Hanauer
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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerii des verein.
General-Anzeiger
Mllidjts ©tönn für Stabt- und Fan-Kreis Sanan.
«kiurScknngSgebüh, t
Die fünf gespaltene Petitzeile oder der« Raum 20 Pf», im Neklameuteil die Zeile SS Pfg.
«v. WaifenhaufeS in Hana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
BerantworÄ. Redaktmrr •. Schrecker in Han«.
Nr. 262
^ernsprechanschlitsj Nr. 605
Montan den 8. Novcmbcr
Fernsprechanschlutz Nr. 605
1909
Amtliches.
Stadtkreis Fyanau. Bekanntmachung
Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüsse 20. Dezember 1908 . 18. Juni 1909 ' t
"22. Januar 1909" vnk 16. September 1909 aufgestellte rind von der Polizeibehörde genehmigte Mltchtlittienplan für das Gelände zwischen „Kastanienallee, Frankfurt—Hanauer Eisenbahn, Salisweg und Weihergraben" in Hanau-Kestel» stadt wird gemäß § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 9. d. MLs. an 4 Wochen lang auf dem städtischen Vermessungsbureau, Rathaus, Zimmer Nr. 21, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.
Einwendungen gegen den Plan sind während diestS Zeit» raumes schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen. Hanau den 5. November 1909.
Der Magistrat.
Hild. 25203
Bekantttmaeßrana.
Die Entwürfe zu den Haushaltsplänen der Oberrealschule, der Höheren Mädchenschule, der Mittelschulen, der Volksschulen,
der faufm. Fortbildungsschule,
der gewerbl. Fortbildungsschule, der Äimenpflege,
der Kleinkinderschulen und -Krippe, der Begräbniskasse, der Gaswerkskasse, der Wafferwerk^kasse, der Elektrizitätswerkskasse und des gemeinsamen Betriebs- und AusaleichSverlags für das Rechnungsjahr 1910 liegen vom 9. November 1909 an 8 Taae lang im Sradtsekretariat, Nathaus Zimmer 11, zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen.
Hanau den 4. November 1909.
Der Oberbürgermeister.
I. V: Hild. 25205
Verdingung.
Für den Nenban der evangl. Kirche in Grotz- anheim sollen die nachstehend angegebenen Arbeiten öffent« sich vergeben werden.
1. Los lk Dachdeckerarbeiten,
2. Los II Klempnerarbeiten.
«BB— 1 - .....— .......... o—
„Acis und Golntca".
(Zum 1. Abonnementskonzert des Oratorienvereins.)
Zu den schönsten weltlichen Chorwerken unserer großen Mustkepocher gehört unstreitig das von G. Fr. Händel im Jahre 1720 für den Herzog von Chandos komponierte Sckäferspiel „Acis und Galatea". Das entzückende Werk, welches Händel's Charakterisierungskunst in einer Reihe von leuchtenden Bildern zeigt, war ein llnterhaltungsstück ersten Ranges, geschrieben für die Verhältnisse, die ein vornehmer englicher Landsitz bot. Eine kleine Jnstrumentalkapelle, sowie ein Chor bestehend aus Männern und Knaben, waren die musikalischen Mittel, die dem Komponisten zu Gebote standen. Welcher Reichtum der Phantasie mit diesen beschränkten Mitteln ins Leben trat, das erkennt man, sobald man dem Werke näher tritt, auf den ersten Blick. Es ist deshalb sehr zu verwundern und kaum zu entschuldigen, daß eine deartige Meister-Komposition bis heute dem großen Publikum fast unbekannt geblieben ist. Schuld daran trägt in erster Linie die Bequemlichkeit der Chordirigenten, die leicht geneigt sind, Werken älterer Zeit aus dem Wege zu gehen, sobald sich der Aufführung und musikalischen Inszenierung Schwierigkeiten in den Weg stellen. Der bedeutendste Pionier Händel- scher Musik, Dr. Fr. Chrysander hat auch dieses Werk für den Konzertgebrauch eingerichtet. Indessen hat der Oratorien- verein auf die große Annehmlichkeit und Erleichterung, eine vorhandene Ausgabe zu benutzen, verzichtet, um das Werk in seiner Originalgestalt und ungekürzt der Oeffentlichkeit vor- zuführen. Eine kleine, aber in sich vollständige Orchester- besetzung mit Unterstützung durch den Konzertflügel (Cembalo) erfüllt nickt nur die Absichten des Komponisten, sondern gibt auch ein kleines Bild der Verhältnisse in Cannons, woselbst „Acis und Galatea" zuerst unter Händels Leitung erklang. Dem Schäferspiel oder „Pastoral" liegt d'e mythologische Erzählung von Schäfer Acis zu Grunde, welcher die schöne Galatea liebt. Der Riese Polyphem bewirbt sich jedoch gleicher«
Die Verdingungsunterlagen liegen im Daubureau, Groß« auheim, Steinheimerstraße Nr. 1, zur Einsicht aus und können, soweit der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeld- freie Einsendung von 2 Mk. für Los I, 1,75 Mk. sür LoS II und 3 Mk. für beide Lose in bar — nicht in Briefmarken — von dem Architekten Braun daselbst bezogen werden.
Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag den 13. November 1909, vormittags 10 Uhr, an die Kör»igl. Kreisba«-- Inspektion Hanan einzureichen, wo alsdann die Eröffnung erfolgt.
Hanau den 6. November 1909.
Der Königliche Kreisbauinspektor.
Becker, Baurat. 25131
AkndcriingkndcrKoiitrM-Vcrsmmlungcn.
Die für Dienstag den 9. November 1909, vormittags 9 n. 11 Uhr und nachmittags 3 Uhr, angesetzten Kontroll-Versammlungen fallen ans und finden am Donnerstag den 11. November 1909 zn den vorgenannten Tageszeiten statt.
Hanau im November 1909.
____Königliches Hanptmeldeamt Hanan.
In der Zwangsversteigerungssache Malsch — K 9/09 — findet der auf den 15. November 1909, nachmittag» 'M Uhr, auf dem Bürgermeisteramt in Rückingen angesetzte Versteigerungstermin nicht statt.
Langenselbold den 6. November 1909.
Königliches Amtsgericht. 25231
»«toSö^r«»^»—-^-^ —° — - „..-.---------- ■ ■ ...
Hafer, Hc» und Noggcnstroh kauft — auch für Babenhausen — 25017
Proviantamt Hanan.
Gefundene und verlorene Gcaenstäiidc re.
Gefunden: 1 stahlblauer Damen-Gummigürtel mit gelber Schnalle, 1 silberne Herrenuhr mit dem Namen Franz Kurz, 1 kleines Schlößchen an einer Schnur mit Schlüssel, 1 wasserdichte braune Pferdedecke, 1 Stück Speck.
Liegen geblieben: Bei Kautel am Paradeplatz: 3 Jnvaliden-Versickerungsmarken & 30 Pfg.; Empfangnahme daselbst. Bei Beilstein, Bangertstr. 6; Pfd. Nud'eln; Empfangnahme daselbst. Bei M. L. Berlizheimer & Söhne: 1 Damenschirm mit Silbergriff; Empfangnahme auf dem Fundbureau.
maßen um die reizende Meernymphe, wird aber von ihr abgewiesen. In seiner rasenden Wut tötet Polyphem den schwachen Acis, der dann von Galatea in einen Flußgott verwandelt und damit zu dauerndem Leben erweckt wird.
Wie nun Händel im einzelnen diese Sage musikalisch ausdeutet, ist schlechthin meisterhaft. Vor allem tritt in der Musik die Freude an der Natur und am heiteren Lebensgenuß zu Tage, und zwar gleich in dem großen E ngangs- chor „O den Fluren sei der Preis". Galatea's erstes Begegnen mit Acis und beider sehnsuchtsvolle Liebe kommt in den reizenden Arien „Fort, du süßer Sängerchor" und „Lieb' ihr im Aug' sitzt gaukelnd" zum Ausdruck, bis das Duett „Selg wir" mit anschließendem Chor die Vereinigung treuer Liebe feiert. Aber das Glück ist fürs. Unheil naht in Gestalt des grimmigen Ungeheuers. In drolligster Weise schildert die Musik das Liebeswerben Polyphem's, der Galatea mit seinem Gesang ans hundert Rohrpfeifen bezaubern will. Köstlich ist sein Liebessang „O rosig wie die Pfirsche, o süßer als die Kirsche".
Musikalisch wertvoll ist ferner das Soloterzett, in dem das Liebespaar seinen Gefühlen in zarten Tönen Ausdruck verleiht, währenddem der erzürnte Polyphem mit drastischem Poltern dazwischen fährt und schließlich das tödliche Geschoß dem Acis entgegensendet. Nachdem der Chor den Klagegesang über den getöteten Acis angcstimmt, bringt auch Galatea, aber in ganz anderer Weise, in einem zarten Gesang ihre Trauer um den verlorenen Geliebten zum Ausdruck, eine Trauer, die in Heller Durtonart viel Versöhnliches durchklingen läßt, während dazu ein Chor tiefer Stimmen in eigenartiger Weise die sanft schwebende Melodie unterbricht.
Nun kommt zum Schluß ein wahres Meisterstück Hän- del'scher Kunst: es ist die Szene, iu welcher Galatea den Geliebten in eine Quelle verwandelt. Diese letzte Arie der Galatea ist hervorgegangen ans der Belauschung der Natur, der Ort ein geheimnisvolles Waldesdunkel, aus welchem auf Galateas Zauberwort Acis als Silberauell entspringt.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 10—12 Mk. und 1 Radfahrerkarte für Otto Heil.
Entlaufen: 1 grauer glatthaariger Spitz m. Geschl., 1 junger schwarzer Spitz w. Geschl.
Hanau den 8. November 1909.
Politische RundTdiau.
Die Taufe des jüngsten Hohenzoller?'. Samstag abend fand die Taufe des dritten Sohne» des Kronprinzen und der Kronprinzessin im Marmorpalais in Gegenwart bei Kaisers und der Kaiserin und der geladenen Gäste statt. Der Prinz erhielt die Namen Hubertu» Karl Wilhelm. An die Taufbandliing schloß sich die Gratulation bei der hohen Mutter bei Täufling». Es folgte ein Souper, bei welchem der Kaiser die Großherzogin • Mutter von Mecklenburg- Schwerin, der Kronprinz die Kaiserin, der Prinz von Rumänien die Prinzessin August Wilhelm, der Kronprinz von Griechenland die Prinzessin Eitel Friedrich und Prinz Eitel Friedrich die Kronprinzessin von Griechenland führte. wurde an einzelnen Tischen gespeist. An dem ersten Tisch« saßen außer dem Kaiser und der Großherzogin-Mutter u. a. der Kronprinz von Griechenland, der Reichskanzler und Graf Zeppelin.
Dentsch-GriechischeS. Ein ausländische» Blatt läßt sich berichten, Kaiser Wilhelm habe der griechischen KönigS- familie den Rat gegeben, nach Korfu zu gehen und dort die Entwickelung der Dinge abzuwarten. Auch habe er di« baldige Rückkehr bei Kronprinzen Konstantin empfohlen, der mit seiner Familie in Schloß Ächillrion wohnen solle. Bei der Hartnäckigkeit, mit der solche Dinge verbreitet werden, ist ei, wie eine halbamtliche Berliner Zuschrift der Süddeutschen ReichSkorreipondenz aussührt, nicht überflüssig, fit ausdrücklich als Erfindungen zu bezeichnen. Die deutsch« Politik beobachtet den Vorgängen in Griechenland gegenüber eine wohlerwogene Zurückhaltung. Um so mehr muß ei auffallen, daß immer wieder versucht wird, die Vorstellung eines deutschen Eingriffs in die Entwickelung der hellenischen Krisis hervorzurufen. Wenn wir einen Wunsch haben, so ist ei der, daß Griechenland auS eigener Kraft den Weg in ein normale- Verfassungsleben zurückfinden möge. Daß dazu auch die Erhaltung der Dynastie gehört, ist keine von außen auigedrungene Forderung, liegt vielmehr in den Interessen des Hellenismus selbst begründet.
Die Folgen des Kieler WerftprozesseS. Es besteht die Absicht, auf der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven vom 1. April 1910 ab eine Buchführung nach kaufmännischem Muster einzuführen. Mit dieser Maßnahme hat sich der Rechnungshof bei Deutschen Reiche» einverstanden erklärt. Im Zusammenhang damit ist ein kaufmännischer
2 Flöten, Streicher und Cembalo geben deutlich die leise Wellenbewegung des Waldbaches wieder, während darüber in herrlicher Melodie die Stimme der Nymphe schwebt.
Der kräftige Schlußchor verherrlicht die Verwandlung des Acis zum rauschenden Strom, in dessen Wellen der ewige Liebessang der Natur leise durchklingt. DaS Wellenmotiv geht durch den ganzen Chor und wird von den hohen zu den tiefen Stimmen abwärts geführt bis zum breiten Ausklang des Werkes.
Gehen wir in unserer Betrachtung etwa» tiefer in der. Sinn dieser alten Sage ein, so scheint es un», al» habe Händel nicht nur die Naturpoesie erfaßt, sondern auch ihr Walten verstanden, wie es uns im Bilde des sterbenden Acis geschildert wird. DaS Werden und Vergehen in der Natur bildet wohl den Untergrund jener Sage, in welcher auch die feindlichen Gewalten ihr grimmiges Spiel treiben, schließlich aber durch die alljährliche Verjüngung der Natur überwunden werden. Acis stirbt, aber als lebenspendender Quellgott ersteht in ihm die Natur, wie der Frühling nach dem Winter.
Händel stebt gewiß solcher Auffassung der Dichtung nicht fern, da seine Musik nicht äußerlich, sondern innerlich dem Bilde nahe kommt und uns in den handelnden Figuren die großen Naturvorgâuge ahnen läßt.
Geben wir uns dem Zauber seiner Naturschilderung hin, wir werden den Komponisten damit von einer neuen Seite kennen lernen und immer mehr erkennen, was uni Händel auch heute noch bedeutet. Dr. F. Limbert.
Stadttbcatcr in Hanau.
Sonntag den 7. November, abends r „Wilhelm Teil." Schauspiel von Fr. v. Schiller.
Je mehr der Zeitpunkt naht, an dem 150 Jahre darüber ve> flossen sind, daß unser volkstümlichster Dichter, Friedrich Schiller, das Licht der Welt erblickte, best» stärker setzt bis