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Erstes Blatt.

Stttwleeeä. Redäur: «, 6^t*A<i h ^we>

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdrucker« des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

EiurLck«»,sgedth»:

Die Änfgesvalteu« Petitzeile oder deren Äew M Wz. an Xeklamenteü die Zeile 46 Pl^

Bezugspreis: vierteljährlich 1,80 M., monatlich 60 Pfg., für aus- «artig« Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschiaz. Die einzelne Nummer kost» 10 Pfg.

Al. 248 Aernsprechanschlitsj Skr. 605.

Freitag den 22. Oktober

Ferttsprechanschlutz Nr. 605. 1909

Die Kotige Ammer Maßt außer -.MrialtsogSßlali

14 Seiten.

ArntiFches.

Candkreis Ranau.

Ich ersuche diejenigen Herren Bürgermeister, welche noch mit der Erledigung meiner Verfügling vom 18. September d. I., J.-Nr. 2050 U, betreffend Vorlage der Nachweisung über die im laufenden Jahre angemeldeten landwirtschaft­lichen Betriebsveränderungen im Rückstände sind, meine vor­genannte Verfügung nunmehr bestimmt binnen 5 Tagen zu erledigen.

Hanau den 20 Oktober 1909.

Der Vorsitzende des Sektions-Vorstandes.

U 2362 I. A.: Dr. v. Waldow, Reg.-Assessor.

Städtische Spavkasse.

Gemäß § 13 der Satzungen wird hiermit das Rechnungs­ergebnis' für 1908 veröffentlicht.

I. Einnahme: Kaffenbestand aus 1907 . . . 73 785

Spareinlagen in 1908 .... 2 521 758 180 513 357 407 224 403 90 000 18

Zugeschriebene Zinsen Ende 1908 Eingegangene Aktivkapitalien . Zinsen von Aktivkapitalien . .

Vorschüsse...... .

Verschiedene Einnahmen . . .

Einnahme, Summe

3 447 886

M.

H ff /f

M ff

U

M.

22 Pfg.

41

50

26

62

65

ff

U

ff

66 Pfg

. , II. Ausgabe

Derwaltungskosten ..... Zinsen an die Einleger . . . .

Zurückgezahlte Spareinlagen. .

Äusgeliehene Kapitalien . . Abgetragene Vorschüsse . . .

Zinsen auf Vorschüsse . . .

An die Stadtkasse aus dem Ueberschuß Verschiedene Ausgaben . . . .

8 526 180 513

2 520 504 511606 150500

747

132

M.

ff ff

ff

ff

' ff ff

79 Pfg.

50

29

88

95

ff

ff

ff

ff

ff

Ausgabe, Summe 3 372 531 M. 85 Pfg.

III. Abschluß:

Angelegte Kapitalien Ende 1908 5 883 558 M. 30 Pfg.

Kassenbestand...... 75 354 81

Zusammen 5 958 913 M. II Pfg.

Nie Passiven betragen ... 5 694 819 65

Ergibt einen Reservefonds von 264 093 M. 46 Pfg.

Hanau den 16. Oktober 1909.

Der Vorstand. 23825

............ _ I

A« Korme» Md seiner Bedentm- fir die geißige Eitwitlmz ded Kindes.

Von Georg Büttner-Worms, (Schluß.)

Nicht unerwähnt darf ferner bleiben, die Ausbildung der manuellen Geschicklichkeit, welche das Formen für das Kind bedeutet. Wenn man beim ersten Versuch beobachtet, wie verschiedene Kinder sich schon ganz gut dabei anstellen und Nettes zu Tage fördern, wie andere sich auch recht ungeschickt und unbeholfen zeigen, nicht imstande, die einfachsten Dinge zu fertigen, und wenn man später die Erfahrung macht, daß selbst die Schwächeren mit der Zeit Ersprießliches zu Wege bringen und gewisse Geschicklichkeit und Fertigkeit zeigen, und baß die Besseren zum Schluß komplizierte Sachen fein aus­arbeiten, so muß man sagen, daß das Formen geeignet ist, wie vielleicht kein anderer Handferligkeitsbetrieb, die allge­meine Geschicklichkeit zu fördern.

Endlich verdient das Formen auch noch ernste Beachtung, weil es kein allzuteurer Betrieb ist. Betrachtet man die ver­schiedenen anderen Beschäftigungen, so muß man sagen, dazu sind gar mancherlei Ausgaben nötig, sei es durch Beschaffen von Holz, Pappe, Papier, Leim, Werkzeugen, Arbeitskästen, Hobelbänken, Werkstätten mit ihren Einrichtungen, u. a. mehr.

Arinen fallen letztgenannte größere Ausgaben weg; es bedarf dazu keiner besonderen Werkstatt, keiner besonderen Arbeitstische. Es kann in jedem Saale, auf jeder Schul­bank, ohne besondere vorherige Herrichtung vorgenommen werden.

Für Materialen hat man nicht allzu hohe Aufwendungen zu machen. Außer Brettern oder Linoleumstücken als Unter­lagen sind erforderlich Lehm oder Plastilina. Der eine lobt dieses, der andere lobt. jenes. Man kann beides nehmen. Jedes hat seine Vorzüge, aber auch den einen oder den anderen Nachteil. Plastilina i. B. ist immer gebrauchsfähig.

politische RundTAaa.

Vereinbarung. DerStaatsanzeiger" veröffentlicht eine Vereinbarung, die zwischen dem preußischen Finanz­minister und dem luxemburgischen Generaldirektor der Finanzen geschloffen worden ist, in dem Wunsche, Doppel­besteuerungen zu beseitigen, die sich aus Anwendung der für Preußen bezw. Luxemburg geltenden Steuergesetze ergeben könnten.

Die Verzögerung der Novelle zumkGesetz über die Reichsangehörigkeit kostet Deutschland einen jähr­lichen Verlust von 5000 Reichsangehörigen. DaS hat der Deutsche Schulverein von Viktoria in Australien in einer Festschrift anläßlich seines zehnjährigen Bestände» zahlen­mäßig nachgewiesen. Die Broschüre enthält schwere Angriffe gegen die deutsche Gesetzgebung und betont, daß die Deutschen im Auslande jetzt keine einzige deutsche Seele dort entbehren könnten. Abhilfe wird hoffentlich schon in der nächsten Reichs­tagssession geschaffen werden.

Die mecklenburgischen Regiernngen werden, wie dasBerliner Tageblatt" mitteilt, dem diesjährigen Landtag eine neue Verfassungsreformvorlage zugehen lassen.

In Sachsen haben gestern die Neuwahlen zum Land- tage stattgefunden. Gewählt sind bisher vier Konservative und zwei Nationalliberale; beteiligt an sieben Stichwahlen sind zwei Konservative, vier Nationalliberale, ein Freisinniger und sieben Sozialdemokraten.

Die französische Kammer begann gestern mit der Beratung der Vorschläge, nach denen die Deputiertenwahlen in, Zukunft auf Grund der Listenwahl nach dem Proportional- Ostern vollzogen werden sollen.

WeiterePolitische Rundschau" in der Beilage.

Hus aller GIdt

Po« Zigeunern geraubt. Nach einjährigem, ununter­brochenem Suchen fand eine Bäckersfrau namens DanSbeck ihre 3 von Zigeunern in Meaux bei Paris geraubten Kinder während eines Marktfestes in Montceau wieder, als die Kleinen vor der Menge bei athletischen Uebungen mit- wirkten. Die Verhaftuug der alten Zigeunerin, welche die Kinder vor Jahresfrist angelockt hatte, vollzog sich unter großen Schwierigkeiten, da die Ortsbewohner sich scheuten, der Megäre nahezukommen. Ein beherzter Gendarm legte ihr endlich Handschellen an. DaS jüngste der geraubten Kinder hatte sich nur schwache Erinnerungen an daS Eltern­paar bewahrt.

UeberschwemmungS.Katastrophe in der Nord- Mandschurei. Aus der Nordmandschurei wird eine große Ueberschwemmungskatastrophe gemeldet. In Kirin ist daS Wasser des Sungari um 9 Meter gestiegen und hat die niedrig gelegenen Stadtteile völlig unter Wasser gesetzt. Das Arbeiten damit ist sauber. Natürlich ist er teurer als Ton. Der Ton hat den Vorzug der Billigkeit, bedarf aber einer vorsichtigen Behandlung. Er darf in der Kiste nicht zu feucht und nicht zu trocken gehalten werden. Im ersteren Falle gibt es Schmiererei, er ist überhaupt nicht gebrauchs­fähig. Im letzteren Falle springt er, ist spröde. Es ist auch nichts rechtes mit ihm anzufangen. Damit wären eigentlich die Materialienausgaben erschöpt. Als bestes sonstiges Hilfsmittel erweisen sich die Finger. Zu feineren Arbeiten treten mit der Zeit die Formhölzer dazu.

Wie steht es nun mit den Objekten, den Gegenständen, die geformt werden können. Jeder Unterrichtsgegenstand wird Gelegenheit bieten, paffende Stoffe dafür abzugeben. Das Formen läßt sich eben mit jedem anderen Unterrichts­gegenstand in Verbindung bringen, und das ist ein überaus großer Vorzug. Von welch anderem Handfertigkeitszweig könnte man dasselbe sagen? Steht nicht der eine oder andere von ihnen in dieser Beziehung mehr oder weniger isoliert da? Für den Fernerstehenden mag es auf den ersten Augenblick etwas befremdend erscheinen. Aber eS ist so. Ein Versuch bestätigt es vollauf. Wenn man nur ein wenig wachsames Auge und Interesse hat, so finden sich unschwer zur Darstellung geeignete Objekte in Hülle und Fülle. Schon auf der Unterstufe kann man es mit Rechnen, Sprechen, An­schauung, Lesen, Schreiben verbinden. Nicht anders ist es auf der Mittel- und auf der Oberstufe. Aus dem natur­kundlichen Unterricht sei z. B. erwähnt, was sich hie und da, gelegentlich bei dieser oder jener Besprechung formen ließe: Fisch, Fischschwanz, Fischkopf, Maus, Frosch, GanS, Hase, Schwimmfuß, Fuß eines Huhnes, Ei, halbes Ei mit Dotter u. a. mehr. Im heimatkundlichen Unterricht bieten sich un­schwer auch nicht wenig Stoffe dazu. Wie ließe sich da z. B. formen: ein Modell mit Berg, Hügel, Ebene, oder ein anderes mit Längs- und Quertâlern, durchflossen von einem Fluß und mehreren Bächen, oder der heimatliche Kreis, die Provinz, der Lauf des Rheines ic Für die Einführung

Ueber 1000 Menschen sind in der Umgebung den Fluten zum Opfer gefallen. Auf weite Strecken hinaus ist der Viehbe­stand der Landbevölkerung völlig vernichtet worden, da die ganzen Herden ertrunken sind. Auch Tharbin war zeitweilig vom Hochwasser bedroht, doch gelang eS durch Verstärkung der Dammbauten die Gefahr abzuwenden. Der Ursprung der Ueberschwemmung ist darin zu suchen, daß ein Berg- see durch anhaltenden Regen auS seinen Ufern trat un­feine Umfassung durchbrochen hat. Die in dem See aufge­speicherten, ungeheuren Wassermengen ergossen sich unge­hindert in die Niederung und rissen alle», waS sie auf ihrem Wege antrafen, mit sich dem sicheren Tode entgegen.

Neues Berliner BergnügungS-MillionenProjekt. Nicht weniger als 5'/» Millionen Mark sollen in der Reichs- Hauptstadt flüssig gemacht werden, um ein weltstädtisches Vergnügungs-Etablissement allerersten Ranges zu schaffen. Das Projekt dieses RiesenparkeS, der den Namen ßunapad führen und bereits so ziemlich sinanziell gesichert sein soll, ist eine Idee des in Berlin wohlbekannten Impresario Heinrich Zeller. AlS Platz sind die Terrassen am Halense« vorge­sehen, die sämtlich zu einem Park vereinigt. Kabarett-, Schaustellungen, Vergnügungsbahnen, Ballonhall« und ein großes neues Operettentheater aufnehmen sollen. Im ganzen soll der Lunapark, der nach dem Vorbild des New-Borker Riesenunternehmens gleichen Namen« geschaffen wird, 40 Unterabteilungen und Einzelschaustellungen enthalten.

Entdeckung eines Worbe« auf Long Island. Große Aufregung erregt in New-Pork die Entdeckung deS Skelettes einer Frau, di« im Wald« auf Long Island mit einer Schußwunde im Schädel aufgefunden wurde. Die Leiche muß schon über ein Jahr unenideckt im Walde gelegen haben. Papier« beweisen, daß di« Ermordet« eine Deutsch« war. Di« Leich« war, nach demB. T." noch mit kostbaren Juwelen geschmückt. Er muß sich also um eine Angehörig« ter besten Gesellschaftskreise handeln.

Ein Bürgermeister wider Willen. Der Bezirks­ausschuß in Weimar hatte sich in seiner letzten Sitzung mit einem eigenartigen Fall zu beschäftigen. In Lotschen bei Blankenhain war der Landwirt Kurt Laue zum Bürgermeister gewählt worden, obwohl er selbst davon nichts wissen wollt«. Die Wähler waren nicht etwa feine Freund«, sondern feine Feinde, die sich durch die Wahl dafür rächen wollten, daß er von dem Recht der Kritik an den Gemeindreinrichtunge« Gebrauch macht«. Seine Widersacher erklärten:Wir stehen zusammen und wählen dich; gelten tust du dann aber «rft recht nichte." Der Bürgermeister wider Willen bat ben Bezirksausschuß, Würde und Bürde wieder von ihm zu nehmen, da man ihn nur gewählt habe, um ihm das Leben sauer zu machen. Der Bezirksausschuß hatte «in Einsehen und gab dem Gesuch« statt; zugleich richtet« er an die ebens» schlauen wie rachsüchtigen Lotschener die väterliche Ermahnung, solch« Scherze in Zukunft bei einer so ernsten Sache zu unter­lassen. Da sie ihren Zweck erreicht haben, werden sie nun wohl Vernunft annehmen.

Einen sonderbaren Selbstmord verübt« in Innsbruck beH3eip8igei^aufmam^|rkbndMRtöarb^ in daS Kartrnverhältni» hält Dr. Pabst eS sehr wichtig. Er sagt darüber:Die Einführung in daS Kartenverständ- niS kann z. B. an einer plastischen Darstellung der nächsten Umgebung stattfinden, die an dem Sandkasten oder mit Madellierton, Pastilina oder einem anderen Material auS- geführt wird. ES liegt auf der Hand, daß die Kinder auf diese Weise in daS Verständnis der geographischen Grund­formen in viel einfacherer und sicherer Weise eingeführt werden, als auf dem Wege,-deS bloßen Lern unterricht«, auch wenn sich derselbe allenfalls einiger AuschauungStafeln, Abbildungen und anderer Hilfsmittel bedient/ Bei der Raumlehre denke man an Winkel, Drei-, Vierecke, Trapez, Krei«, Ovale, Würfel, Säule, Pyramiden re. Alles läßt sich im Form- unterricht von den Kindern herstellen und daran die Be­sprechung knüpfen. Ist eS in der Geschichte notwendig, auf passende Stoffe hinzuweisen 1 Der umsichtige Lehrer findet, wie gesagt, genug Geeignetes. Um dem Vorwurf entgegen­zutreten, es falle doch mitunter schwer, eS sei hier und da Mangel an geeigneten Stoffen vorhanden, möge ein Bei­spiel erwähnt werden, daS in ausführlicher Weise zeigt, waS sich mitunter aus einem Gegenstand alles machen läßt, wollte man es forcieren. ES wird der Garten besprochen mit seinen Arbeiten und Erträgnissen. Vor allen Dingen kann un­schwer ein Grundriß de» Garten» mit feinen Haupt- und Nebenwegen, mit seinen Beeten (viereckige, runde, ovale) ge­formt werden. Mit Leichtigkeit lassen sich dann weiter die zur Bearbeitung erforderlichen Gerätschaften al» Schippen, Hacken, Rechen anfertigen. Die zur Bewässerung erforder­liche Pumpe, nebst den dazu gehörigen Gießkannen können weiteren Stoff zu Darstellung bieten. Endlich können auch von den Erträgnissen geformt werden, alS: Griberüben Kartoffeln, Bohnen, Erbsen, Aepfel, Birnen, Kirschen x Natürlich muß das nicht gemacht werden, sonst könnte man mit Recht den Vorwurf erbeben: Woher die Zeit nehmen? Wo bleiben die übrigen Lehrgegenstände, insbesondere Lesen Rechnen, Schreiben ? Vielmehr wurde das Beispiel nur ein-