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Hanauer

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General-Anzeiger

WWl«Ü«nldnick unb Berits ta BuHdenckwst M verein* n, WatserchauseS « Hemau.

AMihts Organ fit Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Ne. 204

Fernsprechanschlutz Nr. 605

Mittwoch den 1. September

Fernsprechanschlutz Nr. 605* 1909

Amtliches.

Eandkreis Ranau.

An die Schulverbände des Kreises.

Die Schulverbände mache ich auf den als Beilage zum Regierungsamtsblatt Nr. 32 vom 11. August d. Js. ver­öffentlichtenVerteilungsplan des Bedarfs der Atterszulagekasse für die Lehrer und Lehre- rinnen an den öffentlichen Volksschule« des Regierungsbezirks Cassel für das Rechnungs­jahr 1908,* welcher gemäß § 68 des Gesetzes vom 26. Mai 1909 neuaufgestellt worden ist, hierdurch aufmerksam. Alle im Rechnungsjahre 1908 eingetretenen Veränderungen haben Berücksichtigung gefunden.

Hanau den 30. August 1909.

Der Königliche Landrat.

V 4838 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.

Der Saatcnstand Mitte August 1909.

Regierungsbezirk Cassel, Kreis Hanau, Land.

Begutachtungsziffern (Roten): 1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = mittel (durchschnittlich), 4. gering, 5 a sehr gering.

Fruchtarten usw.

Durch-

Anzahl der von den VerttauenSmârmern abgegebenen Noten.

'chmtt! für

Z

Snoten den

1

1-2

2

23

3

34

4

45

5

Wmterwcizru

2,8

3,0

2

2

1

Sommerweizen

2,5

2,5

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2

2

Winterspel;

2,2

Winterroqgen

2,6

2,3

1

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3

1

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-

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MBB

Sommerroggen

2,9

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1

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Sommergerste

2,5

2,2

2

2

1

***

Hafer

2,4

2,3

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4

1

2

MBB

OB

MM

Erbsen

2,5

2,2

2

2

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Ackerbohnen

2,7

3,2

1

*

2

1

-

Wicken

2,5

2,4

2

1

1

B*

Kartoffeln

2,3

2,1

2

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3

2

*

Zuckerrüben

WinterravS- u.

2,4

2,3

5

1

Rübsen

2,4

Flachs (Lein)

2/5

*

-

Klee

3,1

2,9

3

1

2

Luzerne Wièsen m. kstl.

2,9

2,8

2

9

2

Be- (Ent-)wäss.

2,8

2,6

2

1

Andere Wiesen

3,1

3,0

1"

2

3

2

-

Königlich Preußisches Statistisches Landesamt.

Dr. B len ck, Präsident. V 4813

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Eine Erinnerung an die Schlacht bei Sedan.

Wie ein furchtbarer Donnerschlag machte Anfang September 1870 ein nur wenige Zeilen enthaltendes Telegramm des Königs vom Kriegsschauplätze, aufgegeben am 2. September, halb 2 Uhr nachmittags, vor Sedan, die Welt erzittern: Die Kapitulation, wodurch die ganze Armee in Sedan kriegsgefangen, ist soeben mit dem General Wimpffen ge­schlossen, der an Stelle deS verwundeten Marschall Mac Mahon das Kommando führte. Der Kaiser (Napoleon) hat nur sich selbst mir ergeben, da er das Kommando nicht führt und alles der Regentschaft in Paris überläßt. Welch eine Wendung durch Gottes Fügung." Ein erschütterndes Stück Weltgeschichte, schwerwiegender als di« Bedeutung eines jahr­hundertelangen Ganges ruhiger Entwicklung, ist in diesen wenigen, nicht von tönenden 'Worten und Ueberhebung des Siegers erfüllten, sondern des Allmächtigen gütige Hand schlicht anerkennenden Sätzen enthalten. Die stolze, sieg­gewohnte französische Armee unter dem berühmtestes ihrer Generale geschlagen und kriegsgefangen und der Kaiser Napoleon sich dem erlauchten Sohne der edeln Königin Luise, die sein Vorfahr im Jahre 1807 bei Tilsit tödlich beleidigt hatte, nun im Jahre 1870 auf Gnade und Ungnade ergebend I das war etwas so Ungeheures, daß man es in der ganzen im ersten Augenblick nicht recht zu fassen vermochte. So war denn auch in allen deutschen Gauen und überall, soweit die deutsche Zunge klingt, der erste Eindruck dieser Nachricht ein starres, wortloses Staunen, das dann in uner­meßlichen Jubel überging.

Mit einigen Worten sei in ihren Hauptumrissen der Er­eignisse gedacht, welche dem Ruhmestage von Sedan vorau­gingen. Nach den großen Schlachten bei Metz war die französische Armee des Marschalls Bazaine in dieser Festung durch die vom Prinzen Friedrich Karl befehligte Heeres­abteilung eingeschlossen, während Marschall Mac Mahon nach der Niederlage von Wörth auf Chalons zurllckeilte. Hier erwartete man eine weitere Entscheidung, doch die Ge-

MW SaffflitHM* Ham.

Es sollen in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden:

1. die Erd-, Maurer- re. Arbeite« für die Mann­schaftslatrinen I, II und III,

2. Die Zimmerarbeiten für das Beamtenwohngebäude des KasernementS für das Eisenbahn-Regiment Nr. 3.

Die Angebote sind versiegelt und mit kennzeichnender Aufschrift versehen, bis zur Eröffnung derselben am Dienstag den 21. September 1909, vormittags 10 Uhr, an die Bauleitung der städtischen Kasernen-Neubauten in Hanau, Lamboystraße 56, einzureichen.

Die Zeichnungen, Verdingungsunterlagen und Ver- dingungSanschläge liegen dorffelbst zur Einsichtnahme aus, letztere können auch, so lange der Vorrat reicht, gegen post- und bestellgeldfrei« Einsendung von 2 Mk. für je ein LoS von dort bezogen werden.

Der Zuschlag wird innerhalb 5 Wochen erteilt und bleibt der Unternehmer so lange an sein Gebot gebunden.

Hanau den 28. August 1909.

Der Magistrat. 19699

Bekanntmachung

über Erhebung der Kirchensteuer.

Die für das Steuerjahr 1909 zur Erhebung kommende Kirchensteuer beträgt wieder wie im notigen Jahre 8'/» Prozent der staatlichen Einkommensteuer. Da die Genehmigung zur Erhebung durch das Königliche Konsistorium und die Königliche Regierung berits erteilt worden ist, wird mit der Abholung der Kirchensteuerbeträge durch städtische Kaffenboten in den nächsten Tagen begonnen werden. (Gesetz v. 22. 7. 1908).

Die Presbyterien 19627 der JohanirtS- und Marienkirche zu Harra«.

Gefundene und verlorene GegenstSude re.

Gefunden: 1 Trauerstor, 1 schwarz und weißer Herrenstrohhut, 2 schmutzige Herren-Biberhemden, 1 altes rotes Damenporiemonnaie mit 2,50 Mk. und 1 Porte­monnaie-Kalender.

Verloren: 1 Schlüsselring mit 45 Schlüsseln.

Hanau den 1. September 1909.

poUMcke Run dich au.

Flottenmanöver. Die taktischen Uebungen des Herbst­manövers wurden mit einem Gefecht des unter dem Ober­befehl des Prinzen Heinrich vereinigten Geschwaders gegen einen markierten Feind beendigt. Der Kaiser ließ durch

schicke gestalteten sich anders. Man fand daS Lager dort leer und niedergebrannt. Mac Mahon war am 22. August von dort abmarschiert; wohin er sich gewendet hatte, ob nach Paris zum unmittelbaren Schutze der Hauptstadt oder nach einer andern Richtung, blieb zunächst ungewiß. Durch die vorauseilende Kavallerie wurde aber der Schleier bald gelüftet. Sie stellte fest, daß er in nordöstlicher Richtung abgerückt war, offenbar um von Norden her nahe der belgischen Grenz« auf Metz vorzustoßen und den Entsatz der dort umklammerten Bazainischen Armee zu bewirken.

General v. Moltke entwarf hierauf den vom Könige ge­nehmigten Plan, sofort mit der 3. Armee, die unter dem Befehl des Preußischen Kronprinzen stand, rechts, das heißt nach Norden, abzumarschieren und die unter Führung des Kronprinzen von Sachsen neugebildete Maasarmee ebenfalls in dieser Richtung anzusetzen. Es galt nach den großzügigen Absichten unseres berühmten Heerführers, nicht nur den Marschall Mac Mahon von Metz abzuwehren, sondern ihn von Paris endgültig abzuschneiden und ihn gegen die belgische Grenze zu drängen, wo dann ein Entscheidungskampf auf Tod und Leben bevorstand. Verlief er für die französischen Waffen unglücklich, dann war des Marschalls Schicksal be­siegelt: entweder mußte sein Heer auf das neutrale belgische Gebiet übertreten, oder es mußte sich ergeben, in beiden Fällen war es für Frankreich verloren. Feldmarschall Moltke sagt in seiner Geschichte des Krieges von 1870/71, man habe im Felde vielfach nur mit Wahrscheinlichkeiten zu rechnen, und das Wahrscheinliche sei meist, daß der Gegner die richtigst«, das heißt für ihn günstigste Maßregel ergreift. Als eine solche sei es aber nicht anzusehen gewesen, wenn das fran­zösische Heer Paris entblößte; der Zug nach Norden erschien befremdlich, selbst etwas abenteuerlich. Und tatsächlich hat er sich alS ein Abenteuer von den für den Kaiser Napoleon und seine Herrschaft verderblichsten Folgen erwiesen.

In den letzten Tagen des August war die zur Entscheidung erforderliche Vereinigung der deutschen Streitkräfte durch- aeführt; ihr folgte eine Reihe der glänzendsten Kämpfe mit bem bekannten Enderfolge von Sedan: am 29. August das Gefecht bei Nouart, am 30. die Schlacht bei Beaumont, die mit einer völligen Ueberraschung der mit ihrer Mittagsmahl- '

Flaggensignale von derDeutschland* aus der Flotte feint vollste Zufriedenheit über die Leistungen aussprechen. In der Nähe von Göhren fand die Wiedereinschiffung des Kaisers auf dieHohenzollern* statt. Die Kaiserjacht dampfte nach Swinemünde, wohin die Flotte folgte, um dort einen Ruhe­tag vor Anker zu verbringen.

Fliegende Bauten. Mit der Frage der Standsicher» heit der sogenannten fliegenden Bauten (Zirkusbauten, Schau­buden, Karussells u. dgl.) beschäftigt sich ein jüngst er­gangener Erlaß der preußischen Ressortminister, in dem die Polizeibehörden u. a. angewiesen werden, derartige Baute« keinesfalls ohne vorherige sachgemäße Prüfung für die Oeffent- lichkeit freizugeben. Soweit den Behörden entsprechend vor­gebildete Organe nicht zu Gebote stehen, sollen private Sach­verständige, eventl. befähigte Handwerksmeister, zu den Prüfungen zugezogen werden.

Deutsch-Südwestasrika. Zu einer Nachricht, daß sich in Südwestafrika ein Streit über ein Besitzrecht an Diamantenstätten entsponnen habe, das schon aus der vor- deutschen Zeit eine englische Gesellschaft geltend machte, be­merkt dieKöln. Ztg.*: Es handelt sich um dm Pomoua- bezirk. Dort wurde von einer englischen Gesellschaft ein Bergwerk betrieben, und nach der deutschen Besitzergreifung wurde ihr Eigentumsrecht auf dieses Bergwerk sowie auch auf ein größeres umliegendes Gebiet von deutscher Seite an­erkannt. Später hat dann die englisch« Gesellschaft ihr« Rechte an das sogenannte Pomonasch« Syndikat abgetreten. Die Rechtslage ist nun di«, daß di« Ausnutzung des alten Bergwerkbetriebs ganz unzweifelhaft dem Syndikat zusteht, während für den übrigen Landbesitz zweifelhaft ist, ob damit auch das Bergrecht verbunden ist. Nun hat ein Haupt­mann d. L. Weiß in jenem Bezirk Schürfungen sorgt» nommen und auf Grund dessen jetzt das Abbaurecht be­antragt. Gegen diesen Antrag hat daS Pomona-Syndikat Einspruch erhoben, und diesem Einspruch werden sich ver­mutlich auch die Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwest­afrika und die Deutsche Diamantengesellschaft anschließen. Das Einspruchsrecht muß bis zum 10. September geltend gemacht werben und das Bergamt Lüderitzbucht wird dann zur Angelegenheit Stellung zu nehmen haben. Sollt« zwischen den Parteien keine gütliche Einigung erfolgen, so wird die Streitfragt im Prozeßweg« von dm ordentlichen Gerichten entschieden werden müssen. Die im Pomonabezirk gelegenen Schürffelder werben als sehr wertvoll betrachtet und haben bie besten Diamanten ergeben, die bisher in Süd- Westafrika gefunden wurden.

Der preußische Adler am preußische« Krieger^ denkmal in der böhmischen Stadt Trebnitz war von dem tschechischen Bürgermeister entfernt worden. Jetzt hat die böhmische Statthalterei bem Bürgermeisteramt Trebnitz de»

zeit beschäftigten Franzosen begann und «ndlich das heiße Rittgen um Sedan am 1. September. Trotz dichten Nebels begann der Kampf schon am frühen Morgen bet Bazeilles, wo die Bayern ein äußerst heftiges Gefecht zu bestehen hatten und Haus für Haus erobern mußten; auf her ganzen Linie entspann sich ein gewaltiges Artilleriefeuer, unter dessen Schutz die Infanterie, deren Vorgehen durch Waldstücke und tief eingeschnittene Schluchten erschwert würd«, allmählich vordrang und den Ring um den Feind von Stund« zu Stunde enger zog, bis dessen Kraft nach heldenmütigem Widerstand« erlahmte. In regellosen, von den deutschen Granaten begleiteten Haufen drängten die Franzosen von allen Seiten nach Sedan hin zusammen, bald stiegen Feuer­säulen aus der Stadt auf, bis etwa um/*5 Uhr nachmittag­weiße Fahnen auf den Türmen sichtbar wurden und Kampf erlosch. _

Der glänzende Sieg hatte den Deutschen 460 Offizier« und 8500 Mann gekostet, der Verlust der Franzosen betrug das Doppelte, etwa 17 000 Mann. Außerdem fielen schon während deS Kampfes 21000 und durch die Kapitulation 83 000 Mann in Gefangenschaft, etwa 8000 Mann waren auf belgischem Gebiet entwaffnet worden. Zwei Armeekorps mußten die Bewachung und Begleitung dieser Massen aus dem Transport nach der deutschen Grenz« übernehmen. Unter dem stürmischen Jubel der Truppen begab sich der König am späten Abend vom Schlachtfeld« in sein Haupt­quartier Vendresse, wo er im Kreise seiner Mitarbeiter den denkwürdigen Trinkspruch ausbrachte:Wir muffen heute aus Dankbarkeit auf das Wohl meiner braven Armee trinken. Sie, Kriegsminister v. Roon, haben unser Schwert geschärft. Sie, General von Moltke, haben eS geleitet, und Sie, Gras Bismarck, haben seit Jahren durch die Leitung der PolitS Preußen auf seinen jetzigen Höhepunkt gebracht. Lassen Sie uns also auf das Wohl der Armee, der drei von mir Ge­nannten und jedes einzelnen unter den Anwesenden trinken, der nach seinen Kräften zu den bisherig«« Erfolgen bei* getragen hat".