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Erscheint täglich mit Ausnahme d« Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Betattbeotti. Redakte«: •. ffriât i» Ha«»
Nr. 224 Fernsprechnnschlntz Nr. 605.
Freitag den 24. September
Fernsprechanschlust Nr. 605. 1909
Amtliches.
Stadtkreis Hanau. Verdingung.
Die Erd- und Maurerarbeiten sowie Heizung und Badeeinrichtung zum Neubau der Badeanstalt am Sieinheimertor sollen unter Zugrundelegung der „allgemeinen Bestimmungen sür die Vergebung städtischer Arbeiten und Lieferungen" öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen sind im Stadtbauamt, Zimmer Nr. 18, einzusehen und können von dort wie folgt bezogen werden:
1. Die Erd- und Maurerarbeiten für 1,50 Mk.,
2. Die Heizung rc. kostenlos.
Die Angebote sind versiegelt mit der Aufschrift „Angebot auf Neubauarbeiten für die Badeanstalt am Steinheimertor" post- und bestellgeldfrei a) für Erd- und Maurerarbeiten bis Freitag den 8. Oktober, b) für Heizung rc. bis Freitag den 22. Oktober, vormittags 11 Uhr, bei vorgenannter Dienststelle tinzureichen, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Anbieter stattfindet.
Hanau den 21. September 1909.
Der Magistrat.
Hild. 21447
Bekanntmachung.
Die Polizeiverordnung vom 23. Januar 1894 betr. das Einsperren der Tauben zur Saatzeit wird mit dem Bemerken in Erinnerung gebracht, daß sämtliche Tauben mit Ausnahme der Pfautauben, Römer, Malteser, Carriers, engl. und franz. Kröpfer, Perücken, Show-Antwerps und Brünner vom 1. bis 31. Oktobev 1909 eingesperrt zu halten sind. ,
Hanau den 20. September 1909.
Städtische Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister.
J. B.: Hild. 21449
I Bekanntmachung.
Nach Mitteilung der Inspektion der Infanterie-Schulen herrscht bei den U n t e r o f f i z i e r s ch u l e n für die diesjährige Herbsteinstellung noch Mangel an Freiwilligen. Die Einzustellenden müssen mindestens 17 Jahre alt sein, dürfen aber das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Als Nachersatz kommen jedoch auch diejenigen Freiwilligen in Betracht, welche in der Zeit nach dem allgemeinen Einstellungstermin bis Ende Dezember d. Js. 17 Jahre alt werden.
Der Aufenthalt in der Schule dauert im allgemeinen 3 Jahre.
Nähere Bestimmungen find beim unterzeichneten Kommando zu haben.
Königliches BezirkskommandoHanau.
Politische Rundschau.
Ansführungsvorschriften zur Gewerbeordnung. Wie die „Textil-Woche" erfährt, haben kürzlich im Reichsamt des Innern Besprechungen über den Erlaß von Ausnahmebestimmungen gemäß § 139 a der Gewerbeordnung (Frauenarbeit in Konsektions- und Putzbetrieben) mit Vertretern des Verbandes deutscher Detailgeschäfte der Textil- brauche stattgefunden. Danach muß es zweifelhaft erscheinen, ob der Bundesrat überhaupt von der ihm in der Gewerbeordnung zugestandenen Befugnis, Ausnahmen für gewisse Saisonbetriebe hinsichtlich der allgemeinen Regelung der Frauenarbeit zu treffen, Gebrauch machen wird. Es gewinnt den Anschein, als ob man befürchtet, daß die Gewährung D0” Ausnahmen an einzelme Geschäftszweige zu Berufungen aiiderer Geschäftszweige, die gleichfalls Saisonarbeit verrichten, führen würde.
m Tariferhöhung auf den Württembergischen Fahnen. Vom 1. Dezember ab tritt bei den württem- berglschen Staatseisenbahnen außer der Erhöhung des Tarifs für die vierte Klasse von 2 auf 2,3 Pfennig eine Erhöhung der Fahrprejse für die Monatskarten aller Klassen NN. Ebenso werden alle Mindestfahrpreise in den Klassen 1-2 erhöht, sie betragen anstatt bisher 20, 15 und 10 Pfg. 25' 20 und 15. Die Fahrkarte dritter Klasse auf 5 Kilo- »cttr kostet künftig 20 anstatt 15 Pfg.
Die Lage in Ungarn wird in Wien sehr ernst beurteilt. Ein Mitglied des Kabinetts Wekerle erklärte dem
Budapester Korrespondenten des „Neuen Wiener Tagblatts", ohne Nachgiebigkeit und ohne Entgegenkommen von oben sei es eine Unmöglichkeit, in Ungarn Ordnung zu schaffen. Kein Mensch wäre imstande, die enormen Mehrforderungen für Armee und Marine, mit denen man an Ungarn herantrete, ohne Konzessionen durchzuführen. Das Organ Kossuths, das Blatt „Budapest", erklärt, daß man mit einem außerparlamentarischen Regime rechnen müsse, weil es unmöglich erscheine, ein parlamentarisches Kabinett, sei cs mit provisorischem, sei es mit definitivem Charakter, zu bilden. In der Tat werde in parlamentarischen Kreisen die Eventualität eines außerparlamentarischen Experimentes zur Lösung der Krise sehr lebhaft erörtert, da der Thronfolger einer solchen Lösung zuneige und sie direkt fördere. *
Englisches Unterhaus. Im Laufe der Beratung über den § 56 der Finanzbill, welcher die Stempelsteuer auf börsengängige Papiere mit Ausnahme von Kolonial- und Regierungsanleihen verdoppelt, sprachen sich verschiedene Unionisten gegen diese Steuer aus, weil die erhöhte Steuer das Geschäft von dem Londoner Markt vertreiben würde. Mayor Ccater erklärte, daß, als die Stempelsteuer im Jahre 1908 in Berlin erhöht wurde, das ganze Geschäft der Fondsbörse nach England abgewandert sei. Von dem Vertreter des Schatzamtes wurde dagegen geltend gemacht, daß die neue Steuer dem Geschäft keine unbillige Lasten auferlege. Der Paragraph wurde schließlich mit 216 gegen 84 Stimmen angenommen.
Abessinien. Eine Kabelnachricht der „Agenzia Stefani" meldet die Ernennung des Fitaurari Apte Giorgis zum Minister des Auswärtigen. — Diese Ernennung bedeutet einen Sieg der Partei Meneliks über die Anhänger der Kaiserin Taitu. Apte Giorgis war bisher schon Kriegsminister und Verweser des Justizministeriums, zugleich Vorsitzender des Staatsrats und Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen in der Reichshauptstadt. Mit Ras Tessama, dem Herrn von Jlulabor, Bunno, Didu und Selle, der als Vormund des Thronerben Lidj Jeaffu am 10. August zum Reichsverweser ernannt worden ist unb mit Ras Michael, dem Vater Lidj Jeassus und Herrn von Wollo, Saint, Boran« und Aussa, bildet Apte Giorgis einen Dreibund für Menelik und Lidj Jeassu gegen Taitu und ihren Bruder Ras Wolie, den Herrn von Jedschu und Last«.
Die Lage in Marokko."
Paris, 23. Septbr. In diplomatischen Kreisen versichert man, die französische Regierung werde bei dem Meinungsaustausch, zu dem der Protest Muley Hafids Veranlassung geben werde, gemäß der von ihr bei der Beurteilung marokkanischer Grenzfragen befolgten Doktrin den Standpunkt vertreten, daß das diplomatische Korps nicht kompetent sei, sich mit dem marokkanischen Protest zu befassen, und daß der Maghzen und Spanien demnach ihren Streitfall unter sich allein austragen müßten.
Madrid, 23. Septbr. Nach amtlichen Meldungen aus Melilla betrugen die Verluste der Spanier bei dem gestrigen Kampfe: 2 Soldaten tot, 1 Offizier und 18 Mann verwundet. Die Marokkaner sollen bei dem Kampfe am 20. September 79 Tote gehabt haben.
Madrid, 23. Septbr. Wie amtlich aus Melilla gemeldet wird, ist die Stellung der spanischen Truppen folgende: General Alfau steht östlich von Jatel bei Dar el Hach, General del Real zwischen Dar el Hach und Rostro- gordo, westlich von Ives Forcas, General Tovar hat das Tal des Rio Oro und General Sotomayor Suk Beni Sikar besetzt. General Orozco befindet sich noch bei den Minen von Aograz in der Nähe von Mar Chica. General Marina mißt der Besetzung von Suk Beni Sikar große Bedeutung bei, da bedeutende Teile des dortigen Stammes dadurch abgeschnitten und der feindlichen Harka dieser wichtige Marktplatz, der ihr als Sammelplatz zu dienen pflegte, entrissen sei.
Hus aller Melt.
Falschmünzernest. In Hannover-Döhren wurde ein Falschmünzernest ausgehoben. Es handelt sich um die Familie eines gewissen Hampe, der vor längerer Zeit wegen Münzvergehen zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt worden war. Die Frau, ferner die 21jährige Tochter und zwei Söhne, von denen der eine 16 Jahre zählt, während der andere'noch schulpflichtig ist, wurden zusammen in ihrer Wohnung verhaftet. Formen und sonstiges notwendiges Handwerkszeug wurden vorgefunden Auf das Treiben der Familie wurde man erst heute aufmerksam, als der jüngere Sohn bei der Ausgabe eines falschen Zweimarkstückes ertappt wurde. m . .. . . , ,
Duellforderung. Die Redaktion des Hamburger Fremdenblattes teilt an der Spitze ihres Handelsteils mit.
ihr Handelsredakteur Hildebrandt habe von Dr. Ruperti, Vorstandsmitglied der Vacuum Oil Company, eine Duellforderung erhalten. Ruperti fühlte sich beleidigt wegen verschiedener Artikel des Fremdenblartes gegen das Geschäftsgebaren der genannten Company und weil das Fremdenblatt seine Verwunderung darüber geäußert hatte, daß Ruperti die Erklärungen der Company mit seinem Namen decke. Di« Duellforderung erging, als der Redakteur es abgelehnt hatte, vor dem Ehrenrat deS Bezirkskommandos zum Versuch eines Ausgleichs zu erscheinen. Das Fremdenblatt verweist Ruperti und die Company an die ordentlichen Gerichte.
Er wollte nicht neben seiner Frau begraben sein. Ein komischer Kauz muß ein älterer Mann gewesen sein, der dieser Tage in der Gegend von Klixbüll im Kreise Tondern starb. Auf seinem Sterbebette bestimmte er den „FlenS- burger Nachrichten" zufolge, daß er nicht neben seiner ihm im Tode vorgegangenen Frau bestattet werden solle, da in der Nähe eine Person ruhe, die geisteskrank gewesen. Wirklich wurde auch dem Verstorbenen an einer anderen Stelle des Friedhofes sein Grab gegraben.
Der Tod im Gerichtssaal. Der 57jährige Landgerichtsrat Büchner, der am Donnerstag vormittag vor der sechsten Strafkammer des Landgerichts Berlin als Beisitzer fungierte, wurde während der Sitzung von einem,Schlaganfalle betroffen. In ein Nebenzimmer gebracht, verschied er.
Bon einer Frau erschossen. In TannermaiS in Niederbayern hat eine Kleinbäuerin einen seit Jahren mit ihr verfeindeten Tagelöhner, der sie mit dem Messer bedrohte, auf offener Straße mit einer alten Pistole erschossen.
Hus Dab und fern»
Schlüchtern, 22. Sept. Mit der Durchstechung des Distelrasen-Tunnels geht» nur langsam vorwärts; schlechte, schlammige, sumpfige Stellen hemmen den Fortschritt, der von der südlichen Tunnelmundung bereits bis zur Portaleinsetzung gediehen ist.
Fulda, 22. Septbr. Am 26. und 27. September, Sonntag und Montag, feiern die vereinigten evangelischen Kirchengesanzverein« deS KonfistorialbezirkS Cassel in unserer Stadt ihr JahreSfest. Schon einmal, in den Septembertagen des Jahres 1896, durften wir in unserer Stadt die Vertreter der Kirchenchöre begrüßen. Der damals herrlich verlaufen« Familienabend in Giesels Saal wird heute noch manchem Teilnehmer in guter Erinnerung sein. Von auswärtigen Chören wird zu dem diesjährigen Fest der vorzüglich geschulte Chor der Johanniskirche zu Hanau im FestgotteS- dienst und beim Familienabend durch GrsanaSvorträge mitwirken.
Schlitz, 22. Septbr. Schwer verunglückt ist heute hier der Maurerlehrling Schmidt aus Großenmoor. Derselbe kam in der Gräflichen Brauerei, wo er beschäftigt war, in eine Transmission, dabei erlitt er verschiedene Verletzungen am Körper, ein Arm wurde ihm zweimal gebrochen und aus dem Gelenk gerissen. Der Arm wird abgenommen werden müssen.
Gießen, 22. Sept. Die Eisenbahnverwaltung hat den SiemenS-Schuckert-Werken 33 Triebwagen für die Strecke« Gießen-Nidda und Hungen-Friedberg in Auftrag gegeben.
Fritzlar, 21. Sept. In der letzten Stadtverordneten- sitzung wurde der Vorschlag des Magistrat», die städtische Lateinschule um eine Klasse Obertertia zu erweitern, angenommen. Die Kosten der Erweiterung betragen ca. 6000 Mark. Eine Eingabe der Volksschullehrer bett. Gewährung von Ortszulagen und Erhöhung der Mietsentschäbigung fand keine Annahme. Vorläufig werden nur die gesetzlich feftge- legten Gehälter gezahlt.
Herborn, 21. Sept. An dem Neubau der Dillbrücke ist die dem linksseitigen Ufer zustrebende Stauwand emge- stürzt, weil sie den Wasserdruck nicht aushalten konnte. Am linken Dillufer ist durch Wegreißen ziemlicher Schaden ent- standen. . _ _ .
Wilhelmshansen a. d. Fulda, 22 Sept. Bei der Jagd auf Ratten in der Stallung eines hiesigen Muhlen- besitzers schlüpfte einer der in die Enge getriebenen Nager dem Manne in die Beinkleider und biß sich auf dem Rücken unter dem Hemde fest. Auf das Geschrei deS Mühlen- besitzers eilten dessen Mutter und Frau herbei, denen el gelang, die Ratte zu erdrücken.
Worms, 22. Sept. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung stand u. a. auch die Weiterführung der elektrischen Straßenbahn nach Horchheim und Herrnsheim auf der Tagesordnung. Die Kosten der Bahn nach Horchheim werden auf 135 ÖOO Mark geschätzt, die der Bahn nach Herrnsheim auf 80 700 Mark. . Der Finanzausschuß beantragte, daß in einer Eingabe an das Großh. Ministerium die Erlaubnis zur Vornahme von Vorarbeiten auf den Staat«, straßen nachgesucht werden soll. Der Antrag wurde nach längerer Debatte angenommen. Ferner hat der elektrisch«