber es sind nur drei Gramm, wovon wieder nur ein Gramm das Radium in völlig reinem Zustande enthält. Als weiteres Ergebnis der Pechblendebearbeitung ist jetzt abermals ein Gramm Radium von Joachimsthal nach Wien gesandt wor­den, das aber noch mit andern Bestandteilen gemischt ist. ES wird zunächst von dem Wiener Radiumspezialisten, Hof­rat Prof. Dr. Franz Exner, der auch der Leiter des von dem Großindustriellen Kupelwieser gestifteten und schon bis zur Dachgleiche gebrachten Instituts für Radiumforschung sem wird, auf seinen Radiumgehalt geprüft und dann durch die staatliche Radiumverkauftzstelle in den Handel gebracht wer­den. Wer kauft Radium? ist also jetzt bie neueste Handels­ankündigung in Oesterreich. Leider werden der Päuser sich nicht allzuviele einstellen, denn so ein Bruchteil eines Gramms Radium kostet schon ein kleines Vermögen.

Hus aller Gleit

Zum Duell kommandiert. Der österreichisch« Ober- leutnant Wilhelm Sidorowitsch vom Infanterieregiment Nr. 102 hatte vor vier Jahren in einer Prager Weinstube ein Renkontre mit dem ungarischen Leutnant Klatz, weil letzterer sich über seine Regimentskameraden abfällig geäußert hatte. Der Ehrenrat seines Regiments erklärte das Be­nehmen des Oberleutnants für einwandfrei, trotzdem wurde ihm aber einige Monate später von seinem Regiments- kommandanten eröffnet, daß die Sache ritterlich auSgetragen werden müsse. Um nicht kassiert zu werden, schlug sich der Oberleutnant mit dem Leutnant und dabei wurde er zum Krüppel. ES wurden ihm nämlich die Sehnen, Nerven und Venen des rechten Armes durchschlagen, so daß der Arm ab­starb. Oberleutnant Sidorowitsch wurde pensioniert und erhielt einen Ruhegehalt von 1456 Kronen. Er brachte dann gegen das Militärärar eine Schadenersatzklage ein,wurde von allen Instanzen bis zum NeickSa,richt aba,wiesen, worauf «