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SU August

Dienstag

Sette 8

Wahlrechtsfrage, mit dem Wechsel in hohen Staatsämtern oder mit den Zielen der Zentrumsfraktion und ihrer Zu­sammensetzung. Das gehört nicht an unserer Zuständigkeit. Uebermorgen ist der Todestag Lasalles. Diesen Anlaß wollte die Sozialdemokratie benutzen, um heute früh auf dem jüdischen Friedhofe am Grabe Lasalles einen Kranz nieder-- zulegen. Das ist das gute Recht der Sozialdemokratie. DaS geht uns gar nichts an. Aber ebenso wenig geht es die Sozialdemokratie etwa? an, wenn die deutschen Katholiken in Breslau zusammenkommen, um ihre katholischen Ange­legenheiten zu beraten. Es ist mir unverständlich, wie gerade die Partei, für welche angeblich Religion Privatsache ist, hier­gegen nach der Kranzniederlegung eineDemonstrationsver­sammlung" veranstalten kann. Sie wird uns doch wohl nicht das Recht bestreiten und eS verargen, wenn auch wir einmal uns versammeln! Das soll uns aber die Tätigkeit der kommenden Tage nicht trüben. Mögen sie in den Tausenden, die sich hier schon eingefunden haben und noch einfinden werden, den katholischen Glauben neu beleben und stärken, mögen sie in ihnen das katholische Bewußtsein und den Mut des offenen Eintretens für Religion und Kirche neu wecken und befestigen. Mögen sie die unerläßlich notwendige Einigkeit der Katholiken Deutschlands neu bestätigen. Mögen unsere Beschlüsse segensreich sein für unser Vaterland. Mögen sie

Ehre Gottes mehren, dem wir dienen wollen und mit dessen Lobe wir deshalb unsere Versammlungen beginnen und schließen. Man hat uns neuerdings darauf aufmerksam gemacht, daß wir Katholiken nur eine Minderheit im Reiche seien. Gewiß, das ist richtig. Dessen wollen wir auch immer und überall eingedenk sein und es sorgen auch schon andere Leute dafür, daß es uns immer im Bewußtsein bleibt. Wir Minderheit sind schon deshalb nicht so töricht, nach irgend einer Herrschaft zu streben. Aber wir sind dabei allerdings so unbescheiden, anzunehmen, daß wir eine nicht zu ver­achtende Minderheit sind, daß wir gewillt und befähigt sind, mit allen Kräften und Thron und Ältar zu schützen und zu stützen. Das war von jeher das Ziel unserer Versammlungen. Dieser Tradition folgend, wollen wir zum Beginn des heutigen Abends den Repräsentanten der höchsten Autorität, dem Kaiser und dem Papst huldigen, indem wir rufen:Seine Heiligkeit Papst Pius X. und Se. Majestät Kaiser Wilhelm n. sie leben hoch!" (Die Versammlung stimmt lebhaft in diesen Ruf ein und spendet dem Redner lauten langanhaltenden

Breslau, 30. Aug. In der ersten geschloffenen Gene­ralversammlung wurden zum Präsidenten der Reichstags­und Landtagsabgeordnete Gutsbesitzer Herold-Münster (West­falen), zum Ehrenpräsidenten der frühere Reichstagspräsident Graf Ballestrem, zum ersten Vizepräsidenten Graf Valentin v. Ballestrem und zum zweiten Vizepräsidenten der Reichs­rat der Krone Bayerns Dr. Frhr. v. Aretin gewählt. Zu Beisitzenden wurden gewählt Fürst Alexis von Löwenstein und Reichstagsabgeordneter Graf Praschma. Alsdann wurde beschlossen, folgende Huldigungsdepesche abzusenden: An den Kaiser: Ew. Majestät bringen die zur 56. Generalversamm- lung der Katholiken Deutschlands in der Hauptstadt Schle­siens unter dem Schutze der hl. Hedwig, der Landespatronin, versammelten deutschen Katholiken ehrerbietigste Huldigung entgegen. Getreu ihrer Tradition will auch diese General- versammlung im Sinne und nach dem Vorbild Eurer Majestät der Versöhnung der Konfessionen und sozialen Gegensätze zu dienen bestrebt sein, zum Heile des teuern deutschen Vater­landes. An den Papst wurde folgendes Telegramm ab­gesandt: Viele Tausende von Männern-, zu Breslau in der 56. Generalversammluug der Katholiken Deutschlands ver­einigt, entbieten Dir, hl. Vater, als Oberhaupt unserer Kirche- und Stellvertreter Jesu Christi, hiermit freudig aus tiefster Seele den Ausdruck ihrer Ergebenheit in unüberwindlicher Treue und erbitten demütig Deinen den Beratungen so förderlichen apostolischen Segen. Die Versammlung brachte hierauf auf den Kaiser und Papst ein dreifaches Hoch aus. Alsdann folgte die Auffahrt der katholischen Studentenver­eine, die dem Fürstbischof Dr. Kopp huldigten und am Denk­mal Kaiser Wilhelms einen großen Kranz niederlegten.

EuftTport z I«

Ein neuer Propellerbruch.

Berlin, 30. Aug. Einer Mitteilung zufolge hatZIIP einen Bruch des zweiten vorderen Propellers erlitten; ein Stück durchschlug die Hülle, so daß Gas ausströmt. Obgleich der Ballon sich durch Ballastabgabe oben hielt, zog man doch vor, die Fahrt abzubrechen. Das Luftschiff ging auf der Heide bei Buelzig nieder.

Wittenberg, 30. August. 600 Mann Infanterie vom Regiment Nr. 20 sind zur Hilfeleistung beimZ Ili" und zu Absperrungszwecken nach Buelzig abgegangen.

Zahna, 30. Aug. Das Luftschiff macht im ganzen den Eindruck, als ob es vollständig intakt wäre. Die nähere Untersuchung ergibt allerdings, daß eine Gaszelle durch­schlagen und ferner, daß die Hülle des Luftschiffes an den Stellen defekt ist, an denen der Propeller hinein und wieder hinausfuhr. Von furchtbaren Verheerungen, über die von hier aus nach auswärts berichtet wird, kann keine Rede sein.

Friedrichshafen, 30. Aug. Graf Zeppelin traf um 11 uyr Min. mit dem kaiserlichen Salonwagen hier ein. Er wurde von seiner Nichte, der jungen Gräfin Zeppelin, und ei9 Herren seiner Kreise empfangen. Graf Zeppelin hörte die näheren Umstände des Mißgeschicks, das dem ZUgestotzen ist. Es sei klar, so meint er, daß die Propeller nicht so bleiben könnten, sie müßten gewiß Abände- krfahren, vor allem wohl etwa? beschnitten werden. Ein definitives Urteil darüber, sowie über die Frage, ob der neue Antrieb beibehalten oder ob auf den alten zurück» gegriffen werde, sei natürlich ohne weitere Praxis nicht zu ent­scheiden. Er habe nicht mit völliger Zuversicht auf die Durch­führung des Programms mit dem ungenügend ausprobierten Fahrzeug gerechnet. Essei aber unmöglich gewesen, jetzt zum zweitenmale Berlin eine Enttäuschung zu bereiten und den Termin erneut hinauszuschieben, zumal daß schlimmstenfalls wie jetzt einige Havarien eintreten konnten. Er freue sich, baß er so bis Berlin habe vordringen können, das ihm ein Empfang bereitet habe, der ihm 'stets unvergeßlich bleiben werde. Gegenüber dieser Landung und ihrer Erfolge trete ^as relativ kleine Mißgeschick völlig in den Hintergrund.

Buelzig, 30. Aug. Um 12 Uhr traf der Kronprinz in Begleitung seines persönlichen Adjutanten Oberstleutnant

v. Oppen und zweier anderer Offiziere im Automobil an der Unfallstelle desZ Ul" ein, von der aus Wittenberg und der übrigen Umgebung zusammengeströmten Volksmenge jubelnd begrüßt. Der Kronv-:ru nahm den Vortrag des Oberingenieurs Dürr über di? Ursache des Unfalles entgegen und bestieg sodann die Gondeln des Luftschiffes, um den Defekt im einzelnen zu besichtigen. 200 Mann des in Wittenberg garnisonierenden 20. Infanterieregiments sind unter dem persönlichen Kommando des Obersten Vollbrecht eingetroffen, um die notwendigen Sicherungs- und Ab­sperrungsmaßregeln vorzunehmen. Das Luftschiff liegt hinter Buelzig auf einem vollkommen ebenen Heidegelände, das ringsum weder einen Baum noch Strauch aufweist. Der zuständige Landrat Frhr. v. Bodenhausen weilt ebenfalls von heute früh an auf der Unfallstelle. Auch der Hauptmann v. Kehler war bereits seit dem stützen Morgen zugegen. Es wurde telegraphisch ersucht, den Reservepropeller von Z II hierher zu senden. Man hofft, daß er möglichst bald hier eintreffen wird. Auch die übrigen erforderlichen Reserve- und Ersatzteile mit den notwendigen Werkmarmschasten von Friedrichshafen aus sind unterwegs.

Zahn«, 30. Aug. Der Kronprinz verließ die Unfallstelle nach etwa anderthalbstündigem Aufenthalt. Zur festen Ver­ankerung des Luftschiffes dient ein Leiterwagengestell, das von Leuten des 20. Infanterieregiments eingegrâben wurde und an dem die vordere Gondel mit Drahtseilen befestigt ist. Im übrigen wird die Verankerung durch Festhalten seitens der Soldaten besorgt, die wie dies auch in Berlin ge­schah sorgfältig dem Winddrucke, dem das Luftschiff aus­gesetzt ist, nachgeben. Aul baS Telegramm, das Ober­ingenieur Dürr nach Berlin sandte, trafen etwa 50 Mann des Luftschifferbataillons mit dem um 10 Uhr 45 Min. aus Berlin abgehenden Schnellzuge in Wittenberg ein; sie mußten den Weg von dort hierher teils zu Fuß, teils in Wagen zurücklegen.

Wittenberg, 30. August. Als die Nachricht von der Landung desZ UI" heute vormittag in Wittenberg be­kannt wurde, schloffen sofort sämtliche Schulen; auch die Fabriken und Geschäfte stellten zum Teile die Arbeit ein. Nom Oberpräsidenten aus Magdeburg wurde folgendes Telegramm an das Landratsamt in Wittenberg gerichtet: Ich darf voraussetzen, daß von dort dem Vertreter des Grafen Zeppelin alle nur mögliche Hilfe angeboten und ge­liefert wird". Mit dem zunehmenden Nachmittage wächst die Volksmenge, die zur Besichtigung herbeiströmt immer mehr an.

Buelzig, 30. August. Am frühen Nachmittag weilte Major Groß einige Zeit auf der Landungsstelle desZ DP. Die Ausbesserungsarbeiten der Luftschifferabteilung sind im Laufe des Nachmittags rüstig vorangegangen. Die verletzte Gaszelle ist bereits vollständig ausgestickt. Die Füllung wird im Laufe der Nacht erfolgen. Das notwendige Gas ist auf der Landungsstelle eingetroffen. Die aus ca. 500 Flaschen bestehende Füllanloge ist Bereits fertig gestellt. Eine Anzahl Ersatzteile, so vor allem ein Vorgelege und ein Reservepropeller, sind bereits zur Stelle. Mit den beiden Propellern desZ U" fährt ein Mann aus Köln ab und trifft Dienstag früh 6 Uhr in Wittenberg ein. Ein un­aufhörlich niedergehender Regen erschwerte während des Nach­mittages die Reparatur. Abends war das Wetter trübe, aber trocken.

Berlin, 30. August. Der Präsident des Deutschen Handelstages richtete an den Grafen Zeppelin folgendes Telegramm:Industrie und Handel Deutschlands beglück­wünschen Eure Exzellenz aufs herzlichste zu dem jüngsten großen Erfolg in der Luftschiffahrt. Eure Exzellenz haben mit der trotz aller Hinderniffe erfolgreich durchgeführten Fahrt nach der Reichshauptstadt erneut den Beweis praktischer Ver­wendbarkeit des Luftschiffes erbracht. Dadurch haben Eure Exzellenz der für Industrie und Handel so wichtigen Ent­wickelung des Verkehrs neue Wege gewiesen und der Mensch­heit Aussicht auf neue Kulturfortschritte eröffnet."

Stuttgart, 30. August. Wie derStaatsanz." meldet, hat der König den Grafen Zeppelin am gestrigen Tage L la suite des UlanenregimentsKönig Karl" Nr. 19 ge­stellt, dessen Kommandeur der Graf in den Jahren 1882 bis 1885 gewesen ist.

Stuttgart, 30. August. Für die Reichstagsmitglieder, die am Samstag den 4. September den Grafen Zeppelin besuchen, ist, demSchwäb. Merkur" zufolge, für Sonntag den 5. und Montag den 6. September folgendes Programm vorgesehen: Sonntag den 6., vormittags 8 Uhr: Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Konstanz; 101/* Uhr: Zusammen­kunft im Konziliumssaale, Imbiß geboten von der Stadt; 11'/, Uhr: Promenadenkonzert im Stadtgarten, Nachmittags: Ausflüge nach der Mamau, Ueberlingen oder dem Unter- See; Montag den 6. September: Fahrt über den See nach Friedrichshafen, von dort mit Sonderzug nach Ulm, Besich­tigung des Münsters (Orgelkonzert), der Stadt und des Rathauses; Imbiß, gegeben von der Stadt. Der Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs in Augsburg hat die Reichstagsmitglieder zu einem Besuch der Stadt Augsburg eingeladen.

Hus aller Welt.

Automobilunfall. Ein schwerer Automobilunfall hat sich schon wieder in der Oberpfalz zugetragen. Zwischen Geisling und Pfatter, südwestlich Regensburg, versagte in einer scharfen Straßenkurve die Steuerung des von vier Per­sonen besetzten Automobils des Rechtsanwalts Justizrat Hauser in Regensburg. Das Fahrzeug drehte sich mehrere Male um sich selbst und stürzte dann um. Alle vier Per­sonen, der Besitzer, sein Chauffeur, der königliche Baumeister Kolb und der königliche Schloßverwalter Reindl aus Regens­burg wurden mehr oder weniger schwer verletzt von dem nach Regensburg fahrenden, vorüberkommenden Postomnibus ausgenommen. Justizrat Hauser starb schon während der Fahrt. Die Verletzungen des Baumeisters Kolb erwiesen sich als besonders schwer. Nach einer anderen Meldung ist das Automobil mit dem PostomnibuS zusammengestoßen und hierbei in Trümmer gegangen.

Wegen lleberhanvnahme der Wespen in der Ge­markung Heidesheim hat der Gemeinderat beschlossen, für jedes zerstörte Wespennest 20 Pfg. zu zahlen.

Die Cholera. Aus.Rotterdam, 30. August, wird ge­meldet: Gestern zeigten sich bei der Frau und der Tochter eines Schiffsführers Cholerasymptome. Das Schiff wurde sofort bei den Baracken festgemacht. Die beiden Erkrankten sind gestorben. In der Nacht kam noch außerdem hier ein Choleratodesfall vor.

Kurzer Getrkide-WothenberiHt der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirt* schaftsrats vom 24. bis 30. August 1909.

Im ähnlichen Sinne wie der preußische Bericht sprich! sich auch der das ganze Reich umfassende SaatenstandSbericht des Kaiserlichen Statistischen Amtes über die landwirtschaft­liche Lage auS. Die Ernte ist bis auf Weizen ziemlich beendet; auch Hafer dürfte bereits größtenteils geborgen sein. Soweit sich die Situation bisher übersehen läßt, ist da» Ergebnis im gangen als durchaus befriedigend zu bezeichnen; wenn der Roggen auch nicht überall den erhofften Ertrag liefert und auch viel über dessen Qualität geklagt wird. Immerhin ist der größere Teil der Roggenernte in gutem Zustande eingebracht worden, sodaß auch an besseren Quali­täten kein Mangel sein dürfte. Am besten ist diesmal den Hafer gelungen und auch die Gerste gibt in quantitativen Beziehung gute Resultate; eingeschränkt wird das günstige Urteil über Gerste allerdings durch den Umstand, daß ein ziemlich großer Prozentsatz die für Brauzwecke geeignete Beschaffenheit vermissen läßt. Für Weizen wäre noch ein« Periode trockener Witterung dringmd zu wünschen, wenn sich die Erwartung auf eine einigermaßen befriedigende Ernte verwirklichen soll. Während der letzten Woche gab eS wieder­holt Regen, der wohl kaum geschadet, aber immerhin tim weitere Verzögerung der ohnehin um 34 Wochen ver­späteten Ernte veranlaßt hat. Im Auslande scheint sich vielfach eine Revision der bisherigen Schätzungen als not­wendig zu erweisen. Sowohl in Rußland als auch in Ru­mänien ergeben sich Enttäuschungen. Wesentlich geringer all bisher erwartet wurde, bürste vor allem die kanadische Weizenernte ausfallen. Die damit zusammenhängende Be­festigung der ausländischen Märkte, die mit den Berliner Rückgängen ohnehin nicht gleichen Schritt gehalten hatten, bewirkte, daß auch hier schließlich eine Erholung rintcat, zumal sich zu den gewichenen Preisen das Ausland für deutsches Getreide zu interessieren begann und auch manches erworben hat. Es bezieht sich dies vor allem auf Weizen und Hafer, während sich für Roggen bisher noch wenig Verwendung an der Küste zeigte, ein Umstand, der die Mühlen um so vorsichtiger macht, als das Mehlgeschäft wenig Anreiz zu Erwerbungen bietet. Immerhin konnt« auch Roggen von der besseren Stimmung des Weizenmarktes profitieren, um aber schließlich wieder zu ermatten. Auch Weizen konnte die im Verlaufe erzielte Besserung nicht voll behaupten. Eine wesentliche Erholung ist nach den scharfen Preisrückgängen der letzten Zeit nur für Hafer zu verzeich­nen; das Angebot war weniger dringlich und der Handel griff lebhafter ein. Auch nach der Küste zeigte sich vermehrte Absatzmöglichkeit. Gerste ist bisher noch wenig umgesetzt worden.

ES stellten sich die Getreidepreise am letzten Markttage in Mark pro 1000 Klg. je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger () gegenüber der Vorwoche in Klammern Q beigefügt ist, wie folgt:

Weizen Rogg« Hafer Königsberg 215 ( ) 167 0-2 ) 159 ( ) Danzig 220 (10 ) 169 (!'/,) 164 (4 ) Stettin ( ) 166 (2 ) 163 (5 ) Posen 211 ( ) 165 (4 ) 148 (-8 ) Breslau 218 ( ) 170 (-4 ) 152 (1 ) Berlin ( ) 168 (4 ) 174 (1 ) Magdeburg 205 (15 1 165 (3 ) 156 (9 ) Halle 213 (7 ) 171 (4 ) 164 (1 ) Leipzig 211 (14 ) 170 (8 ) 170 (5 ) Rostock ( ) 162 (8 ) 166 (- ) Hannover 214 ( ) 166 (5 ) 162 (8 ) Düsseldorf 225 ( ) 170 (- ) 160 ( ) Frankfurt«.M.212i/,(-12 ) 1671/1(-1/, ) 160 (-15 ) Mannheim 222^(-71/i) 172*/t( ) 167I/,(-71/i) Straßburg 230 (10 ) 175 (5 ) 175 ( 1 München 228 (-10 ) 168 (-5 ) 168 (-10 ) Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Sept. 210. (3.00), Dez. 207.00 (-3.75), Budapest Ölt 220.45 (3.60), Liverpool Sept 174.00 (13.35), Chicago Sept. 151.90 (1.70), Roggen: Berlin Sept. 169.75 (3.75), Dezbr.

169.25 (1.75), Hafer: Berlin Sept. 157. (4-3.00).

Has Hab and fern.

Cassel, 30. Aug. Die hier ausgebrochene Typhus- epidemie hat in Cassel und mehreren Vororten eine bedenk­liche Ausdehnung angenommen. Es sind bereits über hundert Fälle festgestellt worden, von denen mehrere einen tödlich« Verlanf genommen haben; u. a. ist der Kgl. Hofbaurat Oertel in Wilhelmshöhe der Krankheit erlegen. Die Er­krankungen werden auf den Genuß von Milch aus der Sanitätsmolkerei zurückgeführt, die einen großen Teil der Stadt mit Milch versorgt. Die Molkerei ist infolgedessen auf Anordnung des Polizeipräsidenten geschlossen und der weitere Betrieb, bezw. Verkauf verboten worden.

Bebra, 30. Aug. Hier hat sich heut« früh der Bürger- meister Sopp, der beurlaubt war und nicht wieder auf seinen Posten zurückkehren sollte, durch Erschießen das Lrbm ge­nommen.

Eichenberg, 30. Aug. Aus Furcht vor dem Zeppelin­scheu Luftschiff wäre eine hiesige alte Frau beinahe in ihren Bettkiffen erstickt. Hier war nämlich das Gerücht verbreitet, Zeppelin fahre nach Berlin über unsere Gegend, auch hatte man der alten Frau von dem Getöse, das l/t Stunde weit gehört werden könne, erzählt. Das Unglück wollte «8 nun, ) am anderen Morgen der Nachbar sehr früh mit dem Reinigen von Getreide mittels der Windmühle begann. Dieses Geräusch hatte nun bei der alten Frau den Wahn erzeugt, als sei Zeppelin über ihrem Hause. Als man da» Zimmer endlich betrat, erklärte die Frau, sie habe in ihrem Alter nicht mehr sehen wollen, wie die Menschen immer über­spannter würden, wie sie sogar das Wandern von Sonnt und Mond am Himmel nachmachten. . .. Maa sei ia um