Einzelbild herunterladen
 

DezvgSvreiSr

viâjihrNch 1,80 TOL, monatlich 60 Pf-., für an», sâttigt Abonnenten mit dem betret enden Postaufjchtaz. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

EiarLcknnzsgrbShr r

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein.

Gkntral-Anztigkr

Amtliches Organ für S1aM= uni FanRrcis Hanan.

Die fäafgespaltem Peützeile oder deren Ran« LS Wtz, im NeNamentâ die Zeile *5 Pf^

e». Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

«erantwortl. Redakteur: «.Schrecke, b Hana»

9Jr. 263 ZyernHrechanschlitsi Nr. 605.

Amtliches.

Eandkreis Ranau.

Unter den Schweinen auf dem Reuserhof bei Langen­diebach und in Bischofsheim ist die Schweineseuche erloschen.

Hanau den 8. November 1909.

Der Königliche Landrat.

V6121 Frhr. Laur.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 28. April d. Js. V 2458 (Nr. 99 des diesjährigenHanauer Anzeigers") mache ich die Ortspolizeibehörden des Kreises darauf aufmerksam, daß der Ziehungstermin für die Geld­lotterie des Vereins der mittleren Justizbeamten des Ober- landesgerichis Breslau in Zabrze auf Antrag des Vereins vom 17. Oktober d. Js. auf den 7. Dezember d. Js. verlegt worden ist.

Hanau den 8. November 1909.

Der Königliche Landrat.

J V Nr. 6058 Frhr. Laur.

M.!1-..!! H5BW»>«~ I i III ' ..._

Politische Rundschau.

Eine preußische Landeszentrale für Tang- lingsschntz wurde auf einer Konferenz im Kultusministerium beschlossen.

Der Hanfa-Bttnd besitzt nach einer Mitteilung seines Vorsitzenden Geheimrat Rießer, 387 Zweigvereine. Die Mitgliederzahl umfaßte bereits in den ersten vier Monaten 220 000.

Die Reformen auf den kaiserlichen Wersten. Veranlaßt durch die aufsehenerregendru - Vorgänge, die in dem Kieler Werfiprozeß zutage getreten sind, schreibt die Nordd. Allg. Ztg." folgendes: Bei den Kommissions- beratungen über den Marineetat für 1909 hat der Staats­sekretär des Reichsmarineamts der Budgetkommission des Reichstags mitgeteilt, er habe eine Kommission eingesetzt, um verschiedene Fragen der Werftorganisation und Verwaltung einer Prüfung zu unterziehen. An der Spitze der Kom­mission, die aus Technikern und Verwaltungsbeamten zu­sammengesetzt war, stand Vizeadmiral Breusing, Direktor des Werfldepariements des Reichsmarineamts, früher Oberwerft­direktor in Wilhelmshaven. Vorübergehend haben auch Ver­treter des Reichsschatzamts und des Rechnungshofes an den Sitzungen teilgenommen. Die Anfang 1909 zusammen­getretene Kommission hat Ende Oktober ihre Beratungen be­endet und die Ergebnisse derselben zu Vorschlägen verdichtet, die dem Staatssekretär des Reichsmarineamts in einem Bericht vorgelegt sind, den dieBerliner'Korrespondenz" heuie abend veröffentlicht. Wir entnehmen diesem Bericht

Hessische Volksmärchen.

Gesammelt und bearbeitet von Karl Engelhard.

H.

Der große Hans.

Es war ein Junge; der hieß Hans. Und weil er so «ufgesckofsen und so stark war, nannten ihn die Leute den großen Hans oderHans den Großen".

Und er jeden Tag sieben La be Brot, die dursten nicht zu klein sein, und einen Kuchen, der von sieben Metzen Mehl gebacken war, und fragte dann jedesmal noch, wo mehr herkâme.

Dafür arbeitete er aber auch für sieben Leute, und war ihm kein Werk zu schwer. Und war nicht müde zu kriegen.

Als er noch größer geworden war, tat ihn sein Vater als Knecht in den Dienst eines reichen Bauern.

Auf dem Hofe diese? Bauern war ein tiefer Brunnen, ver war schmutzig geworden, und HanS sollte ihn reinigen.

Wie er unten im Brunnen steht, wirft ein anderer Knecht, der ihn nicht leiden konnte, einen Mühlstein auf ihn hinunter.

Da ruft er herauf:WaS ist denn da» für ein schönes Halstuch, das man mir da herunierivirft ?" und steckte seinen Kopi durch den Mühlstein und arbeitete weiter.

Da wirft ihm derselbe Knecht dicke, große Mauersteine auf den Rücken, um zu sehen, wie ihm daS gefällt.

Hans aber ruft hinauf:Jagt doch die Hühner da oben weg, die scharren mir ja lauter kleine Scherben in den Brunnen!" und arbeitete weiter.

ES war in dem Hause deS Bauern aber ein böses Ge­spenst, vor dem sich alle fürchteten.

Alio wird dem großen Han« befohlen, er solle die Nacht aufbietbett und baS Gespenst vertreiben.

Dienstag den 9. November

und dem zugehörigen Anschreiben zunächst das folgende: Die Kommission hat folgende Fragen geprüft l Organisation der Verwaltungsrefforts der Werften, Buchführung und Rechnung?- angelegenheiten, Möglichkeit der Ersparnis an Beamten, Organisation eines Revistousdienstes auf den Werften durch Werftpersonal, das Beschaffungswesen, Begründung einer Werktintendanlur, Revisionswesen außerhalb der Werft durch Intendantur und Rechnungshof. Die einzelnen Mitglieder der Kommission haben die Einrichtungen einer größeren Zahl staatlicher Institute und größerer Privatunternehmungen an Ort und Stelle studiert, darunter die Eisenbahnwerkstatt Grunewald, die technischen Institute der Armee, alle größeren Privatwerften. Ebenso sind die Einrichtungen der Marine­verwaltungsbehörden anderer Nationen, soweit Material er­hältlich, einer Prüfung unterzogen worden. Der Vize­admiral z. D. Modrig, früher langjähriger Oberwerftdirektor in Wilhelmshaven, studiert zurzeit noch die Organisation der englischen und amerikanischen Marine. Die Kommission kommt zu dem Schluffe, daß alle Marinen eine Werft­organisation haben, die der unserigen gleich ist. Hinsicht­lich der Stellung des Verwaltungsdirektors auf unseren Werften werden praktisch durchführbare Reformen vorge­schlagen, die es diesem Beamten ermöglichen sollen, mehr als bisher im Außendienst tätig zu sein, um so die Wirtschaft­lichkeit des gesamten Betriebes besser sicherstellen zu können. Beamtenvermehrungen sind nicht erforderlich. Hinsichtlich des VerwaltungssekretariatspersonalS werden Vorschläge gemacht, wie die Ausbildung dieser Beamten mehr für die Praxis zu- geschnitten werden kann. Die jetzige kameralistische Buch­führung, die eine große Schreibarbeit erfordert, soll durch die doppelte kaufmännische ersetzt werden. Die Vorberatungen hierfür sind soweit gediehen, daß auf der Werft Wilhelms­haven bereits mit einem Vorversuch am 15. Oktober 1909 begonnen werden konnte. Dort ist bereits eine kaufmännische Kraft alS Sachverständiger tätig. Es handelt sich zunächst noch darum, die von der Deutschen Treuhandgesellschaft auS= gearbeiteten Vorschläge in eine für den Dienstgebrauch paffende Form umzusetzen. Am 1. April 1910 wird voraussichtlich das neue System zur Einführung gelangen. Verbefferungen in der Werkstattblichführung sind zum 1. April 1911 beab­sichtigt. Um die Magazinbestände auf den Wersten dauernd zu kontrollieren, ist bereits seit 15-. Februar 1909 auf jeder Werft ein Beamter als Werftrevisor angestellt. Seine dauernde Beibehaltung ist in Aussicht genommen. Im übrigen sollen hinsichtlich der Revision der Bestände die Befugnis und Pflichten der Ressoridirekloren erheblich erweitert werden, wozu die Kommission praktische durchführbare Vorschläge macht. Eine obere Kontrolle soll ferner noch dadurch aus> geübt werden, daß dem Direktor und dem Dezernenten des Werftdepartements des Reichsmarineamts die Aufgabe gestellt wird, gelegentlich Prüfungen in ökonomischer Beziehung vor-

Wenn man mir einen Sack Mehl geben will, wovon ich mir die Nackt einen Kuchen backen kann, so will ich'S wohl schon tun," sagte Haus.

Und das wurde ihm auch erlaubt.

AlS er nun gegen Mitternackt am Herde steht und sich die Zeit mit Kuchenbacken vertreibt, da rasseltS und polterts und rieseltS im Schornstein und ein Sarg mit einem Toten darin kommt herab.

Der war durch die Luft hergekommen wie ein Schiff. Unb fällt Hansen gerade in den Pfannkuchen, den er eben mit dem breiten Messer umdrehen will.

Ei, der Daus !" sagt HanS,was ist denn daS für ein dummes Stück Holz, das mir meinen Pfannkuchen ver­dirbt ?" und wirft den Sarg aufs Küchenpflaster, daß der Toten darin erwacht.

Sieht ihn Hans groß an und fragt verwundert:Was willst Du denn, Du kleiner Bursche?"

Der Tote aber setzt sich gemütlich auf einen Schemel, schielt schleckernd nach dem Pfannkuchen und spricht:Lieber großer HanS, mich hungert; ich möchte so gern von Deinem Kuchen haben. Unb wenn Du mir nur ein Stücklein gibst, so will ich Dir einen reichen Schatz zeigen, der im Hause hier vergraben lieat, den kannst Du Dir holen und wirst lehr reich werden."

Dem großen Hans gefiel das nicht übel, und er dachte: Mußt du heute auch ein wenig hungern, wenn du deinen Kuchen mit dem Burschen teilst, so kannst du'â morgen schon noch nachholen und hast GoldeS die Fülle obendrein I"

Und warf dem Toien ein Siücklein hin, w e er es ge­wohnt ist, auf einmal in sein weites Maul zu stecken. Aber daS Stücklein ist so lang und so breit, daß es dem toten Mann wie ein großer Mantel um den ganzen Leib geht und er sieben Tage von dem Fladen hätte essen können.

Dann schritten beide in den Keller, um den vergrabenen Schatz zu holen, und ob dieser gleich so schwer war, daß sieben Männer ibn nicht hätten heben können, trug ihn HanS

Ferttsprechanschlittz Nr. 605. 1909

zunehmen und auch dem NuSschnßwesen laufend ihre Auf­merksamkeit zuzuwenden. Hinsichtlich des Beschaffungswesens wird anerfannt, daß Mißstände bestehen. Zur Behebung werden eingehende und auf modernen Anschauungen beruhende Vorschläge aufgestellt, die nach ihrer Durchführung zugleich eine wesentliche Vereinfachung des schleppenden Geschäfts­ganges mit sich bringen werden. Eine besondere Inten­dantur für die Werften wird nicht für erforderlich gehalten. An dem Revisionswesen außerhalb der Werften durch Inten­dantur und Rechnungshof wird sich nicht viel ändern lassen, so lange die jetzigen gesetzlichen Bestimmungen für den Rech­nungshof bestehen. Mit der Einführung der doppelten Buch­führung hat sich der Rechnungshof einverstanden erklärt. Der Staatssekretär deS Reichsmarineamts hat den Vorschlägen der Kommission seine Genehmigung erteilt und angeordnet, daß die erforderlichen Schritte zur Durchführung der vorge» schlagenen Reformen baldmöglickst getan werden.

Die französische Kammer schloß gestern die General- diskussion über die Wahlreformvorlage und lehnte einen An­trag auf Rückverweisung der Vorlage an die Kommission mit 345 Stimmen gegen 187 Stimmen ab. Im weiteren Verlaufe nahm die Kammer mit 379 gegen 142 Stimmen den ersten Teil des Artikels 1 an, in dem ausgesprochen wird, daß die Mitglieder der Kammer auf Grund der Listen­wahlen zu wählen sind. Alsdann wurde mit 281 gegen 235 Stimmen der zweite Teil desselben Artikels angenommen, durch den für die Wahlen daS Proporiionalsystem festgesetzt wird. DaS Ergebnis der Abstimmung wurde auf der äußersten Linken, der Rechten und dem Zentrum mit an­haltendem Beifall begrüßt. Der Ministerpräsident Briand ergreift hierauf unter großer Spannung des HauseS daS Worr und führt unter Hinweis auf die in seiner letzten Rede geltend gemachten Gründe aus, er sei der Ansicht, daß die Kammer am Schluffe der Legislaturperiode, welche durch eine so wichtige Frage auSgefüllt sei, eine so einschneidende Aenderung deS Wahlsystems nicht beschließen solle. Der Antrag, betreffend die Proportionalwahlen sei voller Dunkel­heiten ; ein solches Gesetz möge der Initiative der Regierung überlassen werden. Er könne nicht die Verantwortung dafür übernehmen, daß die Kammer bei der Erörterung der einzelnen Artikel fori fahre. Briand schließt, er würde vor dem Lande und der Kammer, die für seine letzte Rede den Maueranschlag beschlossen, aber seine Ratschläge nicht befolgt habe, in einem zweifelhaften Lichte dastehcn; er stelle deshalb die Vertrauensfrage. (Große Bewegung.) Die Kammer votiert hierauf dem Ministerium mit einer Mehrheit von 66 Stimmen daS Vertrauen, indem sie mit 291 Stimmen gegen 225 Stimmen gegen 225 Stimmen das Ensemble bei Artikel« 1 ablehnt. (Lebhafter Beifall bei den Radikalen; Gegenruf» bei den Sozialisten: Bei den nächsten Wahlen sehen wir uns wieder.) doch wie eine leichte Welle Holz auf seinem Rücken fort, sagte aber keinem etwa« davon.

Und machte sich eines TageS auf den Weg, um die groß» Welt zu sehen. Und hat viel gesehen und ist überall wie ein Graf erschienen.

Und wer« nicht glaubt, der mag ihn selber fragen. Denn er lebt noch und wohnt in einem großen Schlosse. Und da» Schloß, das heißt---

Nun hab ichs ganz vergessen* und kann nun gar nicht mehr auf seinen Namen kommen . . .

Und das ist schade. Denn HanS schenkt jedem, der zu ihm kommt, eine große Metze Gold . , .

Aber wie heißt's doch nur? . . ,

Stille mal jetzt hab' ichS.

Lügenlust" heißt'«.

Lügenlust?

Alle vier Winde pfeifen dort durch die $en^et

Wollen morgen hingeh'n . . .

Bcrbstlied,

Don Karl Witzel »Hana«.

ES gelben sachte die Blätter, Sinken von der Bäume Körper, Ruhen auf der Erde Gesicht. Der Natur Atem streicht herber!

Stille ist es in den Räumen,

Wo ein vielfältig Wirken war;

Das Drama des Sterben« beginnt.

Mariengarn glitzert im Haar!

Gäa träumt ihren tiefen Trau«

Und zaubert wonnige Bilder, , Die der Seele Nahrung spenden.

ES jauchzen die Herzen wilder!