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Anzeiger

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Die Mfges-aÜme Petitzell« oder deren Stau* A ^

Batationidruck und Verlag der Buchdrucker« der verein, ö« Waisenhauses in Hanau.

AMchts Orga« für Stabt uni LmdKreis Sana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

V«â«li»srtl. Redakteur: «.Sch re Ser ig Ham«.

Nr. 232 Fernspr-chanschltttz Nr. «05.

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Amtliches.

Stadtkreis Hana«. Bekanntmachung.

Zwecks Ausführung von Wasserleitungsarbeiten wird die Aepfel-Allee, sowie' die alte Rückmgerftratze für die Zeit vom 5. bis 21. d. Mts. für den Fuhr- Verkehr gesperrt.

Hanau den 1. Oktober 1909.

Der Magistrat.

Hild. 22133

I Verdingung.

Für den Neubait der evangl. Kirche in Groß­auheim sollen die Zimmerarbeiten öffentlich vergeben werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Bau­bureau, Großauheim, Steinheimerstraßei, zur Einsicht aus und können, soweit der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeldfreie Einsendung von 2,50 Mk. — nicht in Briefmarken — von dem Architekten Braun daselbst bezogen werden.

Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Auf« -schrift versehen bis Montag den 11. Oktober 1909, vormittags 10 Uhr, an die Kgl. Kreisban- inspektion Hanau einzureichen, wo alsdann die Er­öffnung erfolgt.

Hanau den 4. Oktober 1909.

Der Königliche Kreisbauinspektor.

Becker, Baurat. 22207

Handelsregister.

Karl P. Fues in Hanau.

Die dem Direktor Max Marckwordt in Hanau erteilte Prokura ist erloschen: ——---- Dem Kaufmann Karl Lang in Hanau, Wilhelm- straße Nr. 15, ist Prokura erteilt.

Hanau den 29. September 1909.

-Königliches Amtsgericht 5. 22187

Handelsregister.

Firma A. Boh in Hanau.

Die Firma ist erloschen.

Hanau den 28. September 1909.

Königliches Amtsgericht 5. 22189

Wu-Meid Fm N. Wt

_ Das Programm für das Konzert liegt heute vor und ver­spricht in seiner Reichhaltigkeit einen sehr interessanten Abend. Arien aus dem „Propheten" und aus „Samson und Delila", „Die Sonne, sie lachte", eröffnen. Sodann werden wir den seltenen Genuß haben, eine Konzert-Harfe zu hören. Während sich in Frankreich schon einige Jahre die Konzert- Harfe als Solo-Instrument und zur Liederbegleitung den Konzertsaal wieder erobert hat, hört man bei uns nur selten von einer derartigen Veranstaltung, wohl weil gute Harfen- ? . Virtuosen wenig vorhanden sind und weil durch den Trans­port des Instruments große Schwierigkeiten und Unkosten entstehen. Die Harfen-Virtuosin Frl. Helene Loeffler, die in Paris studiert und auch hauptsächlich in Frankreich aufgetreten ist, spielt in zwei Abteilungen Chant des Exilés von F. Godefroid, sowie Romance sans paroles und Ronde des archers von Th. Dubois. Es folgen Lieder von Grieg, Strauß, Weingartner. Besonders sei aufmerksam gemacht auf das wundervolle Tongemälde Griegs, das stimmungs­volle „Monte Pincio", sowie auf Strauß' Heimkehr und ^unggesellenschwur. In letzterem lernen wir auch mal ein heiteres Lied dieses zur Zeit berühmtesten Komponisten rennen. In der im Vorjahr mit so großem Beifall aufge- nommenen Abteilung plattdeutscher Lieder finden wir wieder schwermiltige und Heiterkeit sprudelnde Weisen.

Die Texte aus Klaus Groths „Ouikborn" und Fritz Reuters „Leuschen und Riemels" in volkstümlichen Melodien vertont, von der vorzüglichen Interpretin in ihrem heimatlichen Dialekt gelungen, werden sich sicher auch in diesem Jahre neue Freunde erwerben. Wenn auch Klaus Groth und^Fritz Reuter dem Gebildeten keine Fremden sind, waren wir im K Vorjahre dennoch über die äußerst günstige Aufnahme gerade dieser Lieder bei einem rein hochdeutschen Publikum erstaunt.

Anscheinend hatte das gutgeschulte Ohr unserer Hanauer

Montag Äen 4. Oktober

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Pfandschein Nr. 79271b (ausgestellt vom Frankfurter Pfandhaus), 40 Mk. bar, 1 Portemonnaie (Inhalt) 40 Pfg., 1 Dreipfennigmarke und 1 Schlüssel), 1 zweirâderiger Selbstfahrer (Gigg), 1 dunkelblauer Damen­gürtel, 1 zusammenlegbarer Hausschlüssel, 1 Kneifer, 1 Jnterimspfandschein Nr. 901 (ausgestellt von dem Leihbank­agenten Grimm).

Verloren: 1 längliche, glatte goldene Brosche, 1 braunes Handtäschchen (Inhalt: Portemonnaie, 1 Schlüssel, graue Handschuhe rc.). Am Samstag auf dem Markte von einem Invaliden 1 Portemonnaie mit 7,50 Mk. und 1 Uhrschlüssel.

Abhanden gekommen: 1 Schiebkarren.

Zugelaufen: 1 schwarzbrauner Hund m. Geschl., 1 Dobermanpinscher m. Gesâl.

Eingefangen: 1 weißer Stallhase mit gelben Ohren. Hanau den 4. Oktober 1909.

Kurze Cbronik,

Der ungarische Handelsminister Franz Kossuth wurde vom Kaiser Franz Josef in nahezu zweistün­diger Audienz empfangen.

Der früher« Schah von Persien ist inPetrowsk eingetroffen und reist heute nach Odessa weiter.

Dr. Otto Froedin hat am Wetternsee Ueberresteeines 4000 Jahre alten Pfahlbaus entdeckt.

In Newyork fandSamStag anläßlich der Hudson- Fulton-Feier ein großer Karneval statt. Auch Groß­admiral v. Köster nahm in Begleitung zahlreicher deutscher Offiziere an dem Feste teil.

Der Besuch des Zaren am italienischen Hofe unter­bleibt in diesem Jahre.

PoUMlbr RtmdTtbao.

Ein Protest gegen die nette Reichsversiche- rttngsorvnttttg. Zu dem Entwurf der Reichsverstche- rung^ Ordnung baben am Freitag in Berlin die Vertreter der deutschen Detriebskrankenkassen Stellung genommen. In einer Resolution sprachen sich die Herren gegen eine Be­schränkung der gesetzlich gewährleisteten Selbstverwaltung aus und fordern eine Beseitigung der Bestimmung, die eine Ver­schmelzung eines Teils der Beiriebskrankenkassen . mit den Ortskrankenkassen herbeiführen will. Ebenso war man mit einer Reihe weiterer Bestimmungen nicht einverstanden.

Ueber die sozialdemokratische Jttgeiü>erziehttng urteilt der „Korrespondent", das Organ der Buchdrucker­und Schriftgießer-Gewerkschaft, unter ander« wie folgt: „Laut Abmachungen zwischen dem Vorstande der sozialdemo­kratischen Partei und der Generalkommiision der Gewerk- Konzertbesucher nächst den einschmeichelnden Melodien und schönen Texten schnell die Tatsache erfaßt, daß sich der schmiegsame, plattdeutsche Dialekt ganz besonders gut zum Gesang eignet.

Mit großer Spannung sehen wir den historischen Liedern mit Harfenbegleitung entgegen. „Der König von Thule", „Zwei Königskinder", „Heimlicher Liebe Pein", „Mein Schatz der ist auf die Wanderschaft hin", „Lied an die Nacht" müssen Frau Ohlf-Vicks schöner Altstimme trefflich liegen und werden in Verbindung mit der stimmungsvollen Harfenbegleitung sicher tiefen Eindruck machen. Die Be­gleitung der übrigen Lieder liegt in den bewährten Händen des Herrn Gustav Altvater. Heitere, neckische Vortrags­lieder, wie „Das Geburtstagslied" beschließen daS ab­wechselungsreiche, geschickt zusammengesetzte Programm des Konzertes, dessen Besuch wir sehr empfehlen können.

Stadtthcater in Hasan.

— Hanau, 4. Oktbr.

Die gestern abend gebotene Schauspielnovität „D i e fremde Frau" (La femme X . . .) von Alexander Biffon erzielte hier infolge ihrer packenden und ergreifenden Szenen durchschlagenden Erfolg. Mag die Handlung uns hier und da ja fremdartig anmuten, so ist doch andererseits zu betonen, daß sie in hohem Maße zu fesseln versteht, das Interesse der Zuschauer von Anfang bis zu Ende wachzu­halten vermag. — Gespielt wurde ausgezeichnet. In der Verkörperung des „Staatsanwalts Fleuriot" bot sich Herrn Oskar Feigel eine dankbar« Rolle, der er auch bestens gerecht zu werden verstand. Eine schwierige Aufgabe fiel Frl. Alide Ballin in der Rolle der „Jaqueline" zu, doch zeigte sie sich der Größe ihrer Aufgabe gewachsen und bot eine Leistung, die unwillkürlich die Herzen gefangen nahm. Der ihr gespendete reiche Beifall, wie auch das reizende Blumenarrangement waren wohlverdient. Prächtig heraus-

F<r>>ip»«l>»»ichlutz Nr. 605. 1909

schaften ist die proletarische Jugenderziehung eine gemeinsame Aufgabe beider Teile. Es haben daher namens der Neu­tralität und Unabhängigkeit der deutschen Gewerkschaften diese jdie Jugend der Sozialdemokratie zuzuführen! Einer Jugend, für die als hervorragendstes ErziehungSprinzip der Haß und die parteipolitische Phrase in Frage kommt, soll die Zukunft des deutschen Volkes gehören?! Und ein solches Programm sollen die Gewerkschaften mit propagieren? Welcher denkende und verantwortlich gesinnte Vater aus unseren Kreisen möchte sein Kind derart ins Leben einge­führt und „erzogen" wissen?" — Wir haben dem nichts hinzuzufügen.

Der detttsch-rttfstfche Zwischenfall in Charbin. Die auch von einigen deutschen Blättern wiedergegebene Meldung, der deutsch« Konsul in Charbin habe militärische Hilfe aus Kiautschou erbeten, wird der „Post" von unter­richteter Seite als böswillige Erfindung bezeichnet. Gegen­über den mannigfachen Entstellungen russischer Blätter wird nochmals ausdrücklich festgestellt, daß der deutsche Konsul in Charbin weiter nichts getan hat, als gegen den zwangsweisen Verkauf Protest erhoben. Das war fein gutes Recht und seine Pflicht, da er sowohl wie die betreffende Firma der Ueberzeugung war, daß der Verkauf zu Unrecht erfolgte. Ob der Protest des Konsul» oder der Verkauf berechtigt gewesen werden ja die bevorstehenden Verhandlungen ergeben.

Die Lage in Marokko.

Madrid, 3. Oktbr. Auf Ersuchen de» Generals Marina, ihm, wenn möglich, infolge der Ausdehnung des Feldzuges notwendig gewordene Verstärkungen zu senden, traf der Ministerrat btt Entscheidung, unverzüglich noch eine Division nach Marokko zu entsenden. Wie der Minister- Präsident Maura erklärte, beabsichtigt der Minifierrat hier­mit aber keineswegs, btn urfprünglüh festgelegten Feldzugs« plan irgendwie zu erweitern.

Madrid, & Oktbr. Die Minister sind um Mitter­nacht im Kriegsministerium zu einem Ministerrat zusammen- getreten.

Madrid, S. Oktbr. Die „Correspondencia de Espana" meldet aus Tanger: Nach Meldungen von Eingeborenen soll die Besetzung von Zrluan auf die Einwohner von Fez und die umwohnenden Stämme einen großen Eindruck gemacht haben. Diese sollen zur Verstärkung der Harka, gegen die die Spanier kämpfen, Truppenabteilungen gesandt haben.

Melilla, 3. Oktbr. Die Marokkaner am Cap TreS Forcas lieferten 90 Gewehre ab und unterwarfen sich. Es heißt, daß auch die MazulaS, bit Beni Sitar und die Beni Bu Jfru durch den Feldzug erschöpft seien und beschlossen haben, den Kampf nicht wieder zu erneuern.

SS-S^S————t————WR gearbeitete Figuren boten die Herren Max Grimm und Willy Schneider als Agenten, auch Herr Max Herbst als „Raymond" befriedigte in der Erledigung seiner chm zu- gefallenen größeren Aufgabe. Frl. Mimi Fuchs spricht zu schnell und ist deshalb oft schwer verständlich, was sich auch gestern bei der Wiedergabe ihrer Partie als „Helene" bemerkbar machte. Die Damen Frl. Linda Groß, Frl. Waldau und Frl. N a t h u f i« », sowie bit Herren Hellmuth und Schwarz befriedigten in ihren kleineren Rollen. In dem Schlußakte, der Gericht-szene, waren u. a. noch beschäftigt die Herren Krug, Land, Frischmann, Feidler. Wiederholtes Hervorruftn der Träger der Hauptrollen, wie des Leiters der Aufführung, Herrn Direktor Steffi er, bezeugte bie günstige Aufnahme des Stückes. Vielleicht lassen sich auch bei fermren Aufführungen du großen Zwischenpausen etwa» abkürzen.

M MMSW-KMkt kJ MfliM*9 findet am Sonntag den 10. Oktober, abends 8 Uhr, statt. Das inhaltlich geordnete Programm enthält nur Kompositionen von Mendelssohn, welche infolge ihres modernen Charakters von allen, auch von nicht gerabe mufikverständigen Leuten verstanden und empfunden werden können. Eingeleitet durch das kunstvolle Präludium in C-moll, folgt als zweite Nummer des Programms die ergreifend schöne H y m n « „Hör' mein Bitten, H«rr neige dich zu mir" für Sopransolo mit Chor- und Orgelbegleitung. Für die gläubige Bitte um Hilfe in der Not und das Verlangen nach Ruhe und Seligkeit hätten geeignetere Töne nicht ge­funden werden können, als sie ihnen von Mendelssohn ge­geben sind. Sie kommen von Herzen und müsstn zu Herzen gehen. Ihr folgt das Gebet au« „Paulus" „Gott sei mir gnädig nach deiner Güte." Durch das Quintett aus dem 42. Psalm und den Chor der Engel aus „EliaS" „Hebe dein« Äugen auf" wird hing«wi«sen