Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

anauer

n^lger

BezntzèpeMr

«-ach^rlich 1,80 M nxuaüich 60 Bf«-/ fk «* etästiße Lbonnaü« mit bem betreff mbar PoßanfsMag.

Die ebyelae Nummer toßM 10 Bf*

General-Anzeiger

Die jSnjpspaSe« Pititzeü« »bet bete« AamvWU^

INMfcelbtwI und Bate« bet Buchdruck«« bei n, Waisenhaus«» in Hanau.

AMlichts GlM far Stolt« M Fsndkrris Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der S«m- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 225 Ferttsprechanschltttz Nr. 605» Samstag den 25. September

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1909

Ae 6*$tt mW Aber -.MchMMÜ

14 Seiten.

Amtliches.

Eandkms Ranau.

Unter den Schafen des Gutspächters Karl Koch zu Langenselbold auf Bruderdiebacherhof ist die Räude erloschen. (Siehe Bekanntmachung vom 16. Juni er., J.-Nr. V 3471, in Nr. 139 desHanauer Anzeigers".

Hanau den 24. September 1909.

Der Königliche Landrat.

V 5263 Frhr. v. Laur.

Unter den Schweinen zu Langendiebach ist die Schweine­seuche frstgestellt.

Hanau den 24. September 1909.

Der Königliche Landrat.

V 5259 Frhr. v. Laur.

Wegen Umbau des Durchlasses in Station 0,5 in der Hauptstraße zu Rückingen wird die nur 4,5 m breite Straße am 27. und 28. September er. für Kraft­fahrzeuge jeglicher Art und für alles Fuhrwerk polizeilich gesperrt.

Hanau den 24. September 1909.

Der Königliche Landrat.

V 5269 Frhr. v. Laur.

~ "" - 1 --------------------- - > Gefundene ob verlorene Gegenstünde rc.

Gefunden: 1 Herren-Schirm (im Kreishaus stehen geblieben), 5 Bibliothekskarten mit je einer Bibliotheksmarke beklebt.

Verloren: 1 Kollier mit 6 Similisteinen mit ange­hängter Perle, 20 Pfund Taubenfutter.

Zugelaufen: 1 junger schwarzbrauner Kriegshund m. Geschl., 1 junger schwarzbrauner Kriegshund w. Geschl.

Entlaufen: 1 schwarzer Dachshund mit braunen Ab­zeichen, 1 brauner Rehpinscher m. Geschl.

Hanau den 25. September 1909.

politische Rundschau.

Verstorben.

Eisenach, 24. Septbr. Der frühere freisinnige Reichs­tagsabgeordnete und Abgeordnete im großherzoglich sächsischen Landtag Wilhelm Casselmann ist heute gestorben.

Sprachcckc des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.

Zweigverein Hanau.

Ein Bahnbrecher des Sprachvereins vor mehr als zwei Jahrhnnverten.

In MoscheroschsGesichten Philanders von Sittewald" redet imErsten Gesichte, A la Mode Kehrauß"König Airouest" denPhilander" also an:Warumb dann, so du ein Gebohrner Teutscher bist, hastu nicht auch einen Teutschen Namen? Was soll dir ein Griechischer vnnd Hebreischer Name in Teutschland ? was ist Philander für ein Gefräß? bistu von Sittwaldt, warumb hastu dann einen Wälschen Namen? was? Hm? was meynstu?? Gnädigster Herr König, sprach ich, es sind solche Namen ge­mein bei vns. Gemeyn? ja, wie die Wâlsche Laster auch. Was habt ihr vermeinte Teutschen dann für Trew in «wren Hertzen gegen ewrem Vaterland ? wann ihr bedächtet, wie durch die Römische Tyrannen, insonderheit den Caeser, vnd die Wälsche Vntrew alles in Zerrüttung kommen, das ihr gleichwohl ihre Namen zu gebrauchen euch gelüsten lasset? Haben dann die Teutschen Namen nicht lusts vnd Zierde genug, euch zu nennen? Ewre Tugenden vnd Thaten an Tag zu geben? Ist euch dan das liebe Teutsche so gar er- leydet? daß Ihr Erman, Erhardt, Manholdt, Adelhardt, Baldfried, Karl, Künrath, Degenbrecht, Eitellieb, Friedrich, Gothfried, Adelhoff, Hartwertz Reichhart, Ludwig, Lands- Huld, Ottbrecht, Ruhprecht, Redewitz, Sigfried, Theuerdanck, Volckhard, Witzreich, Wohlrath usw. vnd andere Liebe Schön klingende Teutsche Namen nur vber Achsel ansehet vnd ver­lachtet ? --Schäme dich für den Teuffel, wann du ein ehrlich Teutsche Ader in dem Leib hast, das du einen andern Namen, einen Außländischen Namen, vnnd den du vielleicht Möst weder verstehest «och weißest, folft einem verständlichen

Der Vierkrieg.

Höchst a. M., 23. Sept. Im Kreise Höchst bauert der Bierkrieg, der namentlich von der hier zahlreichen Ar­beiterschaft mit Beharrlichkeit durchgeführt wird, noch immer fort. Einzeln« Wirte haben den Bierausschank vollständig eingestellt; in andern Wirtschaften bewegt er sich in mäßigen Grenzen. Dagegen wächst der Aepfelweinkonsum von Tag zu Tag. Einzelne Wirte haben aber auch mit dem Aepfelwrin schon ausverkauft. Bei anhaltender Fortdauer des Bier- streiks wird ohne Zweifel auch eine Erhöhung des Aepfel- weinpreises eintreten.

Straßburg, 23. Sept. Auch hier ist jetzt ein förm­licher Dierkrieg ausgebrochen, da die Brauer sich weigerten, Zugeständnisse zu machen. Die von den Gewerkschaften aus­gehende Bewegung gegen die Brauer rechnet auf die Unter­stützung durch die Wirte. Man ist allgemein gespannt darauf, zu sehen, wer aus diesem wirtschaftlichen Kampfe als Sieger hervorgehen wird. Ein Brauereibesitzer in den Vogesen hat übrigens bereits die Bierbrauerei aufgegeben, da sich der Be­trieb einer Kleinbrauerei der vielen Steuern und Unkosten wegen nicht mehr lohne, womit die Wirkung der neuen Steuern am besten bewiesen wird.

Solingen, 24. Sept. Die Brauereim und Gewerk­schaften einigten sich auf einen Preisaufschlag von 2 und 3 Mark, den der Wirt trägt. Der Boykott ist aufgehoben.

Die Lage in Marokko.

Paris, 24. Septbr. DieAgence Havas" meldet au» Melilla: Die bei Ataleyon liegenden spanischen Truppen be­schossen heute normittag Nador. Der Feind ist entmutigt. Man hofft, daß der Krieg bald beendet sein wird. Zahl­reiche Marokkaner, die unterworfen wurden, sind heute auf dem Markt in Melilla eingetroffen.

Tanger, 24. Septbr. Der französische Gesandte Regnault richtete in seiner Eigenschaft als interimistischer Doyen des diplomatischen Korps in Tanger dem üblichen besonderen Gebrauche entsprechend an die übrigen diplomatischen Vertreter ein Rundschreiben, worin er seiner Meinung über die Beantwortung der Protestnote Muley Hafids Ausdruck gibt und jeden einzelnen Gesandten ersucht, auch seine An­schauung sogleich auf dem Rundschreiben kundzugeben. Di« Aeußerung Regnaults hat folgenden Wortlaut: Ich erachte, daß» für die angeregte Frage das diplomatische Korps nicht zuständig ist und daß die Frage ausschließlich zwischen der spanischen und der marokkanischen Regierung erledigt »erben muß.

Der Außenhandel der deutschen Kolonien.

Die einwandfreien Zahlen, die für den Außenhandel 1 unserer Kolonien jetzt für die Jahre 1902 bis 1907 vor- bekanten Teutschen Namen vorziehen, oder mit Wälschen Farben anstreichen, mit De vnd Di füttern wollen!"-- Und ein andermal von der Muttersprache:Fürsten vnd Herren, Slâtt- vnd Schul-Räthe solten da ihre Macht vnd Liebe gegen das werthe Vatterland sehen lassen vnd dem- selben zu Ehren wegen der Sprach heylsame Ordnungen setzen, verständige Teutsche Gelehrte Männer darauff halten und wohl besolden."--Und geradezu Goldes wert ist dasVrthel in fachen der Vralten Edlen Teutschen Helden, als hochgenötigster Klägern an einem, vnd deß genandten Philanders von Sittewald, Beklagten, andern theils" :Daß Er.....die wälsche Trachten abschaffen, den Baart auf Teutsch wachsen lassen, die wälsche A la mode-Äleibung ein­stellen, sich Erbar vnd vntadelich tragen,---b i e Muttersprach rein vnd unverfälscht reden, mit keinen fremden Wörtern beschmutzen noch verunehren solle usw. --So dachte, schrieb und handelte Johann Michael Moscherosch, der Verfasser der genannten Schrift, dem die Greuel deS Dreißigjährigen Krieges einer­seits, die unbeirrte Wahrheitsliebe aber anderseits viel Leid und Verfolgung gebracht und zugezogen haben. Noch mitten in den kriegerischen Wirren gab er zum ersten Male seine Strafschriften" heraus, mit feinem Gefühle betonend, nur eine nationale Wiedergeburt könne Deutschland erretten. Wir aber sehen in ihm, so schreibt dazu Günter Saalfeld in seinenBausteinen zum Deutschtum" (Leipzig, Rohde), einen wackern Vorkämpfer. Wohl führt ihn der gute Eifer hin und wieder zu weit; er. schüttet wohl auch einmal das Kind mit dem Bade aus, allein der Wille ist redlich und die Absicht lauter. Dazumal freilich verhallte seine Stimme so gut wie ungehört in der Wüste, aber wenn sie jetzt, aus langem Schlafe wieder geweckt, an unser Ohr klingt, so wissen wir genau zu unterscheiden, was jenen kriegbewegten Zeilen einseitig entspang, von dem, was dauernd uns ein Mahnruf ist und bleiben muß. Weg mit dem über­flüssige« Fremden I Hinaus mit dem uub « rech«

liegen, liefern den deutlichsten Beweis für die immer größer werdende Bedeutung und den von Jahr zu Jahr zunehmen' den Aufschwung des Handel» unserer Kolonien. Der Außen- handel unserer Kolonien hatte im Jahre 1902 einen Wert von rund 100 Millionen Mark, 1907 dagegen von 218 Millionen Mark. Innerhalb eines Jahrfünft» hat er sich also mehr als verdoppelt, gewiß ein deutlicher Beweis, daß unsere Schutzgebiet« sich wirtschaftlich entwickeln. Für da» Jahr 1908 liegen noch keine vollständigen Angaben vor. In dem Zeitraum 1902 bi» 1907 ist die Einfuhr unserer afrikanischen Kolonien von 37 auf 80,2 Millionen Mark, die Einfuhr der Südsee-Kolonien und nach Kiautschou von 31,5 auf 63,9 Millionen Mark gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Ausfuhr der afrikanischen Kolonien von 18,3 auf 35,9 Millionen Mark und die Ausfuhr der Südsee-Kolonien und Kiautschou» von 12,7 auf 37,8 Millionen Mark ver­mehrt.

Speziell die Zunahme der Ausfuhr bietet einen Beweis von dem wachsenden wirtschaftlichen Wett der Kolonien; denn die Ausfuhr besteht ausschließlich in eigenen Erzeug­nissen der Kolonien, nur bei Kiautschou mag ein Teil der Ausfuhr in Drrrchfuhrgütern bestehen. Auf die einzelnen Kolonien kamen in den beiden Jahren 1902 und 1907 folgende Ausfuhrwette in Millionen Mark: Ostafttka 1902 5,28, dagegen 1907 12,50; Kamerun 6,65, 15,89; Togo 4,19, 5,92; Südwestafrika 2,21, 1,62; Südsee-Kolonien 3,78, 5,24; Kiautschou 8,90, 32,60.

Ostafrika exportiert, 1907 u. a. für 2,16 Millionen Mark Sisalagavenhanf, für 2,04 Millionen Mark Kaut­schuk, für 1,90 Millionen Mark Häute und Felle, für 1,35 Millionen Mark Kopra, für 1,47 Millionen Mark Jnsektenwachs, für 0,66 Millionen Mark Elfenbein, für 0,54 Millionen Mark Kaffee, für 0,23 Millionen Mark Baumwolle. Au» Kamerun wurden 1907 ausgeführt für 7,64 Millionen Mark Kautschuk, für 2,85 Millionen Mark Palmkern«, für 2,70 Millionen Mark Kakao, für 1,33 Millionen Mark Palmöl, für 1,07 Millionen Mark Elfenbein. In der Ausfuhr Togo» waren enthalten für 1,2 Millionen Mark Mai», für 1,1 Millionen Mark Kaut­schuk, für 0,98 Millionen Mark Palmkerne, für 0,23 Mill. Mark Baumwolle. Südwestafrika lieferte für 1,28 Millionen Mark Kupfererz, der BiSmarck-Archip«! für 1,52 Millionen Mark Kopra, Kaiser Wilhelms- land und die übrigen Südsee-Kolonim für 2,45 Millionen Mark Kopra, die Marschall-Inseln außerdem für 0,70 Millionen Mark Phosphat. Samoa für 0,12 Millionen Mark Kakao. Di« Hauptartikel d«r Ausfuhr aus Kiautschou waren im Jahr« 1907/08 (Oktober 1907 bis September 1908) Strohbort« für 11,6 Millionen Mark, Erdnußöl für 4,2 Millionen Mark, gelbe Seide für 4,2 Millionen Mark, Schantung-PongeegS für 3,43 Millionen tigten Haufen frember Eindringlinge in Sprach« vnd Sitte!

KanTt and Eebea.

Unsere Dramatiker an der Arbeit. Dieses Jahr der Berliner Theaterspielzeit setzt allem Anschein« nach Überaus scharf ein. Nachdem bereits Max Dreyer mit einem neuen Werk zu Worte gekommen ist, soll noch in diesen Wochen Georg Hirschfelds neues DramaDaS zweit« Leben" un Lessingtheater zur Uraufführung gelangen. DaS Friedrich- Wilhelmstädtisch« Schauspielhaus kündet bereits für nächsten Dienstag die Uraufführung des breiartigen Bühnenschausplsls Hinrich Lormsen" von Erich Schlaikj«r an. Auch Hauptmann, Sudermann und ebenso Blumenthal haben bereits dramatischen Werke den Berliner Theatern zur Verfügung gestellt.

Ein amerikanischer Pfirstch-ekord. Di« Nordamen, kaner können zu den zahlreichen Rekorden, auf die sie stolz sind, einen neuen hinzufügen, denPfirsich-Rekord . Dl« Pfirsichernte Nordamerikas ist nämlich in diesem Sommer ganz ungewöhnlich reich ausgefallen, wie man aus einer Statistik über die nach New-York geschickten Pfirsiche «rsehen kann, die derProgresso Italo Americano" veröffentlicht. Könnte man alle Pfirsiche, die nach New-York gelangt sind, in eine Reihe legen, so zeigt diese Zeitschrift im Bilde, dann würden sie von New-York auf einer Seite bis nach Jcwan, auf der anderen bis nach Rußland reichen. Di« meisten Pfirsiche stammen aus Ohio, Michigan, Colorado und vor allem Kalifornien. Diese Staaten allein warfen täglich gegen 60 Eisenbahnwagen Pfirsiche auf den New-Yorker Markt. Auch aus Rochester (New-Jersey) sollen in d«r ersten Septemberwochs allein etwa 2500 Eisenbahnwagen voll Pfirsiche nach New-York geschickt sein. Jeder dieser Wagen enthielt 400Crates" (große Körbe), jeder Crate 20 Quarti und jeder Quarto ein Dutzend Früchte, das macht zusammen die ansehnlich, Menge von 240 000 000 Stück. Es handelt sich dabei um die alsState peaches* bekannt« Riesensorte. Der Wert dieser Obstmeug« beträgt rund omr Millionen Mark.