Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

Bezugspreis:

viertelsâhrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für an!« «artige Abonnenten mit dem betrefienden Postaufichlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

RototionSbrad und Verlag der Buchdrucker« des verein. CT, Waisenhauses in Hanau.

ANllichts Grga« für Stadt- «ad Faadkrets Sanaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EiurLckungS-ebLhr,

Die [Has gespaltene Petitzeile oder beten Rru» 20 $V im Äettowntril die Zeile 4L

Berastworü. Redaktoar. 6#t«det in Ham».

Nr. 249 F-rnsprechanschlutz Nr. 605,

Sie iMeNMNer mW außer d.MrhMsSklst!

16 Seiten.

Amtliches.

OanâKreis Hanau.

An die Ortspolizeibehörden des Kreises.

Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung vom 27. v. Mts., V 5336, (abgedruckt in Nr. 228 desHanauer Anzeigers" amtlicher Teil) ersuche ich die Ortspolizei- behörden des Kreises darauf hinzuwirken, daß diejenigen Personen, welche im Jahre 1910 ein Wandergewerbe be­treiben wollen, die Ausstellung des hierzu notwendigen Wandergewerbescheines sofort beantragen, damit sie rechtzeitig in den Besitz des Scheines gelangen. Die Anträge sind mir nebst den erforderlichen Unterlagen umgehend einzureichen.

Hanau den 22. Oktober 1909.

Der Königliche Landrat.

V 5336II. Ang. Frhr. Laur.

An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises.

Der Landesansschuß hat in seiner Sitzung vom 21. o. Mts. mit Genehmigung des Herrn Ober-Präsidenten be­schlossen, für das Jahr 1910 von Erhebung einer Vieh­seuchen-Abgabe für Pferde usw. mit Rücksicht auf die Höhe des Reservefonds in diesem Abschnitt § 9 deS Reglements oom ^-^E 1882 abzusehen, dagegen dl-Erhebung bittet dreifachen Abgabe für Rindvieh 15 Pfg. für jedes Stück vergl. §§ 5 bis 7 des gedachten Reglements) an­zuordnen.

Ich ersuche Sie, die Zählung des Viehbestandes, auch der Pferde, am 2. November b. Js. vorzunehmen; die Auf­nahme des Pferde- rc. Bestandes in die Verzeichnisse ist für statistische Zwecke erforderlich.

Das aufgestellte Verzeichnis ist mit Ausnahme der Spalte 7 (Abgabenbetrag für Pferde rc. in allen Spalten auszufüllen und abznschließen; die beiden ersten Bescheini­gungen auf der Rückseite sind unterschriftlich zu vollziehen und bis spätestens zum 10. Dezember d. JS. an mich ein* zureichen.

Das erforderliche Formular zu dem Verzeichnis ist bereits nn Sie abgesandt.

Hanau den 23. Oktober 1909.

Der Königliche Landrat.

V 5721 Frhr. Laur.

Konzert des GesangvereinsTonblilthe."

Das am Donnerstag abend in derCentralhalle" durch den GesangvereinTonblüthe" veranstaltete Konzert bot ein eigenartiges, zweiteiliges Programm. Ob es für jeder­manns Geschmack angenehm und erbaulich, alsoschön" in dem landläusigen Sinne war, bleibt dahingestellt und mag füglich bezweifelt werden. Interessant und bildend ist es auf jeden Fall gewesen bildend insofern, als es mannigfache Anregung gab zum Denken und Bedenken. Da rollt sich z. B. ganz von selbst die große Frage auf über das Verhältnis der Kompositionsentwickelung zur Aufnahme­fähigkeit der aktiv und passiv Beteiligten eines Konzertes, da fragt man sich, ob Solonummern wie SeklesKleine Capricen" vor dem Forum eines jeden Konzertauditoriums plaziert oder deplaziert sind usw. usw. Aber es ist ja nicht unsere Aufgabe, hier von vornherein Stellung zu nehmen zu dem heiß umstrittenenI a" oder dem ebenfalls heiß umstrittenenNein" nur einen raschen und kurzen Streifblick auf das Konzertprogramm wollten wir erst tun, bevor wir auf die Ausführung desselben zu sprechen kommen. Denn fol* ein kleiner Rückblick ist not­wendig und gut, weil er für die weitere Besprechung manches Wort überflüssig macht.

Der erste ChorHymne an die Nacht" von L. v. Beethoven bildete eine stimmungsvolle Einleitung zum Konzert. Die sorgfältige Vorbereitung und Mühe, welche auf die Einstudierung der Chorgesänge offensichtlich in hohem Maße verwendet worden war, wurde besonders bei diesem ersten Chor durch eine klangschöne, durchsichtige und harmonisch reine Wiedergabe belohnt. Die einzelnen Stimmführungen hoben sich plastisch hervor und auch die bekannte Akkordklippe aufHimmelsfrieden" wurde sicher umsteuert. In ähnlicher Weise vollzog sich auch die Wiedergabe det H - g a rfäen ChoresMutt« r s p r a cke ",

Samstag den 23. Oktober

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Der von den städtischen Körperschaften durch Beschlüsse vom 17. August und 16. September d. Js. aufgestellte und von der Polizeibehörde genehmigte Flttchtlinienplan für das Gelände nördlich der Frankfurter- und Hochstädter- landstraße, zwischen Landgrafenstraße, Kastanienallee, Fasanerie und den Teichen, wird gemäß § 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 vom 25, d. Mts. an 4 Wochen lang auf dem städtischen Vermessungsbureau, Rathaus Zimmer Nr. 21, während der Geschäftsstunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.

Einwendungen gegen den Plan sind während dieses Zeit­raumes schriftlich oder mündlich bei uns anzubringen.

Hanau den 22. Oktober 1909.

Der Magistrat.

Hild. 23935

Bekanntmachn«!».

Arbeitsuchende in der Zeit vom 16. bis 22. Oktober 1909:

2 Bauschlosser, 1 Fahrbursche, 1 Former, 2 Hausburschen, 1 Schuhmacher, 8 Tag- löhner.

Hanau den 23. Oktober 1909. 23937

Städtische ArbeitsvermittelungSstelle.

MM Kliseriltit-Neltdüllten ^anan.

Die Lieferungen und Arbeiten zum Neubau der 3 Gletsschuppen und des Schuppens für 70 Feld­bahnwagen, mit zusammen rd. 10000 qm bebauter Grundfläche sollen in öffentlicher Ausschreibung in 3 Losen, einschließlich Materiallieferung vergeben werden.

LoS 1. Erd-, Maurer-, Asphalt- und ein Teil der Schmiedearbeiten.

Los 2. Steinmetzarbeiten rd. 21,00 ebm Granit in Sockel- steinen.

Los 3. Zimmerarbeitm und ein Teil der Schmiede­arbeiten.

Zum Verdingungstermin sind völlig kostenfrei einzusenden: Zu LoS 1 l A 1 Hintermauerstein,

Normalformat | B 1 roter Verblendstein,

C 1 Klinkerstein für Fußbodenbefestigung, Zu LoS 2 1 rechtwinkelig bearbeiteter 10/10 cm großer Granitwürfel.

Die Angebote sind versiegelt und mit kennzeichnender Aufschrift versehen, bis zur Eröffnung derselben am Mittwoch den 10, November, vormittags 9 Uhr, an die welche Komposition in ihrem Aufbau und in ihrer harmonischen Behandlung ein interessantes Gegenstück bildet zu den epischen Chorwerken des Züricher Meisters. Bei dem ChorDie Nachtigall" von Carl Hirsch undWanderers N a ch tl i e d " von Edwin Schultz machten sich hübsche Steigerungen bis zu breiten Klangfüllen auffallend bemerk­bar, welche mit leichten Pianostellen wirkungsvoll­abwechselten. Der zweite Baß wmlie jedoch an einigen Stellen etwas aus diesem großen Klangrahmen zurückgedrängt.

Er schien hier einige Mal etwas ermüdet und ohne herz­hafte Selbständigkeit. Eine schwierige Aufgabe war dem Chore gestellt in der Mitwirkung bei der Darbietung der Sechs volkstümlichen Gesänge" von Bern­hard SekleS, eine Komposition für Sopransoli, Männer­chor und Klavier. Die Chöre sind eigenartig geschrieben. Rhythmus und Stimmführung , Harmonieverbindung und Tonlage weichen vielfach wesentlich ab von dem, waS dem Männerchor im allgemeinen zum Studium vorgelegt wird. Die oft sehr liefe Lage der Stimmen erfordert doppelte Aus­dauer und Vorsicht bez. des ReinfingenS, und dazu wirkt der Einsatz der Klavierstimme jedesmal als scharfer und unerbittlicher Kontrolleur dessen, was da geleistet worden ist in Bezug auf das haarscharfe Einhalten der Tonart. Den Sängern gelang es, hier mit Ehren zu bestehen. Kleine Schwebungen spielen im Hinblick auf das Ganze und auf die Schwierigkeit der Intonation keine Rolle. Auch die sehr schwierige Rhythmik in den Sekles'ichen Chören (s.M ä g- delein, hüt' dich fei n") war mit Sicherheit und großer Aufmerksamkeit genommen worden. In dem Wechsel­gesang zwischen dem Chor und dem Sopransolo herrschte Ruhe und gutes Einvernehmen. Alles in Allem waren die sechs volkstümlichen Gesänge eine fleißige und tüchtige Arbeit.

Die Sopranpartie war der König!. Württembergischcn Kammersängerin Frau A n n a K ä m p f e r t auS Frankfurt a. M- übertraoew Mit ihrem geschmeidiaeu und an Umfana

F-rnsprechanschlutz Nr. SOS. 1909

Bauleitung der städtischen Kasernen-Nrubauten Hanau, Lamboystraße 56, einzureichen.

Die Zeichnungen und Verdingungsunterlagen liegen dortselbst zur Einsichtnahme aus, letztere können, so lange der Vorrat reicht, gegen p o st f r e i r Einsendung von 1,50 Mk. für Los 1, 0,50 Mk. für LoS 2, 1,50 Mk. für Los 3 nur in bar von dort bezogen werden.

Der Zuschlag wird innerhalb 5 Wochen erteilt und bleibt der Unternehmer so lange an sein Gebot gebunden.

Hanau den 18. Oktober 1909.

Der Magistrat. 23655

Der nächste Termin der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden über ihre Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlaggewerbes wird hier- selbst am Samstag den 27. November, vormittags 9 Uhr, in der Schmiede deS Obermeisters Schade abgehalte» werden.

Meldungen zu dieser Prüfung sind unter porto- und bestellgeldfreier Einsendung einer Prüfungsgebühr von 10 M. bis spätestens den 7» November an den Unterzeichnete« zu richten.

Mit der Meldung zugleich find einzureichen:

1. der Geburtsschein,

2. etwa vorhandene Zeugnisse über die erlangte technische Ausbildung (Gesellen-, Meisterbrief u. dgl.),

3. eine schriftliche Erklärung darüber, ob der Meldende sich schon einmal der Prüfung erfolglos unterzogen har.

Es werden nur solche Schmiede zugelassen, die das 19. Lebensjahr vollendet haben und den amtlichen Nachweis erbringen, daß sie die drei letzten Monate vor der Meldung zur Prüfung im Regierungsbezirk Cassel sich aufgehalten haben.

Schmiede, die die Prüfung nicht bestanden haben, können erst nach Ablauf von 6 Dionaten zu einer neuen Prüfung zugelassen werden.

Cassel am 4. Oktober 1909.

Der Vorfitzende

der staatlichen Hufschmiede-Prüfungskommisston des Regierungsbezirks Cassel.

Veterinärrat Buch, König!. DepartementS-Tierarzt, V5737 Wolfsschlucht 13.

Äeim diesseitigen Kommando ist die Stell« eines 2jährigen freiwilligen Schreibers sofort zu besetzen.

Junge Leute mit tadelloser Handschrift, die auf einem Verwaltungs- oder Rechtsanwalt- rc. Bureau tätig und im Besitze guter Zeugnisse sind, wollen sich umgehend unter Vor­lage eines Leben-laufes, Meldescheines und Zeugnisabschrift«« bewerben.

Königliches Bezirkskommando Hana«.

und Kraft in gleichem Maß« ausgiebigen Organ brachte sie die Sopranstellen in dem Seklr-'schen Chorwerke zu voller Geltung. Noch mehr Wirkung all hier, wo st« in ihrer Stellung zum Chor manchmal ein bißchen viel tun zu müssen geglaubt hat, erzielte Frau Kämpfert bei d«nK l ei n e C a p r i e e n in Liedform". Hier kommt mehr das Tiefere, das fein Musikalische in Gesang und Auffassung zum Worte, wie überhaupt dieCapricen" eigentlich viel «her geeignet sind für einen internen und ausgesuchten Kreis Musik gelehrter, als für einen großen Konzertsaal voll Musikliebhabern und Musik freunden. Diese wollen frisch und unmittelbar im H e r z« n ergriffen werden. Musik für den Kops liegt ihnen fern.

Herr Eugen Brieger- Berlin sang mit seiner wohl- tönenden Baritonstimmt, welcher in der Höhe eine klein« Indisposition anzumerken war, sechs Solonummern. Seine Gesänge, durchweg schwierige Kompositionen bedeutender' Meister, wußte er mit ausgesucht schönen musikalischen Nuancen aufs beste auSzustatten. Im Falsett ist Herr Brieger in ganz hervorragender Weise bewandert, und dieses verstand er denn auch ergiebig zu verwenden. Die Klavierbegleitung deS Herrn Brieger lag bei Herrn Gustav Altvater von hier in bester Hand. Dt« Klavierparlieen der S e k l e s ' s ch e n Kompositionen hatte der Autor selbst übernommen und selbstverständlich in eindrucks­vollster Weise zur Geltung gebracht. Der Dirigent der Tonblüthe", Herr Heinrich Appunn, wußte mit ruhiger, sicherer Hand seine Sänger zu leiten und fie zudem Erfolge zu führen, den das Konzert gehabt hat.

Zur Benutzung gelangte ein Flügel von Ernst KapS, Hofi. Dresden, aus der Pianohandlung Hildebrandt, V«. braerbahnhofstraße.