Sette 9
Festtag
24. September
Strom für Licht und Kraft eine wesentliche Preisermäßigung erfahren. Der Kraflstrom ist auf 15 Pfg. ermäßigt worden für die Tagesstunden, in denen das Elektrizitätswerk keinen Lichtstrombedarf zu decken hat.
r- Marburg, 22. Sept. Zwischen dem Südbahnhof und Niederiveimar fand man heute früh auf dem Bahngleise die gänzlich verstümmelte Leiche eines Mannes namens Weber aus Niederwalgern. Ob Unfall oder Selbstmord vorliegt, weiß man nicht.
Dromersheim, 22. Sept. In hiesiger Gemarkung wurden in den letzten Wochen ungefähr 40 000 Wespen und 80 Waben abgeliefert.
Lu-wigsheim, 22. Sept. Lebendig verbrannt ist gestern ein 19jähriges Dienstmädchen beim Kochen von Latwerge. Trotzdem sofort Hilfe zur Stelle war, verbrannte das Mädchen in der kochenden Masse buchstäblich und konnte nur noch als Leiche aus dem Kessel gezogen werden.
Westheim b. Haßfurt, 22. Septbr. In die Dresch- ersmmel der Dampfdreschmaschine geriet gestern nachmittag der Taglöhner Andreas Wirth von hier mit dem linken Fuß. Nur der Geistesgegenwart des Maschinisten, welcher den Vorfall sofort bemerkte und augenblicklich den Dampf abstellte, ist es zu danken, daß ein größeres Unglüll verhütet wurde. Der starke Absatz am Schuh des Wirth hielt dann die Trommel fest, so daß er mit einer starken Quetschwunde am Kopfe davonkam.
Bad Kisstttgen, 22, Septbr. In der Lindtsmühle geriet der 16jährige Ignaz Simon von Ramsthal in eine Transmission. Der Aermste wurde mehrmals herum- und schließlich zu Boden geschleudert. Er erlitt Arm- und Beinbrüche und innere Verletzungen. Zm Spital starb k darauf.
Hus Ran au Stadt und Eand.
Sairait, 24. September.
* Kinder auf der Eisenbahn. Da sich die Zahl der alleinreisenden Kinder fortgesetzt vermehrt, bringt die Eisenbahnverwaltung die vor einiger Zeit erlassenen Bestimmungen zum Schutze alleinreisender Kinder ihren Beamten in Erinnerung. Es wird hinzugefügt, daß sämtliche Stationsund Zugbeamten verpflichtet sind, den alleinreisenden Kindern ihren Schutz und Beistand angedeihen z« lassen. Den Zugführern und Schaffnern wird besonders zur Pflicht gemacht, die Kinder den Beamten der Anschlußzüge persönlich zu übergehen, damit sie den richtigen Zug zur Weiterfahrt benützen. Zugabteile, in denen sich Kinder allein befinden, sind ununterbrochen zu überwachen. Die Kinder sind von den Beamten mit größter Freundlichkeit zu behandeln, damit sie Vertrauen zu ihnen fassen und geneigt sind, ihre Fürsorge in Anspruch zu nehmen.
* Eisettbahtt-Expretz-Pakettarif. Di« Bestimmun, gen über die Anwendung dieses Tarifs, der bekanntlich billiger als die Post 5 Pakete bis 7 kg Gewicht auf blaue Paket- adresse zur Beförderung auf Entfernungen bis Wo km für nur 20 Pfg. zuläßt, sind in einem Plakat-Aushang zusammengefaßt worden, welcher bei den Gepäckabfertigungen für 5 Pfg. käuflich ist.
* Verseht. Aktuar Rösing in Hanau wurde als Amtszerichtssekretär nach Rauschenberg versetzt.
* Jahresfest. Am nächsten Sonntag den 26. d. M. gedenkt der hiesige evangelische Männer-und Jünglingsverein sein Jahresfest zu feiern. Die Festpredigt, die im Vor- mittagsgottesdienst der Johanniskirche gehalten werden soll, hat Herr Pfarrer Stein aus Marköbel übernommen. Nachmittags 31/a Uhr findet die Nachfeier im Vereinshause, Nußallee 22, mit Kaffee und Kuchen statt; dabei werden Ansprachen von Herrn Metropolitan Reich- Hochstadt, Herrn Pfarrer Stein, Herrn Pfarrer Göbels und Herrn Stadtmissionar Knipper aus Frankfurt a. M. gehalten. Chorgesänge und Deklamationen tragen zur Verherrlichung des Festes bei. Der Eintritt mit Kaffee und Kuchen kostet 40 Pfg. Jedermann ist freundlichst ein« geladen.
* Dor Lattdesverein für Innere Mission im Konsistovittlbezirk Gaffel gedenkt am 17, und 18. Oktober in Frankenberg sein Jahresfest zu feiern. Aus dem Programm ist folgendes hervorzuheben:- Die Fest- predigten werden Sonntag den 17. Oktober, um halb 10 und 2 Uhr von Pfarrer D. Sardemann und Pfarrer Landau gehalten werden. Für die gesellige Vereinigung am Abend des genannten Tages sind Ansprachen und musikalische Darbietungen vorgesehen. Auf der Tagesordnung für die öffentliche Hauptversammlung stehen u. a. Vorträge des Pfarrers Heerman-Marburg über: „Wie hat bei uns die Innere Mission als freie Gehilfin der Kirche dieser unter den schwierigen Verhältnissen der Gegenwart zu dienen?", und des Metropolitans Dr. Bötte-Allendorf a. W. über: „Römisch« und evangelische Wohltätigkeit." Alle Freunde der Jnnerm Mission sind als Festteilnehmer freundlichst ringe- lâden und willkommen.
* Köttigl. Zeichettakabemie. Die Aufnahme der Schüler findet am 9. und 11. Oktober, vormittags von 9 bis 12 Uhr, statt. Der Unterricht beginnt am 12. Okt. er,
* Abschiebsfeier «t Ehren des scheidenden Nttterofstzierkorps Jnf.-Negts. Nr. 166t Am 1. April d. Js. waren 12 Jahre verflossen, seitdem das Infanterie-Regiment Nr. 166 in unserer Stadt formiert worden ist. Alb vor etwa 2 Jahren das Gerücht auftrat, daß unsrre „Hessen-Homburger" Ende September 1909 ihre hiesige Garnison mit'derjenigen in Bitsch in Lothringen eintauschen sollten, wurde dieses seitens unserer Einwohnerschaft allgemein bedauert, erfreute sich das Regiment doch durch den friedlich-freundlichen Verkehr mit her hiesigen Bürgerschaft allgemeiner Beliebtheit. Dieses Verhältnis gestaltete sich mit der Zeit zu einem besonders innigen zwischen den aus ausschließlich ehemaligen Soldaten bestehenden Mitgliedern des hiesigen G a r d e v r r e i n s und dem Unteroffizierkorps des scheidenden Regiments. Unsere Gardisten
ließen eS sich daher nicht nehmen, sich von dem Korps mit einer kleinen Feier, die am gestrigen Abend in der „Concordia" stattfand, zu verabschieden. Den schönen Abend leitete nach einigen Musikstücken der Roy e'schen Kapelle der Vorsitzende dis Vereins, Herr Heinrich Hummel, mit folgender Begrüßung des schmucken Korps ein: „Werte Kameraden! Wir haben Sie heute zu unS eingeladen, um noch einige Stunden mit Ihnen in fröhlicher Gesellschaft zu verbringen. Ich gebe unserer Freude Ausdruck, daß Sie unserer Einladung so zahlreich Folge geleistet haben und begrüße Sie namens des Gardevereins auf das herzlichste. Abschied, liebe Kameraden, ist ein Wort, das eines bitteren Beigeschmacks nicht entbehrt, denn: „Scheiden tut weh" sagte schon der Dichter. Ich glaube aber, es ist unser aller Wunsch, daß unser« heutige Feier nicht unter dem Zeichen eines traurigen Abschieds stehe. Lassen Sie uns vielmehr bedenken, daß es ja unser allerhöchster Kriegsherr ist, der Sie von uns fortruft und seinem Rufe Folge zu leisten ist unser aller Pflicht. Geht uns doch Se. Majestät mit einem Beispiel treuer Pflichterfüllung voran, dieses bewies er auch wieder im letzten Kaisermanöver, wo er von früh bis spät auf dem Manöverfelde ausharrte. Auch unsere heutige Feier glaube ich nicht schöner eröffnen zu können, als wenn ich Sie auf» fordere, unserem obersten Kriegsherrn zu huldigen durch den Ruf: „Se. Majestät Kaiser Wilhelm H. Hurra, Hurra, Hurra!" Das Absingen der Nationalhymne schloß die mit dröhnendem Beifall aufgenommenen Worte. Den Dank des Unteroffizier- Korps für die freundliche Einladung erstattete Feldwebel Krüger, das kameradschaftliche Verhältnis des Garde- vereins zu dem Korps besonders hervorhebend. Sein Hoch galt dem Gardeverein. Chorlieder und Vorträge des Humoristen L. Müller, der seine Vielseitigkeit wieder aufs neue bewies, wechselten mit den Solo-Vorträgen des alten Gardisten G. S ch n a r r ab. Es war wirklich eine Freude und Genuß, diesem prächtigen Bassisten, der namentlich im Forte eine überwältigende Kraft und Schönheit entfaltet, zu lauschen. Auch Herr F. Liese trug mit seinem wunderbar klingenden Bariton zur Verherrlichung des Abends bei. Der Vorsitzende teilte noch mit, daß der Gardeverein dem Unteroffizier-Korps vor seinem Scheiden als dauerndes Andenken treuen Zusammenhaltens zwei Plaketten überreichen werde. Hoffentlich erinnern sich die scheidenden Unteroffiziere noch recht oft folgender Worte, die ihnen ein Vereinsmitglied in einem Abschiedslied widmete:
Doch wenn Ihr dort in den Vogesen Im Felddienst übt den freien Blick, Dann denkt was Hanan Euch gewesen, Denkt an die frohe Zeit zurück.
* Frattkfttrter OnarLett-Vereittiguttg. Da die Abonnements-Bestellungen zu den diesivinterlichrn Kammer« musik-Konzerten der Frankfurter Quartett-Vereinigung schon sehr zahlreich tingelaufen sind, werden diejenigen, welche sich noch nicht zu einer Bestellung entschlossen haben, höfl. gebeten, dieselbe bis z u m 1. O k t 0 b e r bewerkstelligen zu wollen, damit eine rechtzeitige Zustellung der Karten ermöglicht wird. Es wird noch m als besonders darauf aufmerksamgemacht, daß eine Liste zum Ein- zeichnen nicht in Umlauf gesetzt wird. Karten sind auch in den beiden hiesigen Hofbuchhandlungen zu haben.
* Kampf in der Gold- imd Silberwaren- brattche. In einer überaus stark besuchten Versammlung, es mögen weit über 1000 Personen Saal, Galerie und Bühne des Gewerkschaftshauses gefüllt haben, nahmen gestern nachmittag 4 Uhr die Gold- und Silberarbeiter Stellung zu der nunmehr seit einem Vierteljahr schwebenden Frage: Arbeitsvertrag oder Arbeitsordnung. Am 1. Juli lief der seit 3 Jahren bestehende Arbeitsertrag für das Gewerbe ab und die Arbeitgeber zeigten keine Neigung, an eine Erneuerung des Vertrages heranzuireien, hingegen unterbreiteten sie einen Entwurf zu einer Arbeitsordnung, in der alle in dem seitherigen Vertrag bestehenden Festlegungen in Bezug auf das Arbeitsverhältnis übernommen waren, in der aber auch einige Neueinfügungen Platz gefunden hatten. Eine frühere Versammlung beschäftigte sich bereits mit dieser Frage und kam zu dem Schluß, daß kein triftiger Grund vorliege, diesen seit 3 Jahren bestehenden und sich stets bewährt habenden Vertrag fahren zu lassen und an feine Stelle die Arbeitsordnung zu setzen. Die Organisationsleitung sollte in diesem Sinne mit den Arbeitgebern weiter verhandeln. In der gestrigen Versammlung nun gab der BezirkSleiier F. Ehrler- Frankfurt an der Hand eines umfangreichen Briefwechsels — eine mündliche Aussprache war abgelehnt worden — ein Bild über den Verlauf der seither gepflogenen Verhandlungen. Die Arbeitgeber lehnten danach nach wie vor eine Erneuerung des Vertrages ab, gaben wiederholt die bestimmte Zusicherung, daß durchguS nicht, wie vielleicht angenommen werde, mit der Einführung der Arbeitsordnung Verschlechterungen oder Beschneidungen der bestehenden 29er» günstigungen geplant seien und baten um event!. Abänderungsvorschläge zu der Arbeitsordnung. Nachdem nun so bestimmte Zusicherungen seitens der Arbeitgeber gemacht waren, wollte die Organisationsleitung die Verhandlungen nicht scheitern lassen an der Frage Vertrag oder Arbeitsordnung und machte denn auch Abänderungsvorschläge zu letzterer, jeden einzelnen Abänderungsanirag mit Begründung versehend. Außerdem wurden besondere Bestimmungen für die Arbeiterausschüsse der einzelnen Geschäfte und eine Geschäftsordnung für die Schlichtungskymmission gewünscht. Die beiden letzten Punkte wurden von den Prinzipalen abgelehnt. Die Abänderungs- antrâge wurden ebenso verworfen mit dem Hinweis, daß die meisten dieser Bestimmungen der Arbeitsordnung von 1992 entnommen seien. Auf ein weiteres Schreiben der Organi- sationSleitung erhielt dieselb« dann die nunmehr in Kraft tretende Arbeitsordnung. Aus dem ganzen Gange der Verhandlungen, führte Ehrler aus, sei ersichtlich, daß die Organisation alles getan habe, um auf friedlichem Wege zu einer Verständigung zu gelangen, aber vergebens, es sei den Arbeitgebern mit den wiederholten Zusicherungen, daß seine
Verschlechterungen Platz greifen sollten, gar nicht ernst gewesen, das beweise die glatte' Ablehnung aller Abänderungsvorschläge. Diese bemängelten Bestimmungen seien als Der- schlechterungen unbedingt anzusehen. Die Organisalions« leitung habe nachgegeben, soweit sie eS mit der Ehre der Organisation zu vereinbaren können glaubte, ein weiteres. Nachgeben könne unter keinen Umständen stattfinden. Die . Organisationsleitung schlage deshalb vor — selbstverständlich ohne irgendwie Einfluß auf die Abstimmung der Mitglieder ausüben zu wollen, da der Der^ lauf der Verhandlungen gezeigt habe, daß es den Arbeitgebern mit ihren gegebenen Zusicherungen nicht ernst sei, an der Wiederherstellung des Vertrages festzuhalten, der nur allein den Arbeitern Garantien biete und die Arbeitsordnung strikt« abzulehnen. In der Diskussion beantragte Stückel, am kommenden Samstag die allgemeine Kündigung auszusprechen. S e i tz beantragt, daß dann aber auch der in der letzten Versammlung gestellte Antrag, einen 3jährigen Vertrag mit lOprozeniiger Lohnerhöhung abzuschließen, wieder ausgenommen werde. BI u m ö h r ist ebenfalls für die Kündigung, will aber, daß diejenigen, die bei dem Streik nicht mitmachten und den Kollegen in den Rücken sielen, nack Beendigung der Differenzen entlassen werden müßten. Bock ist dafür, daß man in diesem Falle eine Ausnahme mit den alten Kollegen mache, die sozusagen das Gnadenbrot der Prinzipale haben, da letztere nur froh wären auf diese Art die alten Leute abgeschüttelt zu haben. Von der Organisations- leitung wird die Versammlung wiederholt darauf aufmerksam gemacht, vor der Abstimmung sich genau zu überlegen und die Tragweite des rvent. Beschlusses nicht zu verkennen, wenn es aber zum Streik komme, geschlossen zusammenzuhalten. Die Abstimmung ergibt unter lautem Beifall die Annahme deS Antrags Stückel gegen nur 1 Stimme. Der Antrag Seitz wird vorläufig fallen gelassen. Sonach wird also am SamStag in allen Geschäften der Gold- und Silberwaren- brauche die Kündigung ausgesprochen werden. — Es wär« nur zu wünschen, daß sich Mittel und Wege finden ließen, um diesem Kampf, der für beide Teile nur mit großen Schädigungen verbunden sein würde, aus dem Wege zu gehen.
* Verdingung. Bei dem gestern stattgefundenen Termin zur Verdingung der Arbeiten und Lieferungen für die Erweiterung des Empfangsgebäudes auf Bahnhof Hanau
Nord lagen folgende Offerten vor:
1. P. Do tter, Dieburg.....Mk. 7720-40
2. G r ä h l i ng L S ch l in g l 0ff, Hanau „ 8623.51
3. Jäger & Rumpf, Hanau ... „ 8686.68
4. F. Rumpf, Hanau...... 8712.11
5. Johann Heinrich Hack, Hanau... „ 8909.28
6. Ernst Schramm, Großauheim . . „ 9181.46
7. I. Bernges, Hanau ..... „ 9298.82
8. W. F r a n z, Hanau...... 9457.23
9. K. Fuchs, Langenselbold .... „ 9639.84
10. J. Louis Wörner, Hanau ... „ 10411.37
* Jubiläum. Morgen feiert in Berlin Herr Karl Röder fein 25jâhriges Jubiläum als Werkführer bei der Juweliersirma Josef Zeitek. Der Jubilar ist ein Hanauer. Seine Lehrzeit beenbete er bei der Firma C. Dissinger Söhne.
* ^criettfittfe und Privatunterricht. Wie alljährlich während der Herbstferien, wird Herr Sprachlehrer Dippel auch dieses Jahr wieder Ferienkurse für Schüler aller höheren Schulen abhalten, für welche Anmeldungen zu den an anderer Stelle angegebenen Zeiten angenommen werden. In Anbetracht der langjährigen Erfolge des Genannten auf diesem Gebiete, kann Schülern mit schwachen Zeugnissen der Besuch der Ferienkurse dringend empfohlen werden, umsomehr als dieselben nur in den Vormittagsstunden abgehalten werden. Wir werben gebeten zu bemerken, daß Anmeldungen nur z u den in der Anzeige angegebenen Zeiten angenommen werden.
* Dampsetfahrt. Herr Nauheimer gibt bt- sannt, daß die für letzten Sonntag anberaumte Dampferfahrt nach Schwanheim des schlechten Wetters wegen ausfiel und erst am nächsten Sonntag zur gewohnten Stunde stattfindet, In Schwanheim findet an diesem Tage Kirchweihfest statt.
* Großer Diebstahl. Auf dem hiesigen Ostbahnhof« ist ein umfangreicher Diebstahl von Schuhwaren in einem von Pirmasens nach Hanau gelangten Umladewagen entdeckt worden. Es sind größere Mengen Herren«, Damen- und Knaben - Schnürstiefel und Damen - Hausschuhe verschiedener Größen aus zehn Kisten entwendet. Wie Blutspuren er« wessen, hat sich der Täter beim Oeffnen der Kisten erheblich verletzt. Der Tatort steht noch nicht fest, weil der Wagen auch auf den Stationen Biebermühle, Landau, Germersheim, Ludwigshafen und Frankfurt a. M. längere Zeit gestanden hat.
* Eine Katze von Himber« zerfleischt. Der Hanauer Tierschutzverein nahm in seiner gestrigen Vorstandssitzung Kenntnis von einem auf dem Exerzierplatz vor geraumer Zeit stattgefundenen kaum glaublichen Vorfall. Ein hier wohnender Herr ließ eine Katze an ein Seil anbinben und diese dann aus Vergnügen von feinen beiben Hunden zerfleischen. — Man ersieht daraus, daß den Tierschutz- vereinen noch eine große Aufgabe zu erfüllen obliegt und aufklärende Arbeit auch unter jenen Kreisen, die sich doch zu den gebildeten rechnen, notwendig ist. — Bemerkt sei, daß eine Bestrafung jenes Vorgangs erfolgt ist.
* Schneller Tob. Gestern verstarb eine ältere Frau aus Gelnhausen, die aus dem LandkrankenhauS dahier nach einer Operation, die glücklich verlaufen war, entlassen worden, in dem um halb 7 Uhr in Gelnhausen eintreffenden Personenzug im Abteil. Ohne Jedes Anzeichen eines Unwohlseins war die Frau in Hanau kingestiegen und sank zwischen den Mitreisenden sitzend um und verstarb alsbald.
* Katttiottsschwittbler. In Wiesbaden knöpfte ein Unbekannter einem Stellungsuchenden einen Betrag von 100 Mk., der für die Kaution bestimmt sein sollte, ab. Der Schwindler ist etwa 30 Jahre ' alt, 1,80—1,85 Meter groß.