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tWethxlbniif und Verlag der Buchdruckers de» rerem. n, Waisenhauses in Hanau.
Gkileral-Auzeiger
Amtliches Grgs« für ÄM- uni Fall-Kreis Zallaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die Myftfoltew W« »der deren «E ft M.
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Nr. 199 Fâsprechanschliitz Nr. 605
Donnerstag den 26. August
Fernsprechanschlutz Nr. 605« 1909
Amtliches.
Eandkreis Hanau.
Unter den Schweinen in Gronau ist die Schweineseuche «loschen.
Hanau den 25. August 1909.
Der Königliche Landrat.
V 4743 I. A.: Hartmann, Kreissekretär.
Handelsregister.
Firma Reichling & Eberhardt in Hanau.
Die Fabrikanten Fritz Marx und Rudolf
Marx von hier haben das Geschäft an
den Fabrikanten Ern st Traxel, den Fabrikanten Aug ust Traxel und den Kaufmann Ferdinand Marx, sämtlich in Hanau wohnhaft, veräußert, welche die offene Handelsgesellschaft unter der bisherigen Firma seit 1. August 1909 fortführen.
Dem Fabrikanten Rudolf Marx in Hanau ist Prokura erteilt.
Hanau den 13. August 1909.
Königliches Amtsgericht 5. 19325
Handelsregister.
Firma W. C. Heraeus in Hanau.
Dem Kaufmann Friedrich Braeuer in Hanau ist Gesamtprokura erteilt, in der Weise, daß dieser berechtigt sein soll, zusammen mit einem anderen Prokuristen die Firma zu zeichnen.
Hanau den 16. August 1909.
Königliches Amtsgericht 5. 19323
Handelsregister.
Firma The Dunlop Pneumatic Tyre Company, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in Hanau.
Die Liquidation ist beendigt.
Die Firma ist erloschen.
Hanau den 11. August 1909.
Königliches Amtsgericht 5. 19321
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Streichholz zum Abziehen von Rasiermessern, 1 Portemonnaie mit 1,02 Mk., 1 kleiner alter
JeikMlge AlMberMe mit WM Kem«.
Don Dr. I. Wiese
Die himmelanstrebenden Gebirgsriesen der Schweiz, die in diesen Tagen von vielen Tausenden von Reisenden besucht werden, bilden mit ihren gewaltigen Felswänden, ihren zackigen Gletscherstürzen, ihren jungfräulichen Schneefirnen nicht mehr in demselben Sinne wie früher die Scheidewand zwischen der italienischen Halbinsel und dem übrigen Festlande : einen großen Teil der Bergriesen hat die Kunst des Ingenieurs durchbohrt, um dem Dampfroß einen Weg zu bereiten, auf andere führen von der elektrischen- oder Dampfkraft getriebene Bergbahnen, und über wieder andere kann bequem und gefahrlos der Wanderer auf vorzüglichen Kunst- straßen hinwegsteigen. Wie haben sich auch hier gegen früher die Zeiten geändert! Noch vor etwa hundert Jahren galt es für einen einzelnen ass ein großes Wagnis, jene hohen Alpenpässe zu überklimmen. Um so staunens- und bewundernswerter sind die Uebergänge, die Anführer großer Kriegsheere über .das mächtige Alpengebirge in das sonnige Italien gewagt und durchgeführt haben. Gerade das Kapitel der Kriegszüge durch und über die Alpen lehrt uns, was «ine kriegsbegeisterte Truppe unter energischer Führung im Kampfe gegen die Gewalten der Natur zu leisten vermag.
Der älteste dieser Alpenübergänge ist der, den die Gallier fast 600 Jahre vor unserer Zeitrechnung unternahmen. Wäre die Vermutung begründet, daß dieser Zug über den Col di Visa oberhalb Saluzzo gegangen sei, wo im 15. Jahrhundert durch die oberste Felswand eine Galerie getrieben ward, so hätte sich vor den erstaunten Augen der ersten Fremdlinge, die in Italien eindrangen, ein Schauspiel aufgetan, das kein anderer Alpenpaß bietet, eine unbegrenzte Aussicht über die gesegneten Ebenen der Sombarbei.
. Fünf Jahrhunderte später stieg ein germanisier Stamm, der der Cimbern, von den Alpen, vermutlich vom Brenner
Schließkorb und 1 alte Reisetasche, 1 Herrenuhr Nr. 84165 (in der Nordstraße), 1 Griffelköcher.
Liegen geblieben bei S. Wronker: 1 alter blauer Tuchärmel und 1 alter Vorhang. Empfangnahme auf dem Fundbureau.
Verloren: 1 kleines, rundes, goldenes Medaillon (auf beiden Seiten Emaillekleeblättchen), 1 Silberband-Damengürtel.
Zugelaufen: 1 Jagdhund, männlich. Näheres bei Weisenstein in Roßdorf.
Hanau den 26. August 1909.
Politische Rundschau.
Zur Kaiserparade bei Karlsruhe. Der Kaiser wird am Samstag den 11. September, mit Sonderzug um 9 Uhr morgens in Forchheim eintreffen und sich sofort nach dem Forchheimer Exerzierplätze begeben, wo die Kaiserparade stattfindet. Die Kaiserin trifft schon Freitag, abends um 7 Uhr, in Karlsruhe ein. Der Kaiser verbringt den Sonntag, 12. September, als Gast bei der Großherzoglichen Familie im Residenzschloß und reist Montag früh 8 Uhr 50 Min. wieder von Karlsruhe zu den Kaisermanövern ab.
Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg und die Polenpolitik. Vor einigen Tagen wurde bei Kulm in Westpr. ein Bismarckturm eingeweiht und aus diesem Anlaß an den Reichskanzler folgendes Telegramm gesandt:
„Die nach der Einweihung des Bismarckturmes bei Knlm mit ihrem Reichstags- und Ländtagsabgeordneten in großer Zahl vereinigten Deutschen aus allen Berufsständen des Kreises .Kulm senden Ew. Exzellenz ehrerbietigst herzlichen Gruß und sprechen die Zuversicht aus, daß sie auch bei Ew. Exzellenz in ihrem Ringen um Erhaltung des Deutschtums in der Ostmark Unterstützung finden werden."
Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg antwortete alsbald telegraphisch:
„Für die telegraphischen Grüße vom Kulmer Bismarckturm danke ich Ihnen und allen Festteilnehmern aufrichtig. Das Deutschtum in unseren Ostmarken zu erhalten und zu stärken, bleibt mir Aufgabe, an deren Erfüllung, getreu den Traditionen des großen Staatsmannes, dem Sie soeben ein Denkmal geweiht haben, ohne Wanken fort» gearbeitet werden wird. Bethmann-Hollweg."
Das Kaiserliche Prüfungsamt für Tabak- bewertung. Das durch das neue Tabaksteuergesetz in Bremen geschaffene Kaiserliche Prüfungsamt für Tabakbewertung trat am 23. August im Senatshause zu seiner ersten Sitzung im Beisein des regierenden Bürgermeisters zusammen. Dem Prüfungsamt gehören an: Oberzolldirektor Engelhardt als Vorsitzender, Regierungsrat Dr. Dronke als oder Jaufen, hernieder. Plutarch berichtet uns, wie sie fast nackt den dicht niederfallenden Schnee nicht gefürchtet hätten, und, auf ihren breiten Schilden sitzend, unbekümmert um die jähen und furchtbar abschüssigen Stellen, die Abhänge, an deren Fuß die Römer sie kampfbereit erwarteten, hinunter- geglilten seien.
Zwischen diese beiden Heereszüge über die Alpen fällt der vielleicht unter allen am meisten besprochene, der des Hannibal (218 v. Chr.). Wer hätte nicht von dem fünf- zehntägigen, durch stete Kämpfe und rauhe Jahreszeit behinderten Marsche des karthagischen Heeres durch wilde Gebirgsschluchten und über pfadlose Felsrücken, wer nicht von der zweitägigen Rast auf des Berges Höhe unter Schnee und Eis gelesen 1
Der Schriftsteller Livius, der uns von diesem mit Recht so berühmten Zuge des Hannibal berichtet, läßt ihn seine Soldaten damit trösten, daß die Alpen Gebirge seien, wie die Pyrenäen, also wohl übersteigbar, da keine Landstrecken den Himmel erreichen, doch der nahe Anblick der hohen Berge, die Schneemassen, die sich fast mit dem Himmel vermischen, die formenlosen Häuser oben auf dem Felsen erneuern immer wieder die Schrecken. An einer andern Strecke zeigt Hannibal auf einem Gipfel, von dem weit und breit Rundschau sich bot, seinen Soldaten Italien, die am Fuße liegende Poebene, mit der Erklärung, nun stände der Weg nach Rom ihm offen; doch mit unendlicher Mühe, marschierten die Truppen auf den schlüpfrigen Gletschern, auf den stillen Pfaden, über nackte Gipfel, bis sonnige Hügel und Täler mit Wäldern und Bächen sie aufnahmen. Aber mit keinem Wort wird weiter dieses Kontrastes und der Stimmung der Truppen gedacht. Silius Italiens malt mit großem Wortschwall die Schrecknisse der Älpenwelt mit ihren wüsten Schueemassen, ihrer in die Wolken sich verlierenden Hohe; die Gipfel sterben im Eis, das kein Sonnenstrahl schmilzt; dort gibt eS keinen Frühling, keine Ehrengabe des Sommers. Dort hausen nur Winter
stellvertretender Vorsitzender; ferner als Mitglieder: Oberzollrat Mengering (Stellvertreter Oberzollinspektor Brandt), Oberrevisor Wübbeling (Stellvertreter Oberkontrollrur Giroud). Aus dem Tabakgewerbe sind folgende Sachvrr- ständige von der Handelskammer vorgeschlagen und vom Reichsschatzamt ernannt worden: Leonhard Münch, i. Fa. Boyes u. Heye, Bremen; Heinrich Widau, Tabakmakler, Bremen; Heinrich Riensch, Tabakmakler, i. Fa. Riensch u Sohn, Bremen; Ed. Achelis, i. Fa. Joh. Achelis u. Söhne. Bremen; Moritz Hoffmann, L Fa. Hoffmann u. Leisewitz, Bremen; Paul Meyer, i. F. H. F. Ed. Meyer, Bremen; Hermann Ritter, i. Fa. Martin Brinkmann, Bremen; I. C. Meyer, i. Fa. Bernigroth, Hagedorn u. Co., Bremen; I. G. Strothoff, i. Fa. I. G. Strothoff Sohn, Bremen.
Für die Neuregelung der deutsch-schwedischen Handelsbeziehungen, die durch den Ablauf des Handelsvertrages vom Jahre 1906 demnächst notwendig wird, ist die Gestaltung des Warenaustausches im letzten Jahre, für den die amtliche Statistik nunmehr vorliegt, von besonderem Interesse. Daß nnier der Einwirkung der wirtschaftlichen Depression auch unser Handel mit Schweden eine Einbuße erleiden würde, war selbstverständlich. Und es bleibt denn auch unsere Ausfuhr nach dort mit 174 Millionen Mark um 12,5 Millionen gegen das Vorjahr zurück, während die Einfuhr aus Schweden mit 145 Millionen 27 Millionen verlor. Der Rückgang unseres Exportes wäre noch größ«r, wenn nicht durch eine vermehrte Ausfuhr von Weizen und Roggen von 5,6 Millionen Mark ein Ausgleich geschaffen wäre. An dem Verlust ist eine sehr große Zahl von Industrien beteiligt, jedoch beläuft sich der Rückgang für keine hoher als eine Million. Es nahmen die Ausfuhrwerte folgender Waren ab: Kleiderstoffe, Eisenträger, Oelkuchen, Rmdshâute, Kabel, Kupfer, Zink, Seeschiffe aus Eisen, Magnesia, baumwollene Gewebe usw. Der schwedische Export verlor vor allem an seinem Hauptartikel, den Eisenerzen, nämlich 15 Millionen Mark, denn es ging von 78 Millionen auf 64 Millionen zurück. Auch Nadelholz büßte mehr als 9 Millionen ein; der Rest entfällt auf Eisen, Steine, Felle und Milchentrahmungsmaschinen. — Nach der schwedischen Handelsstatistik nimmt Deutschland an dem Außenhandel Schwedens in der Einfuhr die erste, in der Ausfuhr die zweite Stelle ein. I" der Ausfuhr steht Großbritannien an erster, in der Einfuhr dagegen an zweiter Stelle. Das drittwichtigste Land im schwedischen Außenhandel ist Dänemark.
Deutsche Torpedoboote haben sich nach den An» gaben dänischer Blätter auf einer Nachtübungsfahrt südlich von Rödsand auf Laaland in der Nacht auf Samstag den Fangvlätzen einiger Laaländer Fischer genähert und angeblich 50 Netze im Werte von 2000 Kronen (2250 Mk.) zerstört, und Winde. Mit Grausen erklimmen die Karthager bü Gipfel, mit Grausen schauen sie in die Tiefe, aber Dunkel umfängt sie, Schneegestöber und Hagelschauer hemmen den Blick, dann starren sie ins Leere wie der Schiffer auf weitem Meere, der nichts als Wasserstraßen und den Himmel erblickt. . .
Zahlreiche Alpenübergänge führten zur Zeit der Völkerwanderung einen barbarischen Stamm nach dem andern nach Italien.
Tausende von deutschen Fußknechten, Reitern und erzge» panzerten Rittern machten auf den Sommerzügen der deutschen Kaiser ihre Bekanntschaft mit den Schrecknissen und Mühseligkeiten der Alpenwelt. Aber die erstaunlichsten Leistungen haben doch die Kriege der Revolution, namentlich der Jahre 1799 und 1800, aufzuweisen. Besondere Er- wähnung verdient zunächst die Marschleistung des französischen Generals Lecourbe, der zwei hohe Bergjoche und zwei der fürchterlichsten Talengen der ganzen Alpen, zu der denkbar ungünstigsten Jahreszeit mit einem Heere von 8000 Mann überwand. In sechs Tagen erzwang dann Napoleon vom 15. bis 21. Mai 1880 mit 30 000 Mann und 60 Geschützen den Uebergang über den St. Bernhard. Aber weit bedeutender als diese Leistung deS 30jährigen Napoleon ist die des 70jährigen russischen Feldherrn Suwarow, der im allgemeinen nicht, wie er es verdient, bekannt ist und deshalb uns hier vor allem beschäftigen soll. Niemand hat, wie er, vier hohe Bergjoche gewissermaßen in einem Atem und zu einer Jahreszeit überstiegen, in der Schneegestöber und Kälte sonst gewöhnlich der Passage Grenzen setzen. Auch muß man nicht vergessen, daß es Russen waren, Bewohner des scythischen Flachlandes, mit denen er die winterlichen Zacken überklommen. Nachdem der Feldmarschall Fürst Suwarow zu seinen Lorbeeren noch die Kränze von Cassano, von Marengo, von der Trebia und von Novi erworben, und ganz Italien befreit von seinem Hofe den Ehrennamen Jtalinski erhalten hatte, bekam er