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Erstes Blatt.

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Gencral-Auzeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 201

Fernsprechanschkch Nr. 605

Samstag den 28. August

Ferirsprechai»schlittz Nr. 605

1909

Sie tMeRmmer mW außer d.WerhMMk

14 Seiten.

A»itlich,s.

Eandkreis Ranau.

Auch in diesem Jahre wird zur Herbeiführung einer zu­treffenden Veranlagung der Arbeitnehmer zur Einkommen­steuer die Einforderung von Auskünften über das Arbeits­einkommen, von den Arbeitgebern auf Grund des § 23 des Eink.-Ges. in der Fassung des Gesetzes vom 18. Juni 1907 notwendig sein. Da bei auswärts beschäftigten Arbeitern die Einholung dieser Auskünfte den Gememdevorständen der in ihrer Gemeinde betriebenen gewerblichen Unternehmen ob­liegt, die Erledigung der gestellten Ersuchen aber viel Zeit erfordert, auch den Arbeitgebern zur Auskunfterteilung die gesetzliche Mindestfrist von 2 Wochen gelaffen werden muß, so ersuche ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, stch unter Bezeichnung der Personen, für welche Lohnaus­künfte nötig sind, und der gewerblichen Betriebe, in denen diese beschäftigt werden, an die betreffenden Gemeindevorstände schleunigst in Frankfurt an das Rechnei-Amt (Steuer­oerwal, ung) spätestens bis 31. August d. Js. zu wenden. Ich nehme Bezug auf das den Herren Bürger­meistern im vorigen Jahre zugegangene Schreiben des Rechnei- Amtes vom 12. August 1908, J.-Nr. II 6256.

Die Beschleunigung der Sache erscheint dringend geboten, da die zurückgelangten Auskünfte bei den im Oktober vorzu- bereitenden Arbeiten zur Veranlagung Verwendung finden müssen. Die Sitzungen der Voreinschätzungskommissionen beginnen anfangs November d. I. Die direkte Einforderung : von Auskünften über Arbeitseinkommen von auswärtigen Arbeitgebern muß, weil gesetzlich unzulässig, unterbleiben,

Hanau den 26. August 1909.

Der Vorsitzende der Einkommensteuer - Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.

812376 I. V.: Dr. v. Waldow, Reg.-Assessor._______

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung.

Die diesjährige Ernte von den an der Dörnigheimer Straße stehenden Aepfelbäumen soll am Mittwoch den 1. September d. I., nachm. 5 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden.

Sammelpunkt Ecke Burgallee.

Hanau den 27. August 1909.

Stadthanptkasse. 19485

Kunst and Leben.

Humoristischer Dialekt-Abend!

Bezugnehmend auf den bereits bekanntgegebenen Dialekt- Abend des Herrn Rezitator B o ck, welcher am 16. September in derCentralhalle" stattfinden soll, möchten wir heute eine kurze Betrachtung folgen lassen über den Begriff--- Dialekt! Was heißt Dialekt? Dialekt wörtlich bedeutet Mundart.

Der Urbegriff unserer deutschen Sprache allerdings ist frei von jeder dialektischen Färbung, soll und muß frei sein von jedem mundartigen Gepräge. Aber soweit die deutsche Zunge klingt, von Ost nach West, von Süd nach Nord, überall wird sich aus dem Kern urdeutscher Sprache ein gewisser Dialekt herausschälen. Heimatsklänge gewisser und bestimmter Landesteile, welche sich bilden in allen Schichten unseres Volkes.

Es würde zu weit führen, wollten wir hier alle die Mundarten aufzählen, welche in unserm deutschen Vaterlande im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind. Beschränken wir uns deshalb auf die sechs Mundarten, die in dem Programm des Rezitators Bock enthalten sind.

Zunächst wären hier vertreten der oberbayerische und österreichische Dialekt. Bei diesen Mundarten ist speziell ein Faktor in den Vordergrund der Betrachtungen zu stellen, nämlich die Seele unverfälschter Volkstümlichkeit; diese Mundarten sind es, welche den Stempel kulturgeschichtlichen Wertes tragen. Kaum gibt es eine schönere Zeichnung des echten biederen Volkscharakters, wie hier diese Naturstudien aus dem bayerischen und österreichischen Hochland. Hunderte von Motiven werden hier dem Dialektpoeten in die Feder gespielt, schöner und köstlicher, wie eS die kühnste Phantasie zu ersinnen vermag.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 21. bis 27. August 1909:

1 Dienstmädchen, 1 Wuhrknecht, 2 Haus- burschen, 1 Metallschleifer, 1 Schlosser, 3 Taglöhner.

Hanau den 28. August 1909. 19483

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Zwangsversteigerung.

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung der in der Gemeinde Rückingen und Langendiebach belegenen, im Grundbuche von Rückingen Art. 320 und Langendiebach Art. 766 zur Zeit der Eintragung des Ver­steigerungsvermerkes auf den Namen des Landwirts Heinrich Maisch und des Landwirts Karl Maisch II., beide in Rückingen, je zur Hälfte eingetragenen Grundstücke :

a) Art. 320 Rückingen:

Krtbl. B Parzelle 374/127, Herrnhosstraße Nr. 8

* = 1 ar 93 qm,

a) Wohnhaus mit Hofraum,

90 Mk. Nutzungswert, Krtbl. B Parzelle 373/126, Hausgarten, 1 ar 24 qm, Krtbl. B Parzelle 374/127, b) Kuhstall (A), Krtbl. B Parzelle 374/127, c) Schweinestall (B), Krtbl. K Parzelle 163, Die Oberhörr, Acker, 6 ar 87 qm, 0,48 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. M Parzelle 72, Die Oberwaldswiesen, Wiese,

5 ar 97 qm, 0,47 Tlr. Reinertrag, Krtbl. A Parzelle 48, Am Diebacherweg, Acker, 6 ar 28 qm, 1,11 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. C Nr. 181, Am Dörrnickel, Wiese, 20 ar 44 qm, 3,20 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. A Nr. 49, Am Diebacherweg, Acker, 6 ar 28 qm, 0,74 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. H Nr. 126, Beim Kreuzweiher, Acker, 5 ar 10 qm, 0,16 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. K Nr. 223/166, Die Oberhörr, Acker, 2 ar 58 qm, 0,18 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. A Nr. 504/56 rc., Am Diebacherweg, Garten,

11 ar 62 gru, 2,73 Tlr. Reinertrag,

b) Art. 766 Langendiebach:

Krtbl. 17 Nr. 24, Im Büchensaal, Acker, 10 ar 15 qm, 1,55 Tlr. Reinertrag, besteht, sollen diese Grundstücke

am 15. November 1909, nachmittagsM Uhr, durch das unterzeichnete Gericht auf dem Bürgermeisteramt in Rückingen versteigert werden.

Der Versteigerungsvermerk ist am 6. August 1909 in das Grundbuch eingetragen.

Anders verhält es sich etwas mit dem Pfälzer Dialekt; seine Grundtöne sind ja ebenfalls der Volksseele abgelauscht, doch gewisse Laute wie speziell das a sind etwas herb und hartklingend. Diese kleinen Ausstände werden jedoch durch den gesunden Mutterwitz, der dem Pfälzer Völkchen eigen ist, den Gesamtwert der Sprache niemals beeinträchtigen. Ein Gegenstück von den vorausgegangenen Dialekten bietet sich uns in der Muttersprache unserer urgemütlichen Sachsen. Kaum gibt es im ganzen Bereich der Dialekte etwas kindlich gemütvolleres, wie in der Sprache des sächsischen Volkes.

Was wir hier hören, ist Weichheit des Tones, als ob der Sachse ohne Galle geboren wäre; eine Mutmaßung, über die man in der Praxis auch manchmal eines anderen belehrt werden kann.

Jedoch den Begriff der gemütlichen Sprechweise hat der Sachse allen voraus.

Und nun ein letztes kurzes Wort über unsere Heimats­klänge. Nehmen wir zunächst die unserer ländlichen Be­völkerung, den sogenannten Nassauer Bauerndialekt. Es muß wohl zugegeben werden, daß für den Norddeutschen diese Sprache stellenweise unverständlich klingt; jedoch etwas übersetzt, wirkt sie in anbetracht des biederen ehrlichen Volks­tones geradezu überwältigend.

Man muß Kern und Wesen unserer Landbewohner schon etwas näher studiert haben, um so ganz den vollen Wert dieser Mundart schätzen zu können.

Der letzte der Mohikaner wäre nun der hessische Dialekt, unser Frankfurter und Hanauer Deutsch: Hierüber wollen wir aber nicht viel schreiben, sondern kurz resümieren:Jede Volksschicht liebt ihre heimatlichen Sitten und Gebräuche, so auch wir unsere hessische Muttersprache; denn das edelste und schönste, was den gesitteten Menschen an die Heimat fesselt, ist und bleibt das Ideal seines heimatlichen Dialektes, das Kleinod seiner Muttersprache.

Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit ste zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerke« au« dem Grund­buche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungs- termiue vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten an- zumelden und, wenn der Antragsteller widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung der geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Ver­steigerungserlöses den übrigen Rechten nachgesetzt werden.

Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehen» des Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung bei Zuschlages die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegen­standes tritt.

Langenselbold den 20. August 1909.

Königliches Amtsgericht. 19521 gez. Dr. Eberhard.

Ausgefertigt.

Langenselbold den 20. August 1909.

Gottschlich, Aktuar, als Gerichtsschreiber des Kgl. Amtsgerichts.

Politische Rundschau.

DKG. Seidenspinner in Kamerun. Hierüber schreibt Herr Oberleutnant Arnold Schultze, Bonn, bet Deutschen Kolonialzeitung": Die Zeitungen bringen neuer­lich Mitteilungen über afrikanische Seide, auS denen hervor- geht, daß die Versuche, welche man in Bukoba am Diktoria- Nyansa mit der Nutzung der betreffenden Seidenraupen angestellt hat, ziemlich weit gediehen sind und bereits dazu geführt haben,' daß man der Verwertung dieses NaNn- produktes auch praktisch nähergetreten ist. Dies veranlaßt mich, darauf hinzmveisen, daß die Spinner, um die es sich hier jedenfalls handelt Anaphe-Ärten, welche sich dadurch auszeichnen, daß ihre Raupen große gemeinschaftliche Kokon­ballen Herstellen, auch in den Waldgebieten Kameruns mancherorts überaus häufig sind. Ich entsinne mich übrigens, Gespinnstr dieser Raupen, die aus Kamerun stammten, im Berliner Museum für Naturkunde gesehen zu haben. Außer diesen Gesellschaftsspinnern gibt es aber im Norden Kame­runs, in Bornu und Adamaua, zwei Epiphora-Arten aus der Familie der Saturniiden, deren Raupen starke Einzel- kokonS Herstellen. Versuche mit der Verwertung dieser sind, soviel ich weiß, bisher noch nicht angestellt worden. Die KokonS dieser Spinner findet man während der Trockenzeit stellenweise recht häufig am Christusdorn (Zizyphus), wo sie durch ihre weiße Färbung von weitem auffallen. Vielleicht führt dieser Hinweis dazu, daß man sich auch in Kamerun mit Versuchen bezüglich der dortigen Seidenspinner befaßt.

AUSSTELLUNG

I für Handwerk, Gewerbe,

' Kamt and Oarteabaa ; WIESBADEN 1909

Bergnügungsprogramm der AusstelluugSleiluuS für die kommende Woche.

Am Samstag den 28. August erfolgt die Eröffnung «mer an Stelle der ausgefallenen Ausstellung der den Schulkindern in Pflege gegebenen Topfpflanzen eingeschobenen gärtnerischen Sonderausstellung in der Gartenbauhalle. Am Sonntag den 29. August findet mit Einbruch der Dunkelheit das erste Brillant-Feuerwerk statt, auf welches hiermit besonders auf­merksam gemacht sei. Am Montag den 30. August wirkt im Abendkonzert KammermusikuS Werner von der Kapelle des hiesigen Hoftheaters mit. Herr Wemer gilt m Kunstler­kreisen als einer der besten Pistonvirtuosen. Am Dienstag den 31. August veranstaltet derSängerchor Wiesbaden unter Direktion des Herrn W. Kuhl einen MannergesangS- Abend. Im Saale des Hauptrestaurants findet Ball statt. Mittwoch den 1. September, am Vorabend bei Sedan- tages, wird ein großes patriotisches Doppelkonzert unter Mitwirkung der Kapelle des Großherzogl. Hess. Infanterie- Regiments Nr. 117 aus Mainz geboten. Trotz dieser Programm-Erweiterung istbilliger Tag". Am Sedan- tage, Donnerstag den 2. September, wird von besonderen größeren Darbietungen mit Rücksicht auf di« im Kurhaus« geplante patriotische Feier Abstand genommen. Am Samstag den 4. September (billiger Tag) wird die programm­mäßig« große Gemüse- und Obst-Ausstellung eröffnet. .

Albumblätter.

Sei im eignen Hause du selbst da» beste Gerät;

Bist du des Hauser Zier, ist es am besten geziert.

Nicht des Hauses glänzender Ruhm rühmt immer die HauSfran Aber der Hausfrau ^Ruhm rühmt am besten da« HauS.

Freund und Anker kennt man, Wenn sie HUf in Not getan.