Erstes Blatt.
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SotatiouSdruS und Verlag der Buchdruckerei des verein, rv. Waisenhauses « Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und LanÄKreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die fünfgespalteue Petitzeile oder deren Raum 20 Ps^ im Reklamenteil die Zeile *5 Pfg.
B«a«lworL Redakteur: 6. S ch re Ser N Hau«.
Fernsprechanschlüs; Nr. 605
Samstag dcil 16. Oktober
Fer«sprechanschl«tz Nr. 605.
1909
Lie i* Stamer mfaßt cher -.MrhMnMak
14 Seiten.
Amtliches.
Candkreis Ranau.
Unter den Schweinen in Bruchköbel ist die Schweineseuche erloschen.
Hanau den 15. Oktober 1909.
Der Königliche Landrat.
V 5652 Frhr. Laur.
Unter den Schweinen in Bergen ist die Schweineseuche festgestellt.
Hanau den 15. Oktober 1909.
Der Königliche Landrat.
V 5652 Frhr. Laur.
Unter den Schweinen zu Fechenheim-Mainkur ist die Schweineseuche festgestellt.
Hanau den 15. Oktober 1909.
Der Königliche Landrat.
V 5669 Frhr. Laur.
An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Veranlagungsbezirks.
Nach der Vorschrift im Artikel 41 II Abs. 2 der minist. Anweisung vom 25. 7. 06 (Muster VII) haben die Ge- meindevorstânde tc. Auszüge aus dem Verzeichnis derjenigen Personen, welche aus einem in der Gemeinde belegenen Grundbesitz oder betriebenen stehenden Gewerbe Einkommen beziehen, in einem anderen preußischen Orte aber zur Einkommensteuer tu veranlagen sind, (Forensal-Verzeichnis) letzteren zwecks Berücksichtigung bei der Veranlagung mitzu- leilen. Ich erwarte, daß diese Bestimmung beachtet, das etwa aber mitgeteilte auswärtige Grundeigentum und Gewerbe und das Einkommen daraus in der Wohnsitz-Gemeinde berücksichtigt worden ist.
Bei Umzügen von Steuerpflichtigen in eine andere Gemeinde des hiesigen Veranlagungsbezirks sind die Kartenblätter unverzüglich an den Gemeinde- vorstand des neuen Wohnortes abzugeben. Beim Verzug in einen anderen Veranlagungsbezirk sind die Kartenblätter, auf denen der neue Wohnort und das Datum des Verzuges zu vermerken ist, mir alsbald besonders zurückzusenden.
Hanau den 15. Oktober 1909.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.
St2940 I. B.: Dr. v. Waldow, Reg.-Assessor.
Notiz für die Herren Bürgermeister.
Formulare zu Not-Testamenten sind zu haben in dev Waisenhaus-Buchhandlung Hanau.
Stadtkreis Hanau. Verdingung.
Die Steinmeharbeiten zum Neubau der Badeanstalt am Steinheimertor sollen unter Zugrundelegung der „allgemeinen Bestimmungen für die Vergebung städtischer Arbeiten und Lieferungen" öffentlich verdungen werden. Die Verdingungsunterlagen sind im Stadtbauamt, Zimmer Nr. 18, einzusehen und können von dort, soweit der Vorrat reicht, gegen Entrichtung von 0,50 Mk. bezogen werden.
Die Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Angebot auf Steinmetzarbeiten" post- und bestellgeldirei bis Montag den 25. d. M, vormittags 11 Uhr, bei vorgenannter Dienststelle einzureichen, woselbst um diese Zeit die 'Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber stattfindet.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 15. Oktober 1909.
Der Magistrat.
Dr. Gebe sch u s. 23421
Bekanntmachung.
^Arbeitsuchende in der Zeit vom 9. bis 15. Oktober
3 Fahrbarsten, 2 Hausburschen, 2 Silberschleifer, 8 Taglöhner. Hanau den 16. Oktober 1909. 23371
Städtische Arbeitsvermittelungsst-tte.
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hana«, 16. Oktober.
* Sozialpolitik. Der Königs. Landrat und Polizei- direktor Frhr. Laur bringt zur öffentlichen Kenntnis, daß sämtliche Geschäftsräume des KreishauseS von jetzt ab jeden SamStag nachmittag für das Publikum geschloffen sind.
* Stadtverordnetensttzung. In der nichtöffent- lichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde das Gehalt des Herrn Bürgermeisters Hild vom 1. April 1910 ab auf 8000 Mk. festgesetzt.
• Bahnprojekt. Dar mehrfach erörterte Bahnprojekt Seligenstadt-Neuses steht gelegentlich der am 8. November stattfindenden Versammlung des Distriktsrats Alzenau zur abermaligen Beratung. Auch betreffs der Erbauung einer Mainbrücke bei Seligenstadt werden dabei Unterhandlungen gepflogen.
* Konzert Frau Marta Ohlf-Vick. Er wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß das Konzert am Montag abend pünktlich um 7^3 Uhr beginnt und die Saaltüren während des Vortrags geschloffen bleiben. Karten sind noch an der Kaffe zu haben. Außerdem sind, vielfachen Wünschen entsprechend, Schülerkarten, numeriertePlätze, zu einer Mark an der Kaffe zu haben.
* Konzert des Gesangvereins „Tonblüthe". Verrhrl. Interessenten, sowie denjenigen Familien welchen die Konzertliste noch nicht vorgelegt wurde, diene zur gefl. Nachricht, daß Eintrittskarten auch in Fr. Königs Hofbuchhand- lung (Inh. Altmannsperger), Marktplatz, zu haben sind.
* Gastspiel Madeleine Dottey. Am Montag wird Frl. Madeleine Dolley am hiesigen Stadttheater ein einmaliges Gastspiel absolvieren. Das Ensemble ist aus 22 Mitgliedern, welche bisher ausschließlich Pariser Bühnen, zumteil in allerersten Positionen angehört haben, gebildet. Jacques Volnys, Mitglied der Akademie, wirkt seit Jahren am Sarah Bernhardt-Theater als erster Bonvivant und Held, Renv Pilot als Charakterdarsteller am „Gymnase"; Emile Garandet, der erste Komiker des Ensembles, gehörte zuletzt dem Theater „Palais Royal" an und hat Rollen wie „Florette und Patapon", „Loulou", „Vage d'aimèe" re. mit großem Erfolg in Paris creiert. Maurice Mayen vom „ThäLtre de la Renaissance", Andrö Nèrac vom „Athène" und Georges Crosnier vom „Trianon" spielen speziell moderne Charakterrollen, während Paul Dufresny vom „Thèâtre de l'arts" als Chargenspieler fungiert. Der Regisseur des Ensembles ist Louis Pugeac, fest angestelltes Mitglied der „Comédie Franyaise" und zuletzt Regisseur am „Thèâtre populaire". — Das Damenpersonal wird durch die Liebhaberinnen Mlle. Dione vom „Thäutre Moliöre", eine mit Schönheit und Talent gleich ausgestattete Künstlerin, Jane Gally vom „Thèutre de l'Athöne", — Marguerite Degaral vom „ThöLtre FolicS Dramatiques", Berthe Gallois vom „ThèLire de la Renaiffance" und Charakterdarstellerinnen J. Farges vom „Thèâtre des Nouveautes" und A. Girardin vom „Thèâtre Antoine" und nicht zuletzt die treffliche „Alte" Mme. Luneville-Boscher, genannt Chaumon die II., vom „Gymnase" repräsentiert. — Das Ensemble, welches seit Monatsfrist in Paris die aufzuführenden Werke unter persönlicher Leitung der Autoren Georges Feydeau, Henry Bernstein und Henry Bataille einstudiert hat, bringt hier Alexander Dumas (Sohn) Schauspiel „F r a n e i l I o n" zur Darstellung, welches Mlle. Dolley in hervorragender Weise Gelegenheit gibt, ihre künstlerischen Vorzüge zu entfalten. Die Preise sind unbedeutend erhöht. Anfang V»8 Uhr.
* Stadttheater. Heute Samsiag geht als I. Klassiker- Vorstellung bei volkstümlichen Preisen Schiller's Trauerspiel: „K a b a l e u n d L i e b e" in Szene. Anfang 6 Uhr. — Morgen Sonntag nachmittag wird das Lustspiel: „I m weißen R ö ß l" nochmals bei kleinen Preisen in Szene geben. Abends 7 Uhr gelangt als Vorstellung im Abonn. C William Shakespeare'» Trauerspiel : „Othello" neu einstudiert zur Aufführung. Das treffliche Werk deS genialen Briten dürfte bei sorgfältiger Inszenierung durch Herrn Direktor S t e f f t e r einen genußreichen Theaterabend versprechen.
* Parolemitsik. Die Ulanenkapelle wird morgen mittag folgende Stücke im Schloßgarten spielen: „Einig und stark", Marsch von Friedemann; Ouvertüre z. „Dichter und Dauer" von Fr. v. Suppè; „Grubenlichler", Walzer a. d. „Obersteiger" von Zeller; „Walters Preislied" a. d. Op. „Die Meistersinger" von R. Wagner; „Die Kunstreiterin", Salonstück von Kästner.
* Kathol. Kasino „Eintracht". Wir wollen nicht versäumen, nochmals auf das morgige 40jâhrige Stiftungsfest des Kathol. Kasinos hinzuweisen.
* Hanauer Geschichtsverein. Das Museum des . Geschichisvereins ist vom 17. d. Mts. ab geschloffen. '
• Die Vielseitigkeit der in Aussicht stehenden Darbietungen, wie turnerische Uebungen, Zither-, Gesang»- und humoristische Vorträge, sowie Konzert und Tanz, gibt uni Veranlassung, auch an dieser Stelle darauf hinzuweisen, daß den Teilnehmern an der morgen stattfindenden Familitnftst- lichkeit der Turngemeinde allem Anscheine nach Gelegenheit geboten ist, diesen Sonntag abend in angenehmster Weise zu verbringen. Wie bereits aus der gestrigen Annone« ersichtlich, beginnt das Fest um 7 Uhr.
* Der Verein Kinderhort und die Hanauer Ferienkolonie feiern am 20. d. Mts. ihr 25jährige» Jubiläum. Am 24. September 1884 kamen 30 Bürger aus verschiedenen Ständen im kleinen Saale der „Central- Halle" zusammen und gründeten die „Hanauer Frcht- schule" zum Besten hiesiger armer Kinder, welche kurz darauf den Namen Verein Kinderhort angenommen hat und den Zweck verfolgt, schulpflichtige Kinder unbemittelter Eltern, welche auS Mangel an Obhut und Pflege in Gefahr sind, zu verwildern, während schulfreier Stunden durch geeignete Erzieher in bestimmten Lokalen zu beaufsichtigen, nützlich zu beschäftigen, oder in Verstand und Gemüt anregender Weise zu unterhalten. Di« Kinder sollen hierdurch an Gehorsam, Ordnung, Fleiß, gute Sitten und Reinlichkeit gewöhnt und vor den nachteiligen Einflüssen böser Gesellschaft bewahrt, überhaupt leiblich und geistig gefördert werden. Auch eine weitere Aufgabe übernahm der Verein in der Kinderfürsorge, durch Verbringung armer kranker, besonder» skrophulöser Kinder zu einem vierwöchentlichen Kargebrauch in die Kinderheilanstalt zu Bad Orb. Später mußte zur Lösung dieser schwierigen Aufgabe ein Schwesterverein „dir Hanauer Ferienkolonie" ins Leben treten. Beide Verein« ! haben in den 25 Jahren ihres Bestehen» sehr segensreich gewirkt und manche Not gelindert. Die» ist insonderheit dem bereitwilligen Entgegenkommen der Behörden und Körperschaften, aber nicht zum wenigsten der Opferwilligkeit unserer Mitbürger zu danken. Die Zahl der Mitglieder beträgt für jeden der beiden Vereine über 800, gewiß ein Beweis, daß sich die Bestrebungen deSselbtn allgemeiner Sympathie erfreuen.
* Ein- Milchpattscheritt. Die Ehefrau Wilhelm St, von Erbstadt würd« wegen Milchfälschung von dem Schöffengericht Windecken zu einer Geldstrafe von 100 Mk. oder 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde auf Veröffentlichung der Urteils erkannt. Frau St. hatte anfangs Mai d. I. wiederholt Milch nach Offenbach geschickt, dir mit einem Wafferzusatz von 13—15 Prozent vermischt war.
* Der Speffart-Touristenverein führt morgen Sonntag den 17. d. M. seine letzte diesjährig« Programmtour aus, welche alljährlich, da sie als Halbtagswanderung angesetzt und unsere nähere Umgebung berührt, sich stets einer guten Beteiligung, auch aus den Familienkreisen, zu erfreuen hat, umsomehr, als am Schluff« derselben ein etwas geselliges Zusammensein den Tourenabschluß besonders feiert. Auch dieses Jahr ist eine derartige Abschlußfeier vorgesehen und zwar im Hotel zum Kaiserhof in Aschaffenbstrg und hofft der Verein auch hierbei eine rege Beteiligung erwarten zu dürfen, zumal eS für diejenigen, denen der etwa 3'/»stündig« Marsch zu viel ist, etwas nähere Gelegenheit gibt, nach dort zu kommen, evtl, der Zug 3.50 Uhr ab West nach Aschaffenburg benutzt werden kann. Gilt eS doch, die 16 diesjährigen eifrigen Mitglieder, die sich in diesem Jahre wieder an allen Programmtouren beteiligten, ja sogar zwei derselben auf 100 Touren in 10 geschlossenen Jahren zurückblicken, durch ihr« Beteiligung zu èhren. Also „Frisch auf" zur letzten diesjährigen Programmtour.
X Langenselbold, 16. Oktober. (Obstbau- v er ein.) Fleißige Hände waren auf Gasche» Felsenkeller tätig, um die dritte Lokalobstausstellung in würdiger Weise auszustatten. Der Kunstgärtner Gönner hat eine geschmackvolle Bühnendekoration auSgeführt. Langenselbold» Obstgartenbesitzer haben ihre besten Produkte der diesjährigen Ernte ausgestellt und ist in manchen PreiSauf- gaben eine scharfe Konkurrenz. Herr Kreisobstbautechniker Walther aus Schlüchtern wird im Laufe des heutigen Nachmittags die Prämiierung vornehmen, zu welcher geschmack- volle und nützliche Ehrenpreise gestiftet sind. — Heute abend 8 Uhr wird eine Versammlung des Obst« und Gartenbau- vereinS, zu welcher auch Nichtmitglieder eingeladen find, auf GascheS Felsenkeller staitfinden. In dieser Versammlung wird Herr Walther einen Dortrag über Obstbau halten, außerdem die Resultate der Prämiierung bekannt geben. Sonntag ist die Ausstellung den ganzen Tag geöffnet. Hoffentlich trägt die Einwohnerschaft durch recht zahlreichen Besuch zu einem guten Erfolg der Ausstellung bei.
Öffentlicher Wetterdienst.
Beobachtungen des Physikalischen Vereins. Frankfurt a M «oranssichtliche Witter,m für die Zeit vom Abend des 16. Oktober bis zum nächsten Abend.
Trüb«, regnerrsch, kühl, windig.